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Irgendwie sind deine Touren-Fotos immer fad und die der Kollegen immer besser? Unsere Bergzeit Autorin Frieda Knorke verrät zehn einfache Tipps, um Outdoor-Touren stimmungs- und spannungsvoll in Szene zu setzen.

Wie machst du nur immer diese wunderschönen Bilder? Das werde ich häufig gefragt. Meine ehrlich gemeinte Antwort: Ich gehe raus und nehme die Kamera mit. Wirklich. Das ist die erste Voraussetzung für gute Fotos. Aber es gibt natürlich noch ein paar mehr Tipps, die bei der Umsetzung gelungener Outdoorfotos helfen.

Tipp 1 bis 6: Sei vorbereitet und kreativ

Tipp 1:  Halte die Kamera griffbereit

Klar, die teure Kamera wäre sicherer im Rucksack aufbewahrt. Noch sicherer eigentlich daheim im Schrank. Wer aber gute Bilder machen will, muss sie mitnehmen und zwar nicht im Rucksack, sondern in einer Tasche, die entweder direkt vor der Brust oder an der Hüfte hängt. Gute Fotos entstehen häufig erst, wenn die Kamera sofort griffbereit ist.

Tipp 2: Traue deiner Kamera etwas zu

Kameras sind robust. Natürlich, bei einem freien Fall auf einen Fels kommt jede Kamera an ihre Grenzen. Aber, es ist zum Beispiel nicht nötig, immer den Objektivdeckel draufzuklippen. Ich halte das schon seit einigen Jahren so und noch nie trat eine Beschädigung der Linse auf. Andererseits war ich aber schon häufig schnell genug, um ein Motiv zu erwischen, während die anderen noch darüber nachdachten, ob sie nun die Kamera aus dem Rucksack holen sollen oder nicht.

Hier kam vieles zusammen: Eine ungewohnte Perspektive, eine griffbereite Kamera und etwas Glück.
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Hier kam vieles zusammen: Eine ungewohnte Perspektive, eine griffbereite Kamera und etwas Glück.

Tipp 3:  Nutze ungewöhnliche Perspektiven

Mit Blick auf Punkt 2 habe ich fast nie ein Stativ dabei – in der Natur gibt es zumindest für Selbstauslöser oder spontane Langzeitbelichtungen viele Möglichkeiten. Auf einem Zaunpfahl, auf einem Steinhaufen oder direkt auf dem Boden. Genau dadurch entstehen häufig erst gute Bilder, denn die Perspektive ist ungewöhnlich. Auch wenn du selbst den Auslöser drückst lohnt es sich oft, einige Schritte vom Standard-Fotospot wegzugehen. Einerseits kannst du so einen besonderen Felsen oder einen schönen Baum mit ins Bild bringen, andererseits fängst du so z.B. die Szenerie entlang eines Weges abwechslungsreicher ein.

Ein Hoch auf den Selbstauslöser! Sonne, Horizont und Bergsteiger sind im Goldenen Schnitt positioniert, was dem Bild Spannung gibt.
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Ein Hoch auf den Selbstauslöser! Sonne, Horizont und Bergsteiger sind im Goldenen Schnitt positioniert, was dem Bild Spannung gibt.

Tipp 4: Wähle einen besonderen Bildausschnitt

Wenn es sich anbietet, nutze natürliche Rahmen. Ein weit ausladender Ast, eine Felswand, ein Torborgen oder ähnliches. Solche Begrenzungen am Bildrand sorgen für einen natürlichen Rahmen und machen das Bild spannend. Ein Guter Anhaltspunkt für wirkungsvolle Bildausschnitte ist der sogenannte Goldene Schnitt. Dabei werden Breite und Höhe des Bildausschnitts dreigeteilt. Die Linien bzw. die vier Kreuzungspunkte sind die Hotspots um die tragenden Bildelemente spannungsvoll zu positionieren. Ist dein Motiv z.B. ein Mountainbiker, sollte dieser in Richtung der Bildmitte fahren, anstatt aus dem Bild zu huschen, denn das Auge folgt der Bewegung.

Tipp 5:  Arbeite mit Vorder- und Hintergrund

Bilder leben häufig von verschiedenen Ebenen. Punkt 4 spielt genau in diese Richtung. Es gibt einen Vordergrund (der Rahmen) und einen Hintergrund. Der Vordergrund kann auch eine Blume sein, eine Wiese, ein Ausrüstungsgegenstand, ein Mensch oder auch nur dessen Fuß, Hand oder Kopf. Was letztendlich fokussiert ist – ob Vordergrund oder Hintergrund – liegt dann beim Fotografen selbst. Im Zweifel einfach beide Varianten fotografieren und am heimischen PC aussortieren. Digitalfotografie macht’s möglich.

Tipp 6: Der Polfilter

In meiner persönlichen Kameratasche gibt es Platz für zwei Filter. Das ist einmal der Verlaufsfilter und zum zweiten der Polfilter. Ersteren benütze ich quasi nie, weil ich diesen Effekt inzwischen eher mit Photoshop nachträglich einfüge. Den Polfilter nutze ich dafür umso häufiger. Die Farben werden kräftiger, der Himmel dunkler, die Aussagekraft häufig erhöht.

Tipp 7 bis 10: Gewöhnliches macht’s ungewöhnlich

Wo liegt der Fokus? Das Spiel mit Schärfe und Unschärfe macht Bilder spannend.
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Wo liegt der Fokus? Das Spiel mit Schärfe und Unschärfe macht Bilder spannend.

Tipp 7:  Selbstauslöser

Ich persönlich nutze inzwischen sehr häufig den Selbstauslöser. Es kommt häufig vor, dass man am Ende der Tour kein einziges Bild von sich selbst bzw. von der kompletten Gruppe hat. Meistens fehlt naturgemäß der Fotograf. Selbstauslöser lassen eine schöne Erinnerung an die Tour entstehen und sind häufig die beliebtesten Bilder einer Unternehmung, denn sie zeigen die gesamte Gruppe.

Tipp 8: Gewöhnliches fotografieren

Ähnlich wie auch mit den fehlenden Gruppenfotos ist es mit Aufnahmen von vermeintlich gewöhnlichen Handlungen. Fotos vom Kochen, Zelt aufbauen, Gurt anziehen oder Abseilen mögen im ersten Moment langweilig für den Alpinisten wirken, vermitteln aber den Daheimgebliebenen einen besseren Eindruck der Tour. Besser jedenfalls, als nur aneinandergereihte schöne Landschaftsaufnahmen. Fotos von diesen „alpinen Handlungen“ zeigen, wie solch eine Tour abläuft und die Menschen, die mit dabei waren. Sie nehmen den Betrachter direkter mit und vermitteln einen lebendigeren Eindruck der Tour als menschenleere Landschaftsfotos.

Auch über's Eck klappt es oft mit dem natürlichen Rahmen.
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Auch über’s Eck klappt es oft mit dem natürlichen Rahmen.

Tipp 9: Bilder nach Aufnahme kontrollieren

Es gibt nichts Schlimmeres, als beim Abstieg einer Tour zu merken, dass den ganzen Tag über mit falschen Einstellungen fotografiert wurde. Glaubt mir. So geschehen bei meiner ersten Hochtour – ein ehrwürdiges Ereignis, von dem ich unbedingt Fotos machen wollte. Leider war ich dann so konzentriert, dass ich zwar fotografierte, aber offensichtlich kein einziges Mal auf das Display schaute. Erst wenige Kilometer vor der Hütte bemerkte ich das Missgeschick: Nach einer Langzeitbelichtung eines Baches, ganz am Anfang der Tour, hatte ich vergessen, die Belichtung von -5 wieder raufzuschrauben. Ergebnis: Sämtliche – SÄMTLICHE – Bilder waren komplett schwarz. Auch das Gipfelfoto, auch das Foto vom Anlegen der Steigeisen, auch das Gruppenfoto am Grat. Es gibt wenig Schlimmeres für einen bergsteigenden Fotografen. Wirklich.

Tipp 10: In RAW fotografieren

Ich muss zugeben: Es hat bei mir Jahre gedauert, bis ich den Vorteil von RAW-Bildern gesehen habe. JPGs sind leicht handzuhaben, nehmen im Vergleich zu RAW-Dateien kaum Platz weg und können von jedem PC geöffnet werden. Wer jedoch vor einem besonders schönen Motiv steht, sollte spätestens dann auf RAW umstellen. Es lohnt sich, denn die Bilder können noch einmal komplett verändert werden – Belichtung rauf oder runter, Lichter hervorheben, dunkle Farbtöne erhellen, nachträglich einen Verlauf in den Himmel zaubern oder schlicht die Klarheit erhöhen – mit wenigen Reglern wird aus einem guten Foto ein erstklassiges.

Frieda Knorke

Trekking, Bergsteigen und Fotografieren - das ist Frieda Knorke. Eine gute Kamera, ein Zelt, ein Ziel in den Alpen und schon sind die Grundvoraussetzungen geschaffen für ein kleines Abenteuer ganz nach ihrem Geschmack. Pfeil Alle Artikel von Frieda Knorke