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Egal ob Biwak, Zelt oder Hüttenboden – Isomatten sind essenziell, wenn es drum geht beim Camping oder auf Tour zu schlafen. Sie sorgen für Schutz vor Kälte, bieten Komfort und Dämfung. Unsere Kaufberatung zeigt, wo es Unterschiede gibt.

Was ist eine Isomatte?

Isolationsmatten sind Teil der Grundausstattung beim Camping und Trekking. Sie schützen vor kaltem, unebenem Untergrund und sorgen für Schlafkomfort. Nachdem der Schlafsack nach unten an vielen Stellen nur begrenzt isoliert, weil seine Füllung durch das Körpergewicht zusammengedrückt wird, muss an dieser Stelle die Isomatte einspringen.

Unterschiede bei Isomatten

Dämpfung, Isolation, Packmaß und Gewicht - das sind die zentralen Punkte bei Isomatten. | Foto: Therm-a-Rest
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Dämpfung, Isolation, Packmaß und Gewicht – das sind die zentralen Punkte bei Isomatten. | Foto: Therm-a-Rest

Ergänzend hinzu kommt, was der Name „Isomatte“ verschweigt: der Schlafkomfort. Immerhin muss die Isomatte draußen die heimische Matratze ersetzen. Gerade auf einem unebenen, steinigen Untergrund ist eine zuverlässige Dämpfung wichtig. Ist man länger unterwegs, gewinnen aber auch Packmaß und Gewicht an Bedeutung – und daraus resultieren beim Blick auf unser Isomatten-Sortiment auch die größten Unterschiede.

Was bei Outdoor-Ausrüstung (leider) viel zu oft gilt, trifft auch hier zu: Die ideale Matte gibt es nicht. In der Praxis ist man gezwungen, Kompromisse zu schließen und je nach Einsatzbereich einige Vorteile gegen andere einzutauschen.

R-Wert: Was bedeutet das?

Wie gut eine Matte gegen Kälte isoliert, gibt der sogenannte R-Wert (R-Value) an. Dieser Wert definiert den Wärmewiderstand, den ein Material besitzt. Oder einfach gesprochen: wie gut oder wie schlecht ein Material die Wärme leitet. Die folgende Tabelle bietet Anhaltspunkte.

R-Wert Temperaturbereiche und Einsatzgebiete
R = 1 bis +7 Grad, für drei Jahreszeiten, warme Nächte
R = 2 bis +2 Grad, für drei Jahreszeiten, gemäßigte Nächte
R = 3 bis -5 Grad, drei bis vier Jahreszeiten, kühlere Nächte
R = 4 bis -11 Grad, vier Jahreszeiten, wintertauglich
R = 5 bis -17 Grad, hochalpine Winterbiwaks
R = 6 bis -24 Grad, ausgedehnte Wintertouren

Als Faustregel gilt: Je dicker die Matte, umso besser die Isoliereigenschaft. Diese Dicke kann entweder durch Schaumstoff oder Luftkammern erzeugt werden. Bei einigen Matten ist zusätzlich ein Kunstfaservlies oder Daunen zur besseren Isolation eingearbeitet. Auch die Oberfläche der Matte spielt eine Rolle. Eine Wabenstruktur führt beispielsweise zu einer Verbesserung der Isolationsfähigkeit. Allerdings hat die Isolation auch ihren Preis – der sich in der Regel im höheren Gewicht niederschlägt.

  • Tipp: Beeinflusst wird die Isolation zum Boden von mehreren Faktoren. Etwa vom Untergrund, auf dem die Matte liegt. Je mehr Luftpolster sich dort bilden können (zum Beispiel bei Laub oder Gras), umso besser die Isolation.

Schaumstoff-Isomatten

Zentral bei Isomatten aus Schaumstoff ist die Qualität des Materials, denn diese bestimmt die Druckbeständigkeit und Rückstellfähigkeit und damit die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit der Matte.

  • Preisgünstige Isomatten bestehen meist aus dem Schaumstoff Polyethylen (kurz: PE). Diese Modelle sind häufig aus offenporigem Schaumstoff hergestellt; damit verlieren sie recht bald ihre Dämpfung und saugen sich leichter mit Feuchtigkeit voll. Mit der Zeit leiden sowohl Dämpfung als auch Isolation.
  • Hochwertige Isomatten bestehen aus geschlossenporigem Schaum, beispielsweise Evazote (kurz EVA oder Ethyl Venyl Acetat). Das bedeutet, dass die Luft in den Zellen eingeschlossen ist. Diese Matten sind elastischer und druckbeständiger. Das Material ist leicht, langlebig und nimmt kein Wasser auf. Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie sind günstig in der Produktion und zuverlässig im Einsatz.

Je nach gewünschtem Komfort und Isolationsleistung gibt verschiedene Material-Stärken (typischerweise von fünf bis 20 Millimeter) und verschiedenen Größen zu kaufen. Für eine erhöhte Isolation werden die Matten teilweise mit Aluminiumfolie beschichtet oder an der Oberseite mit einer Noppen- oder Waffelstruktur versehen. So entstehen Hohlräume zwischen Matte und Schlafsack, die die Wärmeleistung erhöhen.

Selbstaufblasbare Isomatten

Selbstaufblasbare Isomatten kombinieren relativ kleines Packmaß mit guten Isolationseigenschaften und geringem Gewicht. | Foto: Therm-a-Rest
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Selbstaufblasbare Isomatten kombinieren relativ kleines Packmaß mit guten Isolationseigenschaften und geringem Gewicht. | Foto: Therm-a-Rest

Selbstaufblasende bzw. selbstaufblasbare Isomatten füllen sich mit Luft, die gleichzeitig isoliert und dämpft. So vereinen sie ein recht kleines Packmaß mit guten Isolationseigenschaften und geringem Gewicht. Pionier und Marktführer auf diesem Gebiet ist die Outdoormarke Therm-a-Rest aus den USA. Diese Firma arbeitet laufend daran, Innenleben und Oberfläche ihrer Isomatten weiter zu optimieren.

Wie funktioniert eine selbstaufblasbare Isomatte?

Das Prinzip der selbstaufblasbaren Isomatte ist so einfach wie genial: spezielle Schaummischungen können für den Transport klein zusammengedrückt werden. Die Luft wird aus dem Schaumstoff und den Kanälen herausgepresst, die Matte wird komprimiert verschlossen und verpackt. Für den Schlafeinsatz wird die Isomatte ausgerollt, der Schaum entfaltet sich und die Hohlräume füllen sich mit Luft. Diese Luft wird am Ende mit einem Ventil „eingesperrt“ und sorgt so für Isolation und Dämpfung.

Aufblasbare Isomatten mit Luftkammerprinzip

Ein Pumpsack empfiehlt sich für alle Thermo-Isomatten. So gelangt keine Feuchtigkeit ins Innere. | Foto: Exped
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Ein Pumpsack empfiehlt sich für alle aufblasbaren Thermo-Isomatten. So gelangt keine Feuchtigkeit ins Innere. | Foto: Exped

Vereinfacht gesagt funktionieren aufblasbare Isomatten mit Luftkammerprinzip wie eine Luftmatratze – nur nicht so einfach. Denn bei diesen Matten werden luftdichte, extrem leichte Laminate zu bis ins Detail durchdachten Kammerkonstruktionen verarbeitet. In der Therm-a-Rest-Serie NeoAir etwa sorgen innen zahlreiche dreikantige Zellen für eine optimale Isolation. Und in der Sea to Summit Comfort Plus sorgen versetzte Sprung Cells™ für eine perfekte Dämpfung und Isolation.

Luftkammermatten mit Daunen- oder Mikrofaser-Füllung

Bei einigen High-End-Modellen sind die Luftkammern der Matte zum Teil mit Daunen oder Mikrofasern gefüllt, um die Wärmeleistung zu steigern. Derartige Matten sind deutlich wärmer als Schaumstoffmatten oder selbstaufblasende Isomatten. Zudem sind sie extrem komprimierbar und leicht. Je nach Wärmeleistung sind die Oberflächen der Matten mit Rillen versehen, um so zusätzliche Wärmepolster unter dem Schlafsack zu schaffen. Führend im Bereich der isolationsgefüllten Luftmatratzen ist die Marke Exped aus der Schweiz.

Tipp: Bitte nur mit Pumpe! Um zusätzlich Gewicht und Volumen zu sparen, sind die dafür nötigen Luftpumpen entweder gleich in der Matte integriert oder der Packsack dient zum Aufpumpen der Isomatten.

Entscheidungshilfe: Die beste Isomatte für Dich!

Wie schon erwähnt: Die eierlegende Wollmilchsau gibt es auch bei Isomatten nicht. Umso wichtiger ist es, sich vor dem Kauf Gedanken über den Einsatzbereich der Matte zu machen. Der R-Wert bietet dafür eine gute Orientierung. Denn mehr Komfort und eine dickere Matte bedeutet in der Regel auch mehr Gewicht, ein größeres Packmaß und höhere Anschaffungskosten.

Welche Isomatten fürs Camping und Zelten?

  • Komfort steht beim Camping an erster Stelle.
  • Gewicht und Packmaß spielen keine Rolle.
  • Auch die Wärmeleistung ist meist ein untergeordnetes Kriterium (Campingaktionen im Winter einmal ausgenommen)
  • Unsere Empfehlung: Eine dicke, selbstaufblasbare Isomatte bzw. ein Luftbett. Je nach Körpergewicht und Komfortbedürfnis mit acht oder sogar zehn Zentimeter Stärke.

Welche Isomatten fürs Trekking?

  • Gewicht steht an erster Stelle. Die Erfahrung zeigt: Je länger die Strecke, umso schwerer wird nun mal der Rucksack.
  • Auch das Packmaß hat Bedeutung, denn der Platz im Rucksack ist beschränkt.
  • Die Sparmaßnahmen bei Gewicht und Packmaß gehen – man ahnt es schon – zu Lasten des Komforts.
  • Welche Wärmeleistung die Matte haben sollte ist vom Tourenziel und der Jahreszeit abhängig. Bei der Auswahl hilft der R-Wert.
  • Unsere Empfehlung: eine selbstaufblasbare Isomatte mit 3.8 oder fünf Zentimeter Stärke. Für kältere Regionen oder Jahreszeiten greift man besser auf isolationsstarke Modelle zurück.

Welche Isomatte für’s Grobe: Expeditionen & Co.

Aufblasbare Isomatten sind komplexe Konstruktionen. Ein Querschnitt in die Comfort Light von Sea to Summit macht deutlich warum. | Foto: Sea to Summit
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Aufblasbare Isomatten sind komplexe Konstruktionen. Ein Querschnitt in die Comfort Light von Sea to Summit macht deutlich warum. | Foto: Sea to Summit

Expedition bedeutet: Man weiß nicht genau, was einen erwartet. Oft sind Kleinigkeiten entscheidend.

  • Das Gewicht der Isomatte sollte daher ebenso wie das Packmaß möglichst gering sein.
  • Die Wärmeleistung muss zu den (extremen) Bedingungen passen.
  • Komfort kommt dabei an letzter Stelle.
  • Unsere Empfehlung: Hochwertige Schaumstoffmatten mit Waffelstruktur, eventuell für eine bessere Wärmeleistung doppelt. Alternativ: mit Isolationsmaterial gefüllte Luftmatratzen.

Tipps und Tricks rund um Isomatten

  • Wer auch im Camping- oder Trekking-Urlaub nicht auf seinen Stuhl verzichten will, kann sich mit einer passenden Hülle behelfen. | Foto: Them-a-Rest
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    Wer auch im Camping- oder Trekking-Urlaub nicht auf seinen Stuhl verzichten will, kann sich mit einer passenden Hülle behelfen. | Foto: Them-a-Rest

    Lochschnüffler: Abgeschlossene Luftfüllungen haben böse Feinde -sogenannte Löcher. Man kennt das von Fahrradreifen. Selbst das robusteste Material und Vorsicht können sie nicht verhindern. Aber wie bei Fahrradschläuchen gibt es Hilfe: Flickzeug. Beim Aufspüren einer undichten Stelle hilft ein sogenannter Lochschnüffler. Einmal gefunden wird das Loch mit Flicken und Kleber aus einem Reparaturkit verschlossen und man kann wieder beruhigt schlafen.

  • Sitzlösung: Wer sich die Mitnahme eines Stuhls in den Campingurlaub sparen will, der kann seine selbstaufblasende Isomatte mit einer speziellen Hülle einfach zum Sitz umfunktionieren: Matte entsprechend zusammengeklappt, in die Hülle gesteckt, fertig. Eine einfache und bequeme Idee.
  • Isomattenüberzüge: Benutzt man Isomatten ohne Schlafsack, fühlt sich die Oberfläche unangenehm feucht und rutschig an. Dagegen helfen spezielle Überzüge, etwa der Universal Sheet Isomattenüberzug von Therm-a-Rest.
  • Coupler Kit: Wer verhindern will, dass nachts zwei Isomatten auseinanderrutschen, kann diese mit einem sogenannten Coupler-Kit verbinden – wider der Bettritze.
  • Pumpen: Idealerweise sollte immer eine Pumpe zum Aufblasen der Isomatte verwendet werden. So altert das Material in der Matte nicht so schnell. Gerade im Wintereinsatz ist das umso wichtiger. Denn bläst man bei Umgebungstemperaturen unter Null Grad eine Matte mit Atemluft auf, verwandelt sich die so hineingepustete Feuchtigkeit in Eis – und darunter leidet die Isolation.

Zusammenfassung: Isomatte kaufen

Wer unterwegs draußen, im Camping-Zelt oder am Hüttenboden schläft, braucht eine Isomatte, die gegen Kälte von unten isoliert und für Dämpfung und Schlafkomfort sorgt. Der R-Wert gibt an, wie gut eine Matte isoliert. Als Faustregel gilt: je dicker die Matte desto höher der R-Wert und desto besser der Komofort – aber, umso höher sind in der Regel auch Gewicht und Anschaffungspreis.

Unterschiede gibt es beim Aufbau der Matten: Schaummatten sind günstig, zuvgerlässig und unkompliziert aber auch weniger komfortabel. Selbstaufblasende Isomatten bieten eine gute Isolation, sind vielseitig, leicht und relativ klein im Packmaß. Luftkammermatten bieten die beste Isolation bei geringstem Gewicht und kleinstem Packmaß – aber auch den höchsten Preis. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es leider auch bei den Isolationsmatten nicht, daher gilt es vor dem Kauf abzuwägen, wofür die Matte vorwiegend gebraucht wird und auf welche Eigenschaften man daher besonderen Wert legen sollte.

Mehr zum Thema Isomatten im Bergzeit Magazin

Sebastian Krejci

...ist Produktmanager Hartware bei Bergzeit und zuständig für den Einkauf Trekking und Camping. Passend dazu verbringt er den Urlaub meist im Zelt in der Nähe vom Polarkreis, egal ob Sommer oder Winter. Darüber hinaus ist er für alle Aktivitäten in den Bergen zu haben, egal ob Wandern, Klettern, Ski- und Hochtouren und neuerdings sogar Gleitschirmfliegen. Pfeil Alle Artikel von Sebastian Krejci