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Kletterhelme
 
KLETTERHELME – EIN »MUSS« IM FELSGELÄNDE
 
KletterhelmNie »oben ohne«!
Einer der wichtigsten Gegenstände der Sicherheitsausrüstung beim Klettern ist der Kletterhelm. Wenn er aber nur am Rucksack baumelt, nützt er gar nichts – er gehört unbedingt auf den Kopf.
 
Wie konnte das passieren?
Eine häufig gestellte Frage, wenn es um die Aufklärung von Unfällen in den Bergen geht. Hätte man sie vermeiden können? Leider sehen wir als Bergführer noch viel zu häufig Bergsteiger oder solche, die es gerne sein möchten, auf einem Klettersteig oder in bekannt steinschlaggefährdeten Kletterrouten ohne den Kletterhelme auf dem Kopf.
 
Die Folgen nach einem Steinschlag sind in der Regel verheerend; denn ein Stein in der Größe eines Würfels kann die Schädeldecke leicht durchschlagen oder an der Schulter eine riesige Platzwunde verursachen. Doch leider verhindern diese Szenarien nicht, dass so mancher Alpinist  den lebensrettenden Kletterhelm einfach nicht benutzen will. Entweder ist es die Unkenntnis über das ungeahnte Gefahrenpotenzial oder aber schlichtweg Nachlässigkeit.
 
Die optimale Helmpflege
Reinigen Sie Ihren Kletterhelm immer nur mit Wasser und neutraler Seife und lassen Sie ihn anschließend bei Zimmertemperatur trocknen. Vermeiden Sie unbedingt den Gebrauch von chemischen Reinigungs- oder Lösungsmitteln.
 
Denn durch nicht sachgemäße Verwendung von verschiedenen Lacken oder Klebstoffen, die nicht ausdrücklich vom Hersteller empfohlen werden, kann die Schutzfunktion des Helmes beeinträchtigt werden. Auch das Anbringen von großflächigen Aufklebern auf dem Kletterhelm kann zu frühzeitigen Schäden führen.
 
 
Kletterhelm
Radhelme sind wegen ihrer zu großen Belüftungsöffnungen als Kletterhelme ungeeignet.
 
Helm ist nicht gleich Helm
Seit es einheitliche Normprüfungen für Kletterhelme gibt, ist die landläufige Meinung, einen Kletterhelm gleichzeitig für alle Sportarten benützen zu können, fast gänzlich verschwunden. Selbstverständlich gibt es bereits auf dem Markt multifunktionelle Helme, die sowohl für das Bergsteigen als auch das Radfahren und das Canyoning hergestellt sind. Diese sind jedoch exakt gekennzeichnet. Alle anderen Helme sollten auf keinen Fall zweckentfremdet werden.
 
 
Von Alexander Römer (Leiter Bergschule Hauser Alpin) und mit freundlicher Genehmigung des BERGSTEIGER.
 
So stellen Sie den Kletterhelm richtig ein
Um einen angemessenen Schutz zu erzielen, muss der Helm unbedingt fest und trotzdem möglichst bequem auf dem Kopf sitzen. Zuerst wird der innere Einstellring für die jeweilige Kopfgröße weit gestellt, danach aufgesetzt und der Einstellring mittels Verstell-mechanismus so justiert, dass der Helm fest und dennoch bequem auf dem Kopf sitzt.
 
Ein kleiner Test bestätigt die optimale Passform: Den Kopf mit schnellen Bewegungen nach links und rechts sowie nach hinten und vorne bewegen. Wenn der Helm dabei nicht wesentlich verrutscht, ist die optimale Passform erreicht. Nun werden die beiden Kinnriemen mit dem Verschlussmechanismus geschlossen, so dass der Helm nicht vom Kopf rutschen kann. Dabei dürfen die Riemen am Hals nicht als störend empfunden werden, geschweige denn das tiefe Durchatmen durch den Mund behindern.
 
 
 
Denn Kletterhelme, die für die optimale Fangstoßbelastung bei einem Steinschlag konzipiert sind, können für den Mountainbiker bei einem Sturz nutzlos sein und umgekehrt. Übrigens, der übliche Vorzeigetest in den Bergsporthäusern, der die Stabilität eines Helmes hervorheben soll – nämlich das seitliche Zusammendrücken des Helmes – ist absoluter Nonsens. Denn so wird kein Helm in der Praxis belastet. Nicht einmal, wenn man kopfüber in eine sich verjüngende Felsspalte stürzen würde. Die Seitenwände eines Helmes können in der Praxis nur durch einen Stoß belastet werden. Diese Belastung wird gemäß der Normprüfung nach UIAA ebenfalls getestet.
 
Im Falle eines Falles: Steinschlag
Nach einem heftigen Aufprall sollte der Helm ausgetauscht werden, auch wenn mit bloßem Auge keine Schäden festzustellen sind. Das ist notwendig, da die Helmschale einem erneuten Aufprall möglicherweise nicht mehr standhalten würde.
 
Auch die häufigen seitlichen Belastungen (was in der Praxis nicht selten vorkommt, wenn der Helm im Rucksack verstaut ist und z. B. bei einer Brotzeitpause darauf gesessen wird) können einen Helm mit der Zeit so sehr beanspruchen, dass er beim nächsten Steinschlag die volle Fallenergie nicht mehr aufnehmen kann, was folglich zu ernsthaften Kopfverletzung führen kann.
 
 
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