Crowdsourcing Freerideski, batteriebetriebene Lawinenairbags, ein Skitourenhelm mit integrierter Kopflampe und ultraleichte Rennschuhe - wir stellen Euch ausgewählte ISPO-Highlights der Freeride- und Skitouren-Saison 2014/15 vor.

Völkl v-werks BMT

Völkl setzt mit der v-werks-Serie neue Maßstäbe im Bereich der Carbonverarbeitung. Mit der BMT-Serie (Big Mountain Touring) bringen die Bayern astreine Carbon-Freerider mit geringem Gewicht auf den Markt, die zugleich vollwertige Tourenski sind. Die schmalste Version, der BMT 94 (122-94-112) bringt nur 1.570 Gramm auf die Waage, der BMT 109 (134-109-119) 1.740 Gramm und der BMT 122 (143-122-133) 1.940 Gramm (jeweils in der 186 Zentimeter-Version). Das v-werks Konzept nutzt hochmoderne Verbundwerkstoffe und setzt auf die Erfolgsformel: Weniger Gewicht ist mehr Performance. Der Leistungsvorteil der BMT-Modelle offenbart sich vor allem, wenn man das niedrige Gewicht in Relation zur breiten Ski-Geometrie setzt. Alle BMT-Modelle erzielen hier im Vergleich absolute Spitzenwerte.Völkl betont, dass die BMT’s genauso wie Freerider belastet werden können und durch ihr geringes Gewicht besonders schwungfreudig sind. Also Ski, mit denen man nicht nur mühelos aufsteigt, sondern auch sportlich und spielerisch abfahren kann!

Völkl v-werks BMT 109 Freerideski | Foto: Völkl
Völkl v-werks BMT 109 Freerideski | Foto: Völkl

Scott ABS-System Alpride

Scott Air MNT AP 20 Pack | Foto: Arnold Zimprich
Scott Air MNT AP 20 Pack | Foto: Arnold Zimprich

Scott bringt diese Saison in Zusammenarbeit mit Alpride vier Lawinenrucksäcke für viele Einsatzspektren heraus. Das Fassungsvermögen reicht von einem 20 Liter-Modell (Scott Air MNT AP 20 Pack, nur 2,1 Kilogramm schwer) für schnelle und leistungsorientierte Touren über ein robusteres 22 Liter-Modell (Scott Air Free AP 22 Pack, 2,5 Kilogramm) bis hin zu einem 30 Liter-Rucksack (Scott Air Free AP 30 Pack, 2,6 Kilogramm) für ausgedehntere Touren. Für Tourengeher, die bei sehr langen Touren oder mehrtägigen Durchquerungen nicht auf integrierte Lawinensicherheit verzichten wollen, ist ein 40 Liter-Rucksack (Scott Air MNT AP 40 Pack, 2,8 Kilogramm) vorgesehen. Das Alpride-System selbst ist mit nur 1,2 Kilogramm sehr leicht und kann zudem laut Scott auch im Flugzeug mitgenommen werden. Der Auslöser befindet sich jeweils am linken Rucksacktragegurt, eine Beinschlaufe garantiert sicheren Sitz im Falle eines Lawinenabgangs. Eine Ersatzkartusche soll mit rund 60 Euro zu Buche schlagen, zu haben sind die Rucksäcke ab 560 Euro aufwärts.

Deuter Ontop ABS-Rucksacklinie

Deuter Ontop ABS 28 SL | Foto: Deuter
Deuter Ontop ABS 28 SL | Foto: Deuter

Deuter stellt auf der ISPO mit seiner Ontop ABS-Linie eine stimmige Lawinenrucksack-Serie mit Größen zwischen 18 und 30 Liter vor. Das integrierte ABS Twinbag-System hält den Sportler durch zwei große Luftkissen mit insgesamt 170 Liter Volumen in den Schneemassen „on top“, also oben auf, und erhöht damit die Überlebenschancen im Falle einer Lawine. Deuter betont, dass die Volumina der Rucksäcke netto berechnet wurden – der Platz, der durch das ABS-System eingenommen wird, wurde bei der Berechnung bereits abgezogen. Die Rucksäcke gibt es in vier Versionen, darunter zwei Modelle für die Dame: Den Ontop 18 SL (Frauenversion mit einem Gesamtgewicht von 3.030 Gramm), den Ontop ABS 20 (3.060 Gramm), den Ontop ABS 28 SL (Frauenversion mit 3.100 Gramm) und den Ontop ABS 30 (3.150 Gramm). Alle Rucksäcke sind mit dem bewährtem Alpine Back-Tragesystem von Deuter ausgestattet und verfügen über ein extra verstärktes Sicherheitsfrontfach für Schaufel, Schaufelstiel und Sonde. Die Rucksäcke sind für den Ski-, Schneeschuh- und Snowboardtransport geeignet, ein Trinksystem kann ebenfalls eingesetzt werden. Die Seite und Höhe des ABS-Auslösegriffs ist individuell anpassbar.

Extrem Freeride-Ski Opinion

Extrem Freerideski Opinion | Foto: Arnold Zimprich
Extrem Freerideski Opinion | Foto: Arnold Zimprich

Die sympathischen Ski-Tüftler der Marke Extrem aus dem schwedischen Ski-Mekka Åre bringen mit dem Opinion einen Crowdsourcing-Freeride-Ski der Extraklasse heraus. Der Ski wurde von den Mitgliedern von freeride.se, Skandinaviens mitgliederstärkster Ski-Online-Community, mit entworfen. Dem Aufruf, mit eigenem konstruktiven Input an der Entwicklung des Skis mitzuwirken, folgten auf freeride.se rund 1.400 Mitglieder, der Thread verzeichnete 600.000 Besucher. Und es hat sich gelohnt: Der Opinion ist ein vielseitiger Low-Rise Rocker aus Pappel- und Buchenholz, der sich im tiefen Powder genauso schön fahren lässt wie mit viel Druck auf der Piste. An Tip und Tail ist er durch besonders leichtgewichtiges Tubecomb verstärkt. In Schweden ist der manoeuvrierfreudige Ski schon längst kein Geheimtipp mehr – ob der ISPO Award Gold Winner 2014/2015 auch die Alpen im Sturm erobern wird?

POC Skull Orbic Comp H.I. MIPS

POC Skull Orbic Comp H.I. MIPS | Foto: Arnold Zimprich
POC Skull Orbic Comp H.I. MIPS | Foto: Arnold Zimprich

POC setzt mit dem Skull Orbic Comp H.I. MIPS erneut ein Ausrufezeichen in Sachen Helmsicherheit. Der 580 Gramm schwere Skihelm ist zum einen mit der bewährten MIPS-Technologie von POC (Multi-directional Impact Protection) ausgestattet, die die Rotationskräfte, die im Falle eines Aufpralls auf das Gehirn einwirken, deutlich reduziert. Neu ist jedoch der im Helm verbaute H.I.-Sensor. H.I. steht für Helmet Integrity, der Sensor misst die Intensität der Aufprallbelastungen. Am unteren Rand ist ein kleiner Druckknopf angebracht, der bei Betätigung anzeigt, ob der Helm laut Sensor noch eingesetzt werden kann (grünes Licht) oder alsbald ausgetauscht werden sollte (rotes Licht). Der Skihelm soll für etwa 500 Euro in den Handel kommen.

Black Diamond JetForce Lawinenairbag

Black Diamond JetForce Lawinenairbag | Foto: Black Diamond
Black Diamond JetForce Lawinenairbag | Foto: Black Diamond

Black Diamond bringt mit seinem JetForce-Lawinenrucksack eine völlig neu entwickelte Lawinenairbag-Konstruktion auf den Markt. Hier sorgt keine Gaskartusche für den nötigen Druck, sondern ein batteriebetriebener Ventilator, der den 200 Liter-Airbag in 3,5 Sekunden befüllt. Der reisefreundliche und kompakte Lithium-Polymer-Akku unterstützt vier oder mehr Airbag-Auslösungen pro Ladung, bei jeder Inbetriebnahme wird der Systemstatus angezeigt, um einer zu geringen Ladung vorzubeugen, LEDs zeigen den aktuellen Ladestand an. Drei Minuten nach der Auslösung wird der Airbag wieder entleert, um eventuell Hohlräume im Schnee zu bilden und die Ausgrabung zu erleichtern. Der Airbag kann problemlos für mehrere Einsätze oder zu Übungszwecken neu gepackt werden.

Ortovox Pocket Spike

Ortovox Pocket Spike | Foto: Arnold Zimprich
Ortovox Pocket Spike | Foto: Arnold Zimprich

Mit dem Pocket Spike stellt Ortovox einmal mehr unter Beweis, dass es zu den innovativsten Unternehmen im Outdoor-Business gehört. Kommt man im Aufstieg einer Tour in den Grenzbereich zwischen gerade noch mit Skiern begehbarer Route und schwer einschätzbarem Steilhang, lässt sich der Pocket Spike mit wenigen Handgriffen aus der Tasche ziehen (zum Beispiel aus der Hüftflossen-Tasche des Rucksacks) und an die Ortovox Pro Alu III-Schaufel anbringen. Der Pocket Spike fungiert als Leichtbau-Pickel, entschärft knifflige Hangquerungen und dient als Zusatzschutz für ausgesetzte Gratabschnitte. Er besteht aus einer Haue aus 7075 T6-Aluminium und der Pickelspitze, die anstatt des Pro Alu III-Schaufelblatts angebracht wird. Die beiden nur 95 Gramm schweren Einzelteile lassen sich zu einem 15 Zentimeter langen und kompakten Set zusammenstecken und ohne scharfe Kanten verstauen. Die Pro Alu III Schaufel bringt insgesamt (ohne Pocket Spike) 790 Gramm auf die Waage.

Dynafit RC1-Bindung und RC1-Schuh

Dynafit RC1 Bindung | Foto: Arnold Zimprich
Dynafit RC1 Bindung | Foto: Arnold Zimprich
Dynafit RC1 Schuh | Foto: Arnold Zimprich
Dynafit RC1 Schuh | Foto: Arnold Zimprich

Ab 2014 hat Dynafit die zusammen mit dem Konstrukteur Pierre Gignoux entwickelte Leichtbau-Linie „Dynafit by Pierre Gignoux“ im Portfolio. Zielpublikum sind Skitouren-Rennläufer und Leichtbaufanatiker. Die Früchte der Kooperation lassen sich sehen: Die Renn-Bindung RC1 ist mit lediglich 75 Gramm Gewicht die leichteste Bindung der Welt. Sie ist aus einer speziellen Karbonfaser gefertigt, am Hinterbacken sind zusätzliche Plastik- und Aluminiumteile verarbeitet, um eine ausreichende Stabilität zu gewährleisten. Die Bindung wird von Skitouren-Rennläufern vornehmlich im Wettkampf verwendet und erfüllt die offiziellen Regularien der International Ski Mountaineering Federation (ISMF). Die Bindung funktioniert ausschließlich als Kombination mit dem Schuhmodell RC1. Mit lediglich 500 Gramm ist der RC1-Rennschuh in der Größe 26.0 der leichteste Skitourenschuh auf dem Markt. Der Schuh aus Karbonfaser wird in Frankreich von Hand gefertigt. Abgesehen von seinem sensationellen Gewicht ist das Modell bekannt für seine hohe Steifigkeit, Stabilität und Präzision in der Abfahrt. Die Schaftneigung ist zwischen 12-18 Grad einstellbar. Mit der Schaftrotation von 75 Grad sprengt der RC1 auch im Aufstiegsbereich alle Grenzen.

Dynafit Daymaker Skitourenhelm

Dynafit Daymaker Skitourenhelm | Foto: Dynafit
Dynafit Daymaker Skitourenhelm | Foto: Dynafit

Mit dem Daymaker bringt Dynafit einen Helm mit integrierter Stirnlampe heraus, der zusammen mit den Lichtingenieuren von BMW entwickelt wurde. Hier trifft High Tech-Lichtelektronik auf Leichtgewichtsbauweise. Der Daymaker Skitourenhelm verfügt über vier elektronisch differenziert angesteuerte und ineinander verschmelzende Lichtkegel mit vier Leuchtstufen. Bei schwachem Akkuzustand schaltet die Lampe automatisch auf den „Aufstieg Standard“-Modus mit einer verbleibenden Leuchtdauer von einer Stunde. Der fließende Kontrastübergang in der Physiologie des menschlichen Auges wurde bei der Entwicklung der Lichtanlage nachempfunden.Die Leuchtkraft der installierten Lichtanlage beträgt 1.000 Lumen, der Helm ist mit einem 2.000 Milliamperestunden-Akku ausgestattet, leuchtet 200 Meter weit und vier Stunden lang.

Dynafit Denali Tourenski

Der Dynafit Denali Ski, der im Winter 2014/15 in der Kategorie Free Touring eingeführt wird, soll die Vorreiterrolle für einen leichten, stabilen und in seiner Gewichtsklasse breiten Tourenski einnehmen. Der Ski wurde in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Bergführerverband (IFMGA) entwickelt und auf einer ‚Best Practice‘-Expedition zum Denali (Mount McKinley) getestet. Die Kombination aus Gewicht, Konstruktion und Materialzusammensetzung macht den Ski zum perfekten Begleiter für lange Aufstiege und Abfahrten. Die Skibreite mit knapp 100 Millimetern unter der Bindung und sein Gewicht von 1.390 Gramm unterstreichen den besonderen Charakter des Modells: Taillierung und reduziertes Gewicht stehen für das optimale Verhältnis aus Aufstiegs-­ und Abfahrtsleistung. Der Denali Ski wurde, wie seine Vorgängermodelle, für spezielle Anforderungen auf Expeditionen, wo meist steiles, eisiges Gelände anzutreffen ist, konzipiert. Für Bergführer wird das Modell mit eingearbeitetem IVBV -Logo angeboten!

Dynafit Denali Tourenski | Foto: Dynafit
Dynafit Denali Tourenski | Foto: Dynafit

Dynafit Neo Tourenschuh

Dynafit Neo U CR Women | Foto: Dynafit
Dynafit Neo U CR Women | Foto: Dynafit
Dynafit Neo PX CP | Foto: Dynafit
Dynafit Neo PX CP | Foto: Dynafit

Mit der Neo-Serie hat Dynafit 2014 eine komplett neu designte Schuhlinie für den klassischen Skitourengeher im Programm. Das gesamte Know-how und die Sachkompetenz, die durch Entwicklungen wie den Dy.N.A. und den TLT5-Schuh gewonnen wurden, sind in die Neo-Linie eingeflossen. Das Ergebnis sind Schuhe, die eine tolle Passform, ein hohes Maß an Isolierung und das patentierte mit nur einer Hand bedienbare Ultra-Lock System 2.0 vereinen. Dazu kommt eine gekürzte, abgerundete Sohle (nur 304 Millimeter für Schuhgröße 27.5) für die besten Geh- und Klettereigenschaften mit oder ohne Harscheisen, ein sehr geringes Gewicht (ab 1.490 Gramm) und eine Schaftkonstruktion, die weite und flüssige Bewegungen ermöglicht.
Den Neo gibt es in insgesamt vier Varianten: Neo PX Frauen- und Männermodell mit einer Außenschale aus Pebax sowie Neo U Frauen- und Männermodell mit einer Außenschale aus Polyurethan. Alle vier werden jeweils in einer CR- und einer CP-Version mit unterschiedlichen Innenschuhen angeboten (CP=Custom Plus, CR=Custom Ready).

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