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Schlafsack für kalte Temperaturen

Rab Andes 800 Winterschlafsack im Test

Wer in großen Höhen oder in arktischen Regionen übernachtet, braucht einen warmen und verlässlichen Schlafsack. Flo Glott hat den Rab Andes 800 Winterschlafsack ausgiebig getestet - natürlich bei eiskalten Temperaturen, wie es sich gehört!

Das bietet der Rab Andes 800 Daunenschlafsack

Doch bevor es raus zum Schlafen geht, schauen wir doch erst einmal, was der Rab Andes 800 so zu bieten hat. Der Schlafsack ist laut Hersteller für folgenden Temperaturbereich ausgelegt:

  • Komfort-Temperatur: -13 °C
  • Limit-Temperatur: -22 °C
  • Extrem-Temperatur: -43 °C
Imprägnierte Daunen ohne PFCs - das bietet der Rab Andes 800 Schlafsack. | Foto: Flo Glott
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Imprägnierte Daunen ohne PFCs – das bietet der Rab Andes 800 Schlafsack. | Foto: Flo Glott

Um diese Werte zu erreichen, ist der Andes 800 mit 800 Gramm Gänsedaune mit einer Bauschkraft von 800 cuin (Infos zur Einheit cuin gibt’s in unserer Schlafsack-Kaufberatung) gefüllt. Für mich ist zudem wichtig, dass die Daunen auch korrekt gewonnen werden. So bezieht Rab seine Daune seit über 30 Jahren ausschließlich aus einer osteuropäischen Quelle.

Die Daunen werden ethisch korrekt gewonnen. Weder findet Lebendrupf statt noch stammt die Daune von Stopfmastgänsen. Sie wird nach dem European Down & Feather Association Codex (EDFA) zertifiziert und in Deutschland aufbereitet. Damit lässt sich zurückverfolgen, woher die Daune stammt und wie Sie gewonnen wurde. Der Andes 800 selbst wird übrigens in Derbyshire, England, von Hand gefüllt.

Die gefüllten Kammern im Oberkörperbereich sind längs angeordnet, was ein Verrutschen der Daune zu den Seiten hin verhindert. Die Außenhülle besteht aus Pertex® Endurance-Material und hält Wind und Wasser ab. Im Innenraum kommt hingegen Pertex® Microlight zum Einsatz, im Fußraum und in der Kapuze erneut Pertex® Endurance.

Rab Andes 800 – der Schnitt

Der dicke Wärmekragen entlang des Reißverschlusses verhindert kalte Stellen im Inneren, dass angenähte graue Band verhindert zudem das Einklemmen im Reißverschluss. | Foto: Flo Glott
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Der dicke Wärmekragen entlang des Reißverschlusses verhindert kalte Stellen im Inneren, dass angenähte, graue Band verhindert zudem ein Einklemmen im Reißverschluss. | Foto: Flo Glott

Der Andes 800 ist komfortabel geschnitten. Er ist 225 Zentimeter lang, an den Schultern 75 Zentimeter, an der Hüfte 57 Zentimeter und an den Füßen 41 Zentimeter breit. Der YKK® 5 Reißverschluss lässt sich zu ¾ der Gesamtlänge öffnen.

Da ein Reißverschluss immer eine Kältebrücke darstellt, wurde im Inneren ein dicker Wärmekragen angenäht, um dem Eindringen von Kälte entgegenzuwirken. Um ein Einklemmen des Wärmekragens im Reißverschluss zu vermeiden, wurde ein etwas festeres Band angenäht, das dem Reißverschluss keine Angriffsfläche bietet.

Gib Zugluft keine Chance!

Im Kopfbereich befinden sich zwei Kordelzüge. Mit dem unteren lässt sich ein dicker Wärmekragen zuziehen, der um den Hals läuft und einen Austausch der inneren warmen und der äußeren kalten Luft verhindert. Mit dem oberen Zug kann die Kapuze des Andes 800 verschlossen werden. Zudem findet sich noch eine kleine, eingenähte Tasche mit Reißverschluss für Kleinkram.

Ein großer Vorteil von Daunenschlafsäcken ist das geringe Gewicht sowie das kleine Packmaß im Vergleich zu Schlafsäcken mit Kunstfaserfüllung. So liegt beim Andes 800 das Gesamtgewicht, also Schlafsack im mitgelieferten, wasserdichten Packsack, bei 1.550 Gramm. Das Packmaß beträgt 39 x 22 Zentimeter, was einem Volumen von ca. 15 Liter entspricht.

Auf dem Papier handelt es sich also um einen ausgezeichneten Schlafsack und ich erwarte vom Andes 800 ein warmes, komfortables Schlafgefühl. Ich bin gespannt, ob er auch im feuchten Zustand noch gut wärmt und zufriedenstellend schnell trocknet.

Praxistest im November

Achtung! Zuerst sei gesagt, dass ein guter Schlafsack nicht alleine vor Bodenkälte schützt. Da die Daune im Liegen zusammengedrückt wird, ist dort die Isolation nicht mehr vollständig gegeben. Deshalb ist eine gute Isolationsmatte unabdingbar. So verwendete ich für die Tests eine Exped SynMat UL 7 sowie die gute, alte „Bundeswehr-Elefantenhaut“ als Unterlage.

Es ist Ende November und ein Blick aus dem Fenster zeigt Bodenfrost und weiße Berge. Also schnell alles zusammengesucht, was man für eine Übernachtung braucht, und ab damit in den Rucksack. Durch das geringe Packmaß lässt sich der Andes 800 ohne Mühe im Schlafsackfach meines 50 Liter-Rucksacks verstauen, der Rest kommt ins Hauptfach. Dann ab zum Bahnhof und in den Zug nach Oberstdorf.

Dort angekommen, geht es Richtung Höfats und Rauheck, meinem ausgewählten Schlafplatz für heute. Der Rucksack ist leicht, was auch am geringen Gewicht das Schlafsacks liegt und so komme ich schnell voran. Kurz vor dem Gipfel werde ich aber von starken Windböen gebremst und ein Blick in den Himmel zeigt ein typisches Wolkenbild. Föhn! Also bleibe ich unterhalb des Rauhecks im Windschutz und schlage dort mein Lager auf.

Der Rab Andes 800 im Aufbewahrungs- und im Packsack. | Foto: Florian Glott
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Der Rab Andes 800 im Aufbewahrungs- und im Packsack. | Foto: Florian Glott

Schnell ist der Andes 800 aus dem Packsack gezogen – und nach ein paar Minuten hat er sich vollständig aufgebauscht. Um mich vor dem Wind zu schützen verkrieche ich mich sofort im Schlafsack. Das Innenmaterial fühlt sich angenehm an, nur der Reißverschluss lässt sich unter Belastung etwas hakelig zuziehen.

Schlafkomfort im Winterschlafsack

Im Andes 800 fühlt man sich schnell geborgen. Der Wärmekragen entlang des Reißverschlusses deckt diesen gut ab – es ist keine unangenehm kalte Stelle zu spüren. Im Schlafsack ist ausreichend Platz, um sich umziehen zu können oder Bekleidung zu verstauen, wenn man diese warm halten möchte. Der Wärmekragen lässt sich leicht um den Hals zuziehen und fühlt sich sehr angenehm an. Man fühlt sich im Andes 800 also auf keinen Fall eingeengt. Auch die Kapuze lässt sich leicht zuziehen, sodass nur ein kleines Loch für die Frischluftzufuhr bleibt.

So schlafe ich trotz starken Windes relativ schnell ein. Mitten in der Nacht wache ich jedoch auf. Mir ist warm und ich schwitze leicht! Dank des Föhns ist die Außentemperatur auf +5 °C gestiegen – und dementsprechend warm ist es im Schlafsack. Dank der verwendeten Materialien fühlt es sich aber nicht unangenehm an. Durch Öffnen des Wärmekragens sowie des Reißverschlusses lässt sich die Innentemperatur gut steuern und ich schlafe wieder ein.

Optimale Trocknungseigenschaften

Am nächsten Morgen fühlt sich das Innere des Andes 800 trocken an, die Daunen sind aber leicht klamm, was an der Kondensation meines Atems und leichtem Schwitzen in der Nacht lag. So lege ich den Sack zum Trocknen über eine Latschenkiefer und mache erst mal Frühstück. Nach nicht ganz einer Stunde schaue ich nach dem Andes 800 und stelle fest, dass er dank der imprägnierten Daunen wieder komplett trocken ist. Also packe ich ihn wieder in den Packsack und mache mich an den Abstieg.

Innen- und Außentemperatur bei einer Übernachtung im Andes 800. | Quelle: Florian Glott
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Innen- und Außentemperatur bei einer Übernachtung im Andes 800. | Quelle: Florian Glott

Zwei Wochen später sinkt die Temperatur endlich deutlich unter den Gefrierpunkt und ich mache mich erneut auf. Diesmal habe ich mehr Glück! Es ist trocken, kalt und über allem thront ein sternenklarer Himmel. Die Temperatur sinkt zeitweise auf -10 °C. Ich fühle mich pudelwohl im Andes 800 und schlafe hervorragend! Es bestätigt sich der Eindruck aus der ersten Nacht.

Da jedoch jeder ein anderes Wärmeempfinden hat, habe ich diesmal die Innen- und Außentemperatur mit einem Datenlogger aufgezeichnet. Das Ergebnis könnt Ihr im Diagramm sehen. Der Innensensor befand sich an der kältesten Stelle, dem Fußbereich nahe dem Reißverschluss. Die durchschnittliche Innentemperatur betrug angenehme 21 °C. So besitzt der Andes 800 noch genug Reserven, um auch bei kälteren Bedingungen angenehm zu schlafen.

Mein Fazit zum Rab Andes 800

Letztlich kann ich sagen, dass der Andes 800 meine Erwartungen mehr als erfüllt hat. Er ist sehr durchdacht, warm und komfortabel und dazu klein im Packmaß. Auch das Gewicht ist für die angegebenen Temperaturen ausgezeichnet. Mir war wichtig, dass der Schlafsack schnell trocknet – auch hier hat er mich positiv überrascht. Etwas negatives konnte ich während meiner Übernachtungen nicht feststellen. Wer also einen verlässlichen Winterschlafsack für kalte Bedingungen sucht, ist mit dem Andes 800 gut beraten. Ich kann ihn Euch in jedem Fall wärmstens ans Herz legen!

Alle Daten zum Rab Andes 800 Daunenschlafsack

  • Schlafsacktyp: imprägnierte Daune, 800 cuin
  • Temperaturbereich: Komfort-Temperatur -13 °C/Limit-Temperatur -22 °C/Extrem-Temperatur -43 °C
  • Außenmaterial: Pertex Endurance
  • Gewicht: 1.550 Gramm
  • Packmaß: 39 x 22 Zentimeter

Mehr zum Thema Schlafsäcke und Biwakieren im Bergzeit Magazin

 

Florian Glott

Florian Glott ist ein gebürtiger Allgäuer. Der gelernte Mechaniker und studierte Nanostrukturtechniker beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit Mountainbikes und sitzt am liebsten selbst im Sattel. Aber er ist auch häufig zu Fuß in den Bergen unterwegs und sucht ständig neue Herausforderungen. Pfeil Alle Artikel von Florian Glott