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Schottlands Highlands bieten Natur im Überfluss. Eine neue Trekkingroute, der Wester Ross Trail, durchstreift bergauf, bergab die wilde, einsame Bergwelt der Northwest Highlands. Meeresrauschen inklusive. Start- und Zielpunkt ist Inverness.

Die schottischen Highlands sind ein Sehnsuchtsort für Naturliebhaber und Trekking-Fans. Wo einst noch das Leben blühte, erstreckt sich heute eine fast menschenleere Wildnis von unwirklicher Schönheit. Um Platz für Schafe und jagdbares Wild zu schaffen, setzten der landbesitzende Adel und Spekulanten im 19. Jahrhundert die Vertreibung ganzer Dorfgemeinschaften durch. Die sogenannten Clearances gehören zu den dunkelsten Kapiteln der schottischen Geschichte. Heute strahlen die verlassenen Täler des Hochlands eine mystisch-melancholische Stimmung aus. Erholungssuchende und Aktivurlauber finden dafür Natur im Überfluss und eine urwüchsige Bergwildnis von erhabener Pracht vor.

Am Wildzelten führt in den schottischen Highlands oft kein Weg vorbei. Auch nicht schlecht! | Foto: Markus Petter
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Am Wildzelten führt in den schottischen Highlands oft kein Weg vorbei. Auch nicht schlecht! | Foto: Markus Petter

Trailwandern in den schottischen Nordwest Highlands

Weite Teile des schottischen Hochlands erscheinen auf den ersten Blick unnahbar und unzugänglich. Dennoch durchzieht ein weitmaschiges Netz historischer Karren- bzw. Fahrwege und Pirschpfade die Highlands und dringt auch in entlegenere Gebiete vor. Obwohl die NW Highlands für Wanderabenteuer wie geschaffen sind, führen bislang nur wenige, unmarkierte Weitwanderwege durch diese wilde Gebirgslandschaft. Der wohl bekannteste dieser Trails ist der Cape Wrath Trail, der anspruchsvollste Weitwanderweg in Großbritannien. Rucksackwanderer sollten dabei keine Premiumwege erwarten und sich von Wetterstürzen nicht abschrecken lassen. Anhaltender Regen verwandelt ganze Wegabschnitte in Schlammpisten oder Bäche in reißende Ströme und macht das Vorankommen zur Tortur. Auf eine Wegmarkierung wird in Schottland im Gegensatz zu den Alpen in der Regel gerne verzichtet. Der Umgang mit GPS, Karte und Kompass sollte daher vertraut sein. Wetterfeste Bekleidung und Ausrüstung sind unverzichtbar.

Auf dem Wester Ross Trail von Küste zu Küste

Landschaft zum Staunen: Schottlands Highlands wissen mit großartiger Kulisse zu begeistern. | Foto: Markus Petter
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Landschaft zum Staunen: Schottlands Highlands wissen mit großartiger Kulisse zu begeistern. | Foto: Markus Petter

Der unmarkierte Wester Ross Trail (WRT) wurde 2013 aus der Taufe gehoben und erstmalig begangen. Die Route des inoffiziellen Wandertrails führt in einem weiten Bogen von Inverness durch die Northwest Highlands auf die Redpoint Peninsula und über Bergketten zurück nach Inverness. Der WRT bietet großes Landschaftskino und dramatische Naturschauspiele. Der erste Abschnitt des Trails folgt dem markierten Great Glen Way bis nach Drumnadrochit am Loch Ness. Danach schlängelt sich die Route via Tomich auf gut ausgebauten Wegen ins wunderschöne Glen Affric. Nach einem anspruchsvollen Abschnitt durch eine gottverlassene Bergwelt erreicht der WRT bei Strathcarron die Westküste. Über Bergpässe und vorbei an Tafelbergen und dunkel schimmernden Karseen windet sich der Trail hinunter nach Torridon. Ein faszinierender Höhepunkt des WRT ist die Wanderung auf einem Küstenpfad um die Redpoint Pensinsula. Mit dem Loch Maree streift die Route einen der schönsten Seen Schottlands. Von Poolewe führt die Route wieder ins Landesinnere durch das größte Wildnisgebiet Großbritanniens, die Fisherfield Wilderness. Mit der Überquerung der Western Fannichs lässt der Trail die Northwest Highlands hinter sich. Durch eine sanfte Hügellandschaft und breite Täler geht es auf Landrover Tracks und Seitensträßchen bis nach Muir of Ord, wo eine Whisky Distillery (Glen Ord) auf durstige Kehlen wartet. Am Nordufer des Moray Firth gelangt man wieder an die Nordsee und über die Kessock Bridge zurück nach Inverness.

Naturparadies Schottland & Trekking-Info

Mit rund 330 Kilometern und 9.100 Höhenmetern bietet der Wester Ross Trail genug Stoff für 14 Etappen. | Foto: Markus Petter
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Mit rund 330 Kilometern und 9.100 Höhenmetern bietet der Wester Ross Trail genug Stoff für 14 Etappen. | Foto: Markus Petter

Die Highlands verzaubern nicht nur Harry Potter. Auch Poeten erliegen ihrem rauhen, unbändigem Charme. Robert Burns, Schottlands Nationaldichter, hat für diese Sehnsucht wohl die schönsten Verszeilen geschaffen:

My heart’s in the Highlands,
my heart is not here.

My heart’s in the Highlands,
wherever I go.

 

 

Wandern am Wester Ross Trail

  • Trail-Info: Der mittelschwere Wester Ross Trail hat eine Gesamtlänge von etwa 330 Kilometern. Hierbei müssen ungefähr 9.100 Höhenmeter bewältigt werden. Die Längen der einzelnen Tagesetappen lassen sich beliebig variieren. Der Trail folgt überwiegend befestigten Wegen und kann in 14 Etappen, sofern die Wettergötter gnädig gestimmt sind, bewältigt werden. Kürzere Abschnitte verlaufen durch wegloses Gelände. Brücken fehlen teilweise. Der finale Abschnitt des Trails zwischen den letzten Ausläufern der Highlands und Inverness verläuft fast ausschließlich auf kleinen Nebenstraßen.
  • An- und Abreise: Flug von Deutschland nach Edinburgh, Glasgow, Aberdeen oder Inverness. Von Edinburgh oder Glasgow entweder per Bus (günstiger) oder per Bahn nach Inverness.
  • Unterkünfte und Versorgung: Entlang des Trails liegen mehrere kleine Ortschaften mit Hotels, B&Bs, Restaurants, Lebensmittelgeschäften und Postämtern. Unterwegs bieten unbewirtschaftete Schutzhütten, sogenannte Bothies, Schutz. Wildzelten ist nach dem Jedermannsrecht erlaubt und auf Teiletappen unabdingbar. Die Suche nach einem geeigneten Platz für die Nacht kann in manchen Gebieten jedoch zu einem Problem werden. Der frühe Vogel fängt dabei den Wurm.
  • Weitere Infos: Webseite vom Autor dieses Artikels zum Wester Ross Trail
Streckenverlauf des Wester Ross Trail durch Schottlands Highlands.
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Streckenverlauf des Wester Ross Trail durch Schottlands Highlands. | Quelle: Ordnance Survey

 

Fotos vom Western Ross Trail:

Mehr Schottland und Trekkingreisen im Bergzeit Magazin




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Bär mit Zelt. | Foto: Mat Hayward/Fotolia

Markus Petter

… mag's gerne auf die harte Tour. Am liebsten mit Zelt und Rucksack durch die wilde Bergwelt Schottlands. Das Hochland hat für ihn die Tiefe, welche die Seele berührt. In den Alpen gehören das Unterengadin und die Dolomiten zu seinen Lieblingsspots. Surft auf seinem All-Mountain Fully im freien Flug über die Alpen. Als Ökologe setzt er sich im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit für den Alpenschutz (www.alpenschutzverband.at) ein. Pfeil Alle Artikel von Markus Petter