Was trägt man zum Yoga? Was zeichnet spezielle Yoga-Kleidung aus und kann man diese auch im Alltag oder für anderen Sport nutzen? Unsere Kaufberatung liefert die Antworten rund ums Thema Yoga-Bekleidung.
Häufig ist das Yoga-Outfit auch für den Alltag, fürs Klettern oder andere sportliche Aktivitäten wie Laufen geeignet. | Foto: Prana
Häufig ist das Yoga-Outfit auch für den Alltag, fürs Klettern oder andere sportliche Aktivitäten wie Laufen geeignet. | Foto: Prana

Kaum ist der Yoga-Kurs gebucht, brennt auch schon die Frage: Was zieht man da eigentlich an? Die gute Nachricht vorweg: Grundsätzlich braucht man fürs Yoga keine spezielle Bekleidung. Alles was genug Bewegungsfreiheit erlaubt, ist in der Regel für die Asanas geeignet – in der Theorie zumindest. Praktisch zeigt sich meist schon in der ersten Stunde, dass nicht jedes bequeme T-Shirt beim Yoga eine gute Figur macht. Spätestens wenn das Top beim herabschauenden Hund das dritte Mal aus dem Hosenbund flutscht und in weiterer Folge über den Kopf rutscht, ist es vorbei mit der Entspannung. Damit der Kopf frei bleibt und die Gedanken nicht um spannende Nähte, rutschende Shirts und tiefe Einblicke kreisen, haben sich in den vergangenen Jahren einige Labels gezielt mit dem Thema modische und bequeme Yoga-Bekleidung beschäftigt – allen voran unsere Yoga-Brands Mandala, Prana, Lolë oder auch Röhnisch. Darüber hinaus hat fast jede größere Marke eine eigene kleine Yogalinie mit im Programm, vor allem wenn die Kernkompetenzen der Hersteller mit Klettern oder Running einhergehen – zum Beispiel Patagonia, Super Natural oder auch Kari Traa.

Was zeichnet spezielle Yoga-Bekleidung aus?

Modische Yoga-Bekleidung ist hinsichtlich Schnittgestaltung und Passform gezielt auf die Bewegungen und Bewegungsabläufe beim Yoga ausgerichtet. Bei den bekennenden Yoga-Marken orientieren sich die Designer am praktischen Einsatz der Bekleidung, so dass die Shirts und Hosen auch in Umkehrhaltungen oder stark gestreckten Positionen keine unfreiwilligen Einblicke erlauben. Nähte sind in der Regel flach gearbeitet und so platziert, dass sie nicht stören oder spannen. Das gilt auch für Verschlüsse, Knöpfe und ähnliches. Zudem legen die Hersteller Wert auf dehnbare und bequeme Materialien, die jede Bewegung mitmachen und einen hohen Tragekomfort bieten. Insgesamt ist Yoga-Bekleidung auf „Wohlfühlen“ ausgelegt, so dass man sich während der Praxis garantiert keine Gedanken über die eigene Bekleidung machen muss.

Wie sollte das Yoga-Outfit sitzen?

Ein Yoga-Outfit darf figurbetont aber nicht zu eng sein. Wichtig bei anliegender Kleidung ist ein dehnbares Material für optimale Bewegungsfreiheit. Auch zu weite Bekleidung wirkt beim Yoga störend, wenn sie davonrutscht. Wer dennoch weitere Kleidung schätzt, achtet auf gut sitzende Bündchen, die Shirts und Hosen an Ort und Stelle halten.

Unterscheidet sich Yoga-Bekleidung optisch von anderer Sportbekleidung?

Das Design lässt rein optisch sicherlich den „Yoga-Spirit“ erkennen – zum Beispiel durch fließende Schnitte, in sich ruhende, puristische Farbkonzepte und eine fernöstliche Symbolik bei den Prints. Häufig ist Yoga-Bekleidung verspielt, elegant und/oder edel – und trotzdem sportlich und funktionell. Das bedeutet nicht, dass das Outfit für anderen Sport oder den Alltag ungeeignet ist. Im Gegenteil: Wer Yoga nicht nur als tägliches Workout schätzt, wird die beqemen und schicken Shirts und Hosen eventuell auch beim Klettern, Laufen oder „einfach so“ im Einsatz haben. Ein sportlicher Look ist in den letzten Jahren unter dem Stichwort Athleisure ohnehin zum etablierten Trend geworden.

Weitere Unterschiede liegen oft im Detail. Zum Beispiel sind Yoga-Hosen oft höher geschnitten als andere Sporttights und -hosen. So kann die Hose bei den Asanas nicht zu tief über die Hüfte rutschen. Auch die Bündchen sind oft etwas breiter, um den Druck großflächig zu verteilen und eine guten Sitz zu gewährleisten.

Welche Materialien kommen zum Einsatz?

Yoga-Kleidung muss sitzen. Bei Übungen wie dieser darf nichts verrutschen, die Konzentration soll ganz auf der Übung liegen. | Foto: Lole
Yoga-Kleidung muss sitzen. Bei Übungen wie dieser darf nichts verrutschen, die Konzentration soll ganz auf der Übung liegen. | Foto: Lole

Sowohl Kunstfasern wie Polyester und Modal als auch Naturfasern wie Baumwolle, Leinen oder Wolle werden bei Yoga-Bekleidung verarbeitet, oft auch in Kombination. Wichtig dabei ist, dass die Materialien atmungsaktiv sind und – insbesondere bei den intensiveren und dynamischen Yoga-Stilen – auch durchgeschwitzt ihre Funktionalität behalten. Sehr häufig findet man bei modischer Yoga-Bekleidung einen mehr oder weniger hohen Anteil an Elasthan (Spandex). Elasthan ist eine äußerst dehnbare Kunstfaser, die in funktionaler Sportbekleidung für Passgenauigkeit, Formbeständigkeit und Elastizität sorgt.

  • Tipp: Unabhängig vom Material sollte Yoga-Bekleidung eine gewisse Griffigkeit aufweisen. Auf besonders glatten Stoffen können die Füße, beispielsweise beim Baum, abrutschen. Das erschwert die Übung.

Nachhaltig & fair: Gibt es auch ökologisch korrekte Yoga-Bekleidung?

Passend zur Philosophie des Yoga und den damit verbundenen „Yamas“ – insbesondere „Ahimsa“ (Gewaltfreiheit) und „Asteya“ (Nicht-stehlen) – legen viele Hersteller besonderen Wert auf ökologisch nachhaltige Stoffe aus Bio-Baumwolle oder Recycling-Materialien sowie eine faire, soziale Textilproduktion. In der Regel ist ökologische Yoga-Bekleidung als solche ausgewiesen. Im Zweifelsfall geben die entsprechenden Hersteller auf ihren Webseiten Auskunft zum Thema Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung. Wer als Kunde und Yogi darauf Wert legt, hält Ausschau nach Labels für bio-zertifizierte Baumwolle wie etwa GOTS (Global Organic Textil Standard), Fairtrade oder dem Fair Wear Sigel, das für hohe Sozialstandards in der Textilproduktion steht.

Wieviel Kleidung brauche ich fürs Yoga?

Hose, Top und eine gut sitzende, bequeme Unterwäsche – mehr Kleidung braucht man in der Regel nicht für eine Yoga-Einheit. Wichtig dabei: Besonders der Sport-BH (wenn nötig) sollte optimal passen und die Bewegungsfreiheit keinesfalls einschränken oder den Brustkorb einschnüren. In der Regel bieten weiche, saumlose Modelle ausreichend Halt und Unterstützung für das Yoga.

Viele Yoga-Brands haben auch Hoodies, Cardigans und Wickeljacken im Sortiment, die als sportliche Freizeitmode für den Weg zur oder von der Yogastunde oder die Meditation gedacht sind.

Alles Weiß? Welche Rolle spielt die Farbenlehre beim Yoga?

In manchen Yoga-Stilen spielt die Farbe der Bekleidung eine wesentliche Rolle – insbesondere für Personen, die sich intensiv mit Yoga beschäftigen oder einen „Guru-Status“ genießen. Die Yogalehrer des Sivananda Yoga tragen zum Beispiel weiße Hosen und gelbe Oberteile. Im Kundalini Yoga wird traditionell nur weiße Bekleidung getragen, da Weiß die Nerven beruhigen und für einen klaren Geist sorgen soll. Leuchtend Rot oder Pink sind dafür kontraproduktiv. Manche Yogis wählen ihre Kleidung auch entsprechend des Chakras, das gerade ausgeglichen oder aktiviert werden soll. In der Praxis sind die meisten Yoga-Studios Farben gegenüber sehr offen. Im Zweifelsfall kann man einfach nachfragen, ob es einen einschränkenden Dresscode gibt.

Zusammenfassung

Yoga-Bekleidung ist auf „Wohlfühlen“ ausgelegt, um den Kopf frei zu halten für das ungestörte und konzentrierte Ausüben der Asanas. Sie wird gezielt für die besonderen Anforderungen der Yoga-Praxis entwickelt. Tops und Hosen sitzen auch in Umkehrhaltungen optimal und erlauben gleichzeitig uneingeschränkte Bewegungsfreiheit. Entsprechend den Lehren des Yoga legen die meisten namhaften Hersteller großen Wert auf eine ökologisch und sozial nachhaltige Textilproduktion, was wiederum für ein wohliges, entspannendes Gesamtgefühl sorgt.

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