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Kletterschuhe Kaufberatung Kletterschuhe Kaufberatung

Kletterschuhe Kaufberatung

Was Sie schon immer über Kletterschuhe wissen wollten, sie sich aber nie getraut haben zu fragen - eine leicht verständliche Einführung in die Eigenarten von Kletterschuhen.

Kletterschuhe haben im Gegensatz zu Bergstiefeln eine profillose Sohle, da selbige bessere Reibungswerte erzielt, man ein besseres Gefühl für die Felsoberfläche hat und man somit präziser am Fels oder in der Kletterhalle antreten kann.

Kletterschuhe unterscheiden sich insbesondere in der Zwischensohle und der Gummimischung der Sohle. Beide variieren von Hersteller zu Hersteller und von Schuhmodell zu Schuhmodell deutlich. Weiche Gummimischungen sind besser zum Klettern auf Reibungstritten (Platten, abfallende Tritte) geeignet, da sie sich der Oberfläche optimal anpassen und so der Kletterschuhfür ordentlich für Reibung sorgt.

Auf kleinen Leisten und Tritten sind härtere Sohlen vorzuziehen, da sie weniger Kraftanstrengung im Zehenbereich erfordern bzw. durch ihre Härte den Muskeln einen Teil der Arbeit abnehmen und unterstützen. Kletterschuhe mit härteren Sohlen bzw. härterer Gummimischung werden oft in Klettergebieten getragen, wo die Tritt- und Griffformen klein sind. 

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Kletterschuhe mit einer härteren Gummimischung leiden außerdem nicht so sehr unter Verschleißerscheinungen, die durch den Abrieb auf rauen Felsoberflächen hervorgerufen werden. Man kann sich selbiges gut am Beispiel eines Radiergummis auf Schmirgelpapier vorstellen: ein weicher Radiergummi haftet am Schmirgelpapier sehr gut, zieht man ihn allerdings mit Druck über die Oberfläche, wird er zusehends kleiner. Ganz so drastisch sieht das bei denKletterschuhen nicht aus, aber in der Art und Weise funktioniert die Sache mit der Haftung bzw. Reibung auf dem Fels und den Kletterschuhen. Umso sauberer der Kletterer mit seinen Kletterschuhen seine Tritte benutzt und mit den Kletterschuhen nicht an der Wand "herumschabt" um den richtigen Tritt zu suchen oder zu finden, desto länger halten die Kletterschuh. Also sauber ansteigen und viel Zeit mit seinen Kletterschuhen verbringen, denn wie so oft: Am besten passen auch die Kletterschuhe wenn sie gut eingetragen sind, aber natürlich noch Kante und Sohle haben!

TIPP: Einsteiger
Da die ersten Schritte der Kletterkarriere meist in der Halle getätigt werden, machen zwei Überlegungen Sinn: 1. den günstigsten Kletterschuh kaufen (da tut es nicht weh, wenn der Kletterschuh in einem halben Jahr kaputt ist) - 2. ein Kletterschuh mit stärkerem Gummi an Sohle und Randgummi (der hält länger) ist ausdauernder vor allem am Anfang des Klettertrainings.

Randgummi

Kletterschuhe Randgummi

Bei nahezu allen Kletterschuhen läuft ein Gummirand oberhalb der Sohle um den Schuh. Dies hält den Kletterschuh in Form und verleiht ihm je nach Modell mehr oder weniger Vorspannung. Da das Klettern ein Vollkontaktsport ist, kann es natürlich auch vorkommen, dass man mit dem Kletterschuh am Fels "entlangschrubbt". Hier schützt das Randgummi den Kletterschuh bzw. das Obermaterial.

Obermaterial des Kletterschuh

Für das Obermaterial von Kletterschuhen wird Leder oder Kunststoff (Kunstleder) verwendet. Welches Material man bevorzugt, ist und bleibt Geschmackssache. Kunststoff trocknet schneller und ist formstabiler, Leder passt sich besser an und atmet mit. Kletterschuhe und deren Passform sind wie alle anderen Schuhe auch abhängig von der Anatomie des jeweiligen Fußes.

Anziehschlaufen

Anziehschlaufen sind die kleinen Schlaufen, die an der Ferse des Kletterschuhs angebracht sind. Da Kletterschuhe gerne eng gewählt werden, um ein bestmögliches Trittgefühl zu bekommen, erleichtern die Schlaufen das Leben ungemein: Beim Anziehen des Kletterschuh müssen die Schlaufen einiges aushalten! Beim Kauf des Kletterschuh ruhig einen prüfenden Blick auf die Naht werfen, damit sie beim ersten Anziehen nicht gleich reißt!

Futter

Ein "richtiges" Futter kommt als wärmende Schicht nur in einigen wenigen Kletterschuhen zum Einsatz, die für die kalte Jahreszeit und für Expeditionen konzipiert worden sind. Dünnere Futterschichten in den Kletterschuhen dienen meist dazu Schweiß aufzunehmen und den Komfort zu erhöhen.

Passform und Schnitt der Kletterschuhe

So wie deine Füße sich von meinen unterscheiden, unterscheiden sich die Kletterschuhmodelle von Hersteller zu Hersteller, damit quasi zu jedem Fuß der passende Kletterschuh gefunden werden kann. Einen guten Kletterladen erkennt man also nicht daran, dass in den Regalen nur die teuersten Modelle stehen, sondern an einer breit gefächerten Auswahl von verschiedenen Herstellern. La Sportiva Kletterschuhe, Five Ten Kletterschuhe, Scarpa Kletterschuhe, Edelrid Kletterschuhe, Evolv Kletterschuhe und Kletterschuhe anderer Hersteller sind in der Regel Standard im gut sortierten Kletterladen, da diese so gut wie alle anatomischen Fußformen abdecken. Beim Schnitt werden die folgenden Bereiche unterschieden:

Schuhspitze der Kletterschuhe

Bestimmte Schuhspitzenformen eignen sich besser oder schlechter für bestimmte Einsatzbereiche. Ist die Spitze wirklich spitz, funktioniert sie hervorragend im löchrigen Gelände (z.B. Frankenjura), da man besser in die Löcher treten kann. Hat die Spitze von unten betrachtet klar definierte Kanten, wird sie auf schmalen Leisten und Mikro-Tritten besser halten (z.B. im Altmühltal, El Chorro)). Neben dem Einsatzbereich sollte allerdings nie der eigene Fuß außer Acht gelassen werden.

Kletterschuhe und ihre Leisten

Schaut man von oben auf seine Kletterschuhe erkennt man wie der Leisten ausgeprägt ist.

Kletterschuhe Asymmetrie Asymmetrie des Schuhleisten

Der Leisten ist quasi die Grundform bzw. die Nachbildung eines Fußes. Bei Kletterschuhen unterscheidet man Kletterschuhe mit symmetrischem und asymmetrischem Leisten. Symmetrische Kletterschuhe sind bequemer, da sie vom Leisten her normalen Straßenschuhen ähneln. Asymmetrische Schuhe bringen den Fuß in eine Position, die das Antreten auf kleinen Tritten unterstützt.

TIPP: Passform der Kletterschuhe
Am Anfang darf man zwar von löchrigen Routen wie dem Sautanz in der Fränkischen träumen, man sollte allerdings bei seinen ersten Kletterschuhen darauf achten, dass die Füße vom Schuh nicht zu sehr in eine unnatürliche spitze Form gezwängt werden. Es soll ja schließlich Spaß machen und keine Schmerzen bringen. Markenfetischismus ist ebenfalls fehl am Platz. Auch wenn all deine Kumpels auf die Marke XY schwören, taugt es nix, wenn dir der Schuh einfach nicht passt.

Bis die Vorzüge eines asymmetrischen Kletterschuhs ausgereizt werden können, braucht es einfach Zeit und verlangt eine gewisse Technik. Am Anfang erleichtert man sich mit einem symmetrischen Schuh das Leben ungemein.

Vorspannung der Kletterschuhe

Schaut man sich seine Schuhe von der Seite an, lässt sich die Vorspannung erkennen. Man nimmt den Schuh an der Fußspitze und der Ferse und verbiegt ihn so weit, bis die Ferse aufgerichtet ist. Wenn der Schuh von der Ferse zur Spitze eine regelrechte "Bananenform" beschreibt, ist er aggressiv vorgespannt. Nicht zu verwechseln mit dem Downturn, der bereits ohne Verbiegen des Schuhs zu erkennen ist und nur den Zehenbereich betrifft.

Kletterschuhe mit agressiver Vorspannung

Kletterschuhe VorspannungDurch eine ausgeprägte Vorspannung erhöht sich der Druck, den die Zehen auf Tritte bringen können, d.h. man kann also einfacher mit den Zehenspitzen auf schmalen Leisten stehen. Für extrem kleintrittige Routen im senkrechten und leicht überhängenden Gelände sind aggressiv vorgespannte Schuhe perfekt. In starken Überhängen und Dächern sind allerdings weniger vorgespannte und weiche Schuhe von Vorteil, um sich z.B. mit der oberen Zehenkante an Tritten und Strukturen einzuhaken (neudeutsch auch "hooken, heelhooken, toehooken" genannt). Für den Einsteiger gilt auch hier: weniger ist zu Beginn oft mehr.

Schuhgrößen bei Kletterschuhen

Die Wahl der richtigen Schuhgröße treibt mitunter regelrechte Stilblüten und hat in manchen Kreisen schon wissenschaftliche Züge angenommen. Kletterschuhe nimmt man doch immer ein bis zwei Nummern kleiner, oder? Um es vorweg zu nehmen: eine allgemein gültige Formel gibt es nicht! Wie die Kletterschuhe ausfallen ist von Hersteller zu Hersteller verschieden und kann sich natürlich auch ändern, wenn sich z.B. der Leisten ändert. Es führt also kein Weg am Anprobieren der Kletterschuhe vorbei. Was die Wahl der richtigen Größe angeht, kommt es darauf an, wie gut man bisher klettert bzw. für welche Einsatzbereiche der Schuh taugen soll. Wer sich in einer leistigen Tour die Arme lang ziehen will, tut gut daran, die Schuhe so eng zu wählen, dass die Zehen ordentlich aufgestellt sind. Aufgestellte Zehen haben zwar mit Komfort und orthopädischen Gesichtspunkten absolut gar nichts zu tun, bringen dafür aber gescheiten Druck auf den vorderen Sohlenrand und entsprechend guten Grip auf winzigen Tritten. Wer einmal seine Kletterschuhe in seiner Größe gefunden hat, sollte sich glücklich schätzen. Viele Kletterer bunkern nicht umsonst 2-3 Kletterschuhe in ihrer Größe zuhause um sicher zu gehen!

Verschlussarten bei Kletterschuhen

Irgendwie muss der Kletterschuh jetzt noch verschlossen werden. Hierbei unterscheidet man drei Verschlussmöglichkeiten: Schnürsenkel, Klettverschluss (auch Velcro®, nach dem gleichnamigen Hersteller genannt) oder Slipper (Schuhe zum Hineinschlüpfen).

  • Schnürschuhe (Neudeutsch auch Lace-ups): Kletterschuhe mit Schnürung haben den Vorteil, dass man sie durch die Schnürung genauer an die Fußform anpassen kann - vor allem im Bereich der Spitze. Dadurch ergibt sich ein besseres Trittgefühl und man braucht weniger Kraft, um den Fuß auf dem Tritt zu halten. Enge, asymmetrische und aggressiv vorgespannte Schnürer ermöglichen es Tritte anzutreten, die man vorher allenfalls als Maserungen im Fels angesehen hätte. Die Halbwertszeit bis der Schmerzimpuls das Gehirn erreicht hat, beläuft sich bei solchen Modellen allerdings auf wenige Minuten. Hier kann die Zeit, bis die Schnürung wieder gelöst ist schier unendlich erscheinen.
  • Klettverschluss:Kletterschuhe mit Klettverschluss Wer seinen Schuhen also schneller entkommen will, greift zum Klettverschluss, einem System, welches wir aus frühester Zeit kennen und schätzen gelernt haben. Kletterschuhe mit Klettverschluss ermöglichen ein schnelleres An- und Ausziehen, lassen sich aber in der Regel nicht so präzise fixieren wie Schnürer. Wer es sportlich angehen will, tut gut daran seine Velcros eng zu wählen um die fehlende Fixierung auszugleichen.
  • Slipper: Slipper haben weder Schnürung noch Klettverschluss und hier und da ist das Gerücht verbreitet, dass sie sich deshalb sehr schnell an- und ausziehen lassen. Da aber auch hier gilt, dass die fehlende Fixierungsmöglichkeit durch eine sehr enge Passform ausgeglichen werden sollte, ist das An- und insbesondere das Ausziehen mitunter ein Kraftakt (spätestens jetzt sollte klar sein, für was die ominösen Anziehschlaufen gut sind). Meist sind die Kletterschuhe besonders im Fersenbereich eng geschnitten, damit diese beim Hooken nicht vom Fuß gezogen werden!
TIPP: Verschluss

Zu eng ist schlecht, zu weit aber genauso. Es gilt also: Kletterschuhe dienen nicht dazu dich selbst zu züchtigen, sollen aber auch keinen "ausgelatschten Birkenstock-Wohlfühl-Charakter" haben. Wähle die Größe also so, dass die Zehen vorne gerade anstehen und du den Schuh spürst.

Viele Einsteiger erfreuen sich über den Halt, den ein Schnürverschluss bietet, da das Tragegefühl an leichte Sportschuhe erinnert. Wer es komfortabler mag und schneller ein- und aussteigen will, freut sich mehr über einen Klett-Schuh. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: die meisten Velcro-Schuhe sind von Haus aus weicher und reiben sich somit gerade an künstlichen Kletterwänden und bei unsauberer Fußtechnik schneller ab. Slipper machen fürden Einstieg keinen Sinn.

Pflege von Kletterschuhen

Um das Thema nicht noch komplexer zu gestalten hier ein paar einfache und hilfreiche Tipps:

  • dein Schuh freut sich, wenn du ihn nach dem Klettern trocknest
  • zum Trocknen den Schuh allerdings nicht direkt auf die Heizung stellen
  • perfekt eignen sich Schuhkissen, die die Feuchtigkeit aufnehmen und einen angenehmen Geruch verbreiten (dein Umfeld dankt es dir)
  • wenn sonst nichts hilft, hilft Sagrotan
  • Waschen von Hand geht grundsätzlich auch, kann aber den Kleber lösen und die Form des Kletterschuhes verändern
  • schmutzige Sohlen am Besten mit Wasser und einer Bürste reinigen

Viel Spaß beim Klettern wünscht
Markus S., Produktmanager Schuhe

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