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Nordisk hat mit dem Gormsson -20°C einen Schlafsack im Programm, der nicht nur mit einer überragenden Wärmeleistung aufwarten kann, sondern auch mit einer gelungenen Ausstattung. Unser Tester Holger hat den Schlafsack aufs Eis geführt.

Ein dickes Ding ist er ja schon, der Nordisk Gormsson -20°. Habe ich bisher meine Winternächte in einem Schlafsack mit einem Limitbereich bis -9°C verbracht, entfährt mir beim Anblick des Temperaturbereichs des Gormsson – das Limit liegt bei -20° C – ein wohliges Grinsen!

Schon länger spinne ich an der Idee herum, mal auf dem heimischen See zu übernachten. Allerdings müssen dazu die Bedingungen passen. Also eine längere Kälteperiode, damit wir eine gleichmäßige und vor allem dicke Eisdecke bekommen und am liebsten kein Schnee, damit ich direkt auf dem Eis liegen kann.

Dazu noch einen Schlafsack und eine Matte, mit denen ich mir nichts abfriere. Und siehe da – in Sachen Schlafsack bahnt sich eine Lösung an und gerne nehme ich das Angebot an, den Nordisk Schlafsack zu testen.

Nordisk fertigt seit einem dreiviertel Jahrhundert Schlafsäcke - das merkt man auch am Gormsson. | Foto: Holger Stark
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Nordisk fertigt seit einem dreiviertel Jahrhundert Schlafsäcke – das merkt man auch am Gormsson. | Foto: Holger Stark

Nordisk: Schlafsackprofi seit 75 Jahren

Die Firma Nordisk fertigt bereits seit den 40er-Jahren Schlafsäcke. Zunächst ausschließlich mit Daunen gefüllt, später dann auch Kunstfaserschlafsäcke. So wie mein neuer Gormsson, dessen Füllung aus Northguard Unlimited für wohlige Wärme sorgen soll.

Das Füllmaterial besteht aus einer Mischung aus unterschiedlich starken Polyesterfasern, die laut Hersteller eine außergewöhnlich gute Wärmeisolierung, hohe Atmungsaktivität, eine optimale Wärmerückhaltung und lange Lebensdauer bieten. Darüber hinaus ist die silikonisierte Faser, besonders im Vergleich zu Daunenfüllungen, sehr pflegeleicht!

Da kein Schlafsack ausreichend gegen Bodenkälte isoliert und eine komfortable Matte mit zunehmendem Alter immer wichtiger wird – besonders bei meiner geplanten Unternehmung – muss ich der Schlafunterlage eine hohe Aufmerksamkeit schenken. Hier habe ich jedoch leichtes Spiel. Schon seit Jahren ist die Therm-A-Rest NeoAir XTherm die Matte meiner Wahl.

Ich habe fast schon das Gefühl, dass sie im Sommer ob ihres Isolationsvermögens beleidigt ist, wenn man sie „nur“ wegen des Liegekomforts auspackt…aber für diesen Schlafsacktest ist die Isomatte genau in ihrem Element. Auf dem Eis gibt es Bodenkälte satt. Einen Nachteil hat die Matte leider, der auch in Kombination mit dem Gormsson Schlafsack auftritt:.Die Oberfläche ist sehr glatt, sodass man in „Schieflagen“ auf der Matte leicht ins Rutschen kommt. Aber auf der Eisoberfläche spielt dieser Mangel eher eine untergeordnete Rolle.

Die Testbedingungen könnten idealer nicht sein: Klare, frostige Nächte und sonnige, kalte Tage. Der See beginnt von den „Schattenenden“ her zuzufrieren. Apropos: wie steht es mit den inneren Werten des Schlafsacks?

Nordisk gibt dazu ganz nüchtern folgende Auskunft:

Größe L Größe XL
Gewicht 2.200 g 2.400 g
Komprimiertes Packmaß 30 x 36 cm 30 x 39 cm
Gesamtlänge 215 cm 230 cm
Fußweite 50 cm 50 cm
Schulterweite 75 cm 78 cm
Temperatur Komfort -10 °C -10 °C
Temperatur Limit -20 °C -20 °C
Temperatur Extrem -40 °C -40 °C

Nordisk Gormsson -20°C: Fakten und Götter

Beim Gormsson -20°C handelt es sich um einen Mumienschlafsack, der dreilagige H-Kammern mit versetzen Kammerstegen aufweist. Kältebrücken sollen so vermieden und eine gleichmäßige Wärmeleistung garantiert werden. Doch was in aller Welt hat mein neuer Schlafsack mit der Bluetooth-Verbindung meines Handys gemein?

Ganz einfach, den Namensgeber! Denn der Gormsson-Schlafsack ist nach Harald „Blauzahn“ Gormsson benannt. Er wurde 935 n.Chr. als Sohn von König Gorm und seiner Frau Thyra Dannebod geboren. Während seiner Zeit als König von Dänemark und Norwegen führte er unter anderem die Christianisierung Dänemarks durch.

Auch für mich wird es langsam ernst. Nicht etwa weil ich als König von Dänemark oder Norwegen die Heiden bekehren will, nein, die ersten Schlittschuhfahrer drehen ihre Runden über den See.  Also Traumbedingungen für meinen Schlafsacktest! Dickes Eis mit einer glatten, schneefreien Oberfläche.

Warm, wärmer, Gormsson!?

Ausgezeichnetes Testgelände: Ein zugefrorener Stausee. | Foto: Holger Stark
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Ausgezeichnetes Testgelände: Ein zugefrorener Stausee. | Foto: Holger Stark

Herstellerangaben sind eine Sache, die tatsächliche Wärmeleistung aber eine ganz andere. Es ist also wichtig, dem Schlafsack auf den Zahn, oder besser gesagt, auf die Füllung zu fühlen. Wie kommt der Schlafsack nach dem Auspacken daher?

Der erste Eindruck: mächtig! Mein Gormsson steckt in einem Kompressionsbeutel, in dem er auch gelagert werden kann. Sind die Kommpressionsriemen nicht angezogen, kommt die Rolle auf einen Durchmesser von ca. 30 cm bei einer Höhe von 49 cm. Interessiert ziehe ich die Kompressionsriemen an, um zu sehen, ob der Hersteller mit seinen Angaben von 30 x 36 cm (ein Volumen von 25,56 Liter) richtig liegt. Und siehe da: Ohne große Probleme kann man den Packsack an den vier Kompressionsriemen auf das angegebene Maß komprimieren und mit etwas Gefühl und der richtigen Technik sogar unterschreiten!

Allerdings erhöht sich dadurch auch ein wenig der Durchmesser. An dieser Stelle noch eine gut gemeinte Empfehlung: Niemals einen Schlafsack im Kompressionssack mitnehmen, sondern immer lose in den Rucksack stopfen. Damit füllt man das vorhandene Volumen optimal und hat keine Probleme mit einer harten, unhandlichen Kugel und der Frage wie man die Löcher zwischen Schlafsack und Rucksack sinnvoll füllen kann. Zudem sparen sich Gewichtsfüchse den Packsack!

Gewicht und Packmaß

Das Gewicht kommt als nächstes auf den Prüfstand. Nordisk gibt dieses mit 2.200 Gramm an. Beim Nachwiegen auf einer geeichten Waage komme ich auf 2.340 Gramm. Zieht man die 106 Gramm des Packsacks ab, bleiben 2.234 Gramm für den Schlafsack übrig. Die Differenz von 34 Gramm ist sicherlich verschmerzbar und jeder Schlafsackhersteller ist beim Abrunden tendentiell großzügig. Trotzdem: eine offizielle Gewichtsangabe von 2.250 Gramm fände ich sympathischer. Doch abgesehen davon sucht man bei anderen Herstellern lange, ehe man einen Kunstfaserschlafsack mit einer solchen Isolierleistung und einem so geringen Gewicht findet. 34 Gramm hin oder her!

Bei dem angegebenen Maß für die Schulterbreite kann ich Nordisk allerdings nicht ganz zustimmen. Stehen dort 75 cm, komme ich auch nach mehrmaligem Messen und Auslegen immer nur auf 72 cm. Ob das zu Problemen führen kann, muss jeder selbst beurteilen. Für mich hat die Schulterweite jederzeit gepasst – auch mit einer zusätzlichen Isolationsjacke.

Auf zum Schlafsacktest!

Da ja nun alles geklärt ist, wird es endlich ernst. Die Sonne geht langsam hinter der Schöttelkarspitze unter. Zeit für mich, den Rucksack mit allem Notwendigen zu füllen und den Marsch Richtung Übernachtungsplatz anzutreten. Beim „In-den-Rucksack-stopfen“ des Schlafsacks fällt die angenehme Haptik des Bezugsstoffs auf. Dieser ist angenehm weich, trotzdem robust und dabei auch noch wasserabweisend. Schnell ist am See alles zur Übernachtung hergerichtet. Isomatte aufpusten, Schlafsack ausrollen, Klamotten im Schlafsack verstauen und die Schuhe neben das „Bett“ stellen. Gute Nacht!

Sofort stelle ich fest, dass der Schlafsack meinen 182 Zentimeter Körpergröße ausreichend Platz bietet. Zudem kann ich ohne Probleme Bekleidung für den nächsten Tag und eine Wasserflasche mitnehmen. Für mich ebenfalls wichtig, denn so kann ich mich im Schlafsack auf die Seite drehen und muss nicht auf dem Rücken schlafen!

Der Reißverschluss ist angenehm leichtgängig. Liegt man im Schlafsack, kommt es auf den richtigen Zugwinkel am Zipper an, dann kann er ohne sich im Stoff festzubeißen hin und her bewegt werden.Ein nicht ganz unwichtiger Punkt für leidgeplagte Reißverschlußnutzer! Nach einigen Bedienungszyklen hat man in jedem Fall den richtigen Dreh raus. Der Reißverschluss hat übrigens eine Zweiwegeöffnung. Sollte es einmal zu warm werden, kann man den Schlafsack auch am Fußende öffnen.

Über einen Gummizug kann darüber hinaus der wulstige Wärmekragen individuell angepasst werden. Damit wird der Wärmeerhalt im Schlafsack sichergestellt. Zusätzlich hat der Wärmekragen einen Magnetverschluss, der die beiden Enden aneinanderheftet. Über die Notwendigkeit dieses Magnetverschlusses bin ich mir noch im Unklaren, vielleicht erschließt sich mir aber auch noch nicht die wirkliche Funktion dahinter …

Im Test wurde das Temperaturlimit von -20 °C genau ausgelotet. | Foto: Holger Stark
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Im Test wurde das Temperaturlimit von -20 °C genau ausgelotet. | Foto: Holger Stark

Schlafkomfort in einer eiskalten Nacht

Die Kapuze kann über einen weiteren Seilzug mit Stopper optimal auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Natürlich gibt es auf der Innenseite eine kleine Dokumententasche mit Reißverschluss – das gilt inzwischen als Standardausstattung.

Ein kleines, verstecktes Highlight ist für mich die Tasche an der Innenseite des Fußendes. In diese kann man wunderbar die Füße stecken – sie sind im Handumdrehen, oder besser im Fußreinstecken, wohlig warm!

So liege ich bei stattlichen Minustemperaturen auf „meinem“ See und tauche mit einem Blick auf die Sterne in das Reich der Träume ein. Durch die Kombination aus Therma Rest NeoAir XTherm Isomatte und Gormsson Schlafsack konnte ich in der Tat eine erholsame Nacht bei -15° verbringen. Dabei habe ich auf zusätzliche Bekleidungsschichten verzichtet, um die Wärmeleistung nicht zu beeinträchtigen.

Natürlich ist diese Aussage (genau wie die durch den Hersteller ermittelten Temperaturangaben Comfort -10°C, Limit -20°C und Extrem -40°C) sehr schwierig auf andere Schlafsacknutzer übertragbar. Während mein Empfinden vollkommen subjektiv ist, versucht der Hersteller eine Vergleichbarkeit mit anderen Herstellern und Schlafsackmodellen zu erreichen. Dazu lässt Nordisk seine Schlafsäcke vom unabhängigen Institut „THELMA“ in Norwegen nach DIN 13537 testen. Letztendlich muss jeder den für sich richtigen Kompromiss aus Wärmeleistung, Gewicht und Packmaß und damit den richtigen Schlafsack finden.

Fazit zum Nordisk Gormsson -20°C Schlafsack

Tester Holger fühlt sich im Nordisk Gormsson -20 °C sichtlich wohl. | Foto: Holger Stark
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Tester Holger fühlt sich im Nordisk Gormsson -20 °C sichtlich wohl. | Foto: Holger Stark

Nach einer Nacht auf dem zugefrorenen See kann ich ich sagen: Der Nordisk Gormsson -20°C hat mich nicht im Stich gelassen und wird ein wichtiger Bestandteil meiner Outdoor-Ausrüstung. Gefroren habe ich jedenfalls nicht – das Klimamanagement des Schlafsacks ist rundum gelungen. Innen angenehm trocken, die Außenhaut hält der Umgebungsnässe stand. Obwohl ich ein Faible für leichte Ausrüstung habe, war es durchaus ein Genuß, in einem etwas wärmeren und schwereren Schlafsack zu nächtigen. Denn eine erholsame Nacht trägt mehr zum Gelingen einer Unternehmung bei als einige wenige eingesparte Gramm. Trotzdem die Warnung an alle Minimalisten: Der Gormsson -20 °C hat ein vergleichsweise großes Volumen. Dies ist jedoch ein „Problem“ aller Kunstfaserschlafsäcke mit diesem Temperaturbereich!

Nordisk Gormsson -20°C: Die Vor- und Nachteile

Plus:
•    Klares Design ohne Schnickschnack
•    Hohe Qualität und gute Verarbeitung
•    Hohe Wärmeleistung
•    Komfortable und warme Fußtasche
Minus:
•    Vergleichsweise großes Volumen

Interesse am Gormsson? Dann hier lang:

Weitere Produkttests im Bergzeit Magazin:

Holger Stark

…lebt am Fuße des Karwendels und ist seit seiner Kindheit vielseitig in der Natur, bevorzugt in den Bergen mit den Hunden, unterwegs. Egal ob mit Ski, Schneeschuh, im Laufschritt oder der Hand am Fels, wichtig sind ursprüngliche Natur und Einsamkeit. Pfeil Alle Artikel von Holger Stark