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Das Pontische Gebirge, oder auch Kaçkar Dağları, erhebt sich knapp 4.000 Meter hoch über der südlichen Schwarzmeerküste. Wanderer und Trekker haben aufgrund zahlreicher Tages- und Mehrtagestouren die Qual der Wahl.

Als Verlängerung des Kaukasus trennt das Pontische Gebirge (Kaçkar Dağları) in der Türkei das Schwarze Meer von Anatolien. Vor langer Zeit siedelten sich Armenier und Georgier in den Pontischen Alpen an und errichteten steinerne Klosterkirchen, die sich malerisch ins Gebirge schmiegen. Die Türken besetzten die Region, die heute meist Kackar genannt wird,  Schritt für Schritt ab dem 11. Jahrhundert, aber die Gegend ist bis heute ethnisch gemischt geblieben. Neben der türkischen Sprache wird auch heute noch Hemsin und Laz gesprochen.

Fast wie in den Alpen: In den Bergwiesen des Pontischen Gebirges nahe Sura. | Foto: Kate Clow
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Fast wie in den Alpen: In den Bergwiesen des Pontischen Gebirges nahe Sura. | Foto: Kate Clow

Das Pontische Gebirge weist eine im weltweiten Vergleich sehr hohe Biodiversität auf. Neben großflächigen, alten immergrünen Wäldern und Hochlandweiden, auf denen einst Ochsenherden grasten, ist das Gebirge von drei Gletschern und zahlreichen Gletscherseen geprägt. Seit den 80er-Jahren genießen Wanderer den Kaçkar-Dağları-Nationalpark und seine Berghütten. Leider verlassen nicht zuletzt aufgrund der extensiven Staudamm- und Bergbauprojekten mehr und mehr Bewohner die Gebirgsregion und ziehen in die Städte.

Tageswanderungen im Pontischen Gebirge

Generell lassen sich die Wanderwege im Pontischen Gebirge in zwei Typen unterscheiden: Aktuell entsteht eine ganze Reihe von Tageswanderungen im Hevek-Tal zwischen Olgunlar und Barhal. Diese familientauglichen Touren können auch zu Beginn und am Ende der Wandersaison im Kaçkar Dağları begangen werden, wenn die großen Passüberquerungen wegen Schnee geschlossen sind. Auch sind bereits Broschüren zu diesen Tagestouren in Arbeit, die in den Pensionen um Barhal ausliegen werden (Stand Mai 2013).

Mehrtagestouren und Trekking

Wer höher hinaus will, findet im Pontischen Gebirge acht Mehrtagestouren, die über verschiedene Pässe das Hauptgebirge queren. Für jede der Trekking-Routen im Kaçkar Dağları sollten Wanderer drei bis sechs Tage einplanen.  Die Wege kreuzen sich an verschiedenen Punkten, was Kombinationen und individuelle Verlängerungen möglich macht. Entlang einiger Routen stehen lokale Unterkünfte zur Verfügung, für andere ist ein Zelt nötig. Teilweise können zum Gepäcktransport Mulis genutzt werden.

Infos und Tipps zum Wandern im Pontischen Gebirge

Begegnung im Pontischen Gebirge. | Foto: Kate Clow
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Begegnung im Pontischen Gebirge. | Foto: Kate Clow

Die bekannten Wanderrouten im Pontischen Gebirge beginnen auf Dorfverbindungswegen und führen oft steil durch dichten Tannen- und Kiefernwald. Die Baumgrenze wird in diesem Teil der Türkei bei etwa 2.100 Meter erreicht. Von Bergkämmen und Pässen erschließen sich einzigartige Blicke über Täler und Gebirgszüge. Einige der Wanderwege verbinden Dörfer mit ihren Hochgebirgsweiden, andere nutzen alte Handelswege, die meisten sind steil und führen über steinigen Untergrund. Nicht alle Pfade sind markiert, GPS-Punkte sind mit Kate Clows Tourenführer für das Gebiet als Download erhältlich. Die britsch-türkische Autorin und Hobby-Historikerin erforscht, kartografiert und veröffentlicht seit 1992 die Wander- und Trekking-Optionen im Pontischen Gebirge. Zu den beliebtesten Tourenzielen zählt die Besteigung des fast 4.000 Meter hohen Kackar-Gipfels.

Wandern und Trekking im Pontischen Gebirge

  • Beste Zeit: Außer mit Schneeschuhen sind die Anstiege zu den Gipfeln wie auch die hohen Passüberquerungen im Pontischen Gebirge nur von Juli bis September machbar. Niedrig gelegene Routen sind für fünf bis sechs Monate pro Jahr begehbar.
  • Gepäcktransport & Führer: Für längere Wanderungen im Kaçkar Dağları können Maultiere mit Führer gemietet werden, wie auch Fahrer für den Gepäcktransport.
  • Übernachtung und Unterkunft: Unterkünfte stehen in den größeren Dörfern zur Verfügung, außerdem gibt es viele wilde Zeltplätze mit stets ausreichend Wasser.
  • Anreise: Die Wanderwege im Süden werden am besten von Erzurum erreicht, die Nordseite des Pontischen Gebirges ist von Trabzon aus erschlossen (beide Städte verfügen über große Busbahnhöfe wie Flughäfen); Artvin ist ebenfalls Ziel vieler Fernbusverbindungen. Täglich verbinden öffentliche Busse Städte und Dörfer.
  • Wetter: Im Kackar-Gebirge hängen – vor allem auf der Nordseite – des Öfteren Regenwolken und hartnäckiger Nebel, ein Blick auf die Wettervorhersage lohnt sich.
  • Karte, Führer & GPS-Daten: Das umfassende Standardwerk für das Pontische Gebirge ist Kate Clows Tourenführer „The Kackar“. Der Wanderführer samt praktischer Faltkarte ist erhältlich in den Bergzeit Filialen und im Web-Shop. Für Leser des Buches stehen außerdem GPS-Koordinaten zum Download bereit. Neu erhältlich ist auch die Kaçkar Hiking Map vom MapSide-Verlag.

Christoph Scheuermann

... ist im Neoprenanzug groß geworden und hat die Wanderstiefel erst später entdeckt. Als passionierter Kajakfahrer reist er mit Freundin und VW-Bus seit mehr als einem Jahr von Fluss zu Fluss und veranstaltet Wildwassercamps in Griechenland, der Türkei und Georgien (www.toros-outdoors.de). Den Winter verbrachten die beiden in Antalya, wo sie schnell feststellten, dass die türkischen Berge nicht nur vom Tal aus schön sind. Christoph unterstützt den Kulturrouten-Verband als Ansprechpartner für das deutschsprachige Wanderpublikum, vertritt den Verband auf Messen und hilft bei Marketing und Buchvertrieb. Pfeil Alle Artikel von Christoph Scheuermann