Die Socken sind vermutlich das meist unterschätzte Kleidungsstück beim Wandern und Trekking. Dabei entscheidet es sich oft an der Socke, ob eine Tour mit Blasen endet. Unsere Kaufberatung erklärt, worauf es bei Wander- und Trekkingsocken ankommt.

Was sind (gute) Wandersocken?

Gute Wandersocken sitzen optimal am Fuß und verhindern so Blasenbildung. Sie regulieren das Fußklima und unterstützen und schützen die Füße im Berg- und Trekkingschuh. Dafür ist insbesondere eines wichtig: Die Passform. Gute Trekkingsocken sitzen faltenfrei wie eine zweite Haut. Sie sind anatomisch vorgeformt und formstabil, so dass sie auch auf längeren Touren nicht verrutschen und scheuern. Ausschlaggebend dafür sind vorwiegend Material und Machart.

Welches Material ist bei Wandersocken sinnvoll?

Wandersocken sind in der Regel aus Wolle (Merinowolle), Kunstfasern oder einer Kombination aus beidem gefertigt. Oft sorgt ein mehr oder weniger hoher Elasthan-Anteil für Formstabilität und einen optimalen Sitz.

An den Wandersocken entscheidet sich oft, ob Blasen auf der Tour ein Thema sind. Um diese zu verhindern sollten sie sitzen wie eine zweite Haut und das Fußklima effektiv regulieren. | Foto: Salewa/Hansi Heckmair
An den Wandersocken entscheidet sich oft, ob Blasen auf der Tour ein Thema sind. Um diese zu verhindern sollten sie sitzen wie eine zweite Haut und das Fußklima effektiv regulieren. | Foto: Salewa/Hansi Heckmair

Was zeichnet Trekkingsocken aus Merinowolle aus?

Merinowolle bzw. Schurwolle bietet „von Natur aus“ eine ganze Reihe funktioneller Eigenschaften, die sie ideal für Outdoor- und Sportbekleidung machen. Bei Wandersocken ist dies speziell die klimaregulierende Wirkung: Wolle nimmt im Verhältnis zum Eigengewicht einen hohen Anteil an Feuchtigkeit auf ohne tatsächlich nass zu werden. Sie transportiert den Schweiß rasch vom Körper weg nach außen und puffert zudem Temperaturunterschiede: Wolle wärmt bei Kälte, bei Hitze wirkt sie kühlend. Die Faser hat eine selbstreinigende, antibakterielle Wirkung. Aufgrund ihrer natürlichen Elastizität und weichen Oberfläche bietet Wolle einen hohen Tragekomfort.

  • Tipp # 1: Wolle wird oft vorschnell als „zu warm“ eingestuft. Wandersocken aus Wolle sind in unterschiedlichen Materialstärken erhältlich – als leichte Sommer-Socken ebenso wie als dickere Winterstrümpfe.
  • Tipp # 2: Wer Socken für seine Berg- oder Wanderschuhe mit Klimamembran sucht, ist aufgrund des guten Feuchtigkeitsmanagements mit Socken aus (Merino)Wolle gut beraten.
  • Materialinfo Merinowolle

Was zeichnet Wandersocken aus Kunstfasern aus?

Kunstfasern wie Polyamid, Polyester und Polypropylen nehmen wenig bis keine Feuchtigkeit auf. Die Materialien leiten die Feuchtigkeit zügig vom Körper weg und trocknen sehr rasch. Das macht sie für den Einsatz in Wandersocken besonders interessant, da Feuchtigkeit am Fuß immer das Risiko der Blasenbildung erhöht. Kunstfasern sind zudem formstabil, elastisch und robust. Je nach Ausgangsmaterial und Faser-Art bieten Kunstfasern zum Teil spezialisierte Eigenschaften: Coolmax-Fasern sind beispielsweise auf ein besonders rasches Feuchtigkeitsmanagement und eine hohe Atmungsaktivität getrimmt. Die Kunstfaser Elasthan ist in nahezu allen Wander- und Trekkingsocken mit einem mehr oder weniger kleinen Anteil zu finden. Sie verbessert die Elastizität und Formstabilität der Socken und sorgt für einen guten Sitz.

Häufig sind Wander- und Trekkingstrümpfe aus einem Wolle-Kunstfaser-Mix hergestellt. Das vereint die positiven Eigenschaften beider Materialien für eine optimale Funktionalität. | Foto: Bridgedale
Häufig sind Wander- und Trekkingstrümpfe aus einem Wolle-Kunstfaser-Mix hergestellt. Das vereint die positiven Eigenschaften beider Materialien für eine optimale Funktionalität. | Foto: Bridgedale

Was bringt der Materialmix bei Socken?

Das Beste aus zwei Welten! Trekkingsocken sind häufig aus einem Wolle-Kunstfaser-Mix gefertigt. Ziel ist es, die Funktionalität der Wolle mit Hilfe der Kunstfasern optimal zu unterstützen. So verbessert ein geringer Kunstfaseranteil die Trocknungseigenschaften, Elastizität und Stabilität (Stichwort Kompressionssocken) und/oder die Abriebfestigkeit der Strümpfe, ohne Nachteile für den Tragekomfort oder die klimaregulierenden Eigenschaften zu bewirken.

Eignen sich Baumwollsocken zum Wandern?

Nein. Baumwollsocken zeichnen sich durch eine rasche Feuchtigkeitsaufnahme aus. Was im Alltag für ein komfortables Fußklima sorgt, führt bei längerem sportlichen Anspruch zu Problemen, denn Baumwolle trocknet schlecht. Die Feuchtigkeit bleibt am Fuß, und während die Socke durch die Nässe ihre Form verliert und scheuert, weicht sich die Haut immer weiter auf. Die Folge sind Blasen, die den Spaß beim Wandern und Trekking gehörig vermiesen.

Polsterung: Was bringt sie und wo gibt es Unterschiede?

Wandersocken gibt es ohne oder mit unterschiedlich starker Polsterung. Diese ist meist nach dem Bodymapping-Prinzip auf jene Zonen beschränkt, die beim Gehen besonders belastet werden. Die Polsterung schützt und mindert den Druck an beanspruchten Stellen. Dagegen sind andere Bereiche deutlich dünner, um den Feuchtigkeitstransport möglichst wenig zu behindern. Ob und wieviel Polsterung man bei seinen Wandersocken mag, ist vornehmlich Geschmacksache. Grundsätzlich ist eine Polsterung bei niedrigen, ungepolsterten Wanderschuhen sinnvoller als bei ohnehin stark gepolsterten Bergschuhen mit hohem Schaft.

Was bringt Bodymapping bei Trekkingsocken?

Hier Polsterung, da leichtes, durchlässiges Material, dort etwas mehr Merinowolle: Bodymapping ist der gezielte Einsatz unterschiedlicher Materialien bzw. Textilien, immer gemäß des jeweiligen Anspruchs der Körperstelle. Bei modernen Wandersocken wird dies über aufwändige Strick- und Wirkverfahren gelöst, um unterschiedliche Zonen in einer nahtlosen Konstruktion zu verbinden. Die Vorteile sind eine optimale Funktionalität und Passform sowie ein Maximum an Komfort. Als Nachteil muss man aufgrund der aufwändigen Entwicklung und Herstellung etwas tiefer in die Tasche greifen.

Moderne Trekkingsocken werden heute in sehr aufwändigen Verfahren hergestellt. Unterschiedliche Zonen können so nahtlos und passgenau an den entsprechenden Stellen platziert werden. | Foto: Smartwool
Moderne Trekkingsocken werden heute in sehr aufwändigen Verfahren hergestellt. Unterschiedliche Zonen können so nahtlos und passgenau an den entsprechenden Stellen platziert werden. | Foto: Smartwool

Welchen Vorteil bieten nahtfreie Socken?

Komfort! Jede Naht birgt unterwegs das Potential, durch Druckstellen und Scheuern unangenehm aufzufallen. Daher sind moderne Wander- und Trekkingsocken in aller Regel nahtfrei bzw. mit flachen Nähten im Zehenbereich hergestellt.

Manchmal wird dazu geraten, zwei Paar Wandersocken zu tragen. Warum?

Tatsächlich liest man im Internet häufiger den Tipp, für ein optimales Fußklima und weniger Blasen beim Wandern zwei Paar Socken zu kombinieren. Eine dünne, gut sitzende Liner-Socke wie die Protector Plus Socke von Rohner wird dabei direkt auf der Haut getragen. Die feine Polypropylen-Socke leitet Feuchtigkeit zügig von der Haut weg an die darüber liegende Socke weiter. Das sorgt für eine trockene Haut und Tragekomfort. Die zweite Socke kann je nach Temperatur und persönlichen Vorlieben etwas dicker ausfallen, so dass sich das Klima gezielt regulieren lässt. Als Nebeneffekt neutralisiert sich zwischen den beiden Sockenpaaren die Reibung, was einer Blasenbildung entgegen wirkt.

Was bedeutet doppellagig oder zweilagige Konstruktion?

Die Socken des Herstellers Wrightsock sind zweilagig aufgebaut, so dass das Tragen von zwei Paar Socken (siehe oben) überflüssig wird. Bei dieser Konstruktion werden potenzielle Reibestellen einfach innerhalb einer Socke entschärft. Das Risiko für Blasen und Druckstellen wird deutlich gemindert.

Die 4 Grip Wandersocken von Falke sind mit Silikonpunkten ausgestattet. Diese reduzieren den Reibungsspielraum im Schuh und sorgen für eine direktere Kraftübertragung. | Foto: Falke
Die 4 Grip Wandersocken von Falke sind mit Silikonpunkten ausgestattet. Diese reduzieren den Reibungsspielraum im Schuh und sorgen für eine direktere Kraftübertragung. | Foto: Falke

Warum gibt es Wandersocken auch mit Noppen?

Silikonnoppen, wie man sie auch von Kindersocken kennt, sind im Sportbereich noch ein recht junger Trend. Mittlerweile sieht man sie aber auch bei Wandersocken. Die rutschfesten Noppen sorgen im Schuh für einen besseren Halt. Das mindert wieder das Risiko einer Blasenbildung und sorgt für eine direktere Kraftübertragung.

Was bringen Kompressionsocken bzw. -strümpfe beim Wandern?

Kompressionsocken oder -strümpfe sieht man zunehmend beim Sport – auch beim Wandern. Sie verbessern die Durchblutung und Regeneration. Bei vielen Wanderern führen Kompressionsstrümpfe zum subjektiven Gefühl „leichterer Beine“ und einer verbesserten Trittsicherheit. Auch hier reduziert der feste Sitz der Strümpfe die Gefahr einer Blasenbildung.

Wie lang sollten Wandersocken sein?

Die Länge von Wandersocken ist tatsächlich Geschmacksache – vorausgesetzt die Schaftlänge der Strümpfe ist mit jenem des Schuhs kompatibel oder reicht darüber hinaus. Zu kurz sollten Wandersocken nämlich nicht ausfallen. Ansonsten ist erlaubt, was gefällt und bequem ist – egal ob Kniestrumpf oder Kurz-Variante.

Wie groß sollten Wander- und Trekkingsocken sein?

Wandersocken müssen sitzen, daher ist eine Anprobe der beste Weg, um die richtige Größe zu finden. Wer zwischen zwei Größen schwankt, wählt in der Regel die kleinere Größe, um keinen Spielraum für Reibung zu generieren. Eine Ausnahme ist hier der Hersteller Wrightsock, der für seine Modelle eine andere Empfehlung angibt (bitte Produktbeschreibung beachten!).

Wandersocken dürfen nicht rutschen, daher wählt man im Zweifelsfall die kleinere Größe. Hinsichtlich der Länge sollten die Socken mindestens zur Schafthöhe der Schuhe passen. | Foto: Salewa/Hansi Heckmair
Wandersocken dürfen nicht rutschen, daher wählt man im Zweifelsfall die kleinere Größe. Hinsichtlich der Länge sollten die Socken mindestens zur Schafthöhe der Schuhe passen. | Foto: Salewa/Hansi Heckmair

Welche Wandersocken benötigen Kinder?

Was für Erwachsene gilt, ist im Fall von Wander- und Trekkingsocken auch auf Kinder übertragbar: Wandersocken sollten optimal sitzen, für ein gutes Fußklima sorgen und hinsichtlich Länge und Polsterung auf die Schuhe abgestimmt sein. Anzumerken ist nur, dass es bei Kindern besonders wichtig ist, nicht an der falschen Stelle zu sparen. Denn Blasen vermiesen nicht nur die eine Tour. Die Aussicht, auch beim nächsten Mal wieder schmerzhafte Druckstellen am Fuß zu haben, lässt die Freude am Wandern bestimmt nicht wachsen. Daher: wer bereits in gute Wanderschuhe für den Nachwuchs investiert, sollte sich auch die passenden Socken dazu leisten!

Zusammenfassung: Wander- und Trekkingsocken kaufen

Gute Wandersocken schützen und unterstützen den Fuß beim Trekking und Bergsteigen. Sie sitzen wie eine zweite Haut und sorgen für ein ausgewogenes Feuchtigkeitsmanagement im Schuh. Empfehlenswert sind Wandersocken aus Schurwolle (Merino), Kunstfasern oder einer Materialmischung aus beiden Komponenten, wobei sich abhängig vom Material Unterschiede in der Funktionalität ergeben. Wolle ist quasi die Klimaanlage im Schuh, Kunstfaser trocknet besonders schnell und ist langlebig. Der Materialmix vereint das Beste aus zwei Welten. Darüber hinaus gib es bei Trekkingsocken Unterschiede hinsichtlich Materialstärke, Polsterung, Konstruktion und Kompression. Wert legen sollte man auf eine nahtfreie Verarbeitung und auch zu kurz sollten Wandersocken nicht sein. Die Schaftlänge sollte mindestens jener der Schuhe entsprechen, um unangenehmes Reiben an der Haut zu vermeiden. Bei der Größenwahl gibt eine Anprobe die verlässlichste Auskunft. Grundsätzlich wird entsprechend der Schuhgröße gewählt. Wer sich im Grenzbereich befindet, wählt in der Regel die kleinere Größe (Achtung, Herstellerinfo beachten!).

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