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Nachhaltigkeit im Fokus

Nachhaltige Kreislaufwirtschaft bei Houdini: Kunstfaser vs. Naturfaser

7 Minuten Lesezeit
Sind organische Fasern besser als synthetische? Und was wiederum ist das Beste für unseren Planeten? Welche Faser hält mich zuverlässig warm? Können beide Materialien in einem geschlossenen nachhaltigen Kreislauf produziert werden? Diese Fragen sowie der Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit bei der Marke Houdini werden in diesem Beitrag unter die Lupe genommen und beantwortet.

Natürliche Materialien bei Houdini

Soviel vorweg: Organische Fasern findet man häufig in Bekleidung. Zum Beispiel Baumwolle in Deiner liebsten Denim-Jeans oder aber Merinowolle in Funktionswäsche, wie in Deinen Baselayern. Aber auch das Abendkleid aus Seide oder der Pelzmantel Deiner Großmutter bestehen zu einem großen Anteil aus Naturfasern. Alles also organische Fasern, allerdings unterschiedlicher Art.

Der Clou bei der Verarbeitung natürlicher Fasern: die Art, wie sie produziert werden. Sie können einerseits sehr nachhaltig und funktionsstark produziert werden oder aber ineffizient und sogar stark belastend für die Umwelt. Eines haben jedoch alle organischen Fasern gemeinsam: Sie sind biologisch abbaubar – solange keine anderen Materialien beigemischt oder sie chemisch behandelt werden.

Mutter Natur als Benchmark in Sachen Kreislaufwirtschaft

Verschiedene biologische Materialien nebeneinander
Design-Ziel der schwedischen Outdoor Marke Houdini: Die nachhaltige Kreislaufwirtschaft – Zero Waste | Foto: Houdini

Wenn das Design-Team von Houdini nicht weiter weiß: Die Natur dient oft als gutes Vorbild. Fester Bestandteil der Houdini Sustainability Philosophie ist ein geschlossener Produktionskreislauf. Das bedeutet, dass nur recyclte sowie recyclebare Synthetik-Fasern oder aber organische Fasern, die biologisch abbaubar sind, verwendet werden. Ein absolutes „no-go“ für Houdini: Das Mischen von synthetischen und natürlichen Fasern. Denn dann können sie weder recycelt noch kompostiert werden.

Da Houdini die Ressourcen als geliehen betrachtet und eine Aufgabe darin sieht, die Ressourcen wieder zurück zu bringen, ist die Idee des geschlossenen Produktionskreislaufs, dass nichts im Müll landet.

Welche Materialien verwendet Houdini?

Bei Houdini werden ausschließlich zwei natürliche Fasern verwendet: Merinowolle und Tencel Lyocell. Beide haben gewisse Vorteile in Sachen Funktion und Nachhaltigkeit.

Houdini Merino Wool: Naturfaser mit magischen Eigenschaften

Merinowolle hat nahezu zauberhafte Qualitäten: Sie bietet einerseits zuverlässige Isolation an kalten Wintertagen. Als Meister der Anpassung liegt sie aber an heißen Sommertagen genauso angenehm kühl auf der Haut. Sie hat natürliche antibakterielle Eigenschaften, so bleibt deine Outdoor-Bekleidung länger frisch. Und sie hält warm auch wenn sie nass wird. Diese Eigenschaften prädestinieren Merinowolle als natürliche High-Tech Funktionsfaser. Die Herkunft der Houdini Merinowolle wird von der Marke nachverfolgt und somit wird sichergestellt, dass sie zu 100% Mulesing-frei ist. Einsatz findet sie unter anderem in Houdini Baselayern und Jacken.

Houdini Tencel Lyocell: Leib im Wald und „Wald“ am Leib

Tencel Lyocell ist eine schlanke, starke Faser aus Zellulose. Ein natürlicher Rohstoff aus dem sich Pflanzen und Bäume zusammensetzen. Tencel bietet ein angenehm kühles Tragegefühl auf der Haut und ist äußerst atmungsaktiv. Das leichte Material nimmt Feuchtigkeit gut auf und gibt diese auch schnell wieder ab. Bei Houdini werden verschiedene Mischungen aus Tencel und Merinowolle verwendet. Dadurch liegen die Produkte angenehm weich und griffig auf der Haut. Der Material-Mix kann sogar als verstärkende Faser eingesetzt werden.

Tencel wird aus nachhaltiger Forstwirtschaft gewonnen. Es werden ausschließlich Rohstoffe von schnell nachwachsenden FSC zertifizierten Bäumen verwendet und trägt das EU EcoLabel.

Modell mit Houdini Jacke
Kaum zu glauben: Die wetterfeste Lana Hardshell-Jacke ist aus 100% nachhaltiger Merinowolle gefertigt | Foto: Houdini

Houdini Lana Jacke – gefertigt aus Merinowolle

Die Lana Jacke ist aus Wool Shell gefertigt. Einem leichten, dicht gewebten Hardshell-Material aus 100% Merinowolle. Es werden keine synthetische Mischungen, keine Beschichtung aus Kunstoffen verwendet. Dank dem natürlichen Fettanteil der Wolle, dem Lanolin, ist die Jacke wasserresistent ohne jeglichen Zusatz von Chemie.

Zusätzlich bietet die Jacke ein unglaubliches Tragegefühl. Die Passform folgt jeder deiner Bewegungen. Die Lana Jacke ist mit der Houdini Made to Move-Technologie designt. Das bedeutet, dass das Produkt anstatt auf einem traditionellen Flachbrett, direkt am bewegten Körper in aktiven Positionen angepasst und danach geschneidert wird. Das Ergebnis: eine einzigartige Bewegungsfreiheit.

Die Lana Jacke ist eine natürliche Alternative zu konventionellen Shell-Produkten. Das fortschrittliche Material und minimalistische Design sind ideal zum Skifahren, Wandern und für alle anderen Abenteuer zu jeder Jahreszeit.

 

Rosendals Garden: Weltweit erster Kompost für Outddor-Bekleidung

Im Herbst 2018 hat Houdini den weltweit ersten Kompost für abgetragene Outdoor-Bekleidung ins Leben gerufen. Gegenüber dem Houdini Headquarter, im wundervollen Rosendals Garden in Stockholm, kann man sich mit eigenen Augen überzeugen, wie Bekleidung sich in fruchtbaren Boden verwandelt und Nährboden für Blumen, Früchte oder Gemüse wird: quasi ein permanentes Testlabor. Der Garten ist ein Beispiel dafür, wie die Zukunft nachhaltig gestaltet werden kann.

Alte Kleidung wird kompostiert
Das Team von Houdini will es genau wissen: Seit 2018 gibt es einen eigenen Kompost für Sportswear im Rosendal Garten in Stockholm | Foto: Houdini

Was kannst du machen, wenn Deine Kleidung ausgetragen ist?

Alle Houdini Produkte mit organischen Fasern können kompostiert werden. Du musst nur die Zipper, Kordeln und alles weitere entfernen. Wenn Du einen guten Kompost zu Hause hast zersetzt sich ein zerkleinertes Woll-Produkt von Houdini normalerweise in 6-12 Monaten.
Alternativ können alle Produkte zu Houdini zurück gebracht werden. Bevor sie zu neuem Boden werden, können Textilien nochmals verarbeitet werden. Allerdings nimmt mit jedem Recycling-Durchgang  die Qualität ab, ähnlich zu Papier.

Kleidungsstück, das kompostiert wird
Auch Du kannst Deine alte Houdini Kleidung in Deinem Garten kompostieren | Foto: Houdini

Natur & Technologie sind keine Feinde

Der Anteil an organischen Fasern innerhalb der Houdini-Kollektion wächst stetig. Das Motto lautet aber nicht „Back to Nature“ im wörtlichen Sinne. Natürliche Fasern können nur unter der Verwendung neuester Technologie zu nachhaltigen Produkten werden, die zeitgemäße neue Maßstäbe setzen. Kratzige Wollpullover und unschöne Ökomaterialien gehören aber der Vergangenheit an. Nachhaltige Produkte heutzutage sind clean im Design, funktionell und sehr angenehm zu tragen.

Sind organische Fasern nachhaltiger als künstliche?

Eine einfache, klare Antwort auf diese Frage gibt es leider nicht. Fakt ist: Wenn natürliche Fasern nicht mit künstlichen gemischt werden, sind sie biologisch abbaubar. Bedeutet, sie haben keinen Plastikanteil und tragen somit auch nicht zur Verschmutzung durch Mikroplastik bei. Berücksichtigt man aber noch andere Umweltfaktoren, wie z.B.: Klimahaushalt, Wasserverbrauch, Einsatz von Chemikalien, Bodennutzung, Überdüngung, Übersäuerung der Ozeane, Arbeitsbedingungen oder Tierschutz dann wird das Thema schnell äußerst komplex.

Natürliche Fasern sind also manchmal nachhaltiger als synthetische Fasern und manchmal nicht – abhängig davon, welche Faktoren man betrachtet und wie sie hergestellt wurden. Aber berücksichtigt man Rohmaterialien, Produktion, Transport, Nutzung und Entsorgung haben alle Textil-Bekleidungsstücke gewisse Auswirkungen auf die Umwelt.
Deshalb legt Houdini darauf wert, dass die Produkte sehr robust und langlebig sind. Second Hand Verkäufe, Reparatur Service sowie der Verleih von Outdoor-Produkten sind weitere Ansätze von Houdini, die zum Thema Nachhaltigkeit beitragen.

Es ist angerichtet: The Houdini Menu

Bereits 2016 initiierte Houdini das Kompost-Projekt, um die Reinheit der natürlichen Fasern zu testen. Daraus entstand die Aktion „The

Houdini Menue“: Alte Houdini Baselayer aus Wolle wurden kompostiert und die entstandene Erde wurde als Nährboden für frisches Gemüse verwendet. Dieses verarbeiteten Spitzenköche zu einem Veggie Gourmet Dinner. Das passende Video dazu findest du hier.

Houdini Fazit: Organisch vs. Synthetisch?

Also was ist nun die bessere Variante? Organisch oder synthetisch? Die Houdini Antwort: Beide haben ihre Daseinsberechtigung – solange sie unter vertretbaren Bedingungen produziert sind. Keine Variante ist besser als die andere. Nur die Einsatzbereiche und Verwendungszwecke sind unterschiedlich.

Synthetische Fasern sind meist stärker als natürliche. Durch hochwertige Technologieprozesse können sie an spezifische Anforderungen angepasst werden. Beispielsweise lassen sich wasserdichte Produkte leichter aus Kunstfasern herstellen, da sie von Haus aus Feuchtigkeit nicht absorbieren, im Gegensatz zu natürlichen Fasern.

Die organischen Houdini Materialien aus Merinowolle und Tencel haben hingegen andere herausragende funktionale Qualitäten für den Outdoor-Sport: eine angenehm weiche Haptik, die sich unglaublich geschmeidig an den Körper anpasst.
Hinsichtlich nachhaltiger Produktionsansprüche bieten sie ebenso einige Vor- und Nachteile. Natürliche Fasern sind biologisch abbaubar. Synthetische Materialien hingegen sind meist länger haltbar und können ohne Qualitätsverlust recycelt werden. In Abhängigkeit des Produktes werden alle Aspekte bei Houdini in den Entscheidungsprozess mit einbezogen um zu entscheiden, welches Material das richtige ist.

Natürlich ist die Entscheidung auch immer mit einer Prise des persönlichen Geschmacks versehen. Manche bevorzugen natürliche, andere künstliche Fasern.

Winterliche Berglandschaft mit Skitourengeher
Houdini Team auf ihrer Spielwiese | Foto: Houdini

Houdini Fazit: Kunstfaser vs. Naturfaser?

Houdini liebt natürliche Materialien genauso wie High-Tech Recycling-Materialien. Neben ihren funktionalen und ihren nachhaltigen Möglichkeiten haben organische Fasern vor allem haptische Eigenschaften, die schwer zu schlagen sind: Der weiche Tragekomfort auf der Haut und keine Geräusche bei Bewegung.

Mit der Verwendung von natürlichen Materialien bedienen wir auch unseren Anspruch in Hinblick auf den sinnlich-ästhetischen Charakter. Denn unsere Outdoor-Spielwiese ist ja schließlich die Natur. Dort auch natürliche Fasern zu verwenden fühlt sich stimmig an. Wenn wir jahrelang die Vorzüge unserer Produkte genießen konnten, können wir sie danach wieder zur Natur zurückgeben, damit etwas Neues wachsen kann.

Bei Houdini wird Wachstum nicht als endlos ansteigende Gerade gesehen. Sondern man orientiert sich an Mutter Natur und ihrem fortlaufenden Kreis.

Houdini soll Dich auf Deinem nächsten Abenteuer begleiten? Dann schau doch vorbei im Markenshop!

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