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Nicht immer gibt ein ausführlicher Wander- oder Fahrradführer Aufschluss über die Eckdaten einer Tour. Dann muss ein anderes Mittel her, um die zu erwartende Länge einer Etappe zu bestimmen. Unser Workshop verrät die Basics rund ums Thema Tourenplanung.

Wer eine Tour zu Fuß oder mit dem Fahrrad plant, steht immer wieder vor den gleichen Fragen: Wie lange ist die Strecke? Wie viel Zeit benötige ich? Wie viele Höhenmeter sind zu bewältigen? Mittlerweile gibt es ein ansehnliches Instrumentarium (nicht nur) elektronischer Hilfsmittel, um diese Fragen zu beantworten. Höhenmesser oder Schrittzähler helfen vor allem bei der nachträglichen Auswertung.

Geräte zur elektronischen Outdoornavigation gibt es ab etwa 100 Euro aufwärts. | Foto: Garmin/Till Gottbrath
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Geräte zur elektronischen Outdoornavigation gibt es ab etwa 100 Euro aufwärts. | Foto: Garmin/Till Gottbrath

Was aber hilft bei der Tourenplanung im Vorfeld, vor allem in unbekannten Regionen? Wanderführer oder aber Tourenportale wie www.gpsies.com sind eine erste Anlaufstelle. Letztere bieten eine fast unendliche Fülle an GPS-Routen, die sich bequem nutzen lassen. Wer über ein GPS-Gerät verfügt, kann sich hier bedienen. Smartphone-Besitzer können sich Touren ebenfalls von diesen Portalen laden und sie mithilfe zahlreicher – meist kostenloser – Apps nachgehen. Vor- und Nachteile dieser Apps wurden hier ausführlich beschrieben. Ein großer Vorteil dieser GPS-Tracks ist, dass sie in der Regel gleich ein Höhenprofil mitliefern und somit Auf- sowie Abstieg in Metern angeben. Ein Nachteil der Touren aus den GPS-Portalen ist aber, dass man einerseits unterwegs ein Gerät zur Orientierung benötigt und anderseits nur Strecken nachlaufen kann, die andere Nutzer bereits zurückgelegt haben.

Tourenplanung digital

Letzteres kann natürlich auch ein Vorteil sein: Fernwanderwege meist nicht nur sehr gut ausgezeichnet und beschrieben sondern auch digital als GPS-Track erfasst, so dass Karten nur eine unterstützende Funktion haben. Selbst wer nicht über ein GPS-Gerät verfügt, kann bei der Vorbereitung seiner Tour an Hand der Daten Streckenlängen sehr gut abschätzen. Sehr oft hilft – zum Teil auch bei regionalen Wanderwegen – schon eine ganz einfache Google-Suche: Wer den (außergewöhnlichen schönen und empfehlenswerten!) regionalen Wanderweg SJ 2 des Odenwaldklubs geht, findet unter dem Suchbegriff „SJ 2 GPX“ ein Ergebnis bei gpsies.com, wo neben der Streckenlänge gleich auch ein Höhenprofil ausgegeben wird. Auch für Mountainbiker ist das genaue Wissen über Anstiege und Abfahrten natürlich sehr hilfreich.

Tourenplanung mit der Karte

Wie lang ist die Strecke? Kartenmesser helfen bei der Bestimmung von Distanzen. | Foto: Franz Schmidt
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Wie lang ist die Strecke? Kartenmesser helfen bei der Bestimmung von Distanzen. | Foto: Franz Schmidt

Was aber tun, wenn man in der Fremde eine Wanderung plant und keine elektronischen Hilfsmittel und auch kein detailliertes Guidebook zur Verfügung hat? Eine Karte im Maßstab 1:25.000 (Ein Zentimeter auf der Karte entspricht 250 Meter in der Wirklichkeit) ist für die Planung von Wanderungen optimal. Teilweise gibt es bessere Maßstäbe, etwa im Karten-Set des Odenwaldklubs (OWK) mit 1:20.000. Karten im Maßstab 1:35.000 sind ebenfalls noch brauchbar. Alles, was darüber liegt, ist für Wanderungen nicht wirklich hilfreich. Bei Karten im Maßstab 1:50.000 sind Details, die für die Orientierung im fremden Gelände hilfreich sind, teilweise nur schwer zu erkennen.

Die Aktivität bestimmt den Maßstab

Für Radtouren sind Karten unter 1:30.000 bis 1:50.000 hingegen kaum geeignet, da man gerade bei längeren Touren sehr viele Karten mitnehmen müsste. Am Bike sind Karten im Maßstab 1:75.000 oder 1:100.000 (ein Zentimeter entspricht einem Kilometer) optimal. Topographische Karten erlauben es, den Höhenverlauf in etwa abzuschätzen. Wenn die Strecke dicht nebeneinander liegende Höhenlinie senkrecht schneidet, geht es steil bergauf oder bergab. Läuft die Strecke parallel entlang einer Höhenlinie ist die Strecke eben.

Von Broschüren und Bindfäden: Streckenlänge ermitteln

Gilt es nun, im fremden Terrain mit einer Karte die Streckenlänge zu bestimmen, so gibt es für manche Regionen und für viele Fernwanderwege ein äußerst hilfreiches Instrument – Infobroschüren oder Wegeverzeichnisse mit Angabe der Länge von Teilstrecken. Für den Odenwald hat der OWK das Verzeichnis „Auf sicheren Wegen“ herausgebracht. Der Abstand zwischen den erfassten Stationen liegt bei wenigen hundert Metern bis einigen Kilometern, so dass eine rasche und detaillierte Planung möglich wird. Das OWK-Verzeichnis ist auch digital als PDF im Internet abrufbar (Stand 2010).

Wer lieber individuell plant und abseits der Fernwanderwege unterwegs sein will, kann sich wie zu Großvaters Zeiten helfen: Mit Stecknadeln und einem Bindfaden lässt sich die Streckenlänge in etwa abschätzen. Bei einer Karte im Maßstab von 1:25.000 entspricht eine Faden von 80 Zentimetern einer Wanderung von 20 Kilometern.

Kartenmesser: Digital oder mechanisch?

Etwas bequemer geht das Ermitteln der Streckenlänge mit Kartenmessern, auch Curvimeter genannt. Die Geräte kosten meist zwischen 15 und 30 Euro und erlauben es, eine Strecke auf der Karte „abzufahren“. Bei digitalen Kartenmessern lässt sich der Maßstab in der Regel eingeben. Das Gerät gibt dann im Display die Streckenlänge aus. Analoge Geräte funktionieren ein bisschen wie mechanische Stoppuhren: Ein Zeiger dreht sich und anhand der Umdrehungen lässt sich ausrechnen, wie lange die Strecke tatsächlich ist. Auf dem Ziffernblatt analoger Kartenmesser sind verschiedene Maßstäbe angegeben, so dass die vollen und teilweisen Umdrehungen in eine Streckenlänge umgerechnet werden können. Manchmal ist hier noch etwas Rechenarbeit von Nöten: Wenn etwa die Maßstäbe 1:15.000, 1:25:000 und 1:50.000 auf dem Ziffernblatt angegeben sind, muss für eine Karte im Maßstab 1:30.000 die Streckenlänge im Maßstab 1:15.000 verdoppelt werden.

Ob mechanisch oder digital ist bei Kartenmessern letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. | Foto: Silva/Bergzeit
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Ob mechanisch oder digital ist bei Kartenmessern letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. | Foto: Silva/Bergzeit

Auf den ersten Blick scheint klar, dass analoge Kartenmesser umständlicher sind. In der Praxis sind meine Erfahrungen ein wenig anders: Digitale Kartenmesser sind mechanisch nicht unbedingt so robust wie analoge Geräte. Zudem braucht ein digitaler Kartenmesser immer Strom. Ohne Batterie geht nichts – auch wenn die normalen Knopf-Batterien in der Regel eine halbe Ewigkeit halten.

Der analoge Kartenmesser hat also zwei immense Vorteile: Er ist mechanisch äußerst stabil und benötigt keine Stromversorgung. Gerade wenn man auf Mehrtages-Tripps unterwegs Streckenvarianten prüfen möchte, scheinen sie besser geeignet. Sie haben zudem schlichtweg keine empfindliche Elektronik, die durch Stürze auf den Boden, auslaufende Flüssigkeit, Kondenswasser oder Kälte im Rucksack in Mitleidenschaft gezogen werden kann.

Es ist also wie (fast immer im Leben) Geschmackssache: Wer mit einem Kurvenmesser bevorzugt im heimischen Wohnzimmer plant und keine Lust aufs Rechnen hat, dürfte mit einem digitalen Kurvenmesser gut bedient sein. Wer auch unterwegs messen will und wert auf mechanische Stabilität legt, sollte lieber zu einem analogen Kurvenmesser greifen.

Im zweiten Teil unseres Workshops zur Tourenplanung geht es um die Abschätzung des Zeitbedarfs für Wanderungen sowie digitale Hilfsmittel aus dem Internet zur Tourenplanung.

Alles Karten bei Bergzeit findest Du hier:

Mehr zum Thema Orientierung im Bergzeit Magazin:

Franz Schmidt

... wandert viel und oft, manchmal auch weit. Der Endvierziger mag zudem lange Touren mit dem Rad. Da er dabei nicht gerne die Orientierung verliert, beschäftigt sich der Technik-Freak besonders intensiv mit allen Themen rund um Karte, GPS &. Co. Daneben schreibt er auch gerne über alle anderen Ausrüstungsgegenstände, die der Wanderer und Radfahrer so gebrauchen kann. Pfeil Alle Artikel von Franz Schmidt