Das Snowboard in zwei Teile teilen, Felle befestigen und - einem Skitourengeher gleich - den Berg hinaufgehen: Splitboarding ist endlich angekommen! Was ist beim Splitboard-Kauf zu beachten? Die wichtigsten Infos zu Fahrertypen, Shapes und Rocker, Bindungen und Zubehör auf einen Blick:

Splitboarden erfreut sich einer zwar kleinen, dafür aber umso treueren Anhängerschaft. In den letzten Jahren ist der Splitboard-Markt allerdings zunehmend unübersichtlich geworden und es ist gar nicht so einfach, sich bei der Vielfalt von Schuhen, Bindungen und Boards zurechtzufinden.

Welcher Splitboard-Typ bist Du?

Um Dir die Orientierung beim Splitboardkauf zu erleichtern, haben wir potentielle Splitboardkäufer in fünf Typen eingeteilt. Zu jedem Typ geben wir einen Kauftipp, der in der Praxis zu mehr Fahrfreude führen soll.

1. Das Greenhorn

Du hast gerade erst mit dem Snowboarden begonnen. Das Backcountry interessiert Dich jedoch schon mehr als die gewalzte Piste und Du kannst es kaum erwarten, endlich die Felle an’s Board zu schnallen und im Gelände loszulegen! Es empfiehlt sich, zu einem fehlerverzeihenden Allrounder zu greifen, der mit jedem Gelände gleich gut zurechtkommt. Ein etwas weicherer Schuh fordert den Fuß nicht zu stark, bei der Bindung solltest Du hingegen zu einem etwas härteren Modell greifen, damit die Kraftübertragung einwandfrei funktioniert.

Kauftipp im Bergzeit-Sortiment:

2. Die/Der Wagemutige

Seit 2012 gibt es die Marke Jones Snowboards. Splitboards waren von Anfang an mit im Programm - denn sie bieten die optimale Möglichkeit, unberührte Hänge im Backcountry zu erreichen. | Foto: Jones Snowboards/Jeremy Jones/Rider: Ryland Bell
Seit 2012 gibt es die Marke Jones Snowboards. Splitboards waren von Anfang an mit im Programm – denn sie bieten die optimale Möglichkeit, unberührte Hänge im Backcountry zu erreichen. | Foto: Jones Snowboards/Jeremy Jones/Rider: Ryland Bell

Du hast vom Splitboarden (noch) nicht so viel Ahnung. Als leidenschaftliche(r) Snowboarder(in) bist Du jedoch fahrtechnisch fit und brauchst ein hochwertiges Board, das Dir bei allen Verhältnissen gleich gut zur Seite steht und das auch bei steilen Rinnen und schwierigen Schneeverhältnissen nicht schlapp macht. Du solltest zu einem Top-Splitboard mit einem vielseitigen Shape greifen. Eine Kombination aus Rocker und Camber gibt Dir beispielsweise eine optimale Verbindung aus Tiefschneetauglichkeit und Kantengriff.

Kauftipp im Bergzeit-Sortiment:

3. Der Powder-Genießer

Du rückst nur aus, wenn das Gelände von richtig schön fluffigem Powder zugedeckt ist. Ideal geneigte Pulverhänge sind Dein Favorit, technisch anspruchsvolle Touren eher die Ausnahme. Ob Swallowtail oder astreiner Rocker: Für Dich darf das Board ruhig etwas länger und/oder schön durchgebogen sein. Rocker lassen sich im Powder optimal manövrieren, Swallowtails sorgen für den nötigen Auftrieb. Ergebnis: Man kann den Powderflow so richtig schön genießen!

Kauftipp im Bergzeit-Sortiment:

4. Der Trickser

Du willst Deine Pipe-Kenntnisse auch im Gelände anwenden. Deine Freunde staunen immer wieder, welche kleinen Tricks Du auch in eine kurze Abfahrt einbauen kannst. Ein kleiner 360° hier und ein Nosegrab da gehören für Dich zum Standardrepertoire, Powderhänge ohne Obstacles entlocken Dir nur ein Gähnen.

Kauftipp im Bergzeit-Sortiment:

5. Der Hochalpinist

Hauptsache extrem! Du nimmst Dein Splitboard überall dort mit hin, wo auch versierte Skitourengeher unterwegs sind. Egal ob auf einen schwierigen Viertausender in den Westalpen oder auf die Steilrinnenabfahrt in den Allgäuern. Daher brauchst Du ein Board, das Dich auch auf langen und vereisten Hangquerungen nicht alt aussehen lässt und das mit den unterschiedlichsten Schneequalitäten zurechtkommt. Du solltest in erster Linie darauf achten, Dir ein stabiles und vielseitiges Board zu holen, das mit Champagne Powder genau so gut zurechtkommt wie mit einer harten Firnflanke. Eine Bindung mit einem harten Highback gibt Dir die auch in einer Steilflanke die nötige Kontrolle über Dein Board. Dein Schuh sollte besonders komfortabel sein, eine stabile Sohle haben und im Idealfall mit Steigeisen kompatibel sein.

Kauftipp im Bergzeit-Sortiment:

TIPP: Harscheisen für das Splitboard

Harscheisen gehören inzwischen in den Rucksack jedes Splitboarders. Splitboard Harscheisen sorgen dafür, dass man bei verharschten und vereisten Passagen nicht den Halt verliert – und haben schon so manche Tour gerettet. Insbesondere bei Frühjahrestouren gehören Harscheisen zur Standardausstattung, da der Schnee gerade früh am Morgen oft noch hart und zum Teil auch durchgefroren ist. Ohne Harscheisen besteht hier die Gefahr, dass man mit den Fellen hilflos nach hinten durchrutscht. Die einzigen, die auf Harscheisen getrost verzichten können, sind Powderfanatiker, die nur bei den allerweichsten Verhältnissen ausrücken!

Kleine Formenlehre – Shapes und Co.

Meister Jeremy Jones bewegt sich stilsicher mit seinen eigenen Splitboards den Powder herunter. | Foto: Jones Snowboards/Seth Lightcap | Rider: Jeremy Jones
Meister Jeremy Jones bewegt sich stilsicher mit seinen eigenen Splitboards den Powder herunter. | Foto: Jones Snowboards/Seth Lightcap | Rider: Jeremy Jones

Wer am Splitboard-Stammtisch mitreden will, sollte sich auch bei den Shapes ein wenig auskennen. Zudem eignen sich die verschiedenen Shapes unterschiedlich gut für Fahrer mit unterschiedlichem Können.

 

  • Camber: Der Klassiker unter den Shapes und so vielseitig wie eh und je. Die Form sorgt für einen guten Kantenhalt und für ein vernünftiges Kurvenverhalten bei schwierigen Schneeverhältnissen. Geeignet für: die lange Westalpentour bei vereisten Verhältnissen. Weniger geeignet für: trickreiche Abfahrten mit vielen Switches.
  • Rocker: Rocker-Shapes waren in den letzten Jahren nicht nur bei Tiefschneefanatikern in aller Munde – und das nicht umsonst! Die durchgebogene Form gibt im Powder besonders viel Auftrieb und sorgt für ein hohes Maß an Wendigkeit. Geeignet für: pulvrige Abfahrten. Weniger geeignet für: vereiste Aufstiege, hart gefrorene Abfahrtspassagen.
  • Flat: Wie der Name schon sagt: Flat ist gerade. Damit eignen sich Splitboards mit einem Flat-Shape super für vereiste, schwierige Aufstiege und Firnflanken, bei denen auf den Kantenhalt Verlass sein muss. Geeignet für: die knackige 1.000-Höhenmeter-Tour bei wechselnden Verhältnissen. Weniger geeignet für: den Champagne-Powder-Ausflug nach Utah.
  • Swallowtail: Boards mit Swallowtail sind die Tiefschnee-Kanonen schlechthin! Das gerade Tail in Schwalbenschwanz-Form sorgt dafür, dass das Heck des Boards absinkt und die Nose auch im abgrundtiefen Powder ausreichend Auftrieb erhält. Geeignet für: tiefen, feinen Pulver. Weniger geeignet für: technisch anspruchsvolle Touren bei wechselnden, mitunter harten Schneeverhältnissen.
  • Kombinationen:Natürlich gibt es auch Mischformen aus Camber und Rocker, die auf bestimmte Fahrerprofile optimiert wurden.

Die richtige Bindung beim Splitboard

Hoch wie ein Skitourengeher und runter mit dem Snowboard. Dank innovativer Ideen sind Splitboards nicht mehr nur etwas für Freaks, sondern auch für Snowboarder mit Ambitionen. | Foto: Jones Snowboard/Andrew Miller | Rider: Forrest Shearer
Hoch wie ein Skitourengeher und runter mit dem Snowboard. Dank innovativer Ideen sind Splitboards nicht mehr nur etwas für Freaks, sondern auch für Snowboarder mit Ambitionen. | Foto: Jones Snowboard/Andrew Miller | Rider: Forrest Shearer

Splitboard-Bindungen haben ein Bauteil, das für die Fahreigenschaften entscheidend ist: Das flexible Highback. Ein kurzes und weiches Highback ermöglicht viel Bewegungsfreiheit in der Pipe und im Gelände, höhere und steifere Highbacks bieten eine optimale Kontrolle beim Aufstieg und maximale Kraftübertragung bei der Abfahrt. Für Splitboardtouren bieten sich in der Regel etwas steifere Highbacks an, um das Board bei wechselnden Schneeverhältnissen sicher durch Powderflecken, verblasene Abschnitte und verbackenen Altschnee steuern zu können. Highbacks von Splitboardbindungen haben den Vorteil, dass sie auch nach hinten bewegt werden können und so ein Plus an Laufkomfort bieten!

Geeignete Splitboard-Schuhe

Was wäre ein schönes Splitboard ohne die passenden Schuhe? Gerne wird übersehen, dass bequeme Schuhe maßgeblich am Erfolg einer Tour beteiligt sind. Hier gilt in allererster Linie: Der Snowboardschuh muss komfortabel sein. Auch auf einem mehrstündigen Ausflug ins Backcountry sollte er keine Blasen, Reibestellen und tauben Zehen verursachen. Deshalb gilt als grobe Faustregel: besser eine halbe Größe zu groß als eine halbe Größe zu klein auswählen. Besitzt man noch keine Snowboardschuhe, bieten gut sitzende Bergstiefel einen ersten Orientierungspunkt. Bergzeit hat ausschließlich Splitboardstiefel im Programm, die speziell an die Bedürfnisse von Splitboardern angepasst sind und eine optimale Kombination aus Komfort und Stabilität bieten.

Lawinensicherheit und Sicherheitsausrüstung

Splitboard-Bindungen können auch mit Harscheisen für schwierige, vereiste Passagen versehen werden. | Foto: Jones Snowboards/Seth Lightcap | Rider: Jeremy Jones
Splitboard-Bindungen können auch mit Harscheisen für schwierige, vereiste Passagen versehen werden. | Foto: Jones Snowboards/Seth Lightcap | Rider: Jeremy Jones

Wer ein Neuling im Backcountry ist, sollte vor dem Start in die verschneiten Berge unbedingt einen Lawinenkurs besuchen. Es gibt zahlreiche Veranstalter und Organisationen, die Lawinenkurse im Programm haben, an erster Stelle der Deutsche Alpenverein (DAV). In einem Lawinenkurs lernt man, das Gelände richtig zu beurteilen, Gefahrensituationen richtig einzuschätzen und im Ernstfall richtig mit einem Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), Lawinensonde und Schaufel umzugehen.

Zu einer Splitboardtour abseits der Piste – und sei es nur eine Abfahrt durch einen Tiefschneehang – gehört das Trio aus LVS-Gerät, Lawinensonde und Lawinenschaufel zwingend dazu. Bergzeit hat verschiedene Hersteller und Setangebote im Programm. Daneben gibt es noch die Möglichkeit, den Ausflug ins Tiefschneeparadies durch Lawinenrucksäcke sicherer zu machen. Diese Rucksäcke verfügen über große Airbags, die sich im Gefahrenfall in wenigen Sekunden auslösen lassen. Auch hier hat Bergzeit mehrere Hersteller mit verschieden großen Rucksäcken im Sortiment. Will man mit dem Splitboard höher hinaus und überlegt, seine Routen auch über Gletscher und kombiniertes Gelände zu legen, empfiehlt sich zudem der Besuch eines Spaltenbergungskurses. Auch hier ist eine gute Bergschule oder der Alpenverein die erste Adresse!

Alle Splitboards bei Bergzeit:

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