Merino kommt mittlerweile in allen Bekleidungsschichten zum Einsatz. Neben unterschiedlichen Materialstärken spielt vor allem der Materialmix für Funktion, Wärme und Tragegefühl eine Rolle. Unsere Kaufberatung hilft bei der Orientierung.

Merinowolle hat sich als Funktionsmaterial im Outdoor-Bereich in den letzten Jahren fest etabliert. Kaum ein Sporttextil-Hersteller, der heute keine Merino-Produkte im Sortiment führt. Neben den klassischen Vorreitern wie Icebreaker, Ortovox und Devold, erobern auch zahlreiche junge Marken den Merino-Markt, darunter Super.Natural, Smartwool, Mons Royale, Kari Traa oder PallyHi.

Was für Vorteile hat Merinowolle in Outdoor-Kleidung?

Merinowolle ist ein nachwachsender, natürlicher Rohstoff und stammt vom Merinoschaf. Der Unterschied zu anderen Arten von Schurwolle besteht in der Faserstärke: Merinofasern sind besonders fein und weich. Im Gegensatz zu „herkömmlicher“ Wolle fühlen sie sich auf der Haut daher nicht kratzig an. Daneben hat Merinowolle – wie auch Wolle im Allgemeinen – viele weitere positive Eigenschaften: Sie isoliert sehr gut (auch wenn sie nass ist), transportiert Feuchtigkeit vom Körper weg, hat geruchsneutralisierende Eigenschaften und ist selbstreinigend.

Funktionskleidung aus Merino eignet sich besonders für Sportarten, bei denen sich Aktivität und Ruhephasen häufiger abwechseln, zum Beispiel beim Skitourengehen oder Wandern. Hier verhindert Merino-Kleidung das Auskühlen und sorgt für eine gute Temperaturregulation. Außerdem ist sie ideal für Touren, wo man die Kleidung nicht so häufig wechseln kann, weil es aufs Gewicht ankommt oder weil die Waschmöglichkeiten begrenzt sind – etwa beim Trekking, auf Hüttentour oder Backpacker-Reisen. Denn die Wolle lässt sich mehrere Tage tragen, ohne Mitwanderer und -reisende mit Schweißgeruch zu vergraulen. Merino-Bekleidung ist zudem sehr pflegeleicht. Oft hilft einfach Auslüften über Nacht und am nächsten Tag hat sich etwaiger Geruch verflüchtigt.

Funktionsunterwäsche aus Merino

Gerade wenn es um die inneren Werte geht, setzen Outdoor-Sportler immer wieder gerne auf Unterwäsche aus Merinowolle. Je nach Stärke des Materials kann diese nämlich für Abkühlung an warmen Sommertagen sorgen oder den Körper bei eisigen Temperaturen warm halten.

Weitere hilfreiche Informationen zur Materialstärke und zum Einsatzbereich der praktischen Unterwäsche findest Du in unserer Kaufberatung zu Merino-Unterwäsche.

Merino-Unterwäsche gibt es in unterschiedlichen Stärken, die es je nach Einsatzbereich und Jahreszeit auszuwählen gilt. | Foto: Ortovox/Hansi Heckmair
Merino-Unterwäsche gibt es in unterschiedlichen Stärken, die es je nach Einsatzbereich und Jahreszeit auszuwählen gilt. | Foto: Ortovox/Hansi Heckmair

100 Prozent Merino oder Materialmix?

Ein weiteres Unterscheidungskriterium bei Merino-Beleidung ist der Materialmix, sprich wie hoch der Anteil an Merinowolle im Verhältnis zu anderen Materialien ist. Viele Hersteller bieten mittlerweile nicht mehr nur Kleidung aus 100 Prozent Wolle an, sondern mischen zum Beispiel mit Kunstfasern wie Elasthan, Lycra oder Polyester. Das erhöht die Funktionalität des Materials, indem es die Vorteile der synthetischen Fasern mit denen von Merinowolle kombiniert.

In der Regel werden Kunstfasern zusätzlich eingesetzt, um das Material strapazierfähiger zu machen. Ein kleiner Anteil an Elasthan macht den Stoff beispielsweise dehnbarer und erhöht die Reißfestigkeit. Zudem trocknen Merino-Kunstfaser-Gemische schneller und verbessern den Feuchtigkeitstransport. So setzt Super.Natural eine spezielle Faser ein, bei der Merinowolle um einen Polyesterkern gewickelt wird. Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert die Nuyarn-Faser von Ortovox mit Nylonkern. Bei der Nuyarn-Unterwäsche wird das Gewicht drastisch reduziert (nur 105 g/m2) bei gleicher Isolationsfähigkeit wie ein dickeres Baselayer aus reiner Merinowolle.

Neben Kunstfaser setzen manche Hersteller auf die Kombination von Wolle mit weiteren Naturfasern. Houdini beispielsweise mischt in seine Merino-Unterwäsche Seide, um die Haptik und das Tragegefühl zu verfeinern. Bei Pally’Hi kommt Bambus-Zellstoff (Viskose) zum Einsatz, der die Stabilität des Stoffes verbessert. Ortovox verwendet in seiner Merino Cool-Linie die natürlich kühlende Lyocell-Faser Tencel.

Darüber hinaus tragen besondere Webarten des Stoffes zu einer erhöhten Funktionalität und Robustheit bei. Rewoolution etwa hat ein eigenes Websystem entwickelt (CompAct 3), welches das Merinomaterial besonders strapazierfähig, elastisch und weich macht.

Produkte aus reiner Merinowolle bieten übrigens unter anderem Rewoolution, Bergans, Mons Royale, Smartwool, Devold und Ortovox an.

Die Merino-Hersteller bieten nicht nur Funktionskleidung, sondern auch Lifestyle-Produkte aus Merino. | Foto: Icebreaker
Die Merino-Hersteller bieten nicht nur Funktionskleidung, sondern auch Lifestyle-Produkte aus Merino. | Foto: Icebreaker

Woran erkennt man Qualität?

Darüber hinaus unterscheiden sich Merino-Produkte auch in der Qualität der verwendeten Wolle (unter anderem was den Feinheitsgrad der Faser betrifft). Qualitativ hochwertige Merinowolle hat eine andere Haptik als vergleichsweise minderwertigere. Hervorzuheben ist an dieser Stelle die besonders feine und seidige Haptik der Merino-Produkte von Rewoolution. Die italienische Marke sortiert ihre Wolle von Hand und verwendet nur die feinste Qualität. Das hat natürlich seinen Preis. Generell kann man sagen: je teurer das Produkt, desto besser ist in der Regel die Faserqualität.

Nachhaltigkeit bei Merinowolle, oder: Was kostet gute Merino-Kleidung?

Wolle ist eine natürliche, nachwachsende Naturfaser und bietet viele Vorteile gegenüber Funktionskleidung aus Kunstfaser. Bei der Herkunft von Merino ist jedoch darauf zu achten, dass die Wolle aus Ländern beziehungsweise von Farmen stammt, wo nachweislich kein Mulesing – eine für die Schafe schmerzhafte Praktik zur Verhinderung des Befalls mit Parasiten – betrieben wird. Auch hier gilt: Der Preis lässt Rückschlüsse auf das Produktionsverfahren zu. Günstige Merino-Produkte im Billigmarkt sind mit Skepsis zu betrachten, vorzuziehen sind Markenhersteller, die auf die Qualität und die Herkunft der Wolle achten. Man sollte daher bei Merino-Kleidung niemals sparen.

Tierschutz ist ein wichtiges Thema bei Merinowolle: Verantwortungsbewusste Markenhersteller achten auf die Herkunft der Wolle. | Foto: Rewoolution
Tierschutz ist ein wichtiges Thema bei Merinowolle: Verantwortungsbewusste Markenhersteller achten auf die Herkunft der Wolle. | Foto: Rewoolution

Große Markenhersteller wie Patagonia oder Icebreaker kontrollieren die Herkunft ihrer Wolle und können durch ihre Marktposition gewisse Einflussmöglichkeiten ausspielen. Smartwool und Rewoolution besitzen beispielsweise das ZQ-Merino-Siegel der New Zealand Merino Company. Dieses Zertifikat garantiert hohe Standards im Bereich Tierschutz, Naturschutz und Nachhaltigkeit. Die meisten Merino-Hersteller informieren auch auf ihren Webseiten über die Herkunft der Wolle. Darüber hinaus greifen natürlich auch bei Merino-Kleidung die bekannten Zertifikate im Bereich Umweltschutz, faire Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit wie Bluesign (z. B. Super.Natural), Oeko-tex (z. B. Odlo und Icebreaker) und Fairwear (z. B. Ortovox).

Das gesamte Merino-Sortiment für Damen, Herren und Kinder findet sich hier bei Bergzeit:

Mehr zum Thema Merino im Bergzeit Magazin

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