Jede Saison die gleiche Frage: Gibt es das perfekte Bike? Da ein Mountainbike nur schwer alle Disziplinen bedienen kann, haben wir uns größtenteils Enduros vorgenommen, aber auch Freerider und Bergaufmaschinen nicht außen vor gelassen.

Der Plan ist einfach: Wir nehmen die Bergzeit Testflotte, eine erfahrene Crew und den Samerberg zusammen, rocken einen Tag lang die Bikes durch und beurteilen abschließend, ob wir das perfekte Rad gefunden haben. Lediglich der Wetterbericht bereitet uns Anfang Mai leichtes Kopfzerbrechen …

Der Timezone Bikepark am Samerberg bietet unserem Testteam optimale Bedingungen. | Foto: Maik Mersmann
Der Timezone Bikepark am Samerberg bietet unserem Testteam optimale Bedingungen. | Foto: Maik Mersmann

Sechs Testbikes und ein Downhiller zum Vergleich

Der Testtag beginnt mit Geschenkeauspacken für Alle: Sechs nagelneue Mountainbikes befördern wir aus dem Bergzeit Bus, vier verschiedene Marken sind vertreten. Mit dabei haben wir ein Scott Genius 930, ein Genius 730, ein Liteville 601 MK2, ein Lapierre Spicy 516 ein Jekyll Carbon 2 und ein Trigger 29 von Cannondale. Der Downhiller Lapierre DH Team ist zu Vergleichszwecken mit dabei. Nach einigem hin und her, wer jetzt den schweren Brummer den Berg hochtreten darf, wartet die erste Etappe des Tages auf uns: Wie schlagen sich unsere Räder im Wiegetritt am Anstieg?

Erwartungsgemäß rauschen die kurzhubigen Bikes davon und der Kollege auf dem Downhiller hat schon nach wenigen Metern einen hochroten Kopf – letztlich entscheidet er sich für den Lift. Aber, es gibt auch einige Überraschungen: Gerade die mit 650B-Rädern ausgestatteten Endurobikes mit rund 150 Millimeter Federweg können gut mithalten, wenn sie eine Federwegsblockierung besitzen – ohne geht hier nichts.

Ein wenig enttäuscht sind wir von den zwar sehr leichten, aber auch sehr weichen 29-Zöll-Rädern des Cannondale Trigger: Zwar lässt sich theoretisch eine enorme Endgeschwindigkeit erzielen, praktisch kurbelt man aber oft in den Flex der Speichen. Lediglich bei leichten Fahrer(innen) tritt dieses Problem weniger, wenngleich trotzdem spürbar, auf.

Die wechselhaften Wetterbedingungen waren zwar nicht geplant, sorgten beim Test aber für willkommene Abwechlung. | Foto: Maik Mersmann
Die wechselhaften Wetterbedingungen waren zwar nicht geplant, sorgten beim Test aber für willkommene Abwechlung. | Foto: Maik Mersmann

Nicht nur leicht ist gut

Generell ist nicht immer nur gut, was auch leicht ist: Einmal am Gipfel (oder der Bergstation) angekommen, zaubert das Liteville 601 MK2 sofort ein fettes Grinsen ins Gesicht des jeweiligen Fahrers – reinsetzen und wohlfühlen ist angesagt. Aber auch die eher kurzhubigen Genius, vor allem das mit den großen 29″-Rädern ausgestattete 930, lassen sich nicht lumpen, die großen Reifen bergen hohes Geschwindigkeitspotential.

26 Zoll, 650B, 29 Zoll… ja was denn nun?

Mountainbikes mit neuen, größeren Laufrädern drängen erst seit Kurzem  auf den Markt. Gerade im Cross-Country- und All-Mountain-Bereich setzten die „Großen“ neue Standards im Punkto Laufruhe und Leichtlauf. Darum haben wir uns mit dem 730- und 930er zwei Scott Genius geschnappt, um den Effekt von 650B und 29″ zu vergleichen. Die 700er-Serie von Scott steht dabei für 650B-Laufräder, die 900er entsprechend für 29-Zöller.

Um den Unterschied zwischen 29" und 650B zu ergründen hatten wir zwei Scott Genius in der Testfollte: Das 730er (im Bild) und das 930er.
Um den Unterschied zwischen 29″ und 650B zu ergründen hatten wir zwei Scott Genius in der Testfollte: Das 730er (im Bild) und das 930er. | Foto: Maik Mersmann

Kurzum: Je gröber das Gelände, desto kleiner und wendiger die Räder – auf gemäßigten Trails zeigen die großen 29-Zöller der 900er-Serie ihr volles Geschwindigkeitspotential und rauschen allem davon. Die kleineren 650B bieten auf harten Downhilletappen größere Laufruhe als 26-Zöller, können sich aber dennoch gut in engen Kurven und Spitzkehren behaupten. Bleibt zu sagen, dass alle Laufradgrößen die Mundwinkel unserer Tester nach oben lupfen – auch die 26″er gehören noch nicht zum alten Eisen. Die Laufradgröße muss zum Fahrwerk passen – ganz egal ob das 26″, 29″ oder 650B bedeutet.

Schlamschlacht im Timezone Bikepark

Bergzeit Bike-Produktmanager Christian Morgenroth schlüpfte in die Rolle des Chef-Testers. | Foto: Maik Mersmann
Bergzeit Bike-Produktmanager Christian Morgenroth schlüpfte in die Rolle des Chef-Testers. | Foto: Maik Mersmann

Bis zum Mittagessen bleibt uns der Wettergott gnädig, zwischendurch strahlt uns sogar die Sonne ins Gesicht. Doch kaum haben wir uns hingesetzt, schon bricht das Unwetter los: Sturm, Platzregen, die Sonne hat keine Chance mehr. Bang blicken wir die nächste Stunde immer wieder in den Himmel, bis es endlich aufklart und auch der Lift den Betrieb wieder aufnimmt. Auf der Strecke erwarten uns nun recht schlammige Verhältnisse, auf denen die großen 29″-Rädern ein etwas ungewohntes Gefühl hervorrufen. Bei der letzten Abfahrt trifft uns ein erneuter Platzregen schließlich voll: Die Trails gleichen stellenweise einem Sumpf, die Bikes sind einheitlich braun und zwischen den Zähnen knirscht es ordentlich. Spaß macht es trotzdem!

Um einen ausgewogenen Testeindruck zu bekommen wurde jedes Bike von jedem Fahrer ausprobiert. | Foto: Maik Mersmann
Um einen ausgewogenen Testeindruck zu bekommen wurde jedes Bike von jedem Fahrer ausprobiert. | Foto: Maik Mersmann

Nach dem Spaß ist aber noch ein wenig Arbeit angesagt: Bikes putzen! Und da auch wir eine Dusche dringend nötig haben, gibt’s gleich eine Abkühlung unterm Wasserschlauch. Ob wir nun das perfekte Enduro gefunden haben, lässt sich bestreiten. Dennoch war jeder in unserem achtköpfigen Testteam in der Lage, ein Bike zu finden, dass ihm oder ihr eine Menge Spaß gemacht hat – sei es ein Laufradmonster der 29-Zoll-Klasse oder der Freerider. Darum kann auch unsere Empfehlung trotz Testbericht nur lauten: Erst ausprobieren, dann kaufen. Unsere Bergzeitfiliale in Gmund hilft euch gerne weiter.

Alle Bikes im Bergzeit Mountainbike-Test

Liteville 601 MK 2 im Bergzeit Moutainbike TestLiteville 601 MK2

Zugegeben, theoretisch will das Liteville 601 MK2 mit seinen 180/190 Millimetern Federweg vorn und hinten nicht so richtig in den Endurobereich passen, dennoch hat es uns beim Bergzeit Biketest überzeugt.
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Cannondale Trigger 29 im Bergzeit Mountainbike-TestCannondale Trigger 29

Der erste Anblick von Cannondales Trigger 29 ist ungewohnt: Die verbaute Supermax-Gabel hat nur ein Federbein! Das Bike kommt in schickem schwarz-weiß mit grünen Akzenten, edel geschwungenen Rohren und riesigen 29-Zoll-Laufrädern daher.
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Scott Genius 930 im Bergzeit Mountainbike-TestScott Genius 930

„Das ultimative Trailbike!“, verspricht Scotts Werbeslogan – aber stimmt das? Optisch ist das Genius 930, ganz in mattschwarz mit blauen Akzenten, ein edles Stück Ingenieurskunst, doch was als erstes ins Auge sticht sind die riesigen Räder!
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Lapierre Spicy im Bergzeit Mountainbike-TestLapierre Spicy 516 EX

Das Enduro Spicy 516 EX aus dem Hause Lapierre bringt alles
mit, was es zum Spaßhaben braucht: Solide Aufwärtseigenschaften,
sehr viel Downhillpotential und fette Optik –
was will man mehr?
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Scott Genius 730 im Bergzeit Mountainbike-TestScott Genius 730

Kann man die Vorteile von 26- und 29-Zoll in einem Bike vereinen? Scott versucht mit dem Genius 730 genau diesen Spagat und hat dem Bike 650B-Laufräder verpasst – der Rahmen ist natürlich genau auf diese Laufradgröße abgestimmt.
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Cannondale Jekyll Carbon II im Bergzeit Mountainbike-TestCannondale Jekyll 2 Carbon

Cross Country, All Mountain oder Enduro. Cannondale möchte mit einem Bike, dem Jekyll, alle Kategorien abdecken. Wir haben das Jekyll Carbon 2 auf Herz und Nieren getestet und herausgefunden ob Cannondale dieser Spagat gelungen ist.
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Lapierre DH Team im Bergzeit Mountainbike-TestLapierre DH Team

Was hat ein Downhiller bei einem Enduro-Test verloren? Nun, wenn wir ehrlich sind: Nichts. Trotzdem haben wir die Gelegenheit genutzt, um dem Downhillbike auf den Federweg zu fühlen.
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Alles fürs Mountainbiken gibt’s bei Bergzeit:

Mehr Fotos vom Bergzeit Mountainbike-Test

Mehr zum Thema Mountainbiken im Bergzeit Magazin:

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