Funktionell, komfortabel und bis in kleinste Detail durchdacht - moderne Bergsporthosen sind perfekt auf die Ansprüche von Outdoorsportlern abgestimmt. Aber, was bringen eigentlich die funktionalen Materialien und welche Unterschiede gibt es bei den Modellen? Gibt es einen Unterschied zwischen Wander- und Trekkinghosen?

1. Gibt es einen Unterschied zwischen Wander- und Trekkinghosen?

Der Begriff Trekkinghosen wird häufig synonym für Wanderhosen verwendet. Daher gibt technisch erstmal keine Unterschiede zwischen Wander- und Trekkinghosen. Beide Bezeichnungen passen für robuste, funktionale und zweckmäßige Hosen für Wanderungen, Bergtouren und Trekkings. In meinem persönlichen Sprachgebrauch ist die Wanderhose daher sowieso ganz einfach die „Berghose“.

2. Wie finde ich die passende Wanderhose?

Zwei Frauen in Wanderhosen.
Kurze Multisport-Short oder lange Wanderhose? Die Auswahl des richtigen Modells richtet sich nach dem Anspruch und der Art Deiner Touren. | Foto: Bergzeit

Wie so oft bei Outdoor-Ausrüstung stellt sich auch vor dem Kauf einer Wander- oder Trekkinghose die Frage nach dem geplanten Einsatz. Führen die Touren ins hochalpine Gelände, geht’s zum Trekking nach Skandinavien oder sind eher Wanderungen im Mittelgebirge geplant? Soll die Hose im Frühjahr und Herbst, im Sommer oder das ganze Jahr über zum Einsatz kommen? Anhand dieser Fragen lassen sich schnell einige Ansprüche an Material, Schnittdetails und Funktionalität einer Wanderhose festmachen.

3. Warum brauche ich überhaupt eine spezielle Wanderhose?

Funktionsmaterialien machen moderne Wanderhosen zum idealen Begleiter am Berg bzw. auf Tour: Schnell trocknende, robuste und großteils elastische Stoffe bieten unterwegs Bewegungsfreiheit und Komfort. Darüber hinaus sind viele Wanderhosen aus Materialien gefertigt, die für bestimmte Einsatzbereiche optimiert sind. Abhängig von der Konstruktion (mit oder ohne Membran) bieten zum Beispiel Hosen aus Softshell-Laminaten Schutz vor Wind und Wetter und, je nach Materialstärke/-variante, eine gewisse Isolation. Hosen aus einem dicht gewebten Baumwolle-Kunstfaser-Mix sind strapazierfähig, besonders atmungsaktiv und mückendicht.

4. Warum sind moderne Wanderhosen aus Funktionsmaterialien gefertigt?

Moderne Wanderhosen punkten – im Vergleich zu ihren Vorgängern, den bis in die 1980er-Jahre beliebten Kniebundhosen – durch den Einsatz von Funktionsmaterialien. Kunstfasergewebe oder -mischungen bieten im Gegensatz zu reinen Bauwollstoffen wie Denim und Cord einen deutlich besseren Wind- und Wetterschutz. Während zum Beispiel eine Baumwoll-Jeans bei Nieselregen sofort Wasser aufnimmt, schwer wird und anschließend nur langsam trocknet, nehmen Kunstfasergewebe aus Polyester oder Polyamid grundsätzlich weniger Feuchtigkeit auf und transportieren diese rasch nach außen ab. Wird aus dem Schauer ein heftiger Regen und die Wanderhose richtig nass, sind Kunstfasergewebe in kurzer Zeit wieder trocken. Eine Jeans oder eine Hose aus Baumwoll-Cord hat hier schlechte Karten.

Zusätzlich sorgen die funktionellen Kunstfasermischungen für ein angenehmes Trageklima auf der Haut, indem die vom Körper abgegebene Feuchtigkeit rasch nach außen abgegeben wird, ohne dass die Hose zu „kleben“ beginnt. Eine antimikrobielle Ausrüstung hemmt auch bei Wanderhosen unangenehme Geruchsbildung.

Frau in einer Wanderhose am Klettersteig.
Funktionale Materialien sind robust, atmungsaktiv, schnelltrocknend und erlauben viel Bewegungsfreiheit – ideal für die Ansprüche am Berg. | Foto: Bergzeit

5. Welches Material eignet sich für welche Touren?

Heute sind die Materialien bei Wanderhosen vielfältiger denn je. Viele Materialien sind speziell für den Einsatz in Spezialbereichen getrimmt und bieten mehr oder weniger isolierende Eigenschaften, einen Schutz vor Mücken oder sind besonders robust und abriebfest. Häufig werden auch verschiedene Materialien miteinander kombiniert.

Wanderhosen aus leichten, elastischen Materialien

Wer in den Alpen oder Mittelgebirgen primär Tagestouren unternimmt, schätzt bei seiner Wanderhose besonders leichte und schnell trocknende Kunstfasermaterialien, die hoch atmungsaktiv und gleichzeitig windabweisend sind. Meist handelt es sich dabei um feine Polyamid- oder Polyestergewebe, die zudem Schutz vor UV-Strahlung und Mückenstichen bieten. Einen besonderen Komfort bieten bi-elastische Stoffe, die sowohl längs als auch quer dehnbar sind. Das sorgt für eine einmalige Bewegungsfreiheit. Hier kneift nichts, hier zwickt nichts, die Wanderhose sitzt perfekt.

  • Ideal für: Vielseitige Hosen für Wanderungen und Bergtouren bei mittleren Temperaturen von Frühjahr bis zum Herbst.

Wanderhosen aus Softshell-Material

Auch das mittlerweile bewährte Softshell-Material wird bei Wanderhosen immer beliebter – vor allem wenn es in gemäßigte Breiten oder ins Hochgebirge geht. Softshell ist mit oder ohne Membrane erhältlich und stellt quasi ein Mittelmaß aus Fleece und Hardshell dar.

  • Mit Membran: winddicht, verbesserter Wetterschutz, weniger atmungsaktiv
  • Ohne Membran: windabweisend, sehr atmungsaktiv

Die Stoffe zeichnen sich durch einen weichen Griff, eine besonders dichte Faserbindung, Elastizität und eine relativ glatte Oberfläche aus, die wasser-, wind- und schmutzabweisend ist. Eine ideale Kombination, die in Form einer Wanderhose viel Komfort verspricht. Wer eine winddichte Softshellhose sucht, sollte auf ein Dreilagenlaminat mit Membran (Gore-Tex Infinium Windstopper oder Polartec Powershield) zurückgreifen oder nach einen membranlosen Modell aus Schöller dryskin oder dynamic Ausschau halten. Softshells ohne Membran sind grundsätzlich als atmungsaktiver einzustufen. Mehr zum Thema erfährst Du in unserer Materialinformation Softshell.

  • Ideal für: Touren bei kühlen bis kalten Temperaturen im Hochgebirge oder in gemäßigten Klimazonen. Auch für Skitouren, kühle und feuchte Bedingungen oder stürmisches Wetter sind Softshellhosen mitunter geeignet.
  • Tipp: Softshellhosen sind in den unterschiedlichsten Materialstärken erhältlich, so dass sich der Einsatz nicht explizit auf alpine Bergtouren und Wanderungen festmachen lässt.

Wanderhosen aus wasserabweisendem Baumwoll-Polyester-Mix

Wer Wert auf einen natürlichen Griff, Strapazierfähigkeit und maximale Atmungsaktivität seiner Trekkinghose legt, wird bei nordischen Herstellern wie Fjällräven fündig. Die Wanderhosen der Schweden sind ganz oder teilweise dem legendärem G-1000 gefertigt. Letzteres ist eine dicht gewebte, robuste und schnell trocknende Polyester-Baumwoll-Mischung, die mittels einer Grönlandwachs-Beschichtung wasserabweisend gemacht werden kann. Einmal beschichtet hält das Material leichten Regenschauern stand, die Wachsschicht kann nachträglich ausgewaschen, verstärkt oder nachgerüstet werden. Durch die dichte Webart hält G-1000 neben schädlichen Sonnenstrahlen auch die gierigen Rüssel von Stechmücken fern. Nicht zuletzt deshalb sind die skandinavischen Wanderhosen bei Nordland-Trekkern besonders beliebt.

  • Ideal für: Wandern- und Trekking in nordischen Ländern aber auch in den Alpen bei Tages- und Mehrtagestouren nicht fehl am Platz.

Wasserdichte Wanderhosen

Wasserdichte Wanderhosen bzw. sogenannte Regenhosen sind aus Hardshell-Laminaten gefertigt und bieten dank integrierter Klima-Membran einen zuverlässigen Schutz vor Wind und Regen. Alle Infos und Auswahlkriterien dazu findest Du in unserer Shop-Kaufberatung für Regenhosen.

  • Ideal für: Schlechtwetter und als Regenschutz bei mehrtägigen Touren wie Alpenüberquerung

Zip-Off-Hosen

Eine echte Glaubensfrage unter Wanderern sind Zip-Off-Hosen. Während die einen auf abnehmbare Hosenbeine schwören – vor allem wenn unterwegs mit großen Temperaturschwankungen zu rechnen ist – bemängeln die anderen durch die umlaufenden Reißverschlüsse eine Einschränkung des Tragekomforts oder stören sich an der Optik. Hier hilft nur probieren und selbst entscheiden, ob man sich durch die Trennungen in seiner Bewegungsfreiheit gestört fühlt. Alternativ bieten viele Hersteller Modelle mit integrierten Laschen, die zur Befestigung hochgekrempelter Hosenbeine dienen. So „schrumpft“ die lange Trekkinghose im Handumdrehen zur 3/4-Pant.

  • Ideal für: Wechselhafte und wechselnde Bedingungen bei mehrtägigen Trekkings, auf Tagestouren ebenso wie unterwegs auf Reisen.
Mann in einer Zip-Hose beim Wandern
Zip-Hosen sind praktisch und vielseitig. Sie sind optimal für wechselnde Bedingungen auf Tour und längere Einsätze. | Foto: Bergzeit

6. Was unterscheidet eine Wanderhose von einer Tourenhose?

Manchmal taucht im Outdoor-Jargon auch der umgangssprachliche Begriff „Tourenhose“ auf. Dabei ist nicht eindeutig definiert, um welche Art von Bergsporthose es sich handelt. Bei Bergzeit ordnen wir den Begriff Tourenhose jenen Hosen zu, die aufgrund der technischen Konstruktion und Ausstattung für anspruchsvollere Bergabenteuer gemacht sind: Hochtourenhosen und Skitourenhosen.

7. Worauf muss ich bei der Ausstattung zu achten?

Bei der Ausstattung solltest Du auf Funktionalität und Tragekomfort achten: Bund und Taschen sollten Deine Bewegungsfreiheit unterstützen, insgesamt sollte die Wanderhose gut sitzen, um jede Bewegung mitzumachen. Clevere Details wie Boot-Loc-Haken oder weitenverstellbare Beinabschlüsse verhindern das Eindringen von Schnee und Geröll, Verstärkungen an besonders beanspruchten Stellen sorgen für eine lange Lebensdauer. Sehr vielseitig nutzbar sind die sogenannten Zip-Off-Hosen, die sowohl kurz als auch lang getragen werden können und unterwegs in einem Kleidungsstück maximale Flexibilität erlauben.

8. Passform & Länge: Wie sollte meine Wanderhose sitzen?

Der perfekte Sitz einer Outdoor- oder Wanderhose lässt sich auf ein Wort herunter brechen: bequem. Das bedeutet: Die Hose sollte eng genug sein, um nicht zu rutschen aber auch Spielraum für ausladende Bewegungen und große Schritte bieten.

Hinsichtlich der Beinlänge bieten lange Outdoor-Hosen bei anspruchsvolleren Touren im felsigen Gelände einen besseren Schutz vor Verletzungen am Bein, aber auch vor Sonnenstrahlung. Die Länge sollte so gewählt sein, dass sie etwa am Knöchel oder kurz unterhalb endet. Keinesfalls sollte die Hose so lang sein, dass Du beim Wandern im Fersenbereich darauf trittst. Dies kann im Gelände durchaus ein Sicherheits- bzw. Sturzrisiko darstellen und lässt sich auch durch weitenverstellbare Beinabschlüsse – zum Beispiel mittels Gummikordel – verhindern. Zu kurz gewählte Outdoor-Hosen können hingegen unpraktisch über den Schaft der Schuhe rutschen.

Bei einfachen Touren und sommerlichen Bedingungen sind aber auch kurze Shorts am Berg sicherlich nicht fehl am Platz. Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, setzt Du auf ein flexibles Zip-Off-Modell und packst die Beinlinge als Backup in den Rucksack.

Trekking- & Wanderhosen findest Du hier im Bergzeit Shop:

Wanderhosen im Test: Diese Modelle sind top!

Mehr zum Thema Wandern & Trekking im Bergzeit Magazin

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Leon

Bei Wanderhosen sollte man immer etwas mehr investieren und dafür eine stabile und gute Wanderhose kaufen. Diese hält dann meistens auch länger.