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Klettersteig-Ausrüstung: Eine Kaufberatung

Wer in Klettersteigen herumklettert, braucht Klettersteigset, Gurt, Helm und das richtige Schuhwerk. Wir erklären, worauf es der Klettersteig-Ausrüstung ankommt, welche Neuheiten es gibt und welche Tücken lauern.  Weiterlesen

Klettersteig

Klettersteig

Wer in Klettersteigen herumklettert, braucht Klettersteigset, Gurt, Helm und das richtige Schuhwerk. Unsere Kaufberatung erklärt, worauf es bei den einzelnen Teilen der Klettersteig-Ausrüstung ankommt, welche Neuheiten es gibt und welche Tücken lauern.weiterlesen

Beiträge zum Thema Klettersteig im Bergzeit Magazin

Klettersteig-Ausrüstung: Eine Kaufberatung

Klettersteiggehen erfreut sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit. Klar, denn entlang der Steighilfen in einem Klettersteig gelangt man in steile, atemberaubende Landschaften und Kulissen, in die sonst nur erfahrene Felskletterer vordringen.

Abgesehen von der richtigen Sicherungstechnik und Fortbewegung benötigt es für den Klettersteig auch einiges an Material:

Das Klettersteigset - Kern der Klettersteig-Ausrüstung

Edelrid Klettersteigset mit seinen Bestandteilen: 1 Karabiner, 2 Arme, 3 Wirbel, 4 Bandfalldämpfer, 5 Einbindeschlaufe | Foto:
Edelrid Klettersteigset mit seinen Bestandteilen: 1 Karabiner, 2 Arme, 3 Wirbel, 4 Bandfalldämpfer, 5 Einbindeschlaufe | Foto: Edelrid

Das Klettersteigset ist das Herzstück der Klettersteigausrüstung. Und natürlich unterliegt es entsprechenden Normen (EN 958/UIAA 128). Im Fall eines Sturzes (der am Klettersteig immer, unbedingt vermieden werden muss) sorgt der Bandfalldämpfer am Ende der Arme für die Aufnahme der kinetischen Energie. Dieser reißt auf und reduziert so die Sturzenergie, die den Körper sonst belasten würde. Der Bandfalldämpfer ist dann nicht mehr verwendbar und das Klettersteigset muss ausgetauscht werden.

Heute sind Klettersteigsets in der Regel nach dem Y-Prinzip aufgebaut: Zwei Karabiner mit einer Sicherung gegen unerwünschtes Öffnen sind jeweils an vernähten Bandschlingenmaterial befestigt - den Armen. Diese führen wiederum zu einem Bandfalldämpfer, der am Gurt mittels Ankerstich befestigt wird. Im Sturzfall nimmt der Dämpfer einen Teil der Energie auf.

Seit 2017 ist eine neue Klettersteig-Norm (EN 958:2017) in Kraft getreten. Diese sorgt insbesondere bei Personen zwischen 40 und 50 Kilogramm mehr Sicherheit. Für Personen unter 40 Kilogramm - etwa Kinder - bietet sie dagegen keine Verbesserung. Hier helfen unsere Expertentipps "Mit Kindern am Klettersteig" weiter.

Klettersteigkarabiner

Klettersteigkarabiner müssen der Norm EN 12275 (Längsbelastung: 25kN/Querbelastung 7 kN/Offenbelastung 8 kN) genügen. Mehr über Karabiner erfährst Du in der Kaufberatung Karabiner. Bei Klettersteigkarabinern gibt es unterschiedliche Systeme, die unerwünschtes Öffnen beim Klettersteiggehen verhindern:

  • Griffsicherung/Handballensicherung (z.B. die Salewa Attac Klettersteigkarabiner oder die One-Touch-Karabiner beim Edelrid Cable Kit 4.3)
  • Daumensicherung (Jet-Lock); zum Öffnen wird eine Schiebehülse mit dem Daumen nach unten gedrückt, zum Beispiel bei den Black Diamond Iron Cruisers.

Zu welchem System man greift, ist Geschmackssache. Für die meisten Klettersteiggeher ist die Handballensicherung meist einfacher in der Handhabung. Einfach ausprobieren mit was man am besten zurechtkommt.

Sicherungsäste und Bandfalldämpfer

Klettersteigkarabiner verfügen meist entweder über Handballensicherung oder Daumensicherung (s. Foto). | Foto: AustriAlpin/Klaus Kranebitter
Klettersteigkarabiner verfügen meist entweder über Handballensicherung oder Daumensicherung (s. Foto). | Foto: AustriAlpin/Klaus Kranebitter

Das Klettersteigset besteht neben den Klettersteigkarabinern aus zwei Karabinerästen und dem Bandfalldämpfer.

  • Die Karabineräste sind mit den Klettersteigkarabinern und dem Dämpfer vernäht. Meist ist ein Gummizug eingearbeitet, der die Sicherungsschlingen rafft bzw. relativ kurz hält. So kann man sich nicht verheddern und die Bänder gehen nicht im Weg um.
  • Der Bandfalldämpfer besteht aus vernähtem Bandmaterial. Diese Vernähung reißt im Falle eines Sturzes kontrolliert auf. So wird ein Teil der Sturzenergie aufgenommen. Das ist wichtig, weil Stürze in Klettersteigen durch die relativ kurzen Arme sehr hart und aus diesem Grund auch sehr gefährlich sind. Selbst mit Bandfalldämpfer enden Stürze in Klettersteigen in vielen Fällen mit Verletzungen.

ACHTUNG: Nach einem Sturz muss immer das komplette Klettersteigset ausgetauscht werden. Ist ein Bandfalldämpfer vorgeschädigt, kann er einen Sturz nicht mehr ausreichend dämpfen.

Neue Entwicklungen bei Klettersteigsets

Moderne Entwicklungen machen auch vor Klettersteigsets nicht Halt. Von Skylotec und Austrialpin gibt es inzwischen Systeme, die gerade in steilen, schwierigen Passagen weite Stürze in die Verankerungen des Drahtseiles verhindern sollen, also direkt am Drahtseil

  • Das Klettersteigset Skylotec Rider 3.0 kombiniert einen Pinch-Lock-Karabiner mit einer patentierten Bremse, die im Fall eines Sturzes blockiert.
  • Das Austrialpin Hydra Superstrong kombiniert das Klettersteigset Colt und dem Bremssystem Ferrata Bloc. Dieses Bremssystem kann in steilen Passagen bei Stahlseilen mit einem Durchmesser von 12-16 Millimeter mitgeschoben oder zum Rasten verwendet werden.

Ab welchem Körpergewicht sind Klettersteigsets geeignet?

>Wie gesagt: Für Klettersteigsets gilt die aktuell gültige Norm EN 958. Diese bestehende Norm für Klettersteigsets lässt bei einem Sturz mit 5 Meter Fallhöhe und einem Fallgewicht von 40, 80 sowie 120 (nass und trocken) Kilogramm einen maximalen Fangstoß von 3,5 bzw. 6 Kilonewton zu (unter Laborbedingungen). Das bedeutet, dass die Dämpfung nicht für leichtere Personen, Kinder, Jugendliche oder leichtgewichtige Erwachsene, ausgelegt ist. Ob der Bandfalldämpfer im Fall eines Sturzes ausreichend weit aufreißt, um die entsprechenden Dämpfungswerte zu erreichen, ist fraglich. Eine entsprechende Überarbeitung der EN-Norm ist 2017 erfolgt. Ausführliche Informationen gibt es in einem eigenen Beitrag.

Für Klettersteiggeher, die sich am unteren Rand des Gewichts-Spektrums bewegen sind im Moment insbesondere drei Klettersteigsets empfehlenswert: Das Mammut Tech Step, das Skylotec Buddy und das Edelrid Vario. Diese Sets erreichen auch bei einem Sturzgewicht von 50 Kilogramm noch gute Dämpfungswerte. Generell sollten Kinder in schwierigen Passagen mit einem Kletterseil gesichert werden, etwa dem Edelrid Via Ferrata Belay Kit II. Bevor sich Erwachsene mit ihren Kindern in Klettersteige wagen, sollten sie unbedingt in Kursen die zusätzlich notwendigen Sicherungstechniken und Hilfestellungen erlernen!

Welchen Gurt verwendet man für den Klettersteig?

Grundsätzlich kommen an Klettersteigen ganz normale Klettergurte zum Einsatz, die der Norm EN 12277 genügen. Im Gegensatz zum Sportklettern lohnt sich jedoch für den Einsatz am Klettersteig ein Gurt mit verstellbaren Beinschlaufen, wie er auch bei alpineren Einsätzen meistens verwendet wird. So kann man einerseits auf das Wetter mit einer dickeren Hose reagieren oder auch mit klobigeren Schuhen in den Gurt einsteigen.

Auch über einen Brustgurt sollte man am Klettersteig nachdenken, gerade wenn man mit einem schweren Rucksack unterwegs ist. Denn in diesem Fall liegt der Körperschwerpunkt höher. Durch den Brustgurt wird das Hintenüberkippen in diesem Fall vermieden - und damit die Gefahr schwerer Verletzungen im unteren Rückenbereich erheblich reduziert. Kinder sollten zusätzlich zum Hüftgurt immer einen Brustgurt tragen. Alternativ kann man auch auf einen Komplettgurt zurückgreifen.

Klettersteighelm

Für Klettersteige braucht man wie fürs Sport- oder Alpinklettern einen Kletterhelm. Bei Helmen lassen sich drei unterschiedliche Typen unterscheiden: Inmold-Helme, Hartschalenhelme und Hybridhelme. Im Gegensatz zum Sportklettern in hohen Schwierigkeitsgraden, bei dem es auf jedes Gramm ankommt, spielt das Gewicht hier eine geringere Rolle. Deshalb sind in der Klettersteig-Ausrüstung auch Hybridmodelle oder Hartschalenhelme verbreitet. Die sind zudem robuster als Inmold-Helme.

Klettersteighandschuhe

Klettersteighandschuhe haben vor allem eine Funktion: sie schützen, und zwar die Hände am Stahlseil vor abstehenden Litzen und Blasen. An den Handflächen und am untersten Fingerglied  wird ein abriebfestes, nicht rutschendes Material verwendet. Meist sind gute Klettersteighandschuhe aus Leder oder aus sehr robusten Stoffen gefertigt.
Dabei gibt es geschlossene Handschuh-Modelle und solche, die die Fingerspitzen frei lassen. Für leichtere Klettersteige sind beide Varianten gleichermaßen angenehm. Gerade in schwereren Klettersteigen können freie Fingerspitzen ein Vorteil sein. Denn sie lassen noch genug Gefühl für den Klettersteigkarabiner und Griffe jenseits des Stahlseils übrig.
Bei der Anprobe sollte man unbedingt auf die richtige Passform achten: Die Klettersteighandschuhe sollten nicht zu eng sein oder gar spannen. Aber lose um die Handflächen schlackern sollten sie auch nicht. Wie so oft ist hier die goldene Mitte gefragt.

Zustiegsschuhe für den Klettersteig oder besser Bergschuhe?

Zustiegsschuhe sorgen für Grip und Stabilität am Klettersteig. | Foto: Salewa/Hansi Heckmair
Zustiegsschuhe sorgen für Grip und Stabilität am Klettersteig. | Foto: Salewa/Hansi Heckmair

Wie fürs Felsklettern gehört auch zur Klettersteig-Ausrüstung spezielles Schuhwerk. Allerdings sollten Schuhe für den Klettersteig ziemliche Allrounder sein, denn sie müssen den Zustieg ebenso bewältigen wie die Kletterei am Klettersteig. Dabei kommen oft Zustiegsschuhe zum Einsatz oder bei extrem langen Anstiegen und schwierigen Steigen auch die klassichen Wanderstiefel ( Kategorie B-D) . Wichtig sind dabei vor allem:

  • klebrige Profilsohlen mit gutem Grip
  • feste Sohle mit guter Torsionssteifigkeit; das entlastet den Fuß auf Stahlstiften
  • Gummischutzkappe gegen Abrieb der Spitze
  • eine begrenzt klettergeeignete Schuhspitze / Climbing Zone
  • robustes aber flexibles Obermaterial
  • Schnürung bis weit nach vorne an die Schuhspitze

Tipps und Tricks zur Klettersteig-Ausrüstung:

  • Wie bei anderen alpinen Unternehmungen sollte man auch am Klettersteig wissen, was man tut. Am Klettersteig lauern viele Gefahren. Um diese gut einschätzen zu können, sollte man einen Kurs oder mehrere Kurse besuchen und sein Wissen auf dem aktuellen Stand der Technik halten. Bücher wie die Klettersteigfibel helfen dabei.
  • Wie beim Klettern auch ist der Partnercheck immer notwendig bevor es in das Klettersteigabenteuer geht. Vier Augen sehen mehr als zwei!
  • Am Klettersteig bewegt man sich in einer alpinen Umgebung und muss mit entsprechenden Gefahren rechnen. Deshalb gehört auch immer Regenkleidung, Biwaksack, eine Notration und Erste-Hilfe-Set mit in den Rucksack.

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