SNS, NNN, NIS und Turnamic IFP - wenn man zu Langlaufbindungen recherchiert, sieht man sich erstmal mit einer Reihe von Abkürzungen und Markennamen konfrontiert. Doch was bedeutet das? Und was unterscheidet die verschiedenen Systeme? Eine Kaufberatung.

SNS oder NNN? Was bedeutet das?

SNS bedeutet Salomon Nordic System. Dieses Bindungssystem wird vom Namensgeber Salomon, aber auch von anderen Langlauf-Herstellern verwendet. NNN steht für New Nordic Norm, ein Bindungssystem von Rottefella, das auch Fischer und Rossignol nutzen. Wichtig dabei ist: Die beiden Systeme unterscheiden sich im Aufbau und lassen sich grundsätzlich nicht miteinander vermischen. Eine NNN-Bindung benötigt einen NNN-Schuh, eine SNS-Bindung einen ebensolchen Schuh. Die Marke ist dabei nicht (zwingend) ausschlaggebend.

Weil es so eine Regel nicht ohne Ausnahme gibt, hat Salomon das Prolink-System auf den Markt gebracht, über das Salomon-Produkte auch mit dem jeweils anderen System genutzt werden können.

  • SNS nutzt für Skating und Klassik zwei unterschiedliche Verbindungsarten – Gummi für Klassik und beim Skaten sogenannte Pilotbindungen.
  • NNN nutzt ausschließlich Gummiverbindungen und bietet eine etwas breitere Bodenplatte. Das sorgt für einen besseren Stand.
  • NIS ist eine NNN-Unterform. Die Bindung nutzt das Rottefellasystem, lässt sich aber dank der NIS-Platte auf den Ski aufschieben und so einen flexiblen Mondopoint zu. Grundsätzlich kann man NNN Bindungen auch ohne NIS-Platte montieren.
  • Turnamic IFP ist eine neue Unterform der NNN-Bindung, die von Fischer und Rossignol für die Saison 2017/18 entwickelt wurde. Die Position der Bindung kann dabei werkzeuglos verschoben werden. Dies ermöglicht eine verbesserte Abstimmung zwischen Ski, Bindung und Schuh und eine gezielte Anpassung der Ski-Performance. Die Turnamic-Sohlen und -Bindungen sind kompatibel mit dem NNN-Sohlenprofil.
  • Prolink ist ein Salomon-System, das auch mit NNN-Schuhen kompatibel ist. Prolink-Schuhe lassen sich auch mit einer NNN-Bindung nutzen. In der Regel gibt es Salomon-Schuhe und -Bindungen in zwei Ausführungen: SNS und Prolink.
Bei Langlaufbindungen gibt es unterschiedliche Systeme, die untereinander nicht kompatibel sind. Schuh und Bindung müssen daher dem gleichen System entsprechen. | Foto: Andi Gehrke
Bei Langlaufbindungen gibt es unterschiedliche Systeme, die untereinander nicht kompatibel sind. Schuh und Bindung müssen daher dem gleichen System entsprechen. | Foto: Andi Gehrke

Welches System ist besser?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Beide Systeme sind ausgereift und werden auch im Langlauf-Weltcup genutzt. Die jeweiligen Vor- und Nachteile von SNS und NNN sprechen vorwiegend individuelle Entscheidungskriterien an, etwa die Vorerfahrung, bereits vorhandene Schuhe, das individuelle Fahrgefühl, die Passform oder wie man persönlich mit dem Handling zurecht kommt.

NIS und Trunamic IFP: Welche Bindungsplatten gibt es bei NNN?

Lange wurde für die variable Montage einer NNN-Bindung auf dem Ski eine NIS-Platte benötigt, ebenfalls von Rottefella entwickelt. Zum Winter 2017/18 kam die Turnamic IFP von Fischer und Rossignol auf den Markt. Diese Unterform der NNN vereinfacht die Feinabstimmung von Schuh, Bindung und Ski. Turnamic IFP-Ski und -Bindungen sind nicht mit NIS-Ski und -Bindungen kompatibel, die Turnamic-Schuhe hingegen schon.

Was unterscheidet eine Klassik- von einer Skating-Bindung?

Bei klassischen Langlaufbindungen ist die Verbindung zum Schuh insgesamt weicher. Das ist aufgrund der Abrollbewegung bei der Parallel-Technik notwendig. Beim Skaten soll der Ski möglichst nahe am Fuß bleiben, daher ist an der Verbindung ein härteres Gummi verbaut. Das ist grob gesagt der Unterschied. Darüber hinaus gibt es noch markenspezifische Unterschiede: Salomon verwendet für das Skating zum Beispiel keine Gummiverbindung, sondern ein Pilot-System.

Was macht Salomon bei den Pilot-Bindungen anders?

Die Pilot-Bindung von Salomon hat im Zehenbereich einen zweiten Steg, in den die Bindung eingehängt wird. Der Ski ist damit auch im Mittelfußbereich fixiert. Beim Klassik-System von Salomon ist das nicht der Fall, daher lassen sich Klassik-Schuhe von Salomon auch nicht mit einer Pilot-Bindung koppeln. Im Übrigen sind auch sehr alte Skatingschuhe von Salomon nicht mit dem Pilot-System kompatibel, weil der Sohlenaufbau nicht stimmig ist.

Welche weiteren Unterschiede gibt es bei Langlaufbindungen?

Ähnlich wie im Skibereich gibt es auch bei Langlaufbindungen Modelle, die speziell für den Freizeitbereich und solche, die eher für den Wettkampfsport zugeschnitten sind. Langlaufbindungen für den Touringbereich sind komfortabler. Sie lassen sich meist mit dem Stock öffnen, so dass man sich nicht bücken muss. Sportliche Langlaufbindungen hingegen sind mit einem Hebel oder ähnlichem zu öffnen und auf minimales Gewicht getrimmt.

Langlaufbindungen für den Freizeitbereich sind komfortabler (zum Beispiel beim Öffnen), während es bei Bindungen im Leistungssportbereich vor allem auf geringes Gewicht ankommt. | Foto: Sportful
Langlaufbindungen für den Freizeitbereich sind komfortabler (zum Beispiel beim Öffnen), während es bei Bindungen im Leistungssportbereich vor allem auf geringes Gewicht ankommt. | Foto: Sportful

Zusammenfassung

Neben der Frage Klassik oder Skating gibt es bei Langlaufbindungen zwei unterschiedliche Systeme, die grundsätzlich nicht miteinander kombiniert werden können: SNS und NNN. Weiter ergänzt wird die Auswahl durch Turnamic IFP-Bindungen, NIS-Bindungsplatten und Prolink-Bindungen von Salomon, wobei jedes System bzw. Sub-System grundsätzlich als empfehlenswert gilt. Hier muss man also einen Blick auf die Details werfen und sich individuell Gedanken machen. Wichtig ist generell, dass die Langlaufbindung zum Ski und der bevorzugten Technik passt und hinsichtlich des gewählten Systems mit dem Langlaufschuh kompatibel ist. Ein weiteres Auswahlkriterium ist schließlich der gewünschte Komfort: Bindungen im Freizeitbereich lassen sich oft mit dem Stock öffnen. Sportliche Bindungen sind auf Minimalgewicht ausgelegt und etwas aufwändiger im Handling.

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