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Skitourenbindung

KAUFBERATUNG SKITOURENBINDUNGEN

Skitourengehen ist längst nicht mehr ein Sport für Randgruppen. Die Zeiten in denen das Aufsteigen mittels Felle viel zu anstrengend und uncool war sind vorbei und immer mehr Skibegeisterte möchten den überlaufenen Pisten fliehen.

Wenn der Entschluss zur neuen Ausrüstung gefasst ist, steht man vor der Qual der Wahl. Der Tourenski soll gut zu fahren sein, die Tourenstiefel müssen passen, aber worauf kommt es bei der Tourenbindung an?

Tourenbindungstyp

Grundsätzlich kann man Tourenbindungen erstmal in zwei Gruppen unterteilen: in diejenigen mit festem Rahmen und rahmenlose Systeme (z.B. Tourenbindungen von Dynafit).

Der feste Bindungsrahmen macht die Umstellung vom Alpinskifahren zum Skitourengehen spielend einfach, da der Ein- und Ausstieg, in bzw. aus der Tourenbindung identisch ist.

Neu ist die Gehfunktion der Tourenbindung, in welcher der Bindungssteg vom Hinterbacken der Skibindung getrennt wird. Ab jetzt kann die Ferse mühelos auf- und abgleiten. Das Bergaufgehen mit Tourenski und Skiellen ist dadurch dem natürlichen Gehen angepasst. Wenn das Gelände steiler wird, können bis zu drei Steighilfen per Skistock hinzu geschaltet werden. Das Resultat ist ein verkleinerter Aufstiegswinkel, welcher sich kräftesparend auf die Wadeln auswirkt.

Steighilfe Tourenbindung
Fritschie Steighilfe mit 3 Stufen

Rahmenbindungen eignen sich ideal für Tourenneulinge und Genußskitourengeher.

Der Aufbau und die Funktionsweise einer Rahmenbindung ist hier am Beispiel der Marker Tour Bindung zu sehen:
 


 

Das rahmenlose System der Dynafit-Bindungen ermöglicht einen genial schnellen, leichten und sportlichen Aufstieg. Doch zuerst Bedarf es etwas Übung im Umgang mit der Bindung. Beim Einstieg werden die Inserts der Skitourenschuhe (beim Kauf von Schuhen auf Dynafit-Kompatibilität achten!) mit dem Vorderbacken verbunden. Das Skiläufer Symbol am Hebel des Vorderbackens läßt erkennen, ob der Aufstiegs- oder Abfahrtsmodus gewählt wurde. Der Hinterbacken wird durch Drehen und Einrasten in die gewünschte Position gebracht.

Bevor man sich in exponiertes Gelände begibt, sollte diese Technik perfektioniert sein, damit die Vorzüge dieses Bindungssystems voll zum Einsatz kommen.
 


 

TIPP: Dynafit Bindung
Damit Schnee und Eis unter dem Vorderbacken der Dynafit Bindung keine Chance haben und das Wiedereinsteigen in die Bindung nicht zum Kampf wird, gibt es einen einfachen Trick: immer nach dem Aussteigen aus der Tourenbindung den Vorderbacken sofort wieder schließen (wie im Walkmechanismus).

Z-Werte

Der Z-Wert, oder auch DIN- Wert laut ISO-Norm 11088 genannt, beschreibt den Auslösewert für Skibindungen. Ermittelt wird er mit der Gewichtsmethode, die einen Wert aus Körpergröße, Körpergewicht und Fahrkönnen bestimmt. Bindungen mit einem sehr hohen Wert (Z- Wert:12-16), sind am besten geeignet für sehr sportliche, kraftvolle Fahrer, die ihre Bindung vor allem bei der Abfahrt herausfordern möchten.

Gehkomfort und Abfahrtsspaß

Die modernen Skitourenbindungen haben alle drei Dinge gemeinsam:

  • einfach in der Handhabung
  • Sicherheit durch Auslösefunktion und hohe Stabilität
  • leichter als je zuvor
INFO-SEITEN

Das Gehen

Im Vergleich zu Rahmenbindungen, ist das Aufsteigen mit Dynafit-Bindungen deutlich angenehmer, da der Bindungssteg nicht "Mitgetragen" werden muss. Diese Gewichtsersparnis macht sich vor allem bei langen Anstiegen mit vielen Höhenmetern deutlich bemerkbar. Allerdings gibt es auch bei den Rahmenbindungen Innovationen hinsichtlich des Gehkomforts, wie z.B. bei der Fritschi Diamir Eagle Tourenbindung. Hier wurde der Drehpunkt durch eine bewegliche Basisplatte optimiert, so dass der Fuß natürlich abrollen kann. Der Gehwinkel bleibt natürlich, auch in schwierigem Gelände.

Wer hingegen ein echter Freerider ist und meistens vom Lift aus noch ein paar Meter weiter aufsteigt, um die nächste perfekte Line im Tiefschnee zuziehen, wird am besten mit einer Marker Duke oder Baron beraten sein. Diese Bindungen sind zwar im Vergleich zu den anderen viel schwerer, glänzen aber definitiv durch ihre Abfahrtsperformance.

Marker Freeridebindungen
Marker Baron Freeride

Abfahrtsgenuß

Auch die anderen Tourenbindungen bringen eine solide Abfahrtleistung, die immer näher an die einer Alpinbindung herankommt, je höher der Preis liegt. Bei den neuen Technologien wurde viel Wert auf eine unmittelbare Kraftübertragung von der Bindung auf den Ski gelegt, auch der Flex der Ski wird miteinbezogen. Bei den Tourenbindungen die zum Freeriden verwendet werden gibt es spezielle, integrierte Platten für eine höhere Standhöhe und extra breite Ski.

Den direkten Kontakt zum Ski bekommt hingegen nur bei den Dynafitbindungen, da kein Bindungssteg vorhanden ist.

Welches Zubehör gibt es?

Skistopper oder Fangriemen?

Fangriemen verbinden die Tourenbindung unmittelbar mit dem Tourengeher, dadurch kann der Ski praktisch nicht verloren gehen, solange die Riemen geschlossen sind. Zum Einsatz kommen sie bei den Einstiegsmodellen oder bei ultraleicht Bindungen, wo die Akzente auf der Gewichtsreduktion liegen. Die Vorteile von Skistoppern sind, das der Skifahrer im Fall eines Sturzes nicht mit Ski/ Bindung verbunden ist, wodurch die Verletzungsgefahr sinkt. Außerdem können Stopper das Gleiten der Ski ins Unendliche bremsen.

TIPP: Am Gipfel

Bei der Gipfelrast immer die Ski richtig platzieren, damit sie nicht selbstständig den Hang hinab rutschen oder vom Wind davon getragen werden. Sobald man aus der Bindung aussteigt, greifen die Skistopper automatisch in den Schnee (Dynafitbindungen müssen in den Abfahrtsmodus gebracht werden). Für eine sichere Verankerung, und für Bindungen mit Fangriemen ist es noch besser die Ski senkrecht in den festen Schnee zu stecken.

Harscheisen

Tourenbindungszubehör Harscheisen
Fritschi Axion Harscheisen

Für die meisten Tourenbindungen gibt es Harscheisen zum Befestigen an der Bindung, die sich mit ihren Stahlzacken in vereiste und harschige Hänge beißen können. Eine Besonderheit sind hier die Fritschi Axion Harscheisen, die bereits zu Beginn der Skitour am Bindungssteg montiert werden. Dadurch muss man nicht erst im schwierigen Gelände die Ski abschnallen, um die Harscheisen anzulegen, da die Axions einfach bei Bedarf eingeklappt werden.

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