Outdoor Kocher Kaufberatung
Tja, der arme Outdoor-Freund hat es nicht leicht, zumindest am Anfang seiner Outdoor-Karriere, denn schwerwiegende Entscheidungen müssen getroffen werden bezüglich der Anschaffung der Ausrüstung für die perfekte Outdoorküche.
Outdoor Kocher Vergleich
Auch der Outdoor Kocher gehört dazu, will man sich auf der Tour nicht nur von kalter Küche ernähren und auch der heiße Kaffe oder Tee verschönert so ein Outdoor-Leben aufs Angenehmste. Bevor Sie nun bei der Entscheidungsfrage "Welchen Kocher nehm ich denn nur?" in tiefe Depressionen verfallen, soll hier eine kleine Entscheidungshilfe sowie eine kurze Übersicht der gängigsten Kocher erfolgen.
Und noch eins: Den ultimativen Kocher für Bergsport, Expedition und Trekking gibt es nicht, alle Kocher habe ihre Vor- und Nachteile. Es gibt Gaskocher, Spirituskocher, Trockenbrennstoffkocher und Benzinkocher bzw. Mehrstoffkocher. Letztere Kocher verbrennen nicht nur Benzin sondern auch Diesel, Petroleum und Gas.
Gaskocher
Beginnen wir mit dem Gaskocher: Gaskocher sind sehr einfach zu bedienen. Hier muss der Outdoor Kocher nur auf die Gas-Kartusche geschraubt werden und schon kann es losgehen. Des weiteren ist die Flamme sehr fein zu regulieren und außerdem liefert Gas den 2-größten Heizwert nach Benzin.
Es gibt Gaskocher in allen möglichen Größen: Vom kleinen, nur 48 Gramm leichten Monatauk Gnat (ideal für Outdoor-Freunde die auf jedes Gramm achten wollen) bis zum Mehrflammenkocher von Campingaz für den Campingeinsatz.
Gas-Kartuschen sind überall in Europa und Nord-Amerika erhältlich. Aber Vorsicht: es gibt Stechkartuschen, Ventil-Schraubkartuschen (Versorgung in Skandinavien sehr gut, in Süd-Europa sehr schlecht) und die Ventil-Klemmkartuschen CV von CampingGaz (Versorgung in Süd-Europa sehr gut). Also beim Kauf der Kartuschen immer darauf achten welche man für den Kocher benötigt. Abhilfe schafft hier ein Adapter mit dem man den Kocher dann sowohl mit Schraub- als auch mit Stech-Kartuschen betreiben kann.
Ausnahme: der Duo Stove von Primus, der sowohl auf Ventil-Schraubkartuschen als auch auf Ventil-Klemmkartuschen CV passt.
Und Gas ist nicht gleich Gas: Als Brennstoff kommt Butan zum Einsatz. Butan hat einen Siedepunkt von -0.5 Grad und brennt deshalb bei Kälte nicht mehr. Wer seinen Gaskocher auch bei Kälte einsetzen will, der muss auf die Zusammensetzung des Gases achten. Bei teureren Gaskartuschen wird zur Reduktion des Siedepunktes Propan oder Isobutan beigemischt. Dies kann nicht beliebig stark erfolgen, denn der Dampfdruck von z.B. Propan ist deutlich höher als von Butan - was eine stärkere (=schwerere) Kartuschenwand nach sich zieht.
Wenn Sie Ihren Outdoor-Urlaub also eher in kalten Regionen bzw. in sehr großen Höhen verbringen achten Sie darauf, dass Sie Kartuschen mit Propan-Butan Gemisch mitnehmen.
Eine weitere Art den Temperaturbereich nach unten zu erweitern nutzt z.B. der MSR Whisperlite Universal Kocher oder der Gaseinsatz für den Trangia Outdoor Kocher. Da hier die Kartusche auf dem Kopf steht, strömt flüssiges Gas bis zum Brennerkopf und wird erst dort vergast.
Ein Sonderfall ist der Reactor Stove von MSR. Dieser kommt völlig ohne offene Flamme aus. Als Porenbrenner verbrennt hier das Gas in einem Metallschaum und produziert nur Strahlungswärme. Absolute Windunempfindlichkeit ist deshalb dieser Gaskocher
.Spirituskocher
Es kann nur einen geben: Trangia. Der Trangia ist der Spirituskocher schlechthin, seit Jahrzehnten im Outdoor-Einsatz. Unverwüstlich, robust, leise und einfach zu bedienen. Optimal geeignet bei Schlecht-Wetter, daher auch der Name: Trangia Sturmkocher. Denn der Kocher ist sehr windunanfällig, da die Flamme durch das Konstruktionsprinzip geschützt ist.
Nachteil: Neben der schwer regulierbaren Heizleistung des Outdoor Spirituskochers lässt sich Spiritus bei Kälte auch nur schwer entzünden. Trangia bietet als Zubehör eine Kralle als Vorheizset, die mit Spiritus benetzt wird und unter den eigentlichen Brenner geschoben wird.
Inzwischen gibt es den guten alten Trangia Sturmkocher sogar mit der Zusatz-Option zum Einsatz als Gaskocher.
Trockenbrennstoffkocher
Sie sind die Puristen was Packmaß und Gewicht anbelangt. Die Kehrseite der Medaille ist die geringe Wärmeleistung bzw. der hohe Brennmaterial Bedarf.
Deshalb ist der Trocken- oder Festbrennstoffkocher ideal als Notkocher. Im Markt ist hier der Esbit Kocher das am meisten verbreitete Gerät. Betrieben wird der Kocher mit "Tabletten", welche jedoch sehr anfällig gegen Nässe sind.
Seit einiger Zeit feiern Holzkocher bei Ultraleichttrekkern eine Wiederauferstehung. Der Vorteil ist klar. Brennmaterial muss nicht getragen werden, sondern wird einfach am Abend der Tour gesammelt. Gerade auf langen Wildnistouren ein klarer Vorteil.
Mehrstoffkocher
Benzin- bzw. Mehrstoffkocher sind, wie der Name schon sagt, Multitalente. Größter Vorteil natürlich: verbrennen Benzin, Petroleum, Diesel und sogar Gas (Primus Omni Fuel). Benzin hat übrigens den größten Heizwert. Mehrstoffkocher bringen also die höchste Wärmeleistung und verweigern auch bei Kälte keinesfalls ihren Dienst. Also Ideal für Outdoor-Weltreisende und Expeditionen.
Leider ist er nicht ganz so einfach zu bedienen wie ein Outdoor Gaskocher oder ein Spirituskocher. Die Inbetriebnahme dauert meistens viel länger als bei anderen Outdoor Kochern, da mit einer speziellen Pumpe in der separaten Treibstoffflasche ein Überdruck erzeugt. Zuerst kommt dann ein wenig Brennstoff in den Brenner, um ihn vorzuheizen. Erst wenn der Brenner heiß ist, wird das Ventil wieder geöffnet und die Flamme brennt. Durch den Druck ist der Brennvorgang auch lauter als bei Gas oder Spiritus. Jedoch mit etwas Übung gelingt auch die Verwendung dieser Kocher ohne Probleme.
Bei schlechtem Brennstoff oder falscher Bedienung verrußen gerne die feinen Düsen. Dann gilt es diese zu reinigen. Aus diesem Grund empfiehlt sich die Verwendung von Reinbenzin wie Primus Powerfuel.
Achtung bei Flugreisen!
Die Mitnahme von brennbaren Flüssigkeiten und Gaskartuschen ist strengstens verboten. Schon ein Benzinkocher welcher nach Benzin riecht kann am Zoll ausortiert werden. Ausspülen muss nicht reichen! Am unkompliziertesten erweisen sich da Outdoor Gas- oder Spirituskocher. Die Versorgung mit Brennmaterial am Urlaubsort sollte man dann allerdings vorher klären.
Kocher Übersicht
Gaskocher
- Einsatz: Trekking, Radreise, Camping
- Anbieter: Primus, Campingaz, MSR, Jetboil
- Vorteile: günstig, einfache Bedienung, hohe Heizleistung
- Nachteile: Kartuschen sehr platzraubend, schwache Leistung bei zunehmender Kälte und Höhe
Spirituskocher
- Einsatz: Trekking, Radreise
- Anbieter: Trangia
- Vorteile: günstig, sehr platzsparend, robust und zuverlässig, durch den Windschutz hervorragender Schlechtwetter-Kocher
- Nachteile: geringere Heizleistung, Heizleistung schwer regulierbar, schlecht zu entzünden bei Kälte, Verrußen der Topfböden (lässt sich etwas verringern durch verdünnen des Spiritus mit etwa 10% Wasser)
Mehrstoffkocher
- Einsatz: Trekking, Radreise, Weltreise, Expedition (kalte Regionen, große Höhen)
- Anbieter: MSR, Primus
- Vorteile: verbrennt mehrere Brennstoffe, hohe Heizleistung auch bei Kälte und großer Höhe
- Nachteile: teuer, verlangt etwas Übung in der Handhabung, Pflegeintensiv (Reinigung der Düsen)
Festbrennstoffkocher
- Einsatz: als Notkocher oder ultra-lite Touren
- Anbieter: Esbit
- Vorteile: Packmaß, Gewicht, Unempfindlichkeit
- Nachteile: geringe Heizleistung, hoher Brennmaterialverbrauch
Von Klaus L., Bergzeit Team














