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08024–
902290
Info Kletterschuhe
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Was du schon immer über Kletterschuhe wissen wolltest, dich aber nie getraut hast zu fragen - eine leicht verständliche Einführung in die Eigenarten von Kletterschuhen.
![]() Sohle
Kletterschuhe haben im Gegensatz zu Bergstiefeln eine profillose Sohle, da selbige bessere Reibungswerte erzielt, man ein besseres Gefühl für die Felsoberfläche hat und man somit präziser antreten kann.
Die Härte der Sohle hängt von der Sohlenstärke und der Gummimischung ab und kann von Hersteller zu Hersteller und von Schuhmodell zu Schuhmodell deutlich variieren. Weiche Sohlen sind besser für Klettern auf Reibung (Platten, abfallende Tritte) geeignet, da sie sich der Oberfläche optimal anpassen und so für ordentlich Reibung sorgen. Auf kleinen Leisten und Tritten (senkrechtes bis überhängendes Gelände) sind härtere Sohlen vorzuziehen, da sie weniger Kraftanstrengung erfordern bzw. durch ihre Härte den Muskeln einen Teil der Arbeit abnehmen.
Härtere Schuhe leiden außerdem nicht so sehr unter Verschleißerscheinungen, die durch den Abrieb auf rauen Felsoberflächen hervorgerufen werden. Man kann sich selbiges gut am Beispiel eines Radiergummis auf Schmirgelpapier vorstellen: ein weicher Radiergummi haftet am Schmirgelpapier sehr gut, zieht man ihn allerdings mit Druck über die Oberfläche, wird er zusehends kleiner.
Randgummi
Bei nahezu allen Kletterschuhen ist die Sohle ringsum hochgezogen, sodass ein Gummirand oberhalb der Sohle um den Schuh läuft. Dies hält den Schuh in Form und verleiht im je nach Modell mehr oder weniger Vorspannung. Da das Klettern ein Vollkontaktsport ist, kann es natürlich auch vorkommen, dass man mit dem Schuh am Fels “entlangschrubbt”. Hier schützt das Randgummi den Schuh bzw. das Obermaterial. Obermaterial
Für das Obermaterial von Kletterschuhen wird Leder oder Kunststoff (Kunstleder) verwendet. Welches Material man bevorzugt, ist und bleibt Geschmackssache. Kunststoff trocknet schneller, Leder passt sich besser an und atmet mit.
Anziehschlaufen
Anziehschlaufen sind die kleinen lustigen Schlaufen, die an der Ferse des Schuhs angebracht sind. Da Kletterschuhe gerne eng gewählt werden um ein bestmögliches Trittgefühl zu bekommen, erleichtern die Schlaufen das Leben ungemein. Beim Kauf ruhig einen prüfenden Blick auf die Naht werfen, damit sie beim ersten Anziehen nicht gleich reißt.
Futter
Ein Futter kommt als wärmende Schicht nur in einigen wenigen Schuhmodellen zum Einsatz, die für die kalte Jahreszeit und für Expeditionen bestimmt sind. Dünnere Futterschichten dienen meist dazu Schweiß aufzunehmen und den Komfort zu erhöhen.
Passform und Schnitt
So wie deine Füße sich von meinen unterscheiden, unterscheiden sich die Modelle von Hersteller zu Hersteller, damit quasi zu jedem Fuß der passende Schuh gefunden werden kann. Einen guten Kletterladen erkennt man also nicht daran, dass in den Regalen nur die teuersten Modelle stehen, sondern an einer breit gefächerten Auswahl von verschiedenen Herstellern. Beim Schnitt werden die folgenden Bereiche unterschieden.
Schuhspitze
Bestimmte Schuhspitzenformen eignen sich besser oder schlechter für bestimmte Einsatzbereiche. Ist die Spitze wirklich spitz, funktioniert sie hervorragend im löchrigen Gelände (z.B. Frankenjura), da man besser in die Löcher treten kann. Hat die Spitze von unten betrachtet klar definierte Kanten, wird sie auf schmalen Leisten und Mikro-Tritten besser halten. Neben dem Einsatzbereich sollte allerdings nie der eigene Fuß außer Acht gelassen werden.
Leisten
Schaut man von oben auf seine Kletterschuhe erkennt man wie der Leisten ausgeprägt ist.
![]() Asymmetrie des Schuhleisten
Der Leisten ist quasi die Grundform bzw. die Nachbildung eines Fußes. Bei Kletterschuhen unterscheidet man Schuhe mit symmetrischem und asymmetrischem Leisten. (Dabei geht es nicht um die Symmetrie von linkem und rechtem Schuh, sondern um die Symmetrie eines einzelnen Schuhs - ein Schuh mit symmetrischem Leisten ist nicht völlig symmetrisch, sondern nur symmetrischer als ein asymmetrischer Schuh). Symmetrische Schuhe sind bequemer, da sie vom Leisten her normalen Straßenschuhen ähneln. Asymmetrische Schuhe bringen den Fuß in eine Position, die das Antreten auf kleinen Tritten unterstützt.
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Vorspannung
Schaut man sich seine Schuhe von der Seite an, lässt sich die Vorspannung erkennen. Wenn der Schuh von der Ferse zur Spitze eine regelrechte “Bananenform” beschreibt, ist er aggressiv vorgespannt.
Durch eine ausgeprägte Vorspannung erhöht sich der Druck, den die Zehen auf Tritte bringen können, d.h. man kann also einfacher mit den Zehenspitzen auf schmalen Leisten stehen. Für extrem kleintrittige Routen im senkrechten und leicht überhängenden Gelände sind aggressiv vorgespannte Schuhe perfekt.
In starken Überhängen und Dächern sind allerdings weniger vorgespannte und weiche Schuhe von Vorteil, um sich z.B. mit der oberen Zehenkante an Tritten und Strukturen einzuhaken (Neudeutsch auch “hooken” genannt). Für den Einsteiger gilt auch hier: weniger ist zu Beginn oft mehr. Schuhgrößen
Die Wahl der richtigen Schuhgröße treibt mitunter regelrechte Stilblüten und hat in manchen Kreisen schon wissenschaftliche Züge angenommen. “Kletterschuhe nimmt man doch immer ein bis zwei Nummern kleiner, oder?” Um es vorweg zu nehmen: eine allgemein gültige Formel gibt es nicht. Wie die Schuhe ausfallen ist von Hersteller zu Hersteller verschieden und kann sich natürlich auch ändern, wenn sich z.B. der Leisten ändert. Es führt also kein Weg am Anprobieren vorbei. Was die Wahl der richtigen Größe angeht, kommt es darauf an, wie gut man bisher klettert bzw. für welche Einsatzbereiche der Schuh taugen soll. Wer sich in Kochel an einer leistigen Tour die Arme lang ziehen will tut gut daran, die Schuhe so eng zu wählen, dass die Zehen ordentlich aufgestellt sind. Aufgestellte Zehen haben zwar mit Komfort und orthopädischen Gesichtspunkten absolut gar nichts zu tun, bringen dafür aber gescheiten Druck auf den vorderen Sohlenrand und entsprechend guten Tritt auf winzigen “Tritten”.
Verschlussarten
Irgendwie muss der Kletterschuh jetzt noch verschlossen werden. Hierbei unterscheidet man drei Verschlussmöglichkeiten: Schnürsenkel, Klettverschluss (auch Velcro genannt) oder Slipper (Schuhe zum Hineinschlüpfen).
Schnürschuhe
Schnürschuhe (Neudeutsch auch “Lace-ups”) haben den Vorteil, dass man sie durch die Schnürung genauer an die Fußform anpassen kann. Dadurch ergibt sich ein besseres Trittgefühl und man braucht weniger Kraft, um den Fuß auf dem Tritt zu halten. Enge, asymmetrische und aggressiv vorgespannte Schnürer ermöglichen es Tritte zu anzutreten, die man vorher allenfalls als Maserungen im Fels angesehen hätte. Die Halbwertszeit bis der Schmerzimpuls das Gehirn erreicht hat, beläuft sich bei solchen Modellen allerdings auf wenige Minuten. Hier kann die Zeit bis die Schnürung wieder gelöst ist schier unendlich erscheinen.
Klettverschluss
Wer seinen Schuhen also schneller entkommen will, greift zum Klettverschluss, einem System, welches wir aus frühester Zeit kennen und schätzen gelernt haben. Schuhe mit Klettverschluss ermöglichen ein schnelleres An- und Ausziehen, lassen sich aber in der Regel nicht so präzise fixieren wie Schnürer. Wer es sportlich angehen will, tut gut daran seine Velcro’s eng zu wählen um die fehlende Fixierung auszugleichen. Slipper
Slipper haben weder Schnürung noch Klettverschluss und hier und da ist das Gerücht verbreitet, dass sie sich deshalb sehr schnell an- und ausziehen lassen. Da aber auch hier gilt, dass die fehlende Fixierungsmöglichkeit durch eine sehr enge Passform ausgeglichen werden sollte, ist das An- und insbesondere das Ausziehen mitunter ein Kraftakt (spätestens jetzt sollte klar sein, für was die ominösen Anziehschlaufen gut sind).
Pflege von Kletterschuhen
Um das Thema nicht noch komplexer zu gestalten hier ein paar einfache und hilfreiche Tipps:
Und jetzt genug gelesen! Viel Spaß beim Klettern! |
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In starken Überhängen und Dächern sind allerdings weniger vorgespannte und weiche Schuhe von Vorteil, um sich z.B. mit der oberen Zehenkante an Tritten und Strukturen einzuhaken (Neudeutsch auch “hooken” genannt). Für den Einsteiger gilt auch hier: weniger ist zu Beginn oft mehr. 







