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SICHERUNGSMETHODEN UND PRAKTISCHE TIPPS
Von Alexander Römer, staatl. gepr. Berg- und Skiführer, Mitglied der Prüfungskommission für Berufsbergführer (IVBV) der TU-München.
Bereits seit vielen Jahren, wird die Anzahl der Ferratistis wie sich Geher von Klettersteigen auch gerne bezeichnen, immer größer. Denn auf einem Klettersteig, kann man sich auch ohne ein extremer Kletterer zu sein in die senkrechten Felswände wagen.
Meist beginnt man diese Art des Kletterns auf gesicherten Wegen. Wunderschöne Wanderwege und Klettersteige in den Dolomiten, früher von den Alpinis zum Ausbau von Kriegsstellungen erbaut, erfreuen heute jedes Klettersteigherz aufs Neue. Hier gibt es tatsächlich jede Art von Klettersteig Schwierigkeiten. Einfache „Wanderwege“ mit stellenweise gesicherten Passagen die man als gesicherte Steige bezeichnet. Meist handelt es sich hierbei um kleinere Gipfelanstiege wo etwas Bergerfahrung von Vorteil ist, aber keine reine Muskelkraft.
Bei den sportlichen Klettersteigen ist hingegen schon etwas mehr Muskelkraft, aber vor allem die richtige Technik gefragt. Selbstverständlich kommt es auch hier auf die differenzierte Schwierigkeit des Klettersteigs an. So ist zum Beispiel ein sportlich bewerteter Klettersteig wie die Via attrezzata Rino Pisetta auf den Dain Picolo am Gardasee ein wirklich schwerer Sportklettersteig, als der Klassiker auf die Alpspitze. Bei der riesigen Auswahl an Kettersteigen allein in den Alpen, bedarf es guter Literatur, um sich erst einmal einen groben Überblick der verschiedenen Regionen und unzähligen Klettersteig Routen mit allen Schwierigkeitsstufen zu verschaffen. Klettersteiggehen ist grundsätzlich nicht schwer. Doch einige Klettersteig Grundregeln sollte man auf jeden Fall beachten. Denn ein Fehler an falscher Stelle kann fatale Folgen haben. Deshalb empfiehlt sich immer ein solide Grundausbildunge. Hier genügt schon ein intensiver zwei- bis dreitägiger Klettersteigkurs in der Obhut eines staatl. gepr. Berg- und Skiführer.
Sicherungstechnik
Das wichtigste Grundprinzip auf Klettersteigen ist: Niemals stürzen! Oder anders gesagt: Zu jedem Zeitpunkt gesichert Sein. Selbst wenn man sich seiner Sache 100% sicher ist. Denn meist sind die kleinen Flüchtigkeitsfehler die Fehler mit der schlimmsten Auswirkung. Aber auch Fremdeinwirkung (z.B. Steinschlag) durch vorausgehende Klettersteiggeher ist nie vorauszusehen.
Das Umhängen auf Klettersteigen
Ja nach Land und vor allem ja nach Verantwortungsgefühl der Klettersteig Erbauer, sind die Klettersteige in einem guten oder in einem weniger guten Zustand. Die Technik mit denen heutzutage Klettersteige errichtet werden, ist jedoch sehr ausgereift. Mit Verankerungsstiften aus Eisen, werden die Drahtseile am Felsen befestigt. Diese sind circa drei bis zehn Meter, je nach Geländestruktur voneinander entfernt und verhindern das Weiterschieben der Karabiner.
![]() Hier muss nun aktiv umgehängt werden. Nehmen Sie einen Karabiner heraus und hängen diesen in den nächsten Drahtseilabschnitt. Während diesem Vorgang sind Sie immer noch am zweiten, hinteren Karabiner gesichert! Jetzt können Sie den zweiten Karabiner ausklinken und in den vordern Abschnitt klicken. Mit dieser Methode sind Sie zu jeder Zeit gesichert.
Klettertechnik
Im Mittelpunkt des Klettersteiggehens steht die Kontrolle des Körperschwerpunktes. Genau so wie beim freien Klettern, muss der Köperschwerpunkt zur Seite verlagert werden, um in der Abfolge mit den Füßen ruhig und kontrolliert weiter nach oben antreten zu können. Hierfür wird der auf stabilen Tritt stehende Fuß belastet, was dem freistehenden Bein das höher steigen ermöglicht. Gerade dieser Bewegungsablauf ist in der Umsetzung im Felsgelände am Klettersteig nicht immer einfach und sollte vorab intensiv geübt werden. Ein weiterer Aspekt der das Üben der Gewichtsverlagerung unterstreicht ist die Tatsache, dass beim Klettersteiggehen je nach Charakter des Steiges meist mit robusten und stabilen Bergschuhen gegangen wird. Spezielle Kletterschuhe mit guter Reibung wie man sie beim Sportklettern trägt, benötigt man nur in wirklich sportlich anspruchsvollen Klettersteigrouten. Hieraus ergibt sich auch der wesentliche Unterschied vom Klettersteiggehen zum eigentlichen Klettern. Beim Klettersteiggehen ist der Routenverlauf durch das Drahtseil vorgegeben, das auch das aufwendige Suchen nach Tritten und Griffen erspart. |
Das richtige Anseilen
Auf das richtige Anseilen kommt es an. Denn wer sich in der Hektik fehlerhaft einbindet, schadet sich nur selbst. Am Klettersteig Einstieg angekommen, erst mal nach einem geeignet und sicheren Platz Ausschau halten. Dieser muss genügen Raum zum Anlegen der Klettersteigausrüstung bieten und vor allem vor Steinschlag schützen. Deshalb immer rechtzeitig den Klettersteighelm aufziehen, am besten bevor man sich an den Wandfuß begibt.
Wie wird angeseilt?
Den optimal passenden Klettersteiggurt vorausgesetzt, hier empfiehlt sich je nach Größe und Konstitution des Ferratistis ein Sitzgurt mit verstellbaren Beinschlaufen um je nach Wetterlage mit einer dünnen Kletterhose oder aber mit einer dickeren Regenhose unterwegs sein zu können. Das Klettersteigset wird nun durch die zentrale Anseilschlaufe des Klettergurts gezogen und mittels Ankerstichknoten eng zugezogen. Sollten das Klettersteigset (nur Y- Systeme) ein Bremsseil aufweisen, muss dieses locker an der Materialschlaufe des Klettergurts befestigt werden.
![]() Partnercheck
Eigentlich kann es jetzt losgehen. Doch ohne Kontrolle des Partners sollte man nie in den Klettersteig einsteigen. Vier Augen sehen mehr als nur zwei. Und im Eifer des Gefechts ist doch schon so manches Unentdeckt geblieben. Vier wesentliche Punkte sind dabei zu beachten.
Das richtige Klettersteigset
Drei Systeme gibt es heute an Klettersteigsets im Handel: Bandfalldämpfer, Y-System, V-System. Das V-System sollte keine Verwendung mehr finden. Das Y-System ist nach wie vor gut zu bedienen. Das beste Handling findet man bei den neuen Bandfalldämpfern.
Autor, Bildquelle: Alex Römer, alpin-technischer Berater von Bergzeit. | ||||||||||
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