Fahrradhelm kaufen: Darauf kommt es an!

Fahrradhelme gibt es so viele wie Fahrradmarken – den Überblick zu behalten, fällt schwer. Im folgenden Artikel zeigt Bergzeit Magazin-Redakteurin Judith Hackinger die Unterschiede zwischen den Helmtypen auf und erklärt, was unter einem Fullface-Helm, dem In-Mold-Verfahren und MIPS zu verstehen ist.  Weiterlesen

IXS Fahrradhelm Herren  (16 Artikel)

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Durchdachter Freeride- und Trailhelm für anspruchsvolle Ausflüge ins Gelände

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Leichter Fahrradhelm mit schlanker Form und optimaler Luftzufuhr

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Leichter Fahrradhelm mit schlanker Form und optimaler Luftzufuhr

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Fahrradhelm kaufen: Darauf kommt es an!

Wer einen Fahrradhelm kaufen möchte, steht nicht selten vor dem Regal wie der sprichwörtliche Ochse vorm Berg. Das Angebot ist riesig - Laien sind von der Menge an Produkten schnell überfordert. Beachtet man jedoch ein paar Dinge, fällt der Kauf eines Fahrradhelms gar nicht mehr so schwer.

Kriterien für den Kauf eines Fahrradhelms

Riesenauswahl und viele Optionen? Im Idealfall entscheidet das "Kopfgefühl", welcher Fahrradhelm den besten Tragekomfort bietet. | Foto: Judith Hackinger
Riesenauswahl und viele Optionen? Im Idealfall entscheidet das "Kopfgefühl", welcher Fahrradhelm den besten Tragekomfort bietet. | Foto: Judith Hackinger

Wer sich überlegt einen Fahrradhelm zu kaufen - oder das bestehende Modell auszutauschen, muss sich zunächst Gedanken über den zukünftigen Einsatzzweck machen. Wird ein Halbschalenhelm in In-Mold- oder Hartschalenbauweise gebraucht - oder gar ein Fullface-Helm? Auch die Helmform unterscheidet sich je nach Einsatz. So sind zum Beispiel Helme für Endurobiker im Nackenbereich tiefer gezogen als Rennradhelme. Letztere bieten hingegen ein Maximum an Belüftung und ein freies Sichtfeld ohne Visier oder Sonnenschild.

Beim Fahrradhelm entscheidet die Passform

Die Passform ist ein weiteres wichtiges Kriterium beim Helmkauf. Auch wenn sich viele Radler bei der Helmauswahl gerne von Optik und grafischer Gestaltung leiten lassen, ist die Passform ausschlaggebend dafür, wie gerne und oft ein Helm letztendlich getragen wird. Wenn der Helm unangenehm drückt, hilft auch das schönste Design nicht weiter! Wichtig ist daher, den Helm vor dem Kauf einige Minuten anzuprobieren und ein wenig Zeit damit zu verbringen. In der Regel reichen fünf Minuten, um herauszufinden, ob später lästige Druckstellen zu erwarten sind. Fahrradexperten raten dazu, mindestens zwei Modelle unterschiedlicher Hersteller aufzusetzen, um auf die Unterschiede in der Passform aufmerksam zu werden. Erst dann kann man sichergehen, dass ein Helm wirklich passt, angenehm zu tragen ist und auch im Vergleich zu anderen Modelle überzeugt.

Wie lässt sich aber herausfinden, ob ein Helm gut passt? Besonders wichtig bei der Wahl der Helmgröße ist der Sitz an den Schläfen. Dieser sollte kein seitliches Spiel erlauben, der aufgesetzte Helm darf am Kopf bei einer Schüttelbewegung nicht wackeln oder gar abfallen. Am Hinterkopf sollte der Abstand zum Helm maximal einen Finger breit sein. Und: In jedem Fall sollte der Fahrradhelm gemeinsam mit der Lieblingssonnenbrille probiert werden, um auszuschließen, dass die Kombination für Druckstellen an den Schläfen sorgt!

Die große Gruppe der In-Mold-Helme

In-Mold-Helme stellen die größte Gruppe der Fahrradhelme dar. In-Mold bedeutet, dass eine dämpfende Innenschale aus Hartschaum (meist expandiertes Polystyrol, kurz EPS) mit einer festen Außenschicht großflächig und permanent verbacken bzw. verschweißt wird. So lassen sich in den unterschiedlichsten Optiken und Ausstattungen sehr leichte, gut belüftete und stabile Fahrradhelme herstellen, die von Freizeitradlern, Mountainbikern und Rennradfahrern gleichsam geschätzt werden.

Ein Kritikpunkt bei In-Mold-Helmen - im Radbereich ebenso wie bei Skihelmen - ist ein mögliches Sicherheitsrisiko durch das Durchschlagen spitzer Gegenstände. Dieser Punkt ist jedoch heute aufgrund verbesserter Außenschalen zumindest bei Qualitätsherstellern vernachlässigbar. Außenschalen aus robustem Polycarbonat sind bei In-Mold-Fahrradhelmen ab dem mittleren Preissegment bereits häufig zu finden. Hochpreisige Modelle werden oft komplett oder teilweise mit Carbonfasern verstärkt.

Die Norm entscheidet

Apropos Durchschlagschutz: Die Europäische Norm (EN) 1078 oder auch DIN 1078 entscheidet darüber, ob ein Fahrradhelm als sicher gilt. Die Norm ist die Basis für die Mindestanforderungen an einen Fahrradhelm - dass sie ein Helm nicht erfüllt, kommt in der Regel nicht mehr vor. Immerhin gibt es trotz der einheitlichen Prüfkriterien für die Hersteller massive Unterschiede in Bauart, Ausstattung, Komfort und nicht zuletzt Sicherheit. Während einige Discount-Produkte und Schnäppchenangebote die EN 1078 gerade mal so erfüllen, setzen viele Hersteller hochwertiger Fahrradhelme bei ihren eigenen Ansprüchen die Messlatte deutlich höher an.

Deutlich über der Norm: Fahrradhelme mit MIPS-Technologie

Die MIPS-Technologie bietet Bewegungsspielrraum zwischen Innen- und Außenschale. So wird ein Teil der Rotationskräfte bei einem Aufprall gedämpft. | Grafik: MIPS
Die MIPS-Technologie bietet Bewegungsspielrraum zwischen Innen- und Außenschale. So wird ein Teil der Rotationskräfte bei einem Aufprall gedämpft. | Grafik: MIPS

Ein Beispiel für eine höher gelegte Messlatte ist das "Multi-Directional Impact Protection System", kurz MIPS. Das auch in Skihelmen angewandte, lizenzierte System nimmt die bei Stürzen sehr häufig auftretenden schrägen Aufprallkräfte ins Visier, die entstehen wenn der Kopf in einer Rotationsbewegung auf den Untergrund trifft. Da man sich auf Ski und Bike meist in mehr als eine Fahrtrichtung bewegt, sind schräge Sturzmuster in der Praxis häufiger der Fall als die bei der Normierung getesteten Einschläge im rechten Winkel.

Doch wie funktioniert MIPS? Ähnlich wie unser Gehirn in der umgebenden Gehirnflüssigkeit, dem Liquor, bei einem Aufprall mitschwingen kann, übernimmt in einem MIPS-Helm eine zusätzliche Teflonschicht die Dämpfung der kinetischen Rotationsenergie. Bei einem Aufprall können sich Innen- und Außenhelm so gegeneinander verschieben und damit rund 40 Prozent der auftretenden Kräfte absorbieren. Die Belastung auf das Gehirn reduziert sich dadurch deutlich, insbesondere das Risiko von Gehirnverletzungen sinkt. Helme mit MIPS gibt es ab etwa 100 Euro aufwärts.

Hart im Nehmen: Hartschalenhelme

Hartschalenhelme mögen ein Nischendasein führen - trotzdem haben sie ihre Daseinsberechtigung. Speziell im Dirt-Sektor sind Hartschalenhelme nach wie vor das Maß aller Dinge. Wie der Name schon sagt, sind Hartschalenhelme deutlich härter im Nehmen als In-Mold-Modelle und vetragen auch den harten Kontakt mit dem Untergrund. Bei Hartschalenhelmen besteht die Innenschale und die Hartplastik-Außenschale aus zwei getrennten Bauteilen, die punktuell miteinander verbunden sind.

Geschätzt wird die Bauart, weil sie so robust ist - die geschlossene Außenschale bietet auch bei harten Aufprallszenarien ausreichend Schutz. Nicht zuletzt punktet diese Helmkategorie durch ihren "Stylefaktor", der besonders bei Dirt-, Slopestyle- und BMX-Fahrern gut ankommt. In diesem Sektor fällt auch die "schlechtere" Belüftung der Helme weniger ins Gewicht. Bei gesteigerter Aktivität - am Mountainbike oder Rennrad - kommt es jedoch schnell zu einem Hitzestau unter der Helmschale.

Fullface-Helme und Integralhelme: Wenn es an die Grenzen geht

Fullface-Helme bewähren sich dann, wenn es ordentlich an die Grenzen geht. | Foto: POC
Fullface-Helme bewähren sich dann, wenn es ordentlich an die Grenzen geht. | Foto: POC

Im Handel fällt inzwischen auch das große Sortiment an Fullface-Modellen auf. Wie bei Motorradhelmen sorgt hier ein Kinnbügel für mehr Sicherheit im Bereich von Kiefer und Nase. In Kombination mit einer Brille (im Motocross-Slang gerne "Goggle" genannt) sorgen Fullface-Helme für einen echten Rundumschutz.

All Mountain Fullface-Helme werden in der Regel in In-Mold-Bauweise produziert, oft auch mit Außenschalen aus Carbon oder Glasfaserkunststoff (GFK). In Sachen Belüftung stehen sie ihren Halbschalen-Kollegen in nichts nach - moderne Fertigungstechnologien und Konstruktionsarten machen es möglich.

Beim Downhill oder All Mountain ist ein Abgang schneller passiert, als man denkt. Es ist daher durchaus eine Überlegung wert, ob der auserwählte Fullface-Helm gegebenenfalls mit einem separaten Neck Brace (Nackenschutz) kombiniert werden sollte. Einige Helme haben eine herausnehmbare Polsterung im Backen- und Nackenbereich, um den Helm nach einem Sturz besonders vorsichtig abnehmen zu können. Auch im Endurobereich haben viele Fahrer ihren Fahrradhelm mit Rundumschutz als Backup im Bikerucksack. Geht es bergab an die Grenzen, kommt die zusätzliche Sicherheit eines Fullface-Helms so manchen Bikern durchaus zugute.

Sicherheitsrelevante Aspekte der Helmausstattung

Bei hochpreisigen Fahrradhelmen, wie sie auch Bergzeit im Sortiment hat, sind einige Sicherheitsfeatures zum Standard geworden. So verfügen Fahrradhelme in der Regel über eine Weitenverstellung, die über ein fest verschließbares Nackenband reguliert wird. So kann der Helm perfekt an den eigenen Kopf angepasst werden.

Meist kommt dabei ein Ratschen- oder Drehverschluss zum Einsatz. Die Hersteller bieten zusätzlich einklettbare Pölsterchen an, mit denen auch die Innenschale individuell nachgepolstert werden kann. Bei Fullface-Helmen entfällt das Nackenband - hier hilft es nur, verschiedene Modelle in der richtigen Größe zu probieren, bis der Helm mit der optimalen Passform gefunden ist.

Auch die Weitenregulierung des Kinnbandes und die seitliche Gurtfixierung spielen bei der Passform eine Rolle. Als Richtwert gilt: Mehr als zwei bis drei Finger sollten zwischen Verschlussriemen und Kinn nicht Platz haben. Das geschlossene Gurtsystem darf bei einem optimal sitzenden Fahrradhelm nicht scheuern, daher empfiehlt es sich, den Helm in jedem Fall mit geschlossenem Gurtband zu probieren! Als Komfort-Kriterium fällt zudem eine verlässlich schließende Gurtschnalle ins Gewicht. Eine weich gepolsterte Schnallenabdeckung verhindert, dass die Schnalle im Kinnbereich unangenehm kratzt.

Komfortable Extras beim Fahrradhelm: Visier, Belüftung, waschbares Futter

Eine Weitenregulierung ist bei Halbschalenhelmen Standard. Bei einem guten Fahrradhelm lässt sich diese stufenlos über einen verlässlichen Rädchenverschluss regeln. | Foto: Scott
Eine Weitenregulierung ist bei Halbschalenhelmen Standard. Bei einem guten Fahrradhelm lässt sich diese stufenlos über einen verlässlichen Rädchenverschluss regeln. | Foto: Scott

Hat man bereits zwei oder mehr Helmmodelle im Auge, kommen weitere Details ins Spiel: Ein Visier schützt die Augen vor Matschspritzern und Sonneneinstrahlung, schränkt aber gegebenenfalls das Sichtfeld ein. Abnehmbare und waschbare Pads und Innenfutter sind bei den meisten Modellen ebenfalls zu finden - wobei es in Sachen regelmäßiger Pflege stark auf die persönliche Hygiene-Schmerzgrenze ankommt.

Unumstritten gilt zudem die Belüftung als zentrales Kriterium für einen hohen Tragekomfort, trägt sie doch maßgeblich dazu bei, dass man den Fahrradhelm unterwegs am besten gar nicht spürt. Ein Fachberater im Fahrradhandel kann hier gezielt beraten und Auskunft geben.

Fahrradhelme für Kinder

Im Prinzip spielen bei Fahrradhelmen für Kinder die gleichen Überlegungen eine Rolle wie bei Erwachsenen - mit einem grundlegenden Unterschied: Zusätzlich zur Passform muss auch die Optik stimmen - und zwar in den Augen des Kindes. Als wichtigstes Kriterium gilt daher, dass sich das Kind mit seinem Fahrradhelm rundum wohlfühlen sollte. Allein um sicherzustellen, dass der Helm später freiwillig und auch gerne getragen wird! Der sicherste Fahrradhelm bringt nichts, wenn das Kind ihn unterwegs aufgrund von Druckstellen oder einem uncoolen Design absetzt.

Bei der Passform ist besonders darauf zu achten, dass der Fahrradhelm tief in der Stirn des Kindes sitzt und nicht nur den Hinterkopf bedeckt. Ansonsten sollte man sein Augenmerk auf eine gute Sichtbarkeit richten: Leuchtende Farben, Reflektoren und Modelle mit integrierter LED-Beleuchtung sorgen für mehr Sicherheit.

Fahrradhelm austauschen: Einmal gekauft, nie mehr getauscht?

Wie auch beim Skihelm gilt für Fahrradhelme eine zentrale Aussage:

Nach einem Sturz hat der Helm seinen Dienst getan!

Ist man einmal mit Wucht auf den Helm gefallen, ist es an der Zeit, sich nach einem Neuen umzusehen. Auch dann, wenn abgesehen von ein paar Kratzern keine Blessuren sichtbar sind. Auch kleine Risse können die Sicherheit eins Helms erheblich beeinträchtigen. Ist man sturzfrei unterwegs, sollte der Fahrradhelm zudem etwa alle fünf Jahre ausgetauscht werden, da UV-Strahlung und Temperaturunterschiede eine Materialermüdung bewirken können. Dadurch verringert sich die Schutzwirkung des Helmes ebenfalls, auch wenn rein äußerlich gar keine Schäden zu erkennen sind. Das Herstellungsdatum ist übrigens in der Regel im Innenraum des Helms aufgedruckt.

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