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Skiunterwäsche bildet die Basis des Zwiebelprinzips beim Skioutfit. Sie soll wärmen an kalten Skitagen, und die Körpertemperatur regulieren, wenn man schwitzt. Was es bei der Auswahl sonst noch zu beachten gibt, verrät die Kaufberatung.

Ob auf einer hochalpinen Skitour oder an einem gemütlichen Nachmittag am Hausberg, Skiunterwäsche bildet die Grundlage eines funktionierenden Zwiebelprinzips beim Skisport. Kombiniert mit wind- und wasserdichter Skibekleidung sorgt die Skiunterwäsche bei bitterkalten Temperaturen dafür, dass man nicht friert – und selbst nassgeschwitzt die Zeit am Berg in vollen Zügen genießen kann. Mittlerweile gibt es Designs für jeden Geschmack und Einsatzzweck: Lockere Styles für Freerider und Parkfahrer, enge Leichtgewichte für leistungsorientierte Tourengeher und natürlich klassische Designs in altbewährter Schlichtheit. Unabhängig von Optik, Passform und Material sollte Skiunterwäsche jedoch das gleiche Grundprinzip bedienen wie jede andere Funktionswäsche auch: Optimale Regulierung des Körperklimas bei uneingeschränkter Bewegungsfreiheit.

Wie dick sollte Skiunterwäsche sein?

Icebreaker-Unterwäsche gibt es in drei Stärken: 150, 200 und 260 Gramm pro Quadratmeter. Bei frühlingshaften Temperaturen oder kombiniert mit einem warmen Midlayer und Skijacke reicht in der Regel die 200-Gramm-Stärke als Skiunterwäsche aus. | Foto: Icebreaker/Clarke Glacier
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Icebreaker-Unterwäsche gibt es in drei Stärken: 150, 200 und 260 Gramm pro Quadratmeter. Bei frühlingshaften Temperaturen oder kombiniert mit einem warmen Midlayer und Skijacke reicht in der Regel die 200-Gramm-Stärke als Skiunterwäsche aus. | Foto: Icebreaker/Clarke Glacier

Einer der wichtigsten Faktoren bei der Wahl von Skiunterwäsche ist die Stärke des Stoffs, denn sie beeinflusst maßgeblich die Wärme. Manche Hersteller wie Icebreaker geben die Stärke in Gewicht pro Quadratmeter an. Dabei ist 150 Gramm pro Quadratmeter recht dünn und leicht, während 280 Gramm pro Quadratmeter am oberen Ende des Spektrums liegt und deutlich mehr Wärme verspricht. In der Regel ist bei den meisten Marken die Kollektion dreigeteilt, mit leichter, mittlerer und sehr warmer Funktionsunterwäsche. Die leichten Modelle sind eher für den Sommer oder für Frühjahrestouren geeignet, die dicken wiederum kommen als Skiunterwäsche für sehr kalte Temperaturen in Frage. Je nach Zusammensetzung der anderen Schichten bringt eine dickere oder dünnere Baselayer Vorteile: So kann man zum Beispiel auf Skitour mit einer guten Isolationsjacke und warmer Skiunterwäsche gegebenenfalls auf eine zusätzliche Zwischenschicht verzichten und so Gewicht sparen. Dünnere Skiunterwäsche kann man hingegen mit mehreren Schichten kombinieren, um für große Temperaturschwankungen – zum Beispiel im Frühling oder bei wechselhaftem Winterwetter – gewappnet zu sein.

Lang, dreiviertel oder Einteiler?

Egal wie mies das Wetter: Die Skiunterwäsche-Kollektion Rock 'n' Wool von Ortovox aus reiner Merinowolle hält kuschelig warm und sorgt auch auf der Hütte für gute Laune. | Foto: Ortovox/Matthias Robl
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Egal wie mies das Wetter: Die Skiunterwäsche-Kollektion Ortovox Rock ’n‘ Wool aus reiner Merinowolle hält kuschelig warm und sorgt auch auf der Hütte für gute Laune. | Foto: Ortovox/Matthias Robl

Waren Schnitt und Design von Skiunterwäsche vor kurzem noch fast identisch schlicht, so ist heute die Auswahl groß. Je nach Bedürfnissen und Geschmack gibt es lange und kurze Beine, hohe Zipkragen und runde Ausschnitte, weite und enge Passformen, schlichtes Schwarz und bunte Farbkombinationen. Die verschiedenen Varianten sind modisch genug für Aprés-Ski-Parties, ohne jedoch die Funktion zu kurz kommen zu lassen. So hält beispielsweise ein hoher Kragen empfindliche Nacken warm, während ein langer Frontreißverschluss eine ordentliche Durchlüftung ermöglicht – ein besonderes Plus bei schweißtreibenden Aufstiegen zum Gipfel. Eine enge Passform kann athletische Unterstützung geben und ist unter den anderen Schichten vor dem Verrutschen gesichert. Freerider und Parkfahrer mögen es hingegen oft etwas lockerer, für uneingeschränkte Bewegungsfreiheit und ein entspannteres Feeling. Wer es gern warm und kuschelig hat, sollte sich die neuen Einteiler (zum Beispiel den “ Monsie“ von Mons Royale oder den Rock ’n‘ Wool Overall von Ortovox) etwas genauer anschauen. Sie sorgen dafür, dass das Hemd nie wieder aus der Hose rutscht, und halten Schnee und Wind zuverlässig draußen – auch wenn man kopfüber in den Pulver taucht.

Die verschiedenen Schnitte und Features von Skiunterwäsche bleiben letztlich Geschmackssache, doch lange Unterhosen mit Dreiviertel-Beinlänge sind durchaus zu empfehlen. Dank des verkürzten Beins muss man beim Anlegen der Skisocken nicht mehr die Beinabschlüsse zur Faltenprävention akribisch zurecht rücken, um unangenehme Druckstellen im Ski- oder Snowboardschuh zu vermeiden. Doch aufgepasst: Die Länge der Skisocken sollte gut mit der Skiunterhose abgestimmt sein, denn sonst kann ein unangenehmer Spalt entstehen.

Skiunterwäsche aus Merinowolle

Für extra starke Wärmeisolation an kalten Skitagen: In seiner neuesten Leicht-Skiunterwäsche Akeleie kombiniert Bergans 220 Gramm starke Merinowolle mit Polyester in einer zweilagigen Konstruktion. | Foto: Bergans/Fredrik Schenholm
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Für extra starke Wärmeisolation an kalten Skitagen: In seiner neuesten Leicht-Skiunterwäsche Akeleie kombiniert Bergans 220 Gramm starke Merinowolle mit Polyester in einer zweilagigen Konstruktion. | Foto: Bergans/Fredrik Schenholm

Was das Material betrifft, so hatten Kunstfasern über einen langen Zeitraum die altbewährte Wolle im Outdoorbereich verdrängt, jedoch erobert sie im Bereich Ski- und Funktionsunterwäsche immer größere Teile des Marktes zurück. Diese Tatsache ist vermutlich zum einen auf den Wunsch nach nachhaltig produzierter Kleidung zurückzuführen – schließlich ist Wolle ein nachwachsender, natürlicher Rohstoff. Darüber hinaus punktet Merinowolle aber auch ordentlich in Sachen Funktionalität: Sie kühlt, wenn es zu warm ist, wärmt selbst im feuchten Zustand noch, und ist von Natur aus geruchsneutralisierend und selbstreinigend. Damit ist Skiunterwäsche aus Wolle – meist hochqualitatives Merino – hervorragend geeignet für Skitouren und schweißtreibende Abfahrten, und verhindert das Auskühlen bei der Gipfelrast oder auf dem Sessellift. Auf mehrtägigen Hüttentouren mit spärlichen Waschmöglichkeiten lässt sie einen zudem mit minimaler Wechselwäsche auskommen, ohne seine Nachbarn im Matratzenlager zu vergraulen. Marken wie Icebreaker und Devold setzen bei ihrer Unterwäsche schon lange auf die Vorteile von Merinowolle. Ortovox, Bergans und jüngere Hersteller wie Mons Royale und Super.Natural ziehen nach.

Synthetische Skiunterwäsche

Skiunterwäsche aus Kunstfasern wiegt gegenüber Merino-Unterwäsche bei gleicher Wärmeleistung ein bisschen weniger, trocknet schneller, ist zum Teil elastischer und vor allem strapazierfähiger. Mit spezialisierten Spinnverfahren und verschiedenen Materialkompositionen können Kunstfasern nach spezifischen Vorgaben zu Stoffen gefertigt werden, die möglichst genau auf ihren späteren Einsatzbereich zugeschnitten sind. Oft findet man bei Synthetikunterwäsche etwa eine geriffelte oder waffelartige Struktur, welche die Oberfläche vergrößert und dadurch die Isolierung und den Feuchtigkeitstransport verbessert. Manche Hersteller wie Skins nutzen auch die Dehnbarkeit von synthetischen Stoffen für extrem körperbetonte Unterwäsche, welche mit Kompression die Muskeln unterstützt und der Ermüdung vorbeugt. Damit die Wäsche nicht so schnell muffelt, arbeiten Hersteller wie Odlo Silberionen in die Kunstfasern mit ein.

Was zählt sind Komfort und Passform

Auch für die kleinen Skifahrer gibt's bei verschiedenen Herstellern Skiunterwäsche aus Merinowolle: Devold zum Beispiel kombiniert in seiner Active Kids-Linie Merino mit Polyamid und Polyester. | Foto: Devold
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Auch für die kleinen Skifahrer gibt’s bei verschiedenen Herstellern Skiunterwäsche aus Merinowolle: Devold zum Beispiel kombiniert in seiner Active Kids-Linie Merino mit Polyamid und Polyester. | Foto: Devold

Bei vielen Herstellern findet man Natur- und Kunstfasern miteinander kombiniert, so mischt zum Beispiel Icebreaker einen Elasthan-Anteil in seine Unterwäsche, um sie dehnbarer zu machen, Devold macht seine Baselayer durch Polyamid strapazierfähiger, und Odlo präsentiert in seiner aktuellen Winterkollektion erstmals synthetische Unterwäsche mit Merino-Anteil. Hinsichtlich des Komforts nehmen sich Merino- und synthetische Skiunterwäsche nicht viel, beide sind äußerst weich und angenehm zu tragen. Letztlich bleibt der Fasertyp in erster Linie eine Frage des persönlichen Geschmacks; es ist deswegen ratsam, nach Eingrenzung der Auswahl ähnliche Modelle bei einer Anprobe zu vergleichen.

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Markenporträts:

Hannes Brunner

...erfreut sich am saisonalen Nomadendasein. Im Winter lehrt er im Engadin der High Society das Skifahren und befriedigt auf Skitour seine Sucht nach Pulverschnee und steilem Gelände. Wenn der gebürtige Amerikaner sonst nicht gerade für Bergzeit schreibt, findet man ihn auf Reisen wieder – dabei jedoch selten weit von den Bergen. Pfeil Alle Artikel von Hannes Brunner