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08024–
902290
|
Eine komfortable Passform und Langlebigkeit werden von einem
Wanderschuh bzw. Bergschuh erwartet. Aber neben diesen beiden
Anforderungen gibt es noch eine Menge Dinge die bei einem Schuhwerk
zu berücksichtigen sind, Dinge die sich aus der Jahreszeit
des geplanten Einsatzes, den Anforderungen und dem Nutzer
selbst ergeben.
![]() Quelle: Meindl
Egal ob
Alpinstiefel oder Wanderschuhe, vor einer Neu-Anschaffung sollte
man sich fragen, wie und wo setz ich ihn ein?
DIE PASSENDE GRÖSSE
Für die Bestimmung der richtigen Größe der Schuhe sollte man immer
im Hinterkopf behalten:
Zu große Schuhe
kann man immer kleiner machen, einen zu kleinen Schuh niemals
größer!
Die angegebene Zahl im Schuh, genannt Größe sollte nur eine
Orientierung sein. Zum einen fällt jede Schuhmarke anders aus, zum
anderen hat der Fuß beim Wandern andere Bedürfnisse als im Alltag.
So benötigen Sie beim (manchmal stundenlangen) Bergabgehen Spielraum
nach vorne (Blaue Zehen sind unangenehm und heilen nur langsam).
Eine gute Socke benötigt mehr Platz als die dünne Businesssocke.
Unterschätzen sollten Sie auch den Fuß selbst nicht. Die Belastung
eines Wandertags lassen ihn manchmal ein Volumen annehmen, das man
nicht für möglich gehalten hat.
Am besten achten sie darauf, dass Sie nach vorne für das Bergabgehen
am Nachmittag noch einen Spielraum von min. 0.5 cm haben. Das
bedeutet allerdings, dass Sie am Vormittag ohne Belastung sich 1 cm
gönnen sollten. Wer weiß das seine Füße im Laufe des Tages stark
anschwellen, muss dementsprechend mehr einkalkulieren.
DER PASSENDE SCHUH
Vorab das Ausräumen eines Trugschlusses. Nämlich, dass die Zwischen-
bzw. Brandsohle nur den positiven Nebeneffekt hat, dass man keine
Steine hindurchspürt ist falsch. Richtig ist vielmehr, dass die
Zwischensohle das Rückgrat des Schuhes ist und dem Fuß den nötigen
Halt gibt und bestimmt, wo und wie der Fuß abrollt.
![]() Quelle Meindl
SOHLENAUFBAU
Anforderung Abrollwiderstand
(Zwischen-/Brandsohle)
Anforderung Torsionssteifigkeit
(Zwischen-/Brandsohle)
Anforderung Dämpfung
(Mittelsohle)
|
Anforderung Profil
OBERAUFBAU
Obermaterial und Zwischenschicht
Futter
Faustformel: Je unerfahrener oder
unsicherer desto mehr sollten die
Wanderschuhe oder Bergschuhe Sie unterstützen. Also
Festigkeit in Sohle und Oberaufbau. Das gleiche gilt bei
mehr Körpergewicht und größerer Unwegsamkeit des Geländes.
DIE PASSENDE SOCKE
Die Socke trägt viel zum Komfort im Schuh bei. Sie polstert
und puffert Feuchtigkeit, die das Futter nicht mehr
aufnehmen kann (besonders bei wasserdichten Schuhen) und
hält somit den Fuß trocken. Grundvoraussetzung für einen
blasenfreien Wandertag.
Die Stärke und das verwendete Material beeinflussen weniger
die Wärme (in einem guten Schuh stehen Sie auf mindestens
vier Sohlen, das isoliert perfekt), eher die Fähigkeit zu
Polstern und Feuchtigkeit zwischenzuspeichern.
Wolle kann sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen, bleibt
formstabil und hält Geruchsbildung in Grenzen.
Kunstfasern trocknen sehr schnell, können allerdings wenig
zwischenspeichern und sind in der Geruchsentwicklung nicht
die angenehmsten Begleiter. Moderne Mischungen haben dies
mittlerweile recht gut im Griff.
Die beliebte Tennissocke mit 100% Baumwolle, hat in einem
Wander- oder Bergstiefel nichts zu suchen. Baumwolle behält
im feuchten Zustand nicht mehr ihre Form und klebt auf der
Haut. Blasen sind vorprogrammiert.
Von Markus Schindler, Bergzeit Experte und Einkäufer
für Bergschuhe und Wanderschuhe. | |||||||
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