Ein einmaliges Skitour-Erlebnis erwartete die Teilnehmer des Bergzeit Alpincamps bei ihrer dreitägigen Karwendeldurchquerung. Viola von Ortovox und Markus von Bergzeit sowie Bergführer Rudi begleiteten sie in die stille Winterlandschaft.

Eine Durchquerung des zum Großteil noch naturbelassenen und wildromantischen Karwendelgebirges per Ski – fernab von Liften und Handyempfang, ohne fließendes Wasser, konventionelle Wellness-Oasen und all die Verlockungen des Tals – so lautet der Plan des Bergzeit-Ortovox-Alpincamps. Drei Tage lang sind wir auf der Suche nach Ruhe und Abenteuer. Drei Tage lang lassen wir uns von der Natur verwöhnen und überraschen:

Tag 1: Dem Frühling entkommen mit Bergzeit und Ortovox

Endlich mal nicht aller Anfang schwer. Die superleichten Ortovox-Jacken für das Bergzeit Alpincamp werden gleich am Anfang von Ortovox-Viola an die Teilnehmer der Karwendel-Skitour ausgeteilt. | Foto: Florian Fischl
Endlich mal nicht aller Anfang schwer: Die superleichten Ortovox-Jacken für das Bergzeit Alpincamp werden gleich am Anfang von Ortovox-Viola an die Teilnehmer der Karwendel-Skitour ausgeteilt. | Foto: Florian Fischl

Der Frühling hält seit Tagen Einzug und die meisten Leute sind entweder im Garten, suchen ihre Bierbänke oder steigen zum ersten Mal wieder aufs Bergradl. Wir aber treffen uns mit Ski, Fellen, Steigeisen und Pickel in Scharnitz am Wanderparkplatz. Zu den vier glücklichen Gewinnern, Julia, Silvia, Matthias und Andi gesellen sich Bergführer Rudi von der Alpinschule Augsburg, Viola von Ortovox, Markus von Bergzeit und meine Wenigkeit an einem sonnigen Freitagmittag. In bester Frühlingslaune werden die Rucksäcke mit Ausrüstung, Pesto, Nudeln, Müsli und Milchpulver vollgestopft. Obendrauf gibt es für jeden Teilnehmer noch eine federleichte Ortovox-Jacke, pink-blau für die Damen und schwarz-orange für die Mannsbilder. Frieren werden wir schon mal nicht. Obwohl alle das Gleiche vorhaben, lässt die Größe mancher Rucksäcke eine Tagestour erahnen, während andere eher nach Expedition aussehen. Rudi, der alle Sonnentage des Winters auf seiner Haut vereint, gibt uns einen kurzen Einblick in die Skitour durch das Karwendel. Markus entlarvt die ersten Schlafmützen beim LVS-Check und dann geht es endlich los, Ski auf dem Buckel und voller Tatendrang.

Ab in die Winterlandschaft des Karwendel. | Foto: Andreas Dorfner
Ab in die Winterlandschaft des Karwendel. | Foto: Andreas Dorfner

Nach knapp zwei Kilometern und dem ein oder anderen Plausch spuckt uns die Märzsonne am ersten Schneestreifen auf der Forststraße raus. Wir fellen auf und steigen gemütlich am bekannten „Bussibaum“ vorbei, die 700 Höhenmeter zur Pleisenhütte hinauf. Der legendäre „Pleisen-Toni“ war der letzte Kriegsheimkehrer von Scharnitz und durfte sich an einer selbstausgewählten Stelle eine Hütte errichten. Wir betreten die „mautfreie“ Hüttenterrasse und stellen sofort fest, dass es in der Gegend wohl kaum einen beschaulicheren Ort für so eine gemütliche Bergoase gibt. Braungebrannte Alpinistenrentner nuckeln ihr Weißbier, schmunzeln im Anblick unserer Rucksäcke und fragen, ob wir für heute noch mehr vorhaben. Fünf Minuten später sitzen wir alle wie angewurzelt auf der Terrasse und können uns nicht entscheiden zwischen Kirschtopfenstrudel und dem noch warmen Eierlikörkuchen, den Wirt Sigi kurz davor aus dem Ofenrohr geholt hat. „Life is good“ und auf der Pleisen ist es noch besser. Silvia, Floristin und ehemalige Hüttenbedienung beim Sigi, ist kurz vorm Einnicken, als Viola und Rudi zum Gratis-LVS-Auffrischungskurs blasen.

LVS-Auffrischung, Kulinarik-Kurs und Hüttengaudi

Trotz hervorragender Rutscheigenschaften vom Schaufelblatt ist Markus wenig begeistert von Silvias Schaufel und meint, dass ihr LVS-Gerät auch bald ins Museum gehört. Das ist eine Steilvorlage für Viola, und kurz darauf ist Silvi schwer beeindruckt von der intuitiven Technologie der neuen Ortovox-LVS-Geräte. Markus simuliert im Gelände vor der Hütte den Ernstfall und betont den „Airport Approach“: „Am Anfang Vollgas geben und bei der Nahsuche auf die Schneeoberfläche und langsam annähern!“ Zurück auf der Terrasse beschert uns der Himmel einen stimmungsvollen Sonnenuntergang und um halb sieben läutet der Sigi die Essensglocken zum Drei-Gänge-Menü. Gerstensuppe zum Einheizen, Hirschgulasch vom Wald nebenan und Kaiserschmarrn zum Verdauen. Zwischenrein mogeln sich zwei Stamperl Haselnussschnaps, auch flüssiges Nutella genannt.

Nach dem K.O. Essen sorgt "Spielfex", Studentin und Physiotherapeutin Julia für Leben in der Stube und packt "Jungle Speed" aus. | Foto: Florian Fischl
Nach dem K.O.-Essen sorgt „Spielfex“, Studentin und Physiotherapeutin Julia für Leben in der Stube und packt „Jungle Speed“ aus. | Foto: Florian Fischl

Nach dem K.O.-Essen sorgt „Spielfex“, Studentin und Physiotherapeutin Julia für Leben in der Stube und packt „Jungle Speed“ aus. Mit vollem Magen und leichter Rot-Grün-Blindheit bin ich, was „Speed“ betrifft, total überfordert und beweise mich schnell als Loser. Elbrus-Aspirant Andi und Matthias inhalieren die Spielregeln und bieten Julia sofort Paroli. Markus fragt nach der ersten Runde „Kannt ma ned einfach Schafkopfn‘ ?“ Es regiert die Hüttengaudi und gemeinsam mit einer zweiten Tourengruppe haben wir die Stube für uns allein. Nebenan in Sigis Küchen-Area gibt es als Betthupferl noch eine kleine Schnapsverkostung – Bergheu-, Johannisbeer- und als krönenden Abschluss Zirbenschnaps. Hier entstehen auch die neuesten Ortovox-Produkte wie zum Beispiel das „Schafdaunenjackerl“. Sigi bietet uns noch eine Bratapfelschnaps an, aber wir entscheiden uns lieber im „Airport Approach“ die Bettenlager aufzusuchen. Schließlich haben wir am nächsten Tag noch viel vor.

Tag 2: Allein auf weiter Flur – Skitour im Karwendel

Fast für uns haben wir die Karwendel-Landschaft und können jeden Schritt genießen. | Foto: Andreas Dorfner
Fast für uns haben wir die Karwendel-Landschaft und können jeden Schritt genießen. | Foto: Andreas Dorfner

Obwohl wir gestern alle Teller ausgeschleckt haben, schieben sich die ersten Wolken über die Bergspitzen, als eine Symphonie von Handyweckern uns um fünf Uhr morgens aus den Betten katapultiert. Sigi kommt in seinem legendären „Dünnafitt“-T-Shirt um die Ecke, knüpft an den Vorabend an und schmuggelt mir eine Flasche „Haselnuss“ in meinen Rucksack als Mitternachtstrunk für Geburtstagsteilnehmerin Silvia. Jetzt heißt es durchstarten zur Schlüsselstelle im Riedlkar, um noch vor der angekündigten Wetterfront ins Karwendeltal abzufahren. Es hat knapp über null Grad und günstige Lawinenverhältnisse begleiten uns ins weite Mitterkar. Die Steigeisen werden schon ganz nervös und freuen sich auf ihren Einsatz, als wir uns dem Hang zur markanten Scharte rechts der Larchetkarspitze nähern. Fast schon meditativ stapfen wir mit den Eisen hinauf und empfangen die ersten Vorboten der Schneefront aus Nordwesten. Gruppendynamik vom Allerfeinsten!

Erste Abfahrt im Riedlkar

Den Einstieg zum Riedlkar erreichen wir einzeln über ein kurzes Steilstück und eine langgezogene Hangquerung. Zu unseren Füßen zeigt sich das massive Riedlkar nahezu unbefahren und alle freuen sich auf die erste lange Abfahrt. Rudi checkt die Lage, schwingt hinein ins Kar und verschwindet ein paar hundert Meter unterhalb im Nebel. Als vorbildliche Powderjünger folgen wir in gleicher Richtung, nehmen noch einen riesigen, perfekt geneigten Hang mit und kommen wohl oder übel oberhalb eines durchgehenden Felsbandes zum Stillstand. Ganz entspannt sucht sich jeder einen Quadratmeter, auf dem er in exponierter Lage elegant Ski gegen Steigeisen tauschen kann. Rudi, Markus und Bergführer Alex von der angefreundeten Gruppe aus der Pleisenhütte legen das Seil und locken uns mit Gummibärli zur Abseilstelle. Es läuft, im wahrsten Sinne des Wortes, wie am Schnürchen und bald kommen wir alle bei der Julia im Schneefeld unterhalb vom Felsband an. Julia braucht neue Ski und hat deshalb die einzig denkbare Abfahrtsroute über ein Mosaik aus Schnee, Eis und Steinen gewählt. Die letzten Höhenmeter ins Karwendeltal hinab manövrieren wir uns durch schweren Schnee und legen unten angekommen eine willkommene Pause ein, bevor wir den sechs Kilometer langen Hatscher zum Winterraum am Karwendelhaus in Angriff nehmen.

Im Winterraum am Karwendelhaus

Ein Schwung geht immer noch. | Foto: Florian Fischl
Ein Schwung geht immer noch. | Foto: Florian Fischl

Wo sich im Sommer Radfahrer und Wanderer tummeln, herrscht im Winter absolute Stille. Schon fast weltentrückt kommt es uns vor, als wir unsere Felle quer über die riesigen Flächen des Karwendeltals schieben. Flankiert von beeindruckenden Karen und Hängen auf beiden Seiten gleiten wir allmählich weiter, bis wir den verlassenen Winterraum erreichen. Es ist niemand außer uns da und wir errichten uns in Windeseile einen Wellnesstempel aus geschmolzenem Schnee, Feuer, Schoki und Gösser-Bier. Rudi und Alex lagern feuchtes Holz oberhalb vom Ofen, um es schneller zu trocknen. Markus sieht das und fragt ganz verwirrt: „Züchten wir hier Fackeln?“. Die nicht-biertrinkenden Mädls finden noch einen offenen Roten auf dem Tisch und gießen sich ein Glas ein. „Mmmh, lecker!“, nach dem Motto je älter, desto besser. Matthias und Markus sind noch schwer motiviert, bekommen fast einen Hüttenkoller und rücken noch auf eine Feierabendrunde aus. Der Rest der Alpincamp-Teilnehmer besteigt in gemütlicher Runde vorm Ofen heldenhaft den „Monte Gösser“ und schaufelt nebenbei rein was geht. Schließlich waren wir heute fast acht Stunden, 20 Kilometer und 1.600 Höhenmeter unterwegs. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fallen Markus und Matthias in den wunderbar warmen Winterraum ein und machen sich über eine Riesenpfanne Spaghetti mit Pesto her. Matthias arbeitet in den Laboren der Lebensmittelbranche und liest sich das Etikett vom „Pesto Chili Verde“ lieber nicht durch. Sigis Haselnuss ist dagegen 100 Prozent homemade und wird weit vor Mitternacht bis auf den letzten Tropfen im Stuhlkreis vorbildlich geteilt. Zu später Stunde moderiert Julia noch ein paar Runden „Werwölfe“, bevor einer nach dem anderen mit einem breiten Grinsen und einem Kopf voller Eindrücke ins Bett segelt.

Tag 3: Powder und Sonne zum Frühstück

Wir starten in den letzten Tag des Bergzeit Alpincamps mit Ortovox nach dem Motto: „Wer feiern kann, kann auch ausschlafen“. Silvi steht als Geburtstagskind schon mit selbstgebackenen (und selbst geschleppten) Mini-Zitronenguglhüpferln in der Stub’n, als wir uns aus den Schlafhöhlen schälen. Eine Handvoll „ois Guade“ und Umarmungen später dürfen Milchpulver und Dr. Oetker’s Crunchy Nut auch endlich dran glauben. Rudi löffelt in die Jahre gekommenes Trek’n‘ Eat Müsli und Markus macht mit seinem Pickel die eingewehten Fensterläden frei, während draußen der Wind die letzten Flocken durch die Luft peitscht. In vorzüglicher Teamarbeit wird der Winterraum in Null-Komma-Nichts blitzblank geputzt und wir starten mit butterweichen Schwüngen durch eine majestätische Karwendel-Landschaft in Richtung Hinterriß. Gefühlte hundert Fotos später schütteln die letzten Berge noch ihre Wolken ab und wir erreichen den Talboden des malerischen Rißtals. Waren wir uns in Scharnitz noch alle fremd, so spielen sich am Tourende in Hinterriß freundschaftliche Szenen ab und es wird uns allen bewusst, wie intensiv unsere Leidenschaft für Skitouren in der freien Natur unter Gleichgesinnten erlebt wird. Am Ende sind es die einfachen Dinge, die uns glücklich machen, und die letzten drei Tage haben uns allen ein Erlebnis beschert, auf das wir noch jahrelang zurückblicken werden. Danke Ortovox und Bergführer Rudi für ein Bergzeit Alpincamp gefüllt mit Swisswool-Wärme und der richtigen Prise Abenteuer!

Fotogalerie zur Karwendel-Skitour beim Bergzeit Alpincamp mit Ortovox

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Ski-Expedition: Die Packliste

Kommentare

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Hias

Merce, war da wahnsinn!

Flo

Unterwegs mit Gleichgesinnten in stiller, beeindruckender Kulisse. Eindrücke, die man so schnell nicht mehr vergessen wird. Danke Ortovox und Bergzeit für das sensationelle Alpincamp!

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