Auf der OutDoor 2014 hat Heimplanet erst kürzlich seine Zelte Nias und Fistral vorgestellt. The Cave war das erste Zelt der Hamburger Outdoor-Designer auf dem Markt. Welchen Windstärken widersteht das aufblasbare Zelt mit der Diamant-Konstruktion?

Die Gründungsgeschichte des Hamburger Labels Heimplanet beginnt 2003. Während eines Surf-Urlaubs in Portugal beschließen die beiden Freunde Stefan Clauss und Stefan Schulze Dieckhoff, ein aufblasbares Zelt zu entwickeln. Dieser Idee vorausgegangen war ein nervenaufreibender Versuch, vollkommen erschöpft vom Surfen am Strand ein herkömmliches Zelt aufzubauen. Zurück in der Heimat verfolgten die beiden aber zunächst ihre alten beruflichen Ziele. Erst 2008, rund fünf Jahre nach besagtem Portugal-Urlaub, starteten sie das „Projekt Heimplanet“. Sie beantragten einen Gründungszuschuss, kündigten ihre Jobs und widmeten sich von nun an der Entwicklung des aufblasbaren Zelts The Cave. Der Name stammt übrigens vom legendären Surf-Spot The Cave, der vor dem portugiesischen Atlantik-Ort Ericeira liegt.

Heimplanet The Cave: Ein Zelt zum Aufblasen

Die Heimplanet-Gründer Stefan Clauss und Stefan Schulze Dieckhoff hatten ihre Idee für ein aufblasbares Zelt bei einem Surf-Urlaub in Portugal. | Foto: Heimplanet
Die Heimplanet-Gründer Stefan Clauss und Stefan Schulze Dieckhoff hatten ihre Idee für ein aufblasbares Zelt bei einem Surf-Urlaub in Portugal. | Foto: Heimplanet

Im Januar 2011 konnten Stefan Clauss und Stefan Schulze Dieckhoff schließlich das aufblasbare Dreimannzelt auf der ISPO-Messe präsentieren. Das Heimplanet The Cave Zelt war einer der nominierten Finalisten in der Kategorie ISPO Brandnew. Dadurch wurden die ersten Sportartikel-Einzelhändler und die Presse auf Heimplanet und ihr innovatives Produkt aufmerksam. Der Ball kam sozusagen ins Rollen und noch im selben Jahr ging die erste Serie in Produktion.

Das Neuartige am The Cave Zelt ist die Zeltkonstruktion: Den Rahmen des Zeltes, das IDG (Inflatable Diamond Grid), bilden fünf doppelwandige Luftkammern aus Polyester und thermoplastischen Polyurethan-Folien (TPU), die auf dem geodätischen Prinzip basieren. Diese Konstruktion, die zum Patent angemeldet wurde, macht das Zelt flexibel und gleichzeitig stabil. Innenzelt und Außenzelt sind an dieser, der Molekularstruktur eines Diamanten nachempfundenen, aufblasbaren Gitterstruktur eingehängt. Nerviger Stangensalat gehört beim Einsatz vom Heimplanet The Cave also zur Vergangenheit. Das Zelt wiegt knapp fünf Kilo und ist nach nicht mal 60 Sekunden aufgeblasen und einsatzfähig.

Das Heimplanet The Cave Zelt weckte mit seiner aufblasbaren Konstruktion auch das Interesse von Design-Liebhabern. Eine Auszeichnung erhielt das Zelt von der Jury des if Product Design Awards. Im Oktober 2012 wurde den Heimplanet-Gründern außerdem der goldene Designpreis der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Das Heimplanet The Cave Zelt im Orkan-Test

Das Heimplanet The Cave Zelt basiert auf einer geodätischen Konstruktion, die an die Molekularstruktur eines Diamanten erinnert. Die Gitterstruktur ist aufblasbar, das Hantieren mit Stangen fällt also weg. | Foto: Heimplanet
Das Heimplanet The Cave Zelt basiert auf einer geodätischen Konstruktion, die an die Molekularstruktur eines Diamanten erinnert. Die Gitterstruktur ist aufblasbar, das Hantieren mit Stangen fällt also weg. | Foto: Heimplanet

Im Dezember 2013 trotzte das The Cave Zelt einem Orkan. Im Test-Center von Polychromlab 2610 in den Tuxer Alpen in 2.610 Metern Höhe auf dem Glungezer Gipfel wurde das Zelt tagelang starken Winden mit Windgeschwindigkeiten in der Spitze bis zu 277 Stundenkilometern ausgesetzt – und blieb stehen. Da staunte nicht nur der Testleiter Michèle Stinco, sondern auch der Hüttenwirt: „Ich habe schon viel gesehen in meinem Leben in den Bergen, aber was dieses Zelt aushält ist toll – jede Zeltstange wäre schon bei 150 Kilometer pro Stunde Windgeschwindigkeit gebrochen.“ Die aufblasbaren Luftkammern vom Heimplanet The Cave dienen als Rahmen und haben den Vorteil, dass sie bei starkem Wind wesentlich stabiler sind als die Aluminiumstangen gewöhnlicher Zelte. Dazu verbessert sich durch das Weglassen von Aluminium die Ökobilanz des Herstellungsprozesses ganz wesentlich.

Weitere Zelte von Heimplanet

In der Zwischenzeit hat Heimplanet das leichtere und kleinere Zweimannzelt namens The Wedge gelauncht, was sich gut als Trekkingzelt eignet. Mavericks, ein Event- und Expeditionszelt, ist in Zusammenarbeit mit Red Bull entstanden. Red Bull war für den Windsurf-Contest Red Bull Storm Chase auf der Suche nach einem stabilen Windschutz. Der sollte auch bei extremen Windbedingungen den Athleten, den Presseleuten und Judges ein sicheres Dach über dem Kopf bieten. Das Ergebnis ist das windstabilste Zelt der Welt, das auf demselben Funktions- und Konstruktionsprinzip basiert wie The Cave. Im Juli 2014 wurden auf der OutDoor Fachmesse die beiden jüngsten Innovationen vorgestellt. Nias, ein aufblasbares Vier-bis-Sechs-Personenzelt sowie das leichte Ein- bis Zweimannzelt Fistral. Heimplanet verarbeitet ausschließlich besonders strapazierfähige Materialien. Die beiden Gründer haben es sich zum Ziel gesetzt, die bestmöglichste Reiseausrüstung zu entwickeln und dabei die Funktionalität von Outdoor-Produkten mit progressivem Design zu verbinden: Ein Konzept, das sie selbst „Outdoor Lifestyle“ nennen.

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