Die Leki Micro Vario Carbon Faltstöcke sollen den Spagat zwischen Leichtigkeit und Stabilität schaffen. Ob ihnen das gelingt? Eine Hike & Fly-Tour in den Pyrenäen mit mehr als 20 Kilo Gepäck schafft Klarheit.

Eine zweiwöchige Gleitschirm-Hike & Fly-Tour durch die Pyrenäen (Juli/August 2015) bot beste Faltstock-Testbedingungen: Wettertechnisch war von strahlendem Sonnenschein bis Dauerregen und Starkwind alles dabei. Wir, eine buntgemischte, 14-köpfige Fliegertruppe vom Hobby- bis zum Profipiloten, hatten teilweise mehr als 20 Kilo Gepäck dabei. Wir durchquerten Wasserfälle, mannshohe Farnwiesen und schier unendliche Geröllfelder – hartes Testgelände! Quintessenz: Die Leki Micro Vario Carbon Stöcke waren ein unverzichtbarer Teil der Ausrüstung und sind auch in Zukunft von keiner Tour mehr wegzudenken.

Fakten: Faltstöcke mit Speedlock-System

Durch die Pyrenäen mit den Leki Micro Vario Carbon Faltstöcken und 20 Kilo Gepäck. | Foto: Benedikt Schuhwerk
Durch die Pyrenäen mit den Leki Micro Vario Carbon Faltstöcken und 20 Kilo Gepäck. | Foto: Benedikt Schuhwerk

Die Micro Vario Faltstöcke aus Carbon verfügen über einen sogenannten „Push-Button-Release“-Mechanismus, der ein schnelles Zusammen- bzw. Auseinanderbauen der Stöcke ermöglicht. Man muss nur das erste Teilstück herausziehen, und schon schnappt der Knopf ein und der Stock ist aufgebaut. Außerdem kann durch das TÜV-zertifizierte Speedlock-System von Leki die Höhe um 20 Zentimeter stufenlos von 110 bis 130 Zentimeter verstellt werden. Insgesamt bringen die Micro Vario Carbon Faltstöcke nur 444 Gramm auf die Waage. Der Speedlock-Verschluss ist sehr solide verarbeitet, die Klemmkraft kann individuell angepasst werden. Perfekt für den Gleitschirmtrip war vor allem das geringe Packmaß von nur 38 Zentimetern. So konnten wir die Stöcke direkt im Staufach des Gleitschirm-Gurtzeugs verstauen.

Die Leki Micro Vario Carbon im Praxis-Test

Die Aergon Thermo Mid Griffe bieten auch bei nassen oder schwitzigen Händen zuverlässigen Halt. Außerdem ermöglicht die Griffverlängerung ein vereinfachtes, schnelles Umgreifen. Die in der Größe verstellbare Stockschlaufe liegt zudem angenehm in der Hand und unterstützt den sicheren Halt am Griff.

Wie bereits angedeutet, gab es bei unserer Pyrenäen-Durchquerung einige sehr herausfordernde Etappen. Umso wichtiger war es, dass die Stöcke perfekt und ohne zu verrutschen auch auf schwierigstem Untergrund standhalten. Die nassen Felsen auf dem Weg durch den Ordesa-Nationalpark verlangten nicht nur uns, sondern auch den Stöcken alles ab. Auf die „Flex Tip (Short)“ Spitze war in jeder Situation Verlass, sie bot auf jedem noch so rutschigen Untergrund zuverlässigen Halt.

Selbst unter extremen Bedingungen bietet der Leki Micro Vario Carbon jederzeit Halt. | Foto: Benedikt Schuhwerk
Selbst unter extremen Bedingungen bietet der Leki Micro Vario Carbon jederzeit Halt. | Foto: Benedikt Schuhwerk

Manchmal blieb der Stock zwischen den Felsen hängen und wurde durch den Schwung beim Laufen einer deutlichen Querbelastung ausgesetzt. Unsere Bedenken, dass ein Carbonstock bei so großer Belastung (80 Kilogramm Körpergewicht + 20 Kilogramm Ausrüstung) eher brechen würde als einer aus Alu, stellte sich bei den Leki Micro Vario Carbon als völlig unberechtigt heraus.

Herstellerinfo: Leki

Die Firma LEKI aus Baden-Württemberg entwickelt und produziert seit 1948 Stöcke, zunächst ausschließlich für den Skisport. Mittlerweile sind viele weitere Anwendungsgebiete dazugekommen (Trekking, Nordic-Walking, etc.). Außerdem zählen auch Handschuhe zum Produktsortiment des schwäbischen Unternehmens, das über 250 Patente hält und sich zum Weltmarktführer im Bereich Handschuhe und Stöcke etabliert hat!

Fazit zu den Leki Micro Vario Carbon

Die Leki Micro Vario Carbon haben vor allem durch den starken Halt in anspruchsvollem Gelände, ihre Flexibilität beim schnellen Bergablaufen, die Stabilität auch bei massiver Belastung und nicht zuletzt durch ihr geringes Gewicht und kleines Packmaß überzeugt. Damit sind sie absolut empfehlenswert für alle, die wenig Platz und Gewichtsspielraum haben und auf Topqualität und Stabilität bei ihren Trekkingstöcken setzen. Die Faltstöcke haben mehr als nur die Pyrenäentour perfekt überstanden – sie haben sich auch zum unverzichtbaren Begleiter auf zukünftigen Touren etabliert!

Mehr zu Leki Wanderstöcken im Bergzeit Magazin:

Kommentare

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Jörg
Hallo Benedikt, mal eine Frage: Warum bewerbt ihr Carbon Stöcke? Im Vergleich zu Alu Stöcken haben sie meiner Meinung nach 2 große Nachteile 1. Sie sind extrem Energieintensiv in der Herstellung und nicht recycelbar. Oder gibt es mittlerweile eine Idee was man mit den Stöcken macht wenn sie das Ende ihrer Lebendauer erreicht haben? 2. Sie verbiegen sich zwar nicht wie Alu aber dafür brechen sie viel schneller. Ich hatte 2 Paar Leki Skistöcke aus Carbon im Einsatz die beide im ersten Winter gebrochen sind. Meine Alustöcke halten so im Schnitt 6-8 Winter auch wenn sie meist schon im ersten… Read more »
Hallo Jörg, ich antworte in Vertretung von Benedikt, da er ja nur der „Tester“ ist und in die Bereitstellung des Produkts an sich nicht involviert war. Du hast recht – wenn ein Carbonstock gebrochen ist, dann ist er i.d.R. irreparabel. Soll bedeuten, dass er sich nicht wie ein Alustock verbiegt, ehe er bricht. Trotzdem haben Carbonstöcke ihre Daseinsberechtigung, denn nur wenige Alustöcke können es gewichtstechnisch mit der Carbon-Konkurrenz aufnehmen. Von daher ist es primär eine Sache der sorgfältigen Behandlung/des behutsamen Umgangs, wie lange ein Carbonstock hält und eine Bereicherung für den Ausrüstungsschrank ist. Ich selbst habe Carbonstöcke von Black Diamond… Read more »
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