Klettersteigsets müssen in jeder Situation leicht bedienbar sein - egal ob von Anfängern oder Fortgeschrittenen. Ob das Edelrid Cable Comfort 2.3 im Test punkten konnte, lest ihr in unserem Testbericht.

Ich gebe es ja zu: Als sporadischer Klettersteig-Geher, der zwar gerne mal Steige bis Schwierigkeitsstufe C/D bewältigt, sonst aber eher auf Bergen ohne „Verkabelung“ unterwegs ist, bin ich die letzten Klettersteige noch mit einem veralteten Klettersteigset mit Seilbremse gegangen. Eigentlich ein absolutes No-Go nach aktueller Kenntnislage! Es war also allerhöchste Eisenbahn, sich für künftige Eisenwege ein neues Klettersteigset mit Bandfalldämpfer zuzulegen, in meinem Fall das Edelrid Cable Comfort 2.3. Um das Set schon Ende Mai umfassend zu testen, fiel die Wahl auf den Mittenwalder Höhenweg, einen eher einfacheren, aber langen Klettersteig der Schwierigkeitsklasse A/B im Karwendel.

Kompakter Bandfalldämpfer beim Edelrid Cable Comfort 2.3. | Foto: Arnold Zimprich
Kompakter Bandfalldämpfer beim Edelrid Cable Comfort 2.3. | Foto: Arnold Zimprich

Edelrid Cable Comfort 2.3 – Erster Eindruck

Im Vergleich mit meinem alten Klettersteigset, das noch nicht mal Sicherheitskarabiner nach neuestem Standard hatte, macht das Edelrid Cable Comfort 2.3 sofort einen wertigen, vertrauenserweckenden Eindruck. Bei meinem Test-Set steht kein einziges Fädchen ab! Eine praktische Aufbewahrungstasche mit Reißverschluss sorgt zudem für Schutz.

Das 460 Gramm schwere Set glänzt mit einer angenehmen Haptik. Die aufgerauten Karabiner garantieren darüber hinaus ein rutschsicheres Handling, der kompakte Bandfalldämpfer ist sicher in einem Klettverschlusstäschchen verstaut. Die Befestigungsschlaufe für den Hüftgurt ist lang genug, um das Klettersteigset ohne viel Gequetsche am Gurt zu fixieren. Ein echtes Manko bei anderen Sets! Alle Metallteile sind optimal entgratet, zudem hat Edelrid auf vorbildlich verödete Nähte und Bänder geachtet.

Praxistest am Klettersteig

Also nichts wie Proviant, Gurt, Helm und Klettersteigset in den Rucksack gepfeffert und los geht’s! Schon immer wollte ich den Mittenwalder Höhenweg gehen, Freunde schwärmten von der tollen Aussicht. Und dann gleich noch im Rahmen eines Tests – umso besser! Ein früher Aufbruch ist bei diesem Klettersteig schlau, denn der Steig wird durch die einfache Erreichbarkeit mit der Karwendelbahn an schönen, warmen Tagen intensiv genutzt.

Nachdem ich großer Fan von by-fair-means Aktionen bin, laufe ich geschwind über die Brunnsteinhütte hinauf auf den Brunnsteinanger und bin bereits um acht Uhr am südlichen Beginn des Klettersteigs auf rund 2250 Meter Höhe. Traumhaft! Um diese Uhrzeit ist man hier oben noch (fast) allein, nur ein einziger weiterer Klettersteiggeher ist unterwegs. Ich lege meinen Leichtgurt an, schlaufe das Klettersteigset ein und schon kann es losgehen.

Die ersten, einfacheren Passagen bewältige ich, ohne die Karabiner des Cable Comfort 2.3 in das Stahlseil des Steigs einzuklinken. Gehgelände wechselt beim Mittenwalder Höhenweg mit einfacheren Klettersteigabschnitten ab. Hängt man die beiden Karabiner während Gehpassagen in die Materialschlaufen des Gurts ein, sorgen die elastischen Äste dafür, dass nichts im Weg herumbaumelt. Die beiden Äste ziehen sich weit genug zusammen, um auch umständlichere Steigmanöver problemlos zu bewältigen.

Praktische Sicherheitskarabiner

Als der Mittenwalder Höhenweg in Richtung Kirchlspitze das erste Mal etwas spannender wird, klinke ich die beiden „OneTouch“-Sicherheitskarabiner ein. Die Karabiner sind sehr leichtgängig; eine versehentliche Entriegelung wird durch einen Sicherheitsmechanismus nahezu verunmöglicht. Ohne viel Handkraft lassen sich die Karabiner entriegeln, nichts hakelt, nichts reibt. Die Umhängevorgänge lassen sich aufgrund des integrierten Scharniers problemlos und schnell bewältigen, ohne dass sich die Äste verheddern. Man merkt: Edelrid hat als versierter Hersteller von Kletterausrüstung seine Hausaufgaben gemacht!

Die Stretch-Äste lassen ein bequemes Umhängen zu. | Foto: Arnold Zimprich
Die Stretch-Äste lassen ein bequemes Umhängen zu. | Foto: Arnold Zimprich

Leider macht der in Rinnen und Scharten noch reichlich vorhandene Altschnee einer kompletten Begehung des Höhenwegs einen Strich durch die Rechnung – doch damit hatte ich schon kalkuliert. Immerhin ist man hier stets zwischen 2200 und 2400 Meter Seehöhe unterwegs – und es ist Ende Mai. So drehe ich kurz hinter der Sulzleklammspitze um, packe hinter der Kirchlspitze mein Edelrid Cable Comfort 2.3 zusammen und laufe wieder hinab ins Tal.

Fazit zum Edelrid Cable Comfort 2.3 Klettersteigset

Ich bin schon nach diesem ersten Test überzeugt. Das Edelrid Cable Comfort ist unkompliziert in der Anwendung. Im Laufe des Tests ist mir nicht ein Manko am Edelrid Cable Comfort 2.3 aufgefallen. Das Handling ist ausgezeichnet, häufiges Ein- und Ausklinken mit den OneTouch Sicherheitskarabinern kein Problem, der kompakte Bandfalldämpfer geht nie im Weg um. Damit ist das Edelrid Cable Comfort ein heißer Tipp für alle Klettersteiggeher – egal ob Neuling oder Könner!

Mehr zum Thema Klettersteig im Bergzeit Magazin:

Kommentare

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Mario

Wie schaut es mit Kurzschlusssicherheit aus? Habe gelesen, dass es da bei diesesm Kletterset zu Problemen kommen kann. Bin Anfänger und will mein erstes Set kaufen.

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