Stirnlampen Kaufberatung
Universelle Outdoorlampen
Nur eine Hand frei, der schummrig flackernde Lichtkegel überall, nur nicht dort, wo Sie ihn brauchen. So sah es im Zeitalter der Taschenlampe bis vor einigen Jahren aus. Den Durchbruch der Stirnlampe für den Outdoor-Einsatz brachte Petzl mit der legendären Stirnlampe „Zoom“. Diese war mit einer „normalen“ Glühlampe, einer schweren und relativ schnell leergesaugten Blockbatterie ausgestattet. Die Vorteile einer Lampe am Kopf ist trotzdem schnell erkannt worden: beide Hände bleiben frei, das Licht folgt den Bewegungen des Kopfs und ist somit dort, wo Sie es brauchen.
Die Stirnlampen-Evolution ist weit voran geschritten
Inzwischen sind einige Jahre vergangen und technisch hat sich viel getan. Leistungsfähige LED`s [Light Emitting Dioden] ersetzen meist das klassische Leuchtmittel in Stirnlampen. Diese LEDs zeichnen sich durch extrem lange Haltbarkeit und niedrigen Energieverbrauch aus.
Im Zusammenspiel mit neuer Batterie- und Akkutechnologie wurde die Leuchtdauer auf bis zu mehrere Tage ohne Batteriewechsel gesteigert. Der Markt bietet eine fast unüberschaubare Vielfalt an Stirnlampen. Aber welche Stirnlampe ist nun die Richtige? Auf was sollte ich beim Kauf achten bzw. worin liegen die Unterschiede?
Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen, ist eine Einteilung der Stirnlampen in verschiedene Kategorien sinnvoll:
Kategorie A: Hochleistungs-Stirnlampen
- Leuchtweite über 100m
- mindestens 300 Lumen Lichtstrom
- speziell berechnete Reflektoren, um das Licht entsprechend zu streuen bzw. zu bündeln
- aufwändige elektronische Steuerung, z.B. zur Helligkeitswahl und Akkuüberwachung
- Hochleistungs-Akku [oft auf Grund der Größe und des Gewichts abnehmbar]
- Drei Bänder, um die Stirnlampe zuverlässig am Kopf fixieren zu können
- Ein Vertreter dieser Kategorie ist z.B. die: Petzl Ultra Stirnlampe
- Einsatzbereich der Stirnlampe: Professionelle Nutzer z.B. Bergwacht, Orientierungsläufer, Nachtrennen [ MTB], Expeditionen…
Kategorie B: leistungsfähige Allround-Stirnlampen
- Leuchtweite über 80m
- mindestens 100 Lumen Lichtstrom
- Reflektoren, um das Licht entsprechend zu streuen bzw. zu bündeln
- elektronische Steuerung der Stirnlampe, z.B. zur Helligkeitswahl
- Mit handelsüblichen Batterien oder Akkus zu betreiben
- Ein typischer Vertreter dieser Kategorie ist beispielsweise die: Lucido TX 1 Stirnlampe
- Einsatzbereich der Stirnlampe: Wandern, Trekking, Joggen, Bergsteigen usw.
Kategorie C: Kompakt-Stirnlampen
Die Stirnlampe für [fast] alle Fälle. Mit handelsüblichen Batterien oder Akkus zu betreiben, die meist im Gehäuse des Leuchtmittels auf der Stirnseite integriert sind. Oft genügt auf Grund der leichten und kompakten Bauform ein schmales elastisches Band zur Fixierung am Kopf.
Kleines Packmaß und niedriges Gewicht. Ein typischer Vertreter dieser Kategorie ist z.B. die: Black Diamond Stirnlampe Gizmo. Einsatzbereich: Für alle, die nicht extrem helles und weitreichendes Licht benötigen. Ausreichend z.B. für langsames Gehen in nicht zu schwierigem Gelände, Zelt Auf- und abbau, Kochen, Lesen, Notfall-Lampe usw.
Wenn durch den Einsatzbereich nun die Stirnlampen- Kategorie geklärt ist, sind vor dem Kauf noch weitere Punkte von Bedeutung:
Das Herz der Stirnlampe: die Energieversorgung
Wer sich für eine Stirnlampe der Kategorie A entscheidet, erhält im Regelfall ein komplettes Set inklusive Akku, Ladegerät und Stirnlampe. Hilfreich ist eine 12V Lademöglichkeit, um z.B. den Akku im Auto wieder voll zu tanken. Wichtig ist natürlich die angegebene Leuchtdauer mit des mitgelieferten Akku-Modells.
Wer eine Stirnlampe der Kategorie A oder B wählt, hat meist die Möglichkeit des Batteriebetriebs: Entsprechen die Batterien einem gängigen Standard (AAA, AA, C)? Dies ist wichtig, um auch unterwegs auf Batterienachschub hoffen zu können. Wer schon Akkus besitzt oder sich welche zulegen möchte, muss auf die Bauart achten und eine universelle Verwendbarkeit ist von Vorteil: NiCd und NiMH Akkus sind die Gängigsten.
Niedriges Gewicht, hohe Leistungsausbeute auch bei tiefen Temperaturen bieten Lithium Batterien. Darauf achten, dass der Hersteller das gewünschte Modell für die Verwendung freigegeben hat! Eine Batteriestandsanzeige ist definitiv ein Komfort-Plus.
Ein Notfall kommt selten geplant! Drum sollte auch bei kleinen Touren abseits von frequentierten Wegen eine Notfall-Lampe in den Rucksack. Unsere Empfehlung: Petzl e+LITE Stirnlampe: 45 Stunden Leuchtdauer bei nur 27 Gramm Gewicht. Und leuchtet bis zu 19 Meter weit.
Es werde Licht: Leuchtmittel und Reflektor
Mindestens drei verschiedene Helligkeitsstufen (energiesparend, normal, hell) haben sich in der Praxis bewährt. Oft reicht der schwächste Modus, um z.B. zu lesen und die Batterien halten ein Vielfaches länger. Sinnvoll ist eine elektronische Regelung, die je nach Batteriestand die Leistung der Stirnlampe drosselt, um nicht plötzlich im Dunklen zu stehen. Auch die Art der Ausleuchtung sollte dem Einsatzzweck entsprechen. Gibt es ein fokussiertes Licht (Spot)? Gibt es ein gestreutes Licht (Raumausleuchtung)?
Komfort-Zone: das Handling
Sehr angenehm ist ein schwenkbarer Leuchtkörper um den Lichtkegel der Stirnlampe genau auszurichten. Die verwendeten Schalter sollten auch mit Handschuhen gut zu bedienen sein. Wer seine Stirnlampe z.B. zum Joggen verwendet, benötigt einen absolut festen Sitz. Breite Bänder und eventuell ein dritter Stabilisierungs-Strap auf dem Kopf sind optimal. Ein abnehmbares Batteriefach hat folgende Vorteile: das Gewicht sitzt nicht am Kopf und es können problemlos größere und leistungsstärkere Akkus eingesetzt werden. Bei tiefen Temperaturen lässt sich der Akku unter der Kleidung in Körpernähe tragen und verliert so deutlich weniger Leistung. Dies bedeutet jedoch ein größeres Packmaß und höheres Gewicht. Eine Verriegelungsmöglichkeit der Schalter verhindert unbeabsichtigtes Einschalten während des Transports.
Und nun? Los geht`s! Es warten spannende Nacht-Touren!
Von Martin B., ehemaliger Bergzeit Spezialist für lange Touren in abgelegene Gebiete














