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Trekkingrucksack
 
Trekking als Urlaub, ist beliebter denn je. Aber was ist eigentlich Trekking?
 
Bei Wikipedia findet man folgende Definition dazu: "Trekking bezeichnet das Zurücklegen einer längeren Strecke mit Gepäck, über einen längeren Zeitraum und unter weitestgehendem Verzicht auf eventuell vorhandene Infrastruktur."
 
Trekker mit Trekkingrucksack
 
Und spätestens bei den letzten Worten kommt der Trekkingrucksack ins Spiel. Denn "Verzicht auf eventuell vorhandene Infrastruktur" heißt, dass man vom Schlafsack bis zur Verpflegung alles selbst auf Tour in seinem Trekkingrucksack transportiert.
 
Damit bekommt der Trekkingrucksack im wahrsten Sinne des Wortes die tragende Rolle, die über Freud oder Leid auf Tour entscheidet. Deshalb hier eine kompakte Hilfestellung zum richtigen Trekkingrucksack und zum richtigen Packen des Trekkingrucksacks.
 
Tragesystem
Das Tragesystem (auch Rückensystem genannt) spielt für den Tragekomfort bei einem Trekkingrucksack die entscheidende Rolle. Die Grundidee beim Trekkingrucksack ist soviel Last als möglich von der Schulter auf die Hüfte zu bringen. Dazu braucht der Trekkingrucksack eine steife Verbindung zwischen Schulterriemen und Hüftflosse. Diese wird je nach Hersteller und Modell unterschiedlich ausgeführt, z.B.  als überkreuztes X-Frame aus Aluminium beim Tatonka High End Tragesystem oder als V-System bei der Deuter Aircontact Pro Serie.
 
Tragesystem Trekkingrucksack
Modernes Tragesystem Deuter Aircontact Pro
 
Tipp: Packsack
Ein Trekkingrucksack ist ein "schwarzes Loch" in dem Licht durch Material und Innenfarbe des Trekkingrucksack Licht verschluckt wird. Drum tut man sich auch so schwer, darin was zu finden. Abhilfe: einen hellen, großen Packsack (der so groß ist wie der Rucksack innen) in den Trekkingrucksack stellen und alles darin verstauen. Ein wasserdichter Packsack hält zusätzlich alles darin trocken.
 
Hüftflossen
Die Last wird nun vom Tragesystem auf den Hüftgurt übertragen und muss nun von diesem auf das Hüftbecken übertragen werden. Hier unterscheidet sich die Spreu vom Weizen beim Trekkingrucksack. Bei einem hochwertigen Trekkingrucksack ist diese Hüftflosse
  • mehrschichtig gepolstert, um Druckstellen zu vermeiden
  • atmungsaktiv, da der Hüftgurt flächig lange Zeit anliegt
  • am Hüftknochen hoch, so dass dieser immer gut umschlossen ist
  • geschlechtsspezifisch ausgeformt, so dass die Hüftflosse an der Hüfte des Trägers exakt und großflächig anliegt
  • beweglich am Tragesystem befestigt, damit sich der Hüftgurt auch bei komplexen Bewegungen nicht an der Hüfte bewegt, sondern sich das Tragesystem mit dem Trekkingrucksack bewegt
 
Schulterträger
Trotz Lastenverteilung auf die Hüfte wird immer auch eine Last auf der Schulter liegen. Damit diese nicht unangenehm muss die Rückenlänge des Trekkingrucksack zur Rückenlänge des Trägers optimal passen.
 
Dies ist dann der Fall, wenn bei mittigem Sitz des Hüftflossen auf dem Hüftknochen:
  • sich das Polster der Schulterträger sauber um die Schultern legen (bereits 10cm unter der Schulter hinten beginnend)
  • der Lageverstellriemen (oberhalb der Schulterträger) vorne am Schlüsselbein ansetzt
  • Trekkingrucksack
Lageverstellriemender Lageverstellriemen nach leichtem Anziehen (Schulterträger liegen immer noch sauber an) einen Winkel von 20 bis 30 Grad zur Horizontalen einnimmt. Unter 20° Winkel sollte eine längere, über 30° eine kürzere Rückenlänge gewählt werden.
 
Tipp: Ersatzschnallen
Wer länger mit seinem Trekkingrucksack unterwegs ist, sollte Ersatzschnallen für die Schulter- und Hüftgurte mit auf Tour nehmen.
 
Die Rückenlänge vom Trekkingrucksack wird je nach Hersteller unterschiedlich eingestellt:
  • stufenlos einstellbare Rückenlänge, z.B. beim Vaude Tergo Light System
  • in Stufen einstellbare Rückenlänge, z.B. beim Deuter Aircontact System
  • durch unterschiedliche Rückenlängen pro Trekkingrucksack Modell, z.B. Gregory Response System
Neben der passenden Rückenlänge müssen die Schulterträger anatomisch geformt sein um eine optimale Auflage auf der Schulter zu gewährleisten. Auch hier ist die Ausformung für Frauen wie Männer auf Grund der Anatomie unterschiedlich und die meisten Trekkingrucksack Hersteller bieten getrennte Damen- und Herrenmodelle an.
 
Tipp: Rucksack Nackenmulde
Trekkingrucksack beim Kauf nicht nur mit Gewicht befüllen, sondern auch die Deckeltasche mit Material vollständig ausstopfen. Ein guter Trekkingrucksack hat eine Nackenmulde, so dass man mit dem Kopf auch mal nach oben schauen kann ohne dass der Kopf an der Deckeltasche anstößt.
 
Richtig packen
Je besser ein Trekkingrucksack gepackt ist, desto leichter lässt er sich tragen.
 
Vielleicht so?Sherpa in Nepal
 
Dazu öffnet man als erstes alle Kompressionsriemen am Trekkingrucksack. Dann kommt als erstes der Schlafsack ganz unten in den Rucksack. Während einige den Schlafsack einfach reinstopfen, sollte dieser zuerst mit einem Kompressionssack so klein als möglich gestaucht werden. Wenn der Trekkingrucksack ein Bodenfach hat, dann kommt der Schlafsack ins Bodenfach.
 
Als nächstes kommen die mittelschweren Ausrüstungsgegenstände in den Trekkingrucksack. Ist ein Zelt dabei, dann dieses rechteckig in der Größe des Rucksackquerschnitts zusammenlegen und über den Schlafsack bzw. das Bodenfach platzieren.
 
Nun kommen die schwersten Gegenstände (Essen, Brennstoff, Wasserfilter etc.) an die Reihe. Diese werden so nah als möglich im Rückenbereich aber in keinem Fall höher als Schulterhöhe verstaut.
 
Trekkingrucksack richtig packen
 
Darüber und vom Rücken entfernt kommt nun die leichte Bekleidung. In den Meshtaschen außen am Trekkingrucksack verstaut man am besten Wasserflaschen und Brennstoffflaschen. Das Gestänge und die Isomatte wird schließlich ebenfalls außen am Rucksack festgegurtet.
 
 
 
Von Klaus Lehner, Geschäftsführer Bergzeit GmbH
 
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