Home - Testbericht Schneeschuhe (Teil 1)
Testbericht
Schneeschuhe
(Teil 1)
 
SCHNEESCHUHE auf dem Prüfstand.
 
Wir haben Petra Thaller, Chefredakteurin des allmountain Magazins gebeten für unsere Kunden die neuen Schneeschuhe der Saison 2010/11 auf Tour zu bewerten. Neben der Bewertung von 9 aktuellen Schneeschuhmodellen hat Sie dann auch gleich noch eine Experten-Meinung von Bernhard Mitterhuber (Vertrieb MSR Deutschland) dazu eingeholt.  Das Bergzeit Team.
 
Mitte der 90er Jahre eroberten Schneeschuhe step by step die Alpen. Erklommen damit zunächst Snowboarder alpine Höhen, um so zu ihren unberührten Runs zu gelangen – das Board auf dem Rücken stiegen sie über steile Passagen und Querungen ihrem ersehnten Ziel entgegen.
Abendstimmung beim Schneeschuhwandern
 
In den vergangenen 20 Jahren avancierte der Schneeschuh auch zum Trendsportgerät für Berggeher, Winterwanderer oder einfach ruhesuchende Spaziergänger. Egal ob eine breite Forststraße, ein schmaler Jägersteig, oder eine Bergtour auf einen unserer winterlichen Alpengipfel, für Schneeschuhgeher ist der Weg das Ziel.
 
Obenbleiben, statt einzusinken und Ziele erreichen, die man sonst im Winter nur unter äußersten Anstrengungen oder unter Umständen überhaupt nicht erreichen könnte. So, wie eben bei den Snowboardern, denen auch so mancher spektakulärerer Run einfach nicht gelingen könnte, weil der Weg dorthin ohne Schneeschuhe nicht, oder kaum möglich wäre.
 
Qualität steht an erster Stelle
Der Schneeschuhgeher bewegt sich mehr oder weniger im alpinem Gelände – abseits der Zivilisation. Deshalb sollte man in jedem Falle auf die Qualität der Schneeschuhe achten und diese, so viel steht fest, können nur Markenhersteller garantieren. Also Finger weg von Discounterware, denn hier ist oft die Freude kurz – gibt der Schneeschuh im Gelände seinen Geist auf, ist der Alurahmen nicht ausreichend vergütet, brechen Kunststoffteile aus, oder die Bindung versagt ihren Dienst, ist nicht nur der Ärger groß, sondern unter Umständen auch wirkliche Gefahr im Verzug. Im ungünstigsten Fall befindet man sich in einer lebensbedrohlichen Situation, denn oft ist der Schnee hüfttief und ein Weiterkommen ohne den Schneeschuh geradezu unmöglich.
 
Einsatzbereiche Schneeschuhe
Der Spaziergänger
Hier liegt die Belastung des Schneeschuhs in der Mitte – die Harscheisen müssen weniger griffig sein und die Spitze des Schneeschuhs kann dementsprechend auch weniger aufgebogen sein. Ein Fall für größere Schneeschuhe.
 
Der Berggeher
Aufstiegstaugliche Schneeschuhe haben ihren Schwerpunkt etwas nach vorne verlagert, die Harscheisen sollten griffiger sein. Die Schaufel stärker nach oben gebogen. Ein Fall für Schneeschuhe mit Alurahmen oder aus Kunststoff. Die Größe liegt zwischen 60 und 65 cm.
 
Der Alpinist
Hier ist der Schwerpunkt weit an die Spitze gerückt, die stark aufgebogen sein sollte. Die Harscheisen sind sehr griffig und beißen sich auch seitlich gut in den Schnee. Alpinisten haben Steighilfen, ähnlich der Tourenskibindung, damit der Fuß in einer bequemeren Ruheposition ist. Ein Fall für Schneeschuhe mit hochwertigem Alurahmen oder aus Kunststoff. Die Größe bewegt sich etwa zwischen 55 und 60 cm.
 
 
Teil 1: Grundlagen
 
Richtige Schneeschuhe, eine Entscheidungshilfe
Eigentlich eine einfache Sache, je höher das Körpergewicht, desto größer sollte die Auflagefläche der Schneeschuhe sein. Hierfür gibt es zwei Gründe: a. sinkt man nicht so tief in den Schnee ein und b. verleiht ein größerer Schneeschuh dem Schneeschuhaspiranten mehr Stabilität. Schneeladies greifen am besten bei einem speziellen Damenmodell zu. Diese zeichnen sich durch einen schmaleren Rahmen aus und oft durch eine feminine Farbstellung und Design.
Darüber hinaus gibt es hauptsächlich drei Grundtypen von Schneeschuhen:
  • Schneeschuhe aus Kunststoff
  • Modelle mit Aluflachrahmenkonstruktionen und Kunststoff-Deck
  • Schneeschuhe mit Alurohrrahmen-konstruktionen und Kunststoff-Deck
Grundsätzlich gilt: Je kleiner der Schneeschuh, desto geringer der Auftrieb, aber, desto geländetauglicher ist er auch. Schmale Schneeschuhe, also auch die meisten Damenmodelle mit einer Breite bis zu 21 cm, ermöglichen eine natürlichere Gehweise und sind darüber hinaus auch alpintauglicher als breitere und größere Modelle. Wer im alpinen Gelände unterwegs ist, sollte akribisch darauf achten, dass die Anordnung der Harscheisen (siehe Harscheisen) auch dafür geeignet ist.
 
Die Schneeschuhe im Test
 
Kunststoff-Modelle
Schneeschuhe aus Hartplastik oder ziemlich zähem und weichem Kunststoff bestehen aus einem tragenden Kunststoff Chassis und sind meist mit umlaufenden Zacken oder Zähnen aus Metall ausgestattet. Je nach Ausstattung gehören einer der drei Testkategorien (Spaziergänger, Berggeher, Alpinist) an. Langjährige Erfahrungen z. B. mit MSR-Schneeschuhen haben gezeigt, dass diese den Rahmenmodellen in nichts nachstehen. Beispiele aus unserem Test sind: MSR Evo Ascent, Salewa Cevedale, Saleva Tacul Donna 2.0, TSL 325 Grip Escape, TUBBS Flex Alp 24
 
Aluflachrahmen-Modelle
Das Material dieser Rahmenkonstruktionen besteht aus hochwertig legiertem und gehärtetem Aluminium, um Rahmenbrücke zu vermeiden. Meist sind diese Modelle mit bissigen Krallen ausgestattet, sehr leicht und absolut zuverlässig. Für ambitionierte Transalp-Aspiranten sind diese Modelle in jedem Falle gut geeignet. Beispiele aus unserem Test sind:, MSR Lightning Ascent 25 W’s, MSR Lightning AXIS 25 W’s
 
Alurohrrahmen-Modelle
Bei diesen Modellen ist das Kunststoff-Deck an einem umlaufenden Alurohr befestigt. Konstruktionsbedingt sind diese Schneeschuhe eher für flaches bis mittelsteiles Gelände geeignet, da die Krallen nicht so aggressiv wirken wie bei den anderen beiden Konstruktionen. Beispiel aus unserem Test, der T.H.E. Mountaineer 27, TUBBS Mountaineer 25 W’s
 
Bindungen & Steighilfen
Plattenbindungen sind immer gleich aufgebaut, mit Riemenkorb, oder einfachem Riemen vorne und Fersenkorb hinten. Dort befindet sich in der Regel ein so genannter Schnellverschluss mittels Ratschen. An Bindungen mit harter Platte unter dem Fußballen ist meist einen Riemenbindung befestigt oder eine Kombination aus Ratschenbindung vorne und Riemen im Fersenbereich, gegen das Zurückrutschen beim Aufstieg. Steighilfen sind in jedem Falle bei allen Berggehern und Alpinisten sinnvoll und vorhanden.
 
Von Petra Thaller
ideenschmiedeberg.de
 
Ein Interview mit dem Schneeschuh-Experten Bernhard Mitterhuber, sowie die Testergebnisse der Schneeschuhe finden Sie im
Testbericht Schneeschuhe (Teil 2)
 
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