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Flexibel in jeder Hinsicht

Gregory Maya 32 im Test: Rucksack für Mehrtagestouren

9 Minuten Lesezeit
Flexibel in jeder Hinsicht zeigt sich der Maya von Gregory. Der Wanderrucksack passt sich sowohl der Körperform an, als auch den Bewegungen, und kann von Wandern über Klettern bis Mountainbiken vielseitig eingesetzt werden.

Schon nach dem Auspacken war mir klar: Der Gregory Maya 32 ist anders als meine anderen Rucksäcke. Irgendwie weicher, beweglicher, leichter. Was sich beim ersten Anprobieren in leerem Zustand zunächst ungewohnt „labberig“ und fast nach Nichts anfühlte, erwies sich bereits auf der ersten Tour mit vollem Gepäck als sehr flexibel, leicht und bequem. Schon nach den ersten Metern hatte ich vergessen, dass ich da etwas auf dem Rücken trug. Eine ausgiebige Hüttentour in den Tannheimer Bergen sollte schließlich der Testparcours für den geräumigen Damen-Wanderrucksack werden – mit neuen Erkenntnissen in Bezug auf Handhabung, Packtaktik und Tragekomfort.

Der Gregory Maya 32: Eine elegante Erscheinung

Genug Platz für alles: In den Gregory Maya 32 geht viel rein. Damit man da auch schnell drankommt, hat der Toploader eine seitliche Reißverschlussöffnung für einen Direktzugang zum Hauptfach.
Genug Platz für alles: In den Gregory Maya 32 geht viel rein. Damit man auch schnell drankommt, hat der Toploader eine seitliche Reißverschlussöffnung für einen Direktzugang zum Hauptfach.

Allein schon optisch macht der Gregory Maya 32 was her: Je nach Farb-Vorliebe und Wunsch aufzufallen kann die Dame zwischen kräftigem Pink und elegantem Grau wählen. Ich habe mich für die schlichte Grau-Variante entschieden, da mir eine Pink-Pink-Kombination mit meinem beerenroten Fleece zu viel des Guten schien. Aber auch der „Graue“ bietet einige farbenfrohe Details wie die pinken Schlaufen und die große schicke Schnalle in Lila. Das glatte Polyester-Außenmaterial ist wie bei den meisten Rucksäcken sehr robust, etwas ungewöhnlich ist dagegen der elastische Stoffabschnitt auf der Front, der das Vorderfach bildet. Der Sinn wird schnell klar, wenn man das Fach befüllt, denn durch das Stretch-Material hat es ein flexibles Volumen – und bietet damit sogar Platz für einen Helm. Doch zu den Einsatzbereichen später mehr.

Platz pro toto

In einen räumlichen Engpass wird man mit dem Gregory Maya 32 auch auf ausgiebigeren Touren sicher nicht kommen. Der schlichte Toploader verfügt über ein großes Hauptfach und fasst insgesamt rund 32 Liter (Größe S) beziehungsweise 34 Liter (Größe M). Zwischen Hauptfach und Rücken befindet sich ein schmales, von oben zugängliches Einschubfach für den Trinkbeutel, welcher darin mit einem Klipp befestigt werden kann. Über diese beiden Fächer klappt man die Deckeltasche, die mit einem Außen- und Innenfach (per Reißverschluss) Raum für Wichtiges und Wertvolles bietet. Das zusätzliche Stretch-Frontfach reicht fast über die gesamte Vorderseite des Rucksacks und eignet sich super für flache Gegenstände wie Karten, Tourenführer oder Sonnenhut – aber man kann in den elastischen Stoff problemlos auch eine Regenjacke hineinstopfen oder den bereits erwähnten Helm. Die farblich abgestimmte Regenhülle ist ebenfalls dort integriert, in einem separaten Reißverschlussfach.

Die große Schnalle wird einfach in den Rucksack-Deckel eingehakt. Unter dem Stretch-Stoff (mattgrau) befindet sich das dehnbare Vorderfach und auch die tiefen Seitenfächer sind zum Teil elastisch und in ihrem Volumen variabel.
Die große Schnalle wird einfach in den Rucksack-Deckel eingehakt. Unter dem Stretch-Stoff (mattgrau) befindet sich das dehnbare Vorderfach und auch die tiefen Seitenfächer sind zum Teil elastisch und in ihrem Volumen variabel.

Besonders gut gefallen mir die beiden eng anliegenden, aber gleichzeitig dehnbaren Seitentaschen des Gregory Maya 32. Diese sind sehr tief und fassen damit auch höhere Gegenstände (zum Beispiel Flipflops oder große Trinkflaschen), ohne dass man Angst haben muss, etwas zu verlieren – wie mir das gelegentlich schon mit den kurzen Netz-Seitentaschen an anderen Wanderrucksäcken ergangen ist. In den Tiefen dieser Stretchtaschen kann man sogar kleinere Dinge wie Sonnencreme zusammen mit der Trinkflasche sicher verstauen. Auch die beiden kleinen Taschen am Hüftgurt des Maya 32 nutze ich sehr gern, denn diese fallen im Vergleich zu anderen Wanderrucksäcken ebenfalls relativ groß aus und bieten definitiv Platz für ein größeres Smartphone, eine kleine Digitalkamera oder mehrere Energieriegel. Daneben gibt es am Gregory Rucksack noch zwei Halterungen für Wanderstöcke oder Eispickel, mehrere Materialschlaufen sowie eine Befestigungsmöglichkeit für ein zusätzliches Sicherheitsrücklicht beim Biken.

Zügiger Zugriff?

Das Verschlusssystem des Gregory Maya 32 ist durchdacht, wenn auch etwas aufwändig. Um zum Hauptfach vorzudringen, muss man nämlich über den „Normalweg“ gleich drei Hindernisse überwinden: Eine an das Volumen des Rucksacks anpassbare Metallschnalle, einen Klippgurt, der gleichzeitig das Frontfach mit verschließt und ebenfalls das Volumen reguliert, sowie einen Zug-Schnellverschluss am Hauptfach selbst, der praktischerweise einhändig funktioniert. Die äußere Aluminiumschnalle wird in den Stoff des Deckelfachs eingehakt und hält sehr gut – leider manchmal zu gut, gerade wenn es schnell gehen soll: dann ist das Aushaken unter Umständen etwas friemelig.

Für Eilige gibt es aber noch eine zweite, zügigere Lösung, nämlich einen seitlichen, sehr weit zu öffnenden Reißverschluss, der einen Direktzugang zum Hauptfach bietet. So kommt man bequem auch an die ganz unten im Rucksack verstauten Dinge. Schade nur, dass der gleiche Zugang nicht auch auf der anderen Seite existiert – so müsste man sich beim Einpacken nicht merken, was man auf welche Seite packt. Die Reißverschlüsse am Gregory Maya 32 laufen übrigens sehr gut und leicht. Stichwort Toploader: Ordnungsliebende Menschen wie ich müssen sich in dieser Rucksack-Größenordnung mit einem reinen Toploader erst einmal anfreunden. Eine Unterteilung des Hauptfachs beziehungsweise ein separates Bodenfach (zum Beispiel für nasse Kleidung) hätte ich in manchen Situationen durchaus als praktisch empfunden.

Flexibilität als Markenzeichen

Der breite und flexible Hüftgurt schmiegt sich weich an die eigene Körperform an. Gut erkennbar sind die Löcher, die unter dem Mesh an Schulter- und Hüftgurten sowie am Rücken für mehr Atmungsaktivität sorgen.
Der breite und flexible Hüftgurt schmiegt sich weich an die eigene Körperform an. Gut erkennbar sind die Löcher, die unter dem Mesh an Schulter- und Hüftgurten sowie am Rücken für mehr Atmungsaktivität sorgen.

Die Besonderheit des Gregory Maya 32 ist sein „weiches“, flexibles Tragesystem. Mit einem Eigengewicht von rund 1.000 Gramm (Herstellerangabe) bewegt er sich mit dem Körper flexibel mit und verteilt trotzdem auch schwere Lasten gut auf die Hüfte. BioSync nennt Gregory dieses sich flexible Passform-Prinzip, das durch elastische Ansätze an Schulter- und Hüftgurten dafür sorgt, dass diese den Körperbewegungen folgen und der Wanderrucksack an Schultern und Hüfte immer gut anliegt.

Im Unterschied zu meinen anderen Rucksäcken (ob Tages- oder Trekkingrucksack) sind die Tragegurte beim Gregory Maya nicht steif, sondern dünn, weich und faltbar, und schmiegen sich an die Körperform an. Die Hüftgurte sind besonders breit und sorgen so dafür, die Last trotz fehlender Steifigkeit optimal zu verteilen. Das Rückenteil ist ebenfalls weich und flexibel, Metallstreben oder ähnliches zur Stabilisierung sind nicht vorhanden. Die Rückenlänge des Maya 32 wurde speziell an Frauenrücken angepasst. Mir kommt sie im Vergleich zu meinen anderen Rucksäcken ungewohnt lang vor (nach unten hin), was beim Test jedoch keineswegs ein Nachteile erkennen ließ. Gregory hilft auf seiner Webseite mit dem Auswählen der richtigen Rucksack-Größe – für Frauen gibt es den Maya 32 in Größe S und M, für Männer das Pendant „Miwok“ in den Größen M und L. So sollte für jeden Rücken die richtige Länge dabei sein.

Der Mehrtagesrucksack im Praxistest: Beweglichkeit für Klettern, Wandern, Biken

Der Gregory Maya 32 ist durch sein BioSync-Tragesystem so leicht und flexibel, dass man ihn beim Tragen kaum spürt. Zeitweilig habe ich sogar vergessen, dass ich einen Rucksack auf dem Rücken hatte. Zwar war die fehlende Steifigkeit anfangs etwas ungewohnt, aber ich möchte die Leichtigkeit und uneingeschränkte Bewegungsfreiheit nicht mehr missen. Druckstellen sind durch die dünnen, weichen Tragegurte kein Thema, und auch bei schwerer Ladung und vollgepackt sitzt der Rucksack absolut bequem und ich kann mich uneingeschränkt bewegen (die Komfortzone liegt nach Herstellerangabe bei rund elf Kilogramm). Das weiche Rückenteil passt sich der Form des Rückens an, lässt dabei aber einen leichten Hohlraum, der für Belüftung sorgt. Auch an den Stellen, wo der Rucksack direkt aufliegt, kommt man nicht extra ins Schwitzen. An Tragegurten, Hüftgurt und Rückenfläche ein großmaschiger Netzstoff mit einem speziellen, mit Löchern versehen Schaumstoff darunter angebracht, der Feuchtigkeit vom Körper wegtransportiert und Luft an den Rücken lässt. Damit ist der Maya Rucksack ideal für bewegungsintensive Sportarten in den Bergen wie Klettern, Bergtouren oder auch mal eine Mountainbiketour.

Durch den Stretcheinsatz an den oberen Schulterträgern und den weichen Rücken bewegt sich der Gregory Maya 32 flexibel mit dem Körper mit - auch wenn man mal Hand anlegen muss.
Durch den Stretcheinsatz an den oberen Schulterträgern und den weichen Rücken bewegt sich der Gregory Maya 32 flexibel mit dem Körper mit – auch wenn man Hand anlegen muss.

Die geringe Stabilisierung des Rückenteils erweist sich nur an einer Stelle als Nachteil, nämlich wenn es ans Packen geht: Durch die fehlende Steifigkeit steht der Maya 32 nicht von selbst, insbesondere wenn er halbleer ist. Wenn man ihn nicht hält, sackt er S-förmig in sich zusammen. Das kann besonders ungünstig sein, wenn man ihn draußen auf schmutzigem oder feuchtem Boden abstellen muss, da dann das helle Außenmaterial und speziell der schmutzempfindliche weiße Mesh-Rücken bzw. die weiße Mesh-Innenseite der Hüftgurte schnell dreckig werden. Das robuste Polyester-Außenmaterial ist zwar abwischbar, der elastische Stoff des Vorderfachs und der Mesh-Stoff jedoch nicht so leicht zu reinigen.

Etwas Mühe muss man sich auch beim Packen des Hauptfachs geben, denn besonders wenn der Rucksack nicht ganz voll ist, kann es vorkommen, dass feste Ausrüstungsgegenstände wie Brotdosen durch die weiche Rückwand in den Rücken drücken. Solchen Ausbeulungen kann man aber durch etwas Mitdenken beim Packen vorbeugen (eine Basis im Rucksack schaffen durch Wechselkleidung/Hüttenschlafsack etc., darauf dann festere Gegenstände wie Brotdosen so legen, dass sie nicht verrutschen und in den Rücken drücken können).

Da diese Nachteile eigentlich nur dann bestehen, wenn der Rucksack nur wenig Inhalt hat, würde ich den Gregory Maya 32 in erster Linie für einen Einsatzbereich mit mehr Gepäck oder Ausrüstung empfehlen. Vollgepackt zeigt er dann sein ganzes Können, und seine Vorteile hinsichtlich Gewichtsersparnis und Bewegungsfreiheit machen jeden Unmut beim Packen wieder wett. Außerdem hatte ich bisher noch keinen Rucksack in der Größe, den man so platzsparend lagern und sogar falten und für die Reise in einen Koffer packen kann!

Mein Fazit nach dem Rucksack-Test: Gregory Maya 32

Nach einer mehrtägigen Hüttentour und einigen alpinen Tageswanderungen mit dem Gregory Maya 32 kann ich sagen, dass mich der Tragekomfort des Rucksacks wirklich überzeugt hat. Richtig gepackt sitzt er super bequem auf Schultern und Hüfte und ist auf Tour kaum spürbar. Der leichte Wanderrucksack passt sich nicht nur der Körperform, sondern auch allen Bewegungen an, und bietet ausreichend Stauraum für Mehrtageswanderungen, kleinere Trekkingtouren und sogar kürzere Backpacker-Reisen (sparsames Packen und wenig Ausrüstung vorausgesetzt). Da er seine Vorteile gerade bei voller Packlage voll ausspielt, kann ich den Gregory Maya 32 insbesondere für ausgiebigere Touren mit mehr Gepäck wie beispielsweise eine Hüttenwanderung sehr empfehlen. Vielfältigen Einsatz kann er als Held der Bewegung auch beim Klettern und Biken finden, da von Helm bis Kletterausrüstung alles durchdacht verstaut werden kann. Der Rucksack „umarmt“ den Körper regelrecht und transportiert dabei trotzdem stabil die Last. Als ich neulich für eine kürzere Wanderung wieder einmal meinen kleineren Tagesrucksack verwendet habe, konnte ich mich kaum wieder an das steife Tragesystem am Rücken gewöhnen.

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