Windbreaker sind die perfekten Jacken für Sportler, die das Ausrüstungsgewicht niedrig halten und trotzdem einen optimalen Windschutz haben wollen. Unsere Kaufberatung erläutert, worauf bei der Auswahl zu achten ist.

Windbreaker führen im Outdoorsport neben den klassischen Hardshelljacken zwar ein Nischendasein, werden aber immer populärer.

Der Grund: Im Gegenteil zu klassischen Hardshells haben die leichten Jacken ein winzig kleines Packmaß und finden in jedem Rucksackwinkel unkompliziert Platz. Trotzdem halten sie kleinere Regenschauer und Wind effizient ab. Dadurch wird ein schneller Wetterschutz garantiert!

Windjacken – innovative Klassiker

Speziell beim Trailrunning ideal: Windbreaker halten unangenehmen Luftzug zuverlässig draußen. | Foto: ARCTERYX
Speziell beim Trailrunning ideal: Windbreaker halten unangenehmen Luftzug zuverlässig draußen. | Foto: Arc’teryx

Windbreaker  – auf Deutsch auch gerne „Windjacken“ genannt – gibt es bereits deutlich länger als bekannte Funktionsmaterialien wie Gore-Tex®, Dermizax oder Windstopper.

Ehe die technisch hochgerüsteten Funktionsjacken ihren Vormarsch antraten, stellten Jacken, die hauptsächlich vor Wind schützten, das Gros der „Funktionsjacken“ – wenn man den einst verwendeten Wetterschutz denn überhaupt so nennen darf. Auch der oft zitierte Anorak reiht sich in diese Analogie ein, bedeutet doch das Wort „annooraq“ in der Sprache der grönländischen Inuit nichts anderes als „etwas gegen den Wind“.

Ein Paradebeispiel für Windbreaker sind die K-Way Nylon-Jacken der 1980er-Jahre, die einige unserer Leser sicher noch kennen. Sie waren so populär, dass „K-Way“ sogar zum Synonym für Wind- und Regenjacken wurde. Sie prägten zumindest in Deutschland lange den Markt für Windjacken, wurden aber spätestens in den 90ern von Gore-Tex® und anderen Funktionsmaterialien abgelöst, die bei Outdoorjacken inzwischen zum Standard gehören. Trotzdem hat die Evolution auch vor Windbreakern nicht halt gemacht. Mit neuen, verbesserten Materialien feiern sie derzeit ein echtes Revival!

Funktionsjacken: Windbreaker vs. Hardshell

Gerade da, wo man mit einem Minimum an Gepäck unterwegs ist, können Windbreaker punkten. | Foto: ARCTERYX
Gerade da, wo man mit einem Minimum an Gepäck unterwegs ist, können Windbreaker punkten. | Foto: Arc’teryx

Ein Windbreaker hat mit einer Hardshelljacke nur wenig zu tun, denn Windjacken befinden sich auf der Robustheits-Skala klar unter einer modernen Hardshell. Sie sind deutlich dünner, filigraner und damit auch weniger langlebig. Dafür lassen sie sich oft auf ein Bruchteil des Packmaßes einer Hardshelljacke komprimieren und bringen ebenfalls nur einen Bruchteil des Gewichts – in der Regel zwischen 80 und 200 Gramm – auf die Waage.

Eignen sich Hardshelljacken auch für die widrigsten Bedingungen im Hochgebirge, ist der Einsatzbereich von Windbreaker-Jacken stärker eingeschränkt.  Sie sorgen für Komfort auf dem Trailrun, für mehr Wärme auf der nächsten Rennrad-Abfahrt oder auch für trockene Bedingungen bei einem Wolkenbruch.

Die Atmungsaktivität und Wasserdichtheit von Windbreakern variiert darüber hinaus stark.  Der Fokus liegt explizit auf einem vorübergehenden Wind- und Wetterschutz, beispielsweise durch eine DWR-Imprägnierung (Durable Water Repellent). Diese sorgt für temporären Wetterschutz, indem sie kleinere Regenschauer effektiv abwehrt. Bei hartnäckigem Dauerregen ist ein Windbreaker hingegen schnell überfordert. Im Vergleich zu Gore-Tex®– oder Dermizax®-Hardshells sind Windbreaker also „weniger funktional“ – wenn auch vergleichsweise günstig.

Raffinierte Materialkombinationen

Die Kombination aus federleichtem Funktionsmaterial wie beispielsweise Pertex Shield® oder Schoeller mit reißfesten und robusten Fertigungstechniken wie Ripstop Nylon machen Windbreaker trotz ihrer minimalistischen Auststattung und ihrer eher filigranen Konstruktion zu recht langlebigen Begleitern – besonders dann, wenn es schnell gehen muss. Speziell das Packmaß unterscheidet Windbreaker von herkömmlichen, voluminöseren Hardshells!

Gore hat darüber hinaus mit Gore-Tex® Paclite ein Material im Sortiment, dass der Idealvorstellung einer Windbreaker-Außenhaut sehr nahe kommt. Federleicht, wasserdicht, klein verpackbar – das sind genau die Attribute, die auch ein Windbreaker für sich beansprucht. Viele Hersteller setzen bei Windbreakern übrigens auf Polyamid, da es eine der robustesten Kunstfasern auf dem Markt ist.

Klein, kompakt, schnell zur Hand: Die Vorteile von Windbreaker-Jacken

Die Brusttasche des Patagonia Houdini Jacket dient zugleich als Packbeutel. So kann sie überall hin mit.| Foto: Peter Fobe
Die Brusttasche des Patagonia Houdini Jacket dient zugleich als Packbeutel. So kann sie überall hin mit.| Foto: Peter Fobe

Windbreaker punkten also überall dort, wo herkömmliche Hardshells zu schwer, zu sperrig oder schlicht unflexibel sind.

Damit eignen sie sich ideal für Trailrunning, Mountainbiken, Rennradfahren und für andere schnelle Outdoor-Sportarten, wo es auf Leichtigkeit und Flexibilität ankommt. Ganz nach dem Motto: Schnell ausgepackt, schnell angezogen, schneller Wetterschutz!

Das bedeutet auch, dass Windbreaker die ideale Lösung für spontane Touren sind, bei denen man das Gepäckgewicht auf ein Minimum reduzieren muss. Zieht man eine herkömmliche Hardshelljacke häufig schon zu Beginn einer hochalpinen Tour an und dann die ganze Tour über nicht mehr aus, werden Windbreaker nur dann aus dem Rucksack gezogen, wenn das Wetter umschlägt, der Wind auffrischt oder ein kleiner Regenschauer vorüberzieht.

Details, oder: sinnvolle Ausstattung für unterwegs

Sollte man mit dem Windbreaker deutlich mehr vorhaben als nur den gelegentlichen, gewichtsoptimierten Ausflug auf den Trail, lohnt es sich also, genauer hinzusehen. Einige Hersteller versehen Windbreaker beispielsweise mit stretchigen Elementen, um dem Träger ein Maximum an Komfort zu ermöglichen. Elasthan-Einsätze unter den Armen, leicht dehnbare Mischgewebe – dadurch werden Windbreaker zu gerne getragenen Begleitern auf der nächsten Radtour oder Laufrunde. Das ist auch der Grund, warum einzelne Windbreaker bei Bergzeit auch unter der Rubrik „Softshell“ zu finden sind.

Will man den Windbreaker auch auf dem Fahrrad nutzen, ist zudem ein verlängerter Rücken, der Spritzwasser abhält, von Vorteil. YKK® AquaGuard® Reißverschlüsse halten Nässe darüber hinaus auch an den kritischen Stellen effektiv ab.

Nicht zuletzt gilt auch bei Windbreakern: Je mehr Taschen, desto mehr Stauraum. Wer also etwas mehr als nur die windige Laufrunde um den Block oder eine kleine Bergtour mit minimalem Gewicht vorhat, sollte darauf achten, dass eine Napoleontasche für Landkarten und geräumige Seitentaschen für alle weiteren Acessoires mit an Bord sind!

Was die Größe angeht: Ein Windbreaker darf eng sitzen, sollte jedoch die Bewegungsabläufe nicht einschränken. Man muss sich also stets die Frage stellen, wofür man die neue Jacke primär einsetzen will. Will man beim Laufen windschnittig unterwegs sein? Möchte man die Jacke auch für Radfahrten verwenden und braucht Platz für eine isolierende Zwischenschicht?

Kleiner Preis, großer Funktionsumfang?!

Windbreaker sind schnell zur Hand, wenn es mal kühl werden sollte. | Foto: ARCTERYX
Windbreaker sind schnell zur Hand, wenn es kühl wird – wie hier im Wald. | Foto: Arc’teryx

Windbreaker kosten oft nicht viel mehr als 100 Euro – und für diesen Preis sollte man auch nicht zu viel erwarten. Wer mit dem Kauf einer Windjacke liebäugelt, sollte sich die Ausstattung – also Taschen, Kordelzüge und weitere Finessen – sehr genau anschauen, denn hier gibt es große Unterschiede.

Einige Windbreaker wie das Patagonia Houdini Jacket sind von der Ausstattung auf das Wesentliche reduziert und verfügen nur über eine kleinere Schlüsseltasche an der Brust und Kordelzüge an Kapuze und Hüftsaum. Andere, wie das Arc’teryx Squamish Hoody, bieten mit verstellbaren Bündchen an den Ärmelenden mehr Komfort und sind darüber hinaus auch hochgradig atmungsaktiv.

Windbreaker lassen sich grundsätzlich das ganze Jahr über einsetzen. Trägt man sie im Sommer beispielsweise bei Lauf- und Radausflügen in den Bergen direkt über dem Trikot oder über der ersten Schicht, werden sie von Läufern im Winter gerne im Zwiebelprinzip eingesetzt.

Das soll aber nicht bedeuten, dass Windbreaker automatisch auch Winterjacken sind – sie sind vielmehr die perfekte Wahl für Ausrüstungsprofis, die sehr genau wissen, bei welchen Wetterverhältnissen sie welche Schichten anziehen müssen!

Welche Jacke für welchen Einsatzbereich?

Fast jede namhafte Outdoor-Marke hat Jacken im Programm, die in die Kategorie Windbreaker gehören. Abschließend stellen wir eine kleine Auswahl von bei Bergzeit erhältlichen Windbreakern für verschiedene Einsatzbereiche vor:

  1. Klassischer Windbreaker: Schöffel Windbreaker Damen
  2. Schnörkelloses, geradliniges Design: Fjällräven Abisko Windbreaker
  3. Robust und trotzdem leicht: Arcteryx Squamish Hoody

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