Home - Testbericht Schneeschuhe (Teil 2)
Testbericht
Schneeschuhe
(Teil 2)
 
SCHNEESCHUHE auf dem Prüfstand.
 
Einer der sich schon seit Jahren mit Schneeschuhen und Schneeschuhwandern beschäftigt, ist Bernhard Mitterhuber. Er war im Januar 2007 auch bei der ersten Transalp mit Schneeschuhen von Oberstorf nach Meran mit von der Partie. Im Alltag ist er Verkaufsleiter für die Schneeschuh-Marken MSR und Tubbs in Deutschland.
 
Schneeschuhwandern
Quelle: David Schäffler
 
Petra: Hallo Bernhard, wem würdest Du Kunststoffschneeschuhe und wem Alurahmenschneeschuhe empfehlen?
 
Bernhard: Kunststoffschneeschuh versus Alurahmenschneeschuh ist heute keine Frage mehr der Technik und Stabilität, sondern vielmehr eine Frage von Optik und eigener Philosophie. Alurohr-Schneeschuhe sehen authentisch aus, Modelle mit Alu-Flachrahmen oder aus Kunststoff hingegen cooler und jünger.
 
Petra: Was ist dann ein wichtiges Entscheidungskriterium für den Kauf?
 
Bernhard: In welchem Gelände bewege ich mich und damit die Frage nach wieviel Halt müssen die Schneeschuhe geben? Es gibt Kunststoff-Schneeschuhe mit wenigen Dornen für einfache und mittlere Touren. Modelle mit durchgehenden Krallen bieten aber besseren Halt gegen seitliches Abrutschen im windgepressten Schnee sowie bei Querungen von steilen Hängen. Die Flex-Serie von Tubbs hat ein flexibles Heck, welches beim Gehen in der Ebene und bergab komfortabel „abrollt“.
 
Die Alu-Flachrahmen-Schneeschuhe von MSR sind die einzigen auf dem Markt mit einer 360 Grad Traktion, somit sind auch sie für leichte, mittelschwere und anspruchsvolle Touren geeignet. Wobei die MSR Lightnings ihre besonderen Stärken vor allem im alpinen Gelände, bei steilen Passagen und eisigen Querungen ausspielen.
 
Alu-Rohrrahmen Schneeschuhe ermöglichen ein komfortableres Gehen in der Ebene und auf mittelschweren Touren. Ihre Krallen wirken meist nicht so aggressiv wie die der Alu-Flachrahmen- und Kunststoffmodelle. Somit wird das Gehen bergab und in der Ebene angenehmer. Ruckartige Stopps, welche die Knie belasten und unter Umständen zum Stolpern führen, fallen bei Rohrrahmen-Schneeschuhen einfach flach. Bei tiefem Schnee übernimmt vornehmlich der Rahmen mit dem Deck die Aufgabe der sicheren Fortbewegung – er gibt Stabilität und verhindert das tiefe
 
Einsinken in der frisch verschneiten Landschaft, seine Form trägt gut in der Ebene sowie bergauf und bergab. Bei MSR Schneeschuhen gibt es für alle Modelle optional ein Verlängerungsteil, das bei Tiefschneetouren einfach hinten montiert werden kann und somit den Auftrieb verbessert. Im alpinen Gelände haben sich in den letzten Jahren wegen ihrer guten Traktion immer mehr die Kunststoff– und Alu-Flachrahmen durchgesetzt, da in den Bergen eher harte Verhältnisse (verspurt und verblasen) vorherrschen.
 
Petra: Auf mehr muss man beim Kauf nicht achten?
 
Bernhard: Doch. Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist auch die Bindung – sämtliche Elemente müssen auch auf der Tour rasch und problemlos zu bedienen sein, nicht nur am Parkplatz. Steighilfen sind ab 20 % Steigung hilfreich und sollten aus Metall bestehen, da Kunststoff-Steighilfen bei Kälte oftmals klemmen.
 
Ende des Interviews
 
Touren-Tipps
1. Die Schneeschuhbindung bereits daheim auf ihre Funktion prüfen und ggf. bereits auf den entsprechenden wasserdichten Bergschuh einstellen.
2. Schneeschuhe ohne Platten- oder Korbbindung können für den Aufstieg im Ballenbereich ein wenig nach vorne geschoben werden, um so den Aufstieg zu erleichtern Achtung: für den Abstieg wieder nach hinten verschieben.
3. Vor dem Start ins Gelände die Transportsicherungen lösen.
4. Bei steileren Querungen oder Abstiegen unbedingt langsam gehen – jeder Schritt muss hier sitzen. Auch sollten die Stöcke bei jedem Schritt fest im Schnee stecken.
5. Wer sich in alpines Gelände begibt sollte die Tour genau planen, den Lawinenlagebericht studieren und auch interpretieren können. Ab Lawinenwarnstufe 3 hat man im Gelände nichts mehr zu suchen. Lawinenlageberichte gibt es unter:
www.lawinen.org (Europ. Lawinenwarndienste)
 www.lawinenwarndienst-bayern.de (Bayern)
 www.alpenverein.at (Österreich)
 
Harscheisen
Unsere Testkandidaten verfügen allesamt über Harscheisen, um die Orientierung leichter zu machen, haben wir diese in Spaziergänger (flache und leicht ansteigende Geländeformen), Berggeher (ansteigendes bis mittelsteiles Gelände) und Alpinisten (mittelsteiles bis steiles und eisiges Gelände) eingeteilt. Grundsätzlich gilt hier allerdings – ein Alpinist fühlt sich auch in der Ebene wohl, hingegen hat der Spaziergänger in alpinen Höhen nichts zu suchen. Besonders wichtig hierbei sind gegen Schneestollen geschützte Zacken unter dem Fußballen. Die Frontzacken beißen sich beim Aufstieg in den Schnee und garantieren somit die notwendige Trittsicherheit. Modelle der Alpinisten-Kategorie (siehe Test-Tabellen) verfügen meist auch über Krallen gegen Rückrutschen. Seitliche Harschkrallen geben darüber hinaus guten Halt bei Querungen steilerer Passagen.
 
 
TESTERGEBNIS
     
Kunststoff-Modelle
 
MSR Evo Ascent Schneeschuhe
Hersteller MSR
Modell Evo Ascent 22
Segment Alpinist unisex (Bewährtes Referenzmodell)
Empf. Preis 239,90 €
Gewicht (Paar) 1.845 g
Maße Länge 56 cm, Breite 20 cm
Bindung Riemenbindung mir 4 Dornverschlüssen
Harscheisen Antistoll-Frontzacken, Harscheisen am kompletten Rahmen
Technischer Aufbau/Material Kunststoff, vorne stark aufgebogen
Steighilfe/Bedienbarkeit Ja
Einsatzbereich Ebene/Berg
Weitere Details 15 cm Verlängerung Flotation Tail Denali Evo zum Preis von 39,95 €
Fazit/Testurteil Durch die Verlängerungsmöglichkeit ist der Evo Ascent absolut tiefschneetauglich. Nur bergab geht’s ohne „Tail“ einfach besser und auch im steilen Gelände ist die unverlängerte Version deutlich wendiger und leichter zu Handhaben. Für trittsichere Alpinisten ein Top-Modell.
 
Salewa Cevedale Schneeschuhe
Hersteller Salewa
Modell Cevedale
Segment Spaziergänger (günstiger Schneeschuh bei Bergzeit)
Empf. Preis 109,95 €
Gewicht (Paar) 1.680 g
Maße Länge 60 cm; Breite 18 cm
Bindung Riemenbindung
Harscheisen 2 Frontzacken und seitlich je 6 kurze Spikes
Technischer Aufbau/Material Kunststoff Polypropylen, Polyamid, vorne leicht aufgebogen
Steighilfe/Bedienbarkeit Ja
Weitere Details Transporttasche inklusive
Einsatzbereich Ebene/ Berg
Fazit/Testurteil Für alle, die sich in der Ebene oder auf leicht ansteigenden Forstsstraßen in der Winterwelt bewegen ist der Cevedale absolut geeignet.
Ein leichter Schuh für leichte Wanderungen.
 
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Die Testberichte von 7 weiteren Schneeschuhen finden Sie in unserem:
Testbericht Schneeschuhe (Teil 3)
 
 
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