Sicherungsgeräte Kaufberatung
Die Möglichkeiten zur Sicherung beim Bergsport und Klettern sind so vielfältig wie nie. Hier eine Übersicht über die wichtigsten Sicherungsgeräte und der passende Einsatz.
- Halbmastwurf Sicherung (HMS)
- Achter Sicherung
- Tube Sicherung
- Halbautomatische Sicherung
Halbmastwurf Sicherung (HMS)
Die HMS-Sicherung ist als Sicherungsgerät die Allroundsicherungsmethode im Bergsport. Sie kann zur Sicherung beim Klettern von Vorsteiger, Nachsteiger (Mehrseillängen) und Topropen verwendet werden. Dabei wird der Halbmastwurf zur Partnersicherung in einem HMS-Karabiner eingelegt.
Vorteile
- Hohe Bremskraft des Sicherungsgerätes
- Für Vor- und Nachstieg, sowie für Körpersicherung und Fixpunktsicherung geeignet
- Geringer Materialaufwand (1 HMS Karabiner)
- Einfaches und schnelles Ein- und Ausgeben des Seils
- Leichtes Erlernen des Halbmastwurfes
Nachteile
- Verstärkte Seilabnutzung beim Ablassen (durch die Seilreibung) durch das Sicherungsgerät
- Bei nicht parallel geführten Seilsträngen beim Sichern bilden sich Krangel, welche das Handling des Kletterseils deutliche verschlechtern
Für Anfänger ist es wichtig, zuerst das Sichern mit Halbmastwurfsicherung als Sicherungsgerät und dann das Abseilen mit dem Abseilachter zu erlernen.
Erst bei sicherem Umgang mit diesen Sicherungsgeräten und den dazugehörigen Techniken, ist es sinnvoll, auf andere Sicherungsgeräte umzusteigen.
Von Fortgeschrittenen wird die HMS- Sicherung selten als Vorstiegssicherung verwendet, da die hohe Bremswirkung das schnelle Seilausgeben erschwert.
Achter Sicherung
Der Achter wird als Abseilgerät und als Sicherungsgerät beim Klettern verwendet. Gegenüber dem HMS hat der Achter eine geringere Bremskraft, sowie eine deutlich verringerte Krangelbildung des Seils. Der Achter wird für die Sicherung in einen HMS-Karabiner eingehängt.
Formen des Achters
- Ringförmig. Ein kleiner und ein großer Ring aneinander geschweißt, der Standard.
- V-Form: Die V-Form soll den Seilverlauf durch den Achter begünstigen. Durch die V-Form wird das Seil besser eingeklemmt und bekommt dadurch eine höhere Bremskraft.
- Eckige Form: Eckige Abseilachter sollen ein mögliches Umschlagen des eingelegten Seils zu einem Ankerstich verhindern.
Gefahren beim Sichern mit Achter
Dadurch dass der Achter nur locker in den HMS-Karabiner eingehängt wird, kann der Achter wandern und könnte die Schraubhülse des HMS-Karabiners ausstanzen.
Generell empfehlen wir den Achter für etwas fortgeschrittene Kletterer. Anfänger sollten dann eher eine Tube benutzen.
Tube Sicherung
Die Sicherung mit der Tube als Sicherungsgerät ist heutzutage die gängigste Sicherungsmethode. Der Deutsche Alpenverein lehrt diese Sicherungstechnik in den Anfängerkursen.
Das Tube Sicherungsgerät hat eine sehr geringe Bremskraft, da kaum Reibung in dem Gerät entsteht. Das heißt man benötigt wesentlich mehr Bremshandkraft, wie bei den bisher genannten Sicherungsgeräten. Andererseits ist diese geringe Reibung auch von Vorteil, da man sehr schnell Seil einnehmen und Seil ausgeben kann.
Die Tube als Sicherungsgerät ist zum Sichern eines Vorsteigers, zum Sichern beim Topropen, zum Abseilen, sowie für Halbseil- und Zwillingsseiltechnik, geeignet. Das Sichern eines Nachsteigers (Mehrseillänge), bei Benutzung eines Fixpunktes mit einer Tube, ist bei bestimmten Modellen nicht erlaubt. Grund dafür ist, dass, das Bremsseil im Falle eines Sturzes des Partners, nach oben gezogen werden müsste und das dem natürlichen Reflex beim Sichern widerspricht.
Ausnahmen sind die beiden Tube Sicherungsgeräte, ATC-Guide und Reverso, die durch eine zusätzliche Öse, zum Sichern eines Nachsteigenden geeignet sind.
Meist benutze Tube Sicherungsgeräte
- ATC (Air Traffic Controller): Ist geeignet für fortgeschrittene Kletterer.
- ATC XP: für Anfänger geeignet, da dieser höhere Reibungswerte, durch eine spezielle Vorrichtung, aufweist!
- ATC Guide: im Nachstieg für einen oder zwei Kletterer geeignet
Die Allround Sicherungsgeräte sind ATC XP und ATC Guide! Für Anfänger sowie für Fortgeschrittene geeignet.
Wem die Bremskraft der Tubes zu gering ist (vor allem bei dünneren Seilen), kann noch ein zweiten Karabiner in das Gerät einlegen, um eine höhere Bremskraft zu erzeugen.
Ältere Tube Sicherungsgeräte immer wieder mal auf scharfe Kanten überprüfen, denn diese können über einen längeren Zeitraum durch die Reibung des Seiles entstehen!
Halbautomatische Sicherung
Halbautomatische Sicherungsgeräte klemmen unter Zugbelastung das Sicherungsseil ab. Dadurch ist es theoretisch möglich das Bremsseil loszulassen. Davon ist in der Praxis aus Gründen der Redundanz abzuraten!
Das am meisten verwendete Sicherungsgerät auf dem Markt ist sicherlich der Gri-Gri von Petzl.
Dieses halbautomatische Sicherungsgerät sollte nie ohne fachkundige Einweisung verwendet werden, denn der richtige Gebrauch des Gri-Gris ist ausschlaggebend für das Funktionieren des Gerätes.
Nur bei korrektem Gebrauch blockiert das Gerät. Es ist daher wichtig, die Gefahrenquellen des Sicherungsgerätes zu kennen und ist daher für Anfänger nur bedingt zu empfehlen.
Dieses Sicherungsgerät eignet sich am besten zum Topropen und zum Auschecken schwerer Routen. Das Abseilen ist nur an einem Seilstrang möglich.
Vorteile
- Hohe Sicherheit durch Selbstblockiermechanismus
- Krangeln des Seiles wird vermieden
- Schnelles Ausgeben des Seiles möglich
- Für Vorstieg, Toprope, sowie zum Abseilen
- Optimales weiches Sichern, wenn der Sichernde leichter ist als der Kletterer
- Kaum Kraftanstrengung beim Sichern
Nachteile
- Keine Sicherung an Fixpunkten (Stand/Mehrseillänge)
- Für ein Funktionieren des Blockierens bedarf es einer exakten Bedienung
- Gri-Gri nur für Seile mit 10 bis 11 mm Durchmesser, mit dem neuen Grigri 2 jedoch von 8,9 bis 11 mm
- Große Gefahrquellen bei unsachgemäßem Gebrauch
Mehr zu Sicherungsgeräte fürs Klettern unter wikipedia
Viel Spaß beim Klettern wünscht
Thomas H., Filialleiter Alpin













