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Prima Pulli

Patagonia Nano Puff Bivy im Test: Leichte Primaloft-Isolation

7 Minuten Lesezeit
Eine Isolationsjacke als Überzieh-Pullover - ob das praktisch ist, zeigt unser Test des Nano Puff Bivy von Patagonia. So macht sich der Pulli mit umweltfreundlicher PrimaLoft Gold Eco Füllung beim Wandern und Biken.

Als mir meine Kolleginnen eröffneten, dass ich den neuen Nano Puff Bivy Pullover testen darf, war mein erster Gedanke: „Blödsinn, wer braucht schon einen Thermopullover?! So etwas ist doch total unpraktisch.“ Aber ich muss zugeben: die leuchtende Farbkombination hat mich angezogen wie eine Elster. Zudem ist der Bivy Pullover ein Produkt von Patagonia. Eine Marke, die mir durch ihr soziales Engagement und Umweltbewusstsein sehr sympathisch ist.

Patagonia Nano Puff Bivy auf einen Blick

Die eng anliegende Kapuze und die Bauchtasche des Patagonia Nano Puff Bivy sind wunderbar für kühle Herbsttage. | Foto: Veronika Daubmeier
Die eng anliegende Kapuze und die Bauchtasche des Patagonia Nano Puff Bivy sind wunderbar für kühle Herbsttage. | Foto: Veronika Daubmeier

Der leichte Nano Puff Bivy wurde als Gewichtswunder für ambitionierte Kletterer entwickelt. Er wiegt bei Größe M gerade mal 312 Gramm. Zudem ist er winddicht und wasserabweisend. Die Isolierung besteht aus komprimierbarem PrimaLoft® Gold Eco (60 g/m), der zurzeit effizientesten Synthetik-Isolierung auf dem Markt.

Sie besteht zu 55 Prozent aus recyceltem Material und bewahrt auch in nassem Zustand ihre Isolationskraft. Die raffiniert verflochtenen Fasern des leichten Pertex Quantum® Eco-Bezugs und Futters (zu 100 Prozent recycelt) stoppen den Wind, lassen Nässe abperlen und unterstützen die Wirkung der DWR-Imprägnierung (DWR steht für Durable Water Repellent, also dauerhaft wasserabweisend). Die Steppnähte im Ziegelmuster und die horizontalen Seitennähte fixieren die Füllung. Durch die Verwendung eines besonders robusten Fadens garantiert Patagonia eine lange Haltbarkeit.

Wenn das Thermometer ordentlich fällt, bieten zwei praktische Features zusätzlichen Wärmekomfort:

  • die Bauchtasche, in der man wunderbar die Hände aufwärmen kann
  • und die dicht anliegende Kapuze mit Elastik-Einfassung, die man auch unter einem Helm tragen kann

Weitere Ausstattung:

  • Die Reißverschluss-Tasche am Rumpf ist zugleich der Packsack und besitzt eine stabile Schlaufe zum Einhängen in den Karabiner
  • Der Frontreißverschluss mit nässeableitender Innen-Windleiste ist lang genug für eine gute Ventilation
  • Elastik-Bündchen an den Ärmeln und der verstellbare Zugkordelsaum verhindern zusätzlich das Eindringen von Kälte

Der Nano Puff Bivy beim Wandern, Biken und auf Skitour

Sogar bei herbstlichen Bike-Touren wärmt der winddichte Nano Puff Bivy angenehm. | Foto: Veronika Daubmeier
Sogar bei herbstlichen Bike-Touren wärmt der winddichte Nano Puff Bivy angenehm. | Foto: Veronika Daubmeier

Welche Zeit eignet sich besser, einen leichten Thermopulli zu testen, als ein paar Herbsttage in Südtirol? Zuerst dachte ich, ich werde den Nano Puff Bivy nie anziehen können, weil er einfach viel zu warm ist. Falsch gedacht!

Erste Oktoberwoche, Partschins, Südtirol. Als wir am späten Nachmittag ankommen, hat es immer noch 20 Grad. Bei so warmen Temperaturen steht einer angenehmen Bergtour ja nichts im Wege.

Wandern: Wärmereserve für Körper, Kopf und Hände

Am nächsten Tag steht daher die Spronser Seenrundwanderung (größte hochalpine Seenlandschaft Europas) auf dem Programm. Zuerst geht es von Vellau mit dem Gondellift hoch zur Leiter Alm (1.550 Meter). Dort hätte ich den Nano Puff Bivy eigentlich schon ganz gerne angezogen, leider ist er im Rucksack gut verstaut und die Gondel einfach zu eng, um ihn schnell auszupacken.

Von der Leiter Alm geht es über unzählige Stufen hinauf zur Hochgangscharte auf 2.441 Meter, wo mir ein recht kalter Wind um die Nase bläst. Das perfekte Wetter für den Nano Puff, der schnell übergezogen ist. Durch sein winddichtes Außenmaterial ist es gleich deutlich angenehmer und die Hände können in der Bauchtasche aufgewärmt werden. Natürlich ist es nicht besonders schlau, sich während dem Wandern die Hände in der Bauchtasche aufzuwärmen – aber es muss einfach sein. Auf dem weiteren Verlauf der Rundwanderung kommt auch die Kapuze zum Einsatz, die wirklich toll abschließt und dem Wind keine Chance lässt. Erst beim Gegenanstieg ziehe ich den Primaloft-Pullover wieder aus. Bei der Gondelrückfahrt bin ich schlauer und ziehe ihn gleich an, was sich als sehr gute Idee erweist.

Biken: Windschutz beim Downhill

Der Patagonia Nano Puff Bivy sitzt körpernah und garantiert so gute Bewegungsfreiheit und Wärmekomfort. | Foto: Veronika Daubmeier
Der Patagonia Nano Puff Bivy sitzt körpernah und garantiert so gute Bewegungsfreiheit und Wärmekomfort. | Foto: Veronika Daubmeier

Am zweiten Tag geht es mit dem Mountainbike zur Naturnser Alm auf 1.910 Metern. Irgendwie ist es schon ein komisches Gefühl, einen Thermo-Pulli zum Biken einzupacken. Das habe ich bis heute noch nie gebraucht. Zum Glück ist er recht klein und leicht. Schon beim Uphill stellt sich heraus, dass sich die Sonne nicht mehr so richtig durch den Wald kämpfen kann und oben an der Hütte begrüßt uns der gleiche kalte Wind wie gestern.

Ich war noch nie so froh, einen Thermo-Pulli beim Biken dabei zu haben wie vor diesem Downhill. Die Passform ist sehr schmal, die Ärmelbündchen verhindern, dass von vorne der kalte Wind meine Arme noch mehr auskühlt. Komfort und Wärmeleistung sind einfach perfekt und es dauert an diesem Tag lange, bis ich den Nano Puff Bivy wieder ausziehe!

Nässetest auf Herbsttour im Oberland

Wieder zurück im bayerischen Oberland mache ich den dritten Test. An einem sehr ungemütlichen Tag fällt uns nichts Besseres ein, als auf den 1791 Meter hohen Heimgarten zu gehen. Gesagt, getan. Ab der Kaseralm sind wir im Nebel, dementsprechend durchnässt kommen wir oben am Gipfel an. Doch auch bei diesen nasskalten Verhältnissen zeigt sich – der Patagonia Nano Puff Bivy eignet sich für jedes Wetter. Die Nässe macht ihm nichts aus, er wärmt mich trotz allem schnell auf und auch meine Hände dürfen wieder in die inzwischen sehr beliebte Bauchtasche.

Der Nano Puff auf Skitour

Durch das kleine und leichte Packmaß musste der Nano Puff Bivy natürlich im Winter auch mit auf Skitour. Und entgegen allen meinen Erwartungen hat er sich auch hier super bewährt. Er ist schnell übergezogen und der herausragendste Vorteil ist, dass der Reißverschluss beim häufigeren An- und Ausziehen unterwegs nicht eingefädelt werden muss (mit dicken Skihandschuhen oft ganz schön fummelig). Die Jacke ist im Nu zu und somit entstehen keine Kältebrücken.

Das Fazit zum Isolationspulli-Test

Ich hätte nie gedacht, dass mich ein Wärmepulli so überzeugen kann. Für mich war es immer ein Rätsel, warum sich andere Bergsportler für einen Pulli statt eine Jacke entscheiden. Abgesehen von der Optik spielt die Wärmeleistung eine Rolle: Da der Frontreißverschluss nicht durchgeht, gibt es weniger Kältebrücken.

Darüber hinaus traue ich mich fast nicht, es zu sagen: Am meisten begeistert mich die Bauchtasche. Sie hat meinen kalten Händen wirklich gute Dienste erwiesen! Auch die Kapuze überzeugt durch einen perfekten Sitz. Normalerweise bin ich eher Fan von verstellbaren Ärmelbündchen, aber an den kalten Tagen (vor allem auf dem Rad) habe ich auch hier die Vorteile der elastischen Bündchen erkannt.

Wenn ich mir noch etwas wünschen dürfte, wären es zwei verstellbare Saumkordelzüge. Diese sind mir von der Handhabung her lieber als die Stretchbündchen. Beim Ausziehen über den Kopf hätte ich zudem gerne etwas mehr Raum und Platz für die Arme – aber mit diesem kleinen Manko kann ich leben.

Ein weiteres Highlight ist natürlich die Farbkombination. Damit ist der Patagonia Nano Puff Bivy ein absolutes „Must-Have“ für diesen Herbst und Winter. Durch das geringe Packmaß passt der Patagonia Nano Puff Bivy auch in die kleinste Tasche. Ein weiterer Pluspunkt ist das unkomplizierte Waschen: Der Nano Puff kann bei 40 Grad in der Maschine gewaschen werden und trocknet in Windeseile. Ich freue mich jedenfalls schon auf die ersten Skitouren mit meinem neuen, treuen Wärmebegleiter.

Kleines Packmaß - der Nano Puff Bivy kann in seiner Reißverschlusstasche transportiert werden. | Foto: Veronika Daubmeier
Kleines Packmaß – der Nano Puff Bivy kann in seiner Reißverschlusstasche transportiert werden. | Foto: Veronika Daubmeier

Geeignet für:

  • Herbst und Übergangszeit als Midlayer oder Isolationsjacke
  • z.B. für Einsätze wie das Sichern beim Klettern, Frühjahrsskitour, MTB-Downhill, Gipfelpause
  • klein verpackbare Isolationsschicht für Hochtouren

Nicht geeignet für:

  • eisige, winterliche Temperaturen bei niedrigem Aktivitätslevel (nicht warm genug)
  • sehr häufiges An- und Ausziehen, da man den Nano Puff Bivy immer über den Kopf ziehen muss (z.B. mit Helm unpraktisch)

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