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Für Piste und Powder

Skibekleidung: Wie finde ich das perfekte Skioutfit?

Funktionelle Skibekleidung muss flexibel sein, immerhin soll sie während der Liftpausen warm halten und auf der Piste für ein angenehmes Klima sorgen. Worauf es sonst noch ankommt, verrät unsere Kaufberatung.

Durchdachte Kleinigkeiten: Integrierte Handgamaschen beugen Kältebrücken zwischen Ärmelbund und Handschuh vor. | Foto: Bergzeit
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Durchdachte Kleinigkeiten: Integrierte Handgamaschen beugen Kältebrücken zwischen Ärmelbund und Handschuh vor. | Foto: Bergzeit

Der erste Schnee spaltet für gewöhnlich die Gemüter: Während Straßenglätte, Bahnverspätungen und laufende Nasen für kollektiven Frust sorgen, ist so manchen Zeitgenossen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht zu kriegen. Die Sehnsucht nach rasanten Abfahrten, unberührtem Powder oder dem gemütlichen Pistentag mit der Familie setzt die Schwerkraft an den Mundwinkeln außer Kraft. Doch damit die Vorfreude in erlebte Freude umschlägt bedarf es, neben der Ausrüstung, vor Allem der richtigen Bekleidung. Doch was ist eigentlich „das Richtige“? Skisport ist ein Breitensport, aber breit ist auch die Palette der verschiedenen Spielarten, die ganz unterschiedliche Anforderungen an die Bekleidung stellen.

Skibekleidung: Flexibilität ist das Stichwort

In doppelter Hinsicht sollte Skibekleidung flexibel sein. Zum einen soll sie volle Bewegungsfreiheit gewährleisten, zum anderen muss sie sich an die Wetterbedingungen und die körperliche Aktivität anpassen lassen. Wie bei anderen Sportarten ist auch beim Skifahren das viel zitierte „Zwiebelprinzip“ die beste Wahl für ein angenehmes Körperklima. Die Funktionsunterwäsche, also die erste Zwiebelschicht, transportiert den Schweiß zügig vom Körper weg. Maximalen Feuchtigkeitstransport bieten Kunstfasern wie Polyester oder Nylon, welche Beispielsweise bei Odlo Verwendung finden. Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich Textilien aus natürlicher Merinowolle. Diese absorbiert rund ein Drittel ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit, ohne sich nass anzufühle und wärmt auch noch in durchfeuchtetem Zustand. Sie wirkt auf natürliche Weise klimaregulierend und antibakteriell. Unangenehme Gerüche entstehen bei Merinobekleidung bedeutend langsamer. Dabei hat die sehr feine Wolle nichts mit Omas kratzigem Wollpullover zu tun, sondern trägt sich selbst auf empfindlicher Haut sehr angenehm. Ortovox bietet Produkte aus reiner Merinowolle, aber auch Mischungen mit Kunstfaser an.

Langarmshirts aus Polartec Power Strech oder Merino sind ideal für drunter. Ein hochgezogener Bund bei der Skihose sorgt für warme Nieren. | Foto: Bergzeit
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Langarmshirts aus Polartec Power Strech oder Merino sind ideal für drunter. Ein hochgezogener Bund bei der Skihose sorgt für warme Nieren. | Foto: Bergzeit

Die zweite Schicht sorgt – je nach Textilstärke – für Wärme und Isolation. Dabei ist das klassische Fleece längst nicht mehr die einzige Option. Auch hier bieten unter anderen Ortovox und Icebreaker eine breite Palette an Jacken und Pullovern aus bzw. mit Merinowolle an. Produkte aus Polartec Power Strech sind eine Weiterentwicklung des klassischen Polyester-Fleece. Das stark dehnbare Material hat ein sehr gutes Verhältnis von Gewicht zu Wärme, ist höchst atmungsaktiv und an der Oberseite glatt, so dass eine Überjacke locker drüber gleiten kann.

Harte Schale, weicher Kern: Skijacken für kalte Tage

Abriebfeste Materialien bevorzugt: Skibekleidung muss einiges wegstecken. | Foto: The North Face
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Abriebfeste Materialien bevorzugt: Skibekleidung muss einiges wegstecken. | Foto: The North Face

Die dritte Lage schützt schließlich vor Wind und Wetter. Hier trennt sich bei der Skibekleidung die Spreu vom Weizen, denn wer will schon schweißgebadet am Lift ankommen und einige Augenblicke später frösteln? In dem allermeisten Fällen sind die Obermaterialien von Skibekleidung wasserdicht und dampfdurchlässig. Dabei kommen sowohl Beschichtungen (z.B. das hauseigene hyVent von The North Face), als auch laminierte Membrane wie Gore-Tex und Dermizax zum Einsatz. Gerade im hochpreisigen Segment gehören wind- und wasserfesten Membrane zum Standard, da sie bedeutend abriebfester und merklich atmungsaktiver als Beschichtungen sind.

Die Bormio von Mammut lässt sich am Kragen über einen zweiten Zipp feinjustieren. | Foto: Bergzeit
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Die Bormio von Mammut lässt sich am Kragen über einen zweiten Zipp feinjustieren. | Foto: Bergzeit

Nicht mehr wegzudenken aus dem klassischen Alpinski-Bereich sind leicht gefütterte Jacken und Hosen. Diese sollten in jedem Fall winddicht sein, denn Wind kühlt den Körper extrem schnell aus. Gerade im Lift kann es dann schnell richtig unangenehm werden. Unterfüttert sind Skijacken und auch -hosen häufig mit künstlichen Isolationsfasern wie Primaloft oder Thinsulate. Diese sind unempfindlich gegenüber Nässe und Schweiß, schützen vor Auskühlung und verhindern in der Praxis das permanente Umziehen zwischen Abfahrt und Lift. Trotz atmungsaktivem Material ist es dabei wichtig, dass die Ski-Kombi eine Möglichkeit zur weiteren Belüftung bietet, etwa durch Ventilatonsöffnungen. Bei Jacken verlaufen diese in der Regel unter den Armen, aber auch verstellbare Ärmelbündchen und der Kragen tragen viel zum Luftaustausch bei. Bei Skihosen sind häufig Netz-Hinterlegte Reißverschlüsse an den Oberschenkel-Außenseiten zu finden.

Egal ob Jacke oder Hose: maßgeblich für die Bewegungsfreiheit ist der Schnitt, Hand in Hand mit den verwendeten Materialien. Dehnbare Textilien, wie Polyester in Verbindung mit einer Dremizax-Membran können trotz Isolationsschicht sehr Körperbetont geschnitten werden ohne einzuengen.

Skijacken mit Funktion: Die Ausstattung macht’s

Ein gut sitzender Schneefang ist ebenso wichtig wie eine zusätzliche Belüftungsmöglichkeit - besonders wenn beim Freeriden auch mal mit einem Anstieg zu rechnen ist. | Foto: Bergzeit
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Ein gut sitzender Schneefang ist ebenso wichtig wie eine zusätzliche Belüftungsmöglichkeit – besonders wenn beim Freeriden auch mal mit einem Anstieg zu rechnen ist. | Foto: Bergzeit

Hinsichtlich der Ausstattung ist gerade bei Jacken ein gut haftender Schneefang wichtig, etwa mit Silikonstreifen am Abschluss. Ist der Schneefang abnehmbar, lässt sich die Jacke besonders vielseitig auch abseits der Piste nutzen. Die Kapuze sollte helmtauglich und justierbar sein, damit sie den Kopfbewegungen folgt und die Sicht nicht einschränkt. Oft findet man auch abnehmbare Kapuzen.

Funktionelle Skihosen sind im Nierenbereich höher geschnitten und sowohl mit Gürtel als auch mit optionalen Hosenträgern tragbar. Optimal ist eine Verbindungsmöglichkeit zwischen Jacke und Hose. In der Regel wird hierfür der Schneefang mittels Druckknöpfen an der Hose fixiert aber auch Zipp-Lösungen sind möglich.

Freeriden & Skitour: Zusätzliche Isolation bei Bedarf

Das Bekleidungskonzept ändert sich geringfügig, sobald längere Intervalle hoher körperlicher Aktivität mit kürzeren Pausenzeiten kombiniert werden. Das beste Beispiel hierfür sind Ski- oder Freeride-Touren. Ein langer und anstrengender Anstieg, vor allem durch Tiefschnee, erfordert keine gefütterte Jacke. Zu schnell würde einem damit sehr warm.

In der Regel reicht beim Aufstieg bei stürmischem Wetter eine Wetterschutzjacke, auch Hardshell genannt. Diese sollte aus sehr robustem, dreilagigem Material bestehen (Gore-Tex Pro, Dermizax EV), da der mechanische Abrieb durch intensive Bewegung, Felskontakt und Rucksack sehr hoch ist. Vom Schnitt her sind diese Jacken häufig vom Alpinismus inspiriert – zum Beispiel sind die Taschen im Brustbereich angesetzt, um bequem einen Klettergurt tragen zu können. Der Kragen schließt in der Regel hoch und die Kapuze ist uneingeschränkt helmtauglich. Für die Pausen, insbesondere an windigen Stellen, sollte eine leichte Isolationsjacke mit Daunen-, Kunstfaser-, oder Wollfüllung im Gepäck dabei sein. Die ist schnell übergeworfen und sorgt augenblicklich für wohlige Wärme. Zudem passt sie an richtig kalten Tagen auch unter die Überjacke.

Wie die Jacke so die Skitourenhose

Die Vorteile von Softshellbekleidung liegen in der Bewegungsfreiheit und Atmungsaktivität - ideal für Touren, wo kein absoluter Wetterschutz notwendig ist. | Foto: Martini
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Die Vorteile von Softshellbekleidung liegen in der Bewegungsfreiheit und Atmungsaktivität – ideal für Touren, wo kein absoluter Wetterschutz notwendig ist. | Foto: Martini

Auch unter, bzw. über, der Freeride- oder Skitourenhose sollte noch Platz für eine optionale Isolationsschicht sein. Nicht mehr wegzudenken sind in diesem Bereich Softshellhosen. Die höhere Bewegungsfreiheit und Atmungsaktivität macht Softshell-Materialien bei Touren, die keinen absolute Wetterschutz erfordern, zu einer guten Wahl. Gerade für Skitouren eignen sich spezielle Tourenhosen, die sehr körperbetont anliegen, höchstens Platz für eine lange Unterwäsche bieten und nur im Oberschenkelbereich wind- und wasserdicht sind. Sie erlauben allerhöchste Bewegungsfreiheit und passen auch bei einem Wetterumschwung noch unter die Hardshellhose oder unter eine Isolations-Short bzw. den Isolations-Rock. Martini bietet hier eine große Auswahl an sehr hochwertigen Produkten, aber auch Maloja oder Mammut haben hochwertige Softshellhosen im Sortiment.

Zusammenfassung

Um beim Freeriden und Pistenskifahren optimal gekleidet zu sein, setzt man am besten auf das Zwiebelprinzip. Die erste Lage und damit alles, was direkt auf der Haut getragen wird, besteht dabei aus funktionaler Sportunterwäsche aus Kunstfaser oder Merinowolle. Die zweite Schicht ist für die Isolation zuständig. Bewährt und gut geeignet ist Fleece, aber auch Merino und Funktionstextilien aus einem Wolle-Kunstfasermix sind optimal. Die dritte Schicht übernimmt den Wetterschutz: Um ein Auskühlen zu verhindern, sollte gute Skibekleidung zum Freeriden und Pistenskifahren unbedingt wind- und wasserdicht sein. Beim Skitourengehen ist bei trockenen Bedingungen hingegen Softshellbekleidung aufgrund der höheren Atmungsaktivität sinnvoll. Für eine bestmögliche Funktionalität sind die verschiedenen Schichten hinsichtlich der Bedingungen, dem sportlichen Anspruch und dem eigenen Kälteempfinden individuell – aber gezielt – aufeinander abgestimmt.

Mehr zum Thema Skitour und Freeride im Bergzeit Magazin

Bela Elbich

Neben seiner Arbeit bei Bergzeit in Gmund ist Bela Elbich als freier Fotograf und Autor tätig. Jede freie Minute verbringt er in den Bergen oder auf Reisen in exotische Länder, am liebsten ist er dabei zu Fuß unterwegs. Die heimischen Berge im Alpenvorland sind als Testgebiet oder Erholungsmöglichkeit längst zum zweiten Wohnzimmer geworden. Pfeil Alle Artikel von Bela Elbich