Isomatten Kaufberatung
"Wie man sich bettet so schläft man". Dieser Spruch trifft für alle, die Draußen übernachten, den Nagel auf den Kopf. Und nie waren die Anforderungen an eine Isomatte differenzierter als heute.
Anforderungen
Die Isomatte muss je nach Einsatz eine Mischung aus folgenden Eigenschaften aufweisen:
- hohe Isolationsleistung gegen Kälte von unten
- geringes Gewicht
- kleines Packmaß
- Schutz gegen spitze Steine, Äste, etc.
- weiche Dämpfung für guten Liegekomfort
Die ideale Matte gibt es nicht. In der Praxis ist man gezwungen Kompromisse zu schließen und einige Vorteile gegen andere einzutauschen.
Isomatte R-Wert
Neben dem Komfort geht es bei der Isomatte vor allem um die Isolation gegen die Kälte von unten. Hierzu spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Der Untergrund auf dem die Matte liegt. Umso mehr Luftpolster sich dort bilden können (z.B. bei Laub, Gras) desto besser die Isolation. Dann die Isomatte selbst. Je dicker die Matte ist und umso besser die Isoliereigenschaft der Isomatte ist, desto besser. Auch die Oberfläche der Matte spielt eine Rolle. Eine Wabenstruktur wie bei der geschlossenzelligen Ridge Rest von Therm-a-Rest führt zu eine Verbesserung der Isolationsfähigkeit.
Zur Kennzeichnung der Isolationsfähigkeit von Isomatten gibt es den R-Wert (R-Value). Dieser Wert definiert den Wärmewiderstand, den ein Material besitzt. Oder einfach gesprochen: wie gut oder wie schlecht ein Material die Wärme leitet.
Uumso höher der R-Wert einer Isomatte ist, desto besser isoliert die Matte den Körper vom kalten Untergrund. Und umso geringer ist der Wärmeverlust im Schlafsack.
Anhaltspunkte für R-Werte (Quelle Therm-a-Rest):
- R = 1: bis +7 Grad, für 3 Jahreszeiten, warme Nächte
- R = 2: bis +2 Grad, für 3 Jahreszeiten, gemäßigte Nächte
- R = 3: bis -5 Grand, 3-4 Jahreszeiten, kühlere Nächte
- R = 4: bis -11 Grad, 4 Jahreszeiten, wintertauglich
- R = 5: bis -17 Grad, hochalpine Winterbiwaks
- R = 6: bis -24 Grad, ausgedehnte Wintertouren
Wer seine Matte selbst tragen muss, der muss also auf den besten Kompromiss zwischen Isolationsfähigkeit und Gewicht der Isomatte achten. Und je nach Kälteempfindlichkeit der Person kann man auch auf eine Isomatte mit kleinerem R-Wert zurück greifen.
Matten Typen
Den Markt der Isomatten kann man unterteilen in Schaumstoffmatten, selbstaufblasende Isomatten und Luftmatratzen.
Schaumstoffmatten
Die einfache Isomatte besteht aus Polyethylen Schaumstoff (kurz: PE). Je nach Schaumstoff Qualität sind die Matten kaum druckbeständig und behalten dadurch ihre isolierende Wirkung nicht dauerhaft. Die etwas besseren Isomatten bestehen aus geschlossenzelligem PE-Schaum, sie sind elastischer und druckbeständiger. Der Vorteil dieser Matten liegt in günstigen Produktionskosten und hoher Zuverlässigkeit im Einsatz.
Je nach gewünschtem Komfort und Isolationsleistung gibt es Isomatten in verschiedenen Stärken (typisch von 5 bis 20 mm) und verschiedenen Größen. Um eine erhöhte Isolation zu erreichen können die Matten mit Aluminiumfolie beschichtet werden oder die Oberseite der Matte mit einer Noppen- oder Waffelstruktur versehen werden. Die dadurch entstehenden Hohlräume zwischen Matte und Schlafsack erhöhen die Wärmeleistung.
Selbstaufblasende Isomatten
Eine Weiterentwicklung ist die selbstaufblasende Isomatte. Weltweit führend ist hier die Outdoormarke Therm-a-Rest aus USA.
Basis ist eine Polyurethanschaum-Matte, die von einer luftdichten Tuchhülle umgeben ist. Zur Gewichts- und Volumenreduktion besitzen hochwertige Matten spezielle Kanäle in der Schaumstoffmatte. Die Hülle hat ein oder mehrere verschließbare Ventile.
Im nicht benutzen Zustand wird die Isomatte zusammengerollt oder zusammengelegt und dabei die Luft aus dem Schaumstoff und den Kanälen herausgepresst. Öffnet man die Ventile entspannt sich der Schaumstoff und geht in seine ursprüngliche Lage zurück. Die Poren und Kanäle füllen sich mit Luft. Wird das Ventil nun geschlossen behält die Isomatte sein Volumen wie bei einer Luftmatratze.
Luftmatratze
Luftmatratze mit Daunenfüllung Im Gegensatz zu einer üblichen Luftmatratze werden hier luftdichte, extrem leichte Laminate verwendet. Um die Wärmeleistung zu steigern befindet sich in den Luftkammern der Matte Daune oder Mikrofaser. Dadurch sind diese Matten viel wärmer als Schaumstoffmatten oder selbstaufblasbare Isomatten. Zudem sind solche Matten extrem komprimierbar und leicht. Um im Outdoor Bereich weiteres Gewicht und Volumen zu sparen sind entweder die Luftpumpen gleich in der Matte mit integriert oder der Packsack dient zum Aufpumpen der Matten.
Führend im Bereich der isolationsgefüllten Luftmatratzen ist die Marke Exped aus der Schweiz mit den Produkten Downmat und Synmat.
Selbst bei größter Vorsicht bohrt mal ein Dorn oder ein anderer spitzer Gegenstand ein Loch in die selbstaufblasende Isomatte oder die Luftmatratze. Deshalb immer Lochschnüffler und Flickzeug mit auf Tour nehmen.Einsatzzweck
Je nach Einsatzzweck sollten sie ihre Matten nach folgenden Kriterien auswählen:
Camping
- Komfort steht hier an erster Stelle
- Gewicht ist völlig unkritisch
- Wärmeleistung ist meistens nicht entscheidend
Am besten sind sie beraten mit einer dicken, selbstaufblasbaren Isomatte. Am besten mit 8cm oder sogar 10cm Stärke.
Trekking
- Gewicht steht hier an erster Stelle
- Packmaß ist kritisch
- Wärmeleistung muss abhängig von der Gegend/Jahreszeit berücksichtigt werden
- Komfort kann eingeschränkt werden
Am besten verwenden Sie eine selbstaufblasbare Isomatte mit 3.8 oder 5cm Stärke oder für kältere Regionen eine mit Isolationsmaterial gefüllte Luftmatratze mit 7cm Stärke.
Expedition
- Zuverlässigkeit steht hier an erster Stelle
- Packmaß ist kritisch
- Wärmeleistung ist kritisch
- Gewicht entscheidend
- Komfort kommt an letzter Stelle
Am besten verwenden Sie hochwertige Schaumstoffmatten mit Waffelstruktur und neben diese für eine bessere Wärmeleistung doppelt. Oder mit Isolationsmaterial gefüllte Luftmatratzen.
Von
Klaus L., Gründer Bergzeit














