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Klettergurte

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Kaufberatung Klettergurt

Klettergurt-Kaufberatung: Ohne Gurt geht nichts ...

Der Klettergurt stellt das Verbindungsstück zwischen Kletterer und Sicherungskette dar, ist also letztlich das Bindeglied zwischen Körper und Seil. Welcher Klettergurt der richtige für welchen Einsatzzweck ist, erklärt die Kaufberatung.

An der Einbindeschlaufe am Klettergurt wird das Sicherungsgerät, hier das Grigri fixiert. Beim Einbinden gibt es zwei Möglichkeiten. | Foto: Red Chili An der Einbindeschlaufe am Klettergurt wird das Sicherungsgerät, hier das Grigri fixiert. Beim Einbinden gibt es zwei Möglichkeiten. | Foto: Red Chili

Der Anseilgurt, Klettergurt, Sitzgurt oder auch oft Auffanggurt genannt, muss die Kräfte absorbieren (bzw. leitet diese weiter), die bei einem Sturz nicht von der Sicherungskette bzw. vom Kletterseil aufgenommen werden. Die Aspekte der Sicherheit sind durch die Europäische Norm EN 12277 und die darüber hinausgehende UIAA-Norm für Anseilgurte festgelegt. Doch Klettergurt ist nicht gleich Klettergurt. Die Gurte unterscheiden sich in ihrer Bauweise und ihren Ausstattungen:

  • Hüftschlaufen und Beinschlaufen am Klettergurt
  • Sicherungsring/Zentralschlaufe/Einbindeschlaufe
  • Materialschlaufen
  • Klettergurte für Männer und Frauen
  • Klettergurte für Kinder
  • Brustgurt/Komplettgurt/Hüftgurt

Natürlich gibt es für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche wie Sportklettern, Hochtourengehen oder Canyoning auch unterschiedliche Gurte. Wie findet man den richtigen Gurt und wie lange sollte man damit unterwegs sein?

Klettergurte sind im heutigen Sprachgebrauch gleichzusetzen mit Sitzgurten. Wie alles, was im Klettern sicherheitsrelevant ist, sind auch Klettergurte, wie schon angedeutet, genormt (EN 12277). Diese Norm unterscheidet insgesamt vier Gurttypen: Hüftgurt, Brustgurt, Kombigurt und Kinderkombigurt. Die verbreitetste Form des Klettergurts ist der Sitzgurt oder auch Hüftgurt genannt. Er ist vor allem beim Alpin- und Sportklettern sowie am Klettersteig und bei Hochtouren im Einsatz. Der Hüftgurt sorgt für eine gute Bewegungsfreiheit und ist leicht zu bedienen. Der tiefe Anseilpunkt sowie die Polster an Bein- und Hüftschlaufe machen ein Sitzen im Gurt komfortabel. Um größtmöglichen Komfort aufkommen zu lassen, muss der Gurt perfekt passen. Es gibt aber noch mehr, auf das man bei der Auswahl des Hüft-Klettergurts achten sollte:

Hüftschlaufe und Beinschlaufen beim Klettergurt

Wichtig an Hüftschlaufe und Beinschlaufen ist:

  • … dass sie gut gepolstert sind und gut sitzen: So hält man es auch bei längeren Hänge- oder Sicherungspartien im Gurt gut aus. Allerdings kommen gerade bei Hochtouren oder Expeditionen leichte Klettergurte zum Einsatz. Bei ihnen wird zugunsten von Packmaß und Gewicht bewusst auf Komfort verzichtet, etwa beim Black Diamond Couloir. Ein Bigwall-Klettergurt zum Beispiel wie der Black Diamond Big Gun bietet das Gegenteil - und ist zusätzlich mit einer extra breiten Auflagefläche im unteren Rücken versehen.
  • … dass ein wenig fehleranfälliger Verschluss vorliegt. Bis vor einigen Jahren gab es etliche Gurte, bei denen der Verschluss der Hüftschlaufe zurückgefädelt werden musste. Das ist eine unnötige Risikoquelle. Deshalb sind diese Verschlüsse inzwischen selten geworden.

Prinzipiell lassen sich Gurte nach der Anzahl von Verschlüssen an der Hüftschlaufe oder den Beinschlaufen unterscheiden.

Es gibt Null-, Ein-, Drei- und Vier-Schnallen-Gurte:

  • 0-Schnallen-Gurt. Der 190 Gramm leichte Edelrid-Gurt Loopo verzichtet ganz auf Schnallen. Das sorgt für wenig Gewicht und ein geringes Packmaß. Diesen leichten Gurt gibt es in einer Sportkletterversion und einer Hochtourenversion.
  • 1-Schnallengurte besitzen nur eine verstellbare Schnalle an der Hüftschlaufe. Das macht Klassiker wie den Petzl Hirundos oder die leichten Arcteryx-Gurte zur ersten Wahl fürs Sportklettern an der Leistungsgrenze.
  • 3-Schnallengurte sind die Allrounder unter den Klettergurten. Neben der Schnalle an der Hüftschlaufe haben sie zusätzlich zwei verstellbare Beinschlaufen. Damit kann der Gurt optimal an die eigenen Körperproportionen angepasst werden. Diese Einstellmöglichkeit ist gerade beim Alpinklettern oder auf Hochtouren sehr praktisch. Denn so kann der Gurt auf die wechselnde Dicke der Beinbekleidung angepasst werden. Außerdem kann man bei gänzlich geöffneten Schnallen auch mit Skitouren- oder Bergstiefeln in den Gurt einsteigen.
  • 4-Schnallengurte bieten maximale Flexibilität. Bei ihnen lassen sich nicht nur die Beinschlaufen verstellen, sondern auch die Hüftschlaufe durch zwei Schnallen rechts und links der Sicherungsschlaufe. Damit kann der Gurt auch an zusätzliche Jacken oder ähnliches angepasst werden. Allerdings führt diese Variabilität zu einem höheren Gewicht; der Petzl Corax etwa wiegt gleich einmal zweihundert Gramm mehr als ein vergleichbarer Gurt mit nur einer Schnalle.
Stefan Glowacz und der Klettergurt sind nicht voneinander zu trennen - die beiden gehören zusammen wie das Klettern und das Yosemite-Valley. | Foto: Red Chili

Sicherungsring, Zentralschlaufe, Einbindeschlaufe beim Klettergurt

Der Sicherungsring - oft auch Einbinde- oder Anseilschlaufe genannt - hat zwei Funktionen: Erstens wird dort das Sicherungsgerät befestigt. Zweitens kann man sich dort mit dem Kletterseil einbinden (außer der Hersteller empfiehlt es explizit anders, etwa Petzl oder Mammut). Vielfach werden dafür aber auch Bauchgurtöse bzw. Hüftgurt und (!) Beinschlaufensteg verwendet. Wo man sich einbindet, ist vor allem Hersteller- und dann Geschmacksfrage. Beide Befestigungsarten genügen der Europäischen Norm (EN 361) für Auffanggurte. Die Vor- und Nachteile wiegen sich fast auf:

  • Bindet man sich in die Bauchgurtöse und den Beinschlaufensteg ein, hat das den Vorteil, dass man beim Ausbouldern näher an der Expressschlinge sitzt. Dafür ist ein fehlerhaftes Einbinden beim Partnercheck schwerer zu erkennen. Außerdem nutzt sich der Beinschlaufensteg bei dieser Methode recht schnell ab. Viele Sportkletterer binden sich aufgrund der Redundanz so ein - sollte eine Schlaufe reißen, hält noch die zweite.
  • Vorteil des Einbindens am Sicherungsring ist, dass der Beinschlaufensteg geschont wird und Fehler beim Partnercheck besser auffallen. Dafür empfinden manche Kletterer das Handling als suboptimal, vor allem beim schnellen Klippen oder beim Ausbouldern von Kletterbewegungen aus dem Gurt heraus.

Manche Gurte wie der Black Diamond Primrose oder der schon erwähnte Big Gun haben zusätzliche Schlaufen. Der Black Diamond Primrose hat eine Haul-Schlaufe hinten (bis 50 Kilogramm) für das Nachziehen von Material. Der Black Diamond Big Gun kommt vorne mit zwei Einbindeschlaufen zum regulären Einbinden und zusätzlich mit einer Haulschlaufe hinten. Die Haulschlaufen sollten ausschließlich für den Materialtransport benutzt werden.

Materialschlaufen am Klettergurt

Materialschlaufen sind ausschließlich zur Materialmitnahme da und müssen dementsprechend gut zugänglich sein. Wie weit vorne oder hinten die Materialschlaufen aber angebracht sein sollen, ist Geschmackssache. Vorab sollte man sich überlegen, wieviel Material man in der Regel am Gurt mit sich herumschleppt. Für einen Alpinklettergurt sind vier Materialschlaufen sehr angenehm. Dann finden Express-Sets, Klemmkeile, Friends und was man sonst noch dabei hat, gut sortiert Platz. Zum Sportklettern oder am Klettersteig sind dagegen in der Regel zwei Materialschlaufen ausreichend. Immer darauf achten, dass man sich nicht in die Materialschlaufen einbindet und sich mit diesen auch nicht fixiert.

Klettergurte für Männer, Klettergurte für Frauen? Gibt es da Unterschiede

Frauen und Männer sind in vielerlei Hinsicht verschieden; dazu zählt bekanntlich auch die Anatomie. So gut wie alle Hersteller bieten inzwischen Frauenmodelle an, die den unterschiedlichen Proportionen entsprechen. Frauen haben im Vergleich zu Männern einen größeren Oberschenkel- und einen geringeren Taillenumfang. Außerdem sitzt bei Frauen die Taille meist höher als bei Männern. Auf diese Besonderheiten sind Klettergurte für Damen optimiert.

Klettergurte für Kinder

Inzwischen gibt es zahlreiche Klettergurte für Kinder. Für kleinere Kinder wird allerdings ein Komplettgurt oder eine Sitzgurt-Brustgurt-Kombination empfohlen. Der Unterschied zu Erwachsenen ist, dass der Körperschwerpunkt aufgrund des hohen Rumpf- bzw. Kopfgewichtes bei Kindern höher liegt (je jünger, umso höher). Deshalb können sie leichter nach hinten kippen. Außerdem sind bei Kindern die Hüften noch nicht so ausgeprägt wie bei Erwachsenen, hier besteht die Gefahr, dass sie aus dem Hüftgurt herausrutschen. Ein Brustgurt ist bei Kindern generell zu empfehlen. Bei kleinen Kindern bis 40 Kilogramm sind Komplettgurte wie beispielsweise der Edelrid Fraggle zu empfehlen. Die sind einfach in der Handhabung und bieten für Kinder entsprechende Sicherheitsreserven.

Brustgurt und Komplettgurt

Bis vor einigen Jahren gab es heftige Diskussionen, in welchen Situationen ein Brustgurt angebracht ist. Inzwischen wird der Brustgurt insbesondere empfohlen, wenn:

  • man mit einem Rucksack unterwegs ist, etwa am Klettersteig oder auf Hochtouren. Denn dann liegt der Körperschwerpunkt höher - und damit droht die Gefahr des Kippens.

Ein Komplettgurt sollte getragen werden, wenn

  • die Gefahr droht, dass man aufgrund einer wenig vorhandenen Taille aus dem Klettergurt rutscht.
  • wenn das Gelände nicht senkrecht ist und man mit Gepäck unterwegs ist.
  • wenn Sicherheitsreserven verlangt sind.
  • wenn Anfänger ihre ersten Schritte in stufigem Gelände machen.

Wichtig: Der Brustgurt darf nie ohne Hüftgurt getragen werden. Sonst droht die Gefahr schwerster Verletzungen. Nachteil bei der Verwendung des Brustgurtes ist, dass diese Kombination insgesamt unbequemer ist. Bei einem Sturz muss die Halswirbelsäule mehr Kraft aushalten. Außerdem stellt das Einbinden eine zusätzliche potentielle Fehlerquelle dar.

Klettergurte für Klettersteige, für Sportkletterer, für Alpinklettern, für Hochtouren und Canyoning

Klettergurt Aufbau: 1 Hüftgurt, 2 Materialschlaufen, 3 Verschluss, 4 Bauchgurtöse, 5 Einbindeschlaufe, 6 Beinschlaufensteg, 7 Beinschlaufenschnalle, 8 Beinschlaufe. | Foto: Edelrid
  • Klettergurt für den Klettersteig: Wichtig sind verstellbare Beinschlaufen. Je nach Geschmack kann man zugunsten eines geringeren Packmaßes auch auf Komfort verzichten, etwa beim Salewa-Gurt Via Ferrata Vario. Wer es etwas komfortabler mag, kann auch auf einen klassischen Dreischnallen-Klettergurt zurückgreifen.
  • Klettergurt zum Sportklettern: Wer auf jedes Gramm achtet, kann den Edelrid Loopo wählen. Was die Kombination von Komfort und Gewicht anbelangt, so ist Arcteryx kaum zu übertreffen. Klassiker sind die Einschnallengurte von Petzl wie der Petzl Sama oder für Gewichtsfetischisten der Petzl Hirundos sowie der Edelrid Smith oder der Black Diamond Ozone.
  • Klettergurt für Alpintouren: Ein Alpin-Klettergurt sollte über eine ausreichende Polsterung für lange Hängepartien im Stand, drei bis vier Materialschlaufen und genügend Einstellmöglichkeiten für unterschiedliche Bekleidungen verfügen.
  • Als Klettergurt für Hochtouren kann man entweder auf flexible Allroundgurte mit drei bis vier Schnallen zurückgreifen oder auf extra konzipierte, leichte Gurte mit geringem Packmaß wie der Edelrid Loopo Light.
  • Klettergurt fürs Canyoning: Canyoning-Gurte sind mit einem speziellen Abriebschutz im Gesäßbereich ausgestattet. Canyoning-Gurte gibt es mit und ohne Polster - im Vordergund steht die Robustheit des System!

Klettergurt kaufen – passt er denn auch?

Wer einen Klettergurt kaufen möchte, sollte sich zunächst am Einsatzgebiet (siehe unten) und dann an der Passform orientieren. Zunächst mit dem Massband den Oberschenkel- und Taillenumfang (inklusive Kleidung!) nachmessen. Wichtig beim Kauf des Klettergurts ist,

  • dass der Hüftumfang passt.
  • dass das Gurtband der Hüftschlaufe nicht zu knapp ist. Auch an kälteren Tagen sollte darunter eine Jacke Platz finden.
  • dass die Beinschlaufen nicht zu eng und nicht zu weit sind. Idealerweise sollte man die flache Hand noch darunter schieben können.

Wird der Gurt vor allem zum Sportklettern und Ausbouldern verwendet, sollte man sich die Zeit nehmen und sich einige Minuten hängend in den Gurt setzen. Dann wird schnell klar, wie bequem ein Gurt wirklich ist. Will man ausprobieren, ob der Gurt fest genug sitzt, sollte man versuchen, ihn an den Materialschlaufen nach unten über die Hüfte zu drücken. Er sollte an den Beckenknochen hängen bleiben.

Wie lange hält ein Klettergurt?

Bei regelmäßigem Gebrauch ist in der Regel der Schutzmantel des Beinschlaufenstegs recht bald durchgescheuert. Besonders diese Stellen des Klettergurts sollten regelmäßig kontrolliert werden. Sonst gilt eine ähnliche Haltbarkeit wie bei Kletterseilen:

Verwendungshäufigkeit Ungefähre Lebensdauer
nie benutzt maximal 10 Jahre
selten benutzt: ein oder zweimal im Jahr bis zu 7 Jahre
gelegentlich benutzt: einmal pro Monat bis zu 5 Jahre
regelmässig benutzt: mehrmals im Monat bis zu 3 Jahre
häufig benutzt: jede Woche bis zu 1 Jahr
ständig benutzt: fast täglich weniger als 1 Jahr

Tipps und Tricks

Die Mammut Realization Kletterhose hat (in der kurzen wie in der langen Version) den Klettergurt gleich in die Hose integriert. Das soll laut Mammut-Athleten ein völlig neues Klettergefühl vermitteln. Eiskletterer können sich ihre Materialschlaufen mit praktischen Erweiterungen für Eisschrauben versehen. Man sollte prinzipiell seinen Gurt regelmäßig überprüfen: Nähte, Scheuerstellen und Schnallen betrachten und lieber früher auswechseln als zu spät!

Stefan Rehm

Schon als Kind war der gebürtige Oberbayer viel in den Bergen unterwegs. Sobald er von der Kletterleidenschaft gepackt wurde, schleifte er meistens seinen Kletterkrempel mit. Nach zehn Jahren Exil bzw. Trainingslager in Franken zieht er sich inzwischen wieder die Finger im Alpenvorland lang.