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Skihelm

KAUFBERATUNG SKIHELM

Noch keine 5 Jahre her, da war man als Skifahrer mit einem Skihelm noch ein Außenseiter. Und wer einen Skihelm trug, wurde teilweise als "Pistensau" eingestuft. Denn warum sollte ein Normalskifahrer einen Skihelm tragen?

Jetzt hat sich das Blatt gewandelt: ein Skihelm dient heute nicht nur dem Kopfschutz, sondern ist heute in Kombination mit der Skibrille zu einem Kopfschmuck geworden. Aber bevor man den Helm jetzt rein nach Schönheit kauft, sollte man erst mal checken ob die Hauptfunktionen des angebotenen Skihelms erfüllt sind.

Sitz, Tragekomfort

Der schönste Helm wird nämlich nicht getragen, wenn er kneift und zwickt. Ein Helm sollte bereits ohne Kinnriemen komfortabel, aber fest sitzen. Dazu den Helm mit offenem Kinnriemen aufsetzen und am Helm rütteln bzw. den Kopf schütteln. Der Helm darf hier kein Spiel aufweisen und sollte seitlich nicht verrutschen.

Viele Skihelme haben heute zusätzlich eine Verstellmöglichkeit: ein Drehrad im Nacken dient dazu den Helm an die Kopfform anzupassen. Bei einem auf Anhieb gut sitzenden Helm, kann auf diese Verstellmöglichkeit aber verzichtet werden.

Sitzt der Helm, dann den Kinnriemen unter die Lupe nehmen. Dieser sollte über die gesamte Länge gut gepolstert sein. Ein Ratschen- oder Peitschenverschluss erleichtert das Schließen und die Feinjustage. Der Verschluss sollte sich möglichst nicht direkt unter dem Kinn befinden, sondern seitlich. Auch der Verschluss muss mit einer Polsterung gegen lässtige Reibung auf der Haut geschützt sein.

Anders als bei Rucksäcken unterscheidet sich die weibliche Kopfform nicht von der männlichen. Ein Lady Skihelm unterseidet sich deshalb primär im Design und dass vor alem leichtere Bauweisen zum Einsatz kommen. Einige Damenskihelme bieten zu dem etwas Raum für eine Pferdeschwanz.

Skihelm von Sweet
Moderner Skihelm von Sweet

Für den Tragekomfort ist neben der Helmform die Polsterung entscheidend. Diese sollte im Idealfall folgende Anforderungen erfüllen:

  • herausnehmbar und waschbar
  • hautfreundlich
  • atmungsaktiv
  • hoher Feuchtigkeitstransport
  • Wärmespeicherung

Aufbau Skihelm

Ein Skihelm besteht aus einer Außenschale für den mechanischen Schutz und einer Innenschale als Dämpfungsschicht. Je nach Art der Produktion unterscheidet man zwischen "InMolding" und "Hardshell" Skihelm.

  • InMolding: Bei dieser Fertigung wird die Außenschale und die Innenschale unter Hitze in einem Arbeitsschritt geformt und verbacken. Dies spart Gewicht und sorgt für eine hohe Stabilität des Skihelms. InMolding wird meistens bei Helmen mit Außenschale aus Polycarbonat verwendet. Nachteil von InModling Helmen: kalte Luft von außen trift direkt auf die Kopfhaut.
  • Hardshell: Härter als Polycarbonat sind jedoch Carbon (teilweise in Verbindung mit Kevlar) oder ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) für die Außenschale. Hier werden Außenschale und Innenschale getrennt produziert und später durch Verkleben oder andere Verfahren verbunden. Dadurch kann zwischen Außen- und Innenschale ein aufwendiges Belüftungssystem integriert werden. Teure Helme verwenden zwischen den beiden Schalen noch zusätzlich ein Monocoque-Gitter. Damit können die Dämpfungseigenschaften des Skihelms weiter verbessert werden.
INFO-SEITEN

Die Innenschale eines Skihelms besteht in der Regel aus EPS (Expandiertem Polystyrol), im Alltag Styropor genannt. Bei richtigem Druck und Temperatur verarbeitet, bietet dieses Material beste Schock-Absorptionseigenschaften.

Belüftung

Meistens kauft man den Skihelm zu Beginn der Saison, bei winterlichen Temperaturen. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass man den Skihelm auch im Frühjahr ohne Schweiß-Sturzbäche tragen will. Drum die Belüftung des Helms genau anschauen:

  • Anordnung der Belüftungseinlässe (leider lässt die Norm hier nur wenig Spielraum)
  • Lassen sich die Einlässe an kalten Tagen verschließen
  • Hat der Helm ein intelligentes, großflächiges Ventilationssystem unter der harten Schale

Belüftung eines Skihelms
Skihelm Belüftung

Bei dem Thema Belüftung trennt sich oft die Spreu vom Weizen und man erkennt warum ein guter Helm etwas mehr kostet, als einer mit einfachem Innenleben. Beide erfüllen die Norm, aber der Skihelm mit aufwendigem Innenleben unter der Schale hat halt auch einen aufwendigeren Produktionsprozess hinter sich.

TIPP: Skibrille

Am besten immer Skihelm in Kombination mit Skibrille kaufen.

Warum? Damit die Brille perfekt in die stirnseitige Helmöffnung passt. Der Schlitz zwischen Helm und Skibrille sollte nicht zu groß sein, damit man von vorne gegen Kälte und Schnee perfekt geschützt ist. Zudem bietet fast jeder Hersteller die farblich perfekt passende Skirille zum Helm.

Nützliches und Gimmicks

Natürlich hat sich die Industrie auch beim Skihelm vieles Nützliches und weniger Nützliches einfallen lassen. Zum Muss eines guten Skihelms gehört in jedem Fall:

  • Gurtbandhalterung für Skibrille hinten am Helm

Von Vorteil sind:

  • extra Clips oder Aussparungen an den Seiten zur Fixierung des Brillenbandes
  • aufsteckbarer "Shield" gegen blendendes Sonnenlicht
  • abnehmbare Ohrabdeckungen zum Frühjahresskifahren

Und als Gimmick gibts dann noch:

  • Ohrabdeckungen mit ingetriertem Kopfhörer mit Bluetooth Verbindung
  • Vollvisiere für bestimmte Helme
  • austauschbare Designelemente
TIPP: Sturz
Auch wenn nach einem schweren Sturz keine Risse erkennbar sind, sollten Sie den Helm austauschen. Denn kleinste Haarrisse können den Schutz beim nächsten Sturz massiv reduzieren.

Normen

Für Skihelme gibt es zwei Normen, die CN EN 1077 A und 1077 B. Die ältere, strengere Norm EN 1077 A wird praktisch nur von Vollschalenhelmen erfüllt, die heute nur noch im Rennsport getragen werden. Diese Norm bietet umfangreichen Schutz, auch bei Schlägen von Slalomstangen an den Kopf.

Die neue Norm EN 1077 B ist für moderne Halbschalenhelme definiert worden, die mehr Komfort bieten aber auch zusätzliche Funktionen wie abnehmbare Ohrenteile oder den bereits erwähnten Verstellmechanismus beinhalten.

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