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Camper-Ausbau: Wie gestalte ich Campingküche, Möbel & Co.?

11 Minuten Lesezeit
Schlafen, Kochen, Essen, Arbeiten: Damit Du diese Dinge künftig jederzeit von überall aus machen kannst, ist ein Camper-Ausbau die Lösung. Dabei musst Du Dir jedoch um viele essentielle Features und Funktionen wie Heizung, Elektrik, Möbel, Küche oder Bett Gedanken machen. Camper-Ausbau-Profis Vero und Alex verraten Dir, wie’s geht.

Bitte beachte: Der Aus- oder Umbau eines Fahrzeuges ist ggf. zulassungs- bzw. abnahmepflichtig. Bevor Du also losschraubst, solltest Du Dich damit auseinandersetzen, welche Regelungen hier im einzelnen gelten, damit Dein Wunsch-Camper dann auch wirklich durchstarten darf. Näheres erfährst Du beispielsweise in diesem Merkblatt des deutschen TÜV, auf der Webseite des TÜV Austria oder für Schweizer auf der Infoseite des TCS.

Die Checkliste für Deinen individuellen Camper-Ausbau steht? Wunderbar! Denn in dieser Konzeptphase hast Du Dich mit grundlegenden Fragen wie Fahrzeugwahl, Zulassung und Einsatzbereich beschäftigt. Mit einem guten Konzept tust Du Dir beim Camper-Ausbau nicht nur um einiges leichter, sondern wirst langfristig einfach happy mit Deinem formvollendeten Werk.

Nun geht es beim Camper-Ausbau in die spannende (Detail-)Planung: Wie willst Du den Innenraum gestalten? Wie isolierst Du das Fahrzeug? Wo kommt der Strom her? Das sind nur ein paar der Überlegungen, die es nun zu machen gilt. Im Folgenden geben wir Dir dazu ein paar wichtige Tipps.

Ein umgebauter Camper ist nichts anderes als ein mobiles Einzimmerapartment.

Vero und Alex Wöckner

Ein umgebauter Camper ist nichts anderes als ein mobiles Einzimmerapartment.


Innenausbau Deines Campers

Video: So gestaltest Du den Innenausbau Deines Campers

Wer als Kind schon mal davon geträumt hat, Architekt zu werden oder gerne Miniaturmodelle baut, dem leuchten jetzt die Augen. Ein ausgebauter Camper ist nämlich nichts anderes als eine mobile Einzimmerwohnung, die Du einrichten kannst, wie Du willst. Theoretisch muss alles zum Leben Notwendige auf kleinstem Raum praktisch verteilt, bestens organisiert und in allen Lebenslagen funktional sein. Die Hauptelemente, deren Wie & Wo Du selbst festlegen kannst, sind Bett, Camperküche, Bad und Stauraum. Neben der Größe und Ausprägung der jeweiligen Elemente ist es sehr hilfreich, wenn Du Dir Dein Projekt in verschiedenen Szenarien vorstellst. Hier ein paar Beispiele.

Die Küche auf dem Heckauszug zu installieren lacht Dich an, weil Du dadurch Platz für ein großes Bett hast:

  • Was machst Du, wenn Du Hunger hast und es regnet?
  • Hast Du öfters Bikes auf einem Heckträger?
  • Bist Du gerne auch in den kälteren Jahreszeiten unterwegs?

Die Camperküche im Heck ist nun doch nicht mehr so dolle. Also soll dann doch besser als Küchenzeile im Camper platziert sein und das Bett ist jetzt nicht mehr so breit, aber klapp- oder ausziehbar.

  • Sind lebensnotwendige Schubladen oder Fächer auch leicht zugänglich, wenn das Bett gemacht ist?
  • Kannst Du tote Winkel zwischen Bett und Schrank irgendwie zugänglich machen oder nutzen oder auf diesen unzugänglichen Stauraum verzichten?

Mein Tipp: Miss Dein Fahrzeug so gut wie möglich aus und mache Dir eine maßstabgetreue Skizze. Mach‘ Dir auch kleine Notizen, wo sich zum Beispiel Karrosserieholme, -verjüngungen und Radkästen befinden. Nicht ein Radkasten hat schon einen minutiös geschmiedeten Raumplan über den Haufen geworfen! Wenn Du malerisch weniger talentiert bist oder es an Raumdenken hapert, kannst Du Dir auch aus Pappe kleine Möbel bauen oder direkt in 3D konstruieren. Und somit verschiedene Ausbaumodelle miteinander vergleichen.

Damit Du am Ende des Camper-Ausbaus einen gemütlichen, aber auch praktischen Innenraum hast, solltest Du in der Planung nicht an Zeit oder Kreativität sparen.

Vero und Alex Wöckner

Damit Du am Ende des Camper-Ausbaus einen gemütlichen, aber auch praktischen Innenraum hast, solltest Du in der Planung nicht an Zeit oder Kreativität sparen.


Neben dem Plan des Ausbaus benötigst Du natürlich auch das richtige Material und passende Werkzeuge.

Vero und Alex Wöckner

Neben dem Plan des Ausbaus benötigst Du natürlich auch das richtige Material und passende Werkzeuge.


Steht die Skizze nun, geht es an die Umsetzung. Es lohnt sich auch vorab zu schauen, wo und ob Du alles, was Du für Deinen Camper-Ausbau brauchst, passend zu Plan und Skizze herbekommst. Denn, wenn die Küchenzeile nur 30 cm breit ist und die Spüle leider 33 cm rund ist, dann ist die gute Laune schnell verflogen. Das wichtigste im nächsten Schritt ist daher, das richtige Material zu wählen und auch das passende Werkzeug zur Hand zu haben.

Karosseriearbeiten & Innenverkleidung Deines Campers

Zu jedem der Punkte für den Camper-Ausbau ließe sich ein Roman schreiben und auch verschiedene Meinungen finden. Daher ist es am besten, Du schaust Dir so vieles und unterschiedliches wie möglich an und bildest Dir Deine eigene Meinung. Schließlich wird es ja auch Dein Camper!

Fenster

Fenster im Van sorgen für Licht und Frischluftzufuhr. Von außen bist Du so jedoch leichter als Camper erkennbar.

Vero und Alex Wöckner

Fenster im Van sorgen für Licht und Frischluftzufuhr. Von außen bist Du so jedoch leichter als Camper erkennbar.


In der Regel sind klassische Lieferwagen nicht mit Fenster versehen. Fahrzeuge, wie zum Beispiel ein Multivan hingegen, haben vielleicht zu viel des Guten. Generell sehen Fenster nicht nur cool aus, sondern sorgen vor allem für Licht und Frischluftzufuhr im Innenraum, sofern sie sich öffnen lassen.

Mit einem Van ohne Fenster unterwegs zu sein, geht aber auch. Der Vorteil hier ist, dass man nicht sofort als Wohnmobil entlarvt wird und im Innenraum rundum flexibel ist. Für die Frischluft gibt es dann auch Alternativen, die von Dachluke bis elektrischer Dachlüfter gehen.

Camper beim Ausbau isolieren

Die Isolierung des Campers ist kein Muss - aber eine große Empfehlung!

Vero und Alex Wöckner

Die Isolierung des Campers ist kein Muss – aber eine große Empfehlung!


Eine Isolierung des Campervans ist kein Muss, aber bietet den Vorteil, dass im Sommer die Hitze eher draußen und im Winter eher drinnen bleibt. Hier hast Du die Qual der Wahl zwischen selbstklebenden flexiblen Kautschukplatten, die sehr gut bei der hohen Luftfeuchtigkeit im Camper funktionieren, und Alternativen wie Mineralwolle oder natürlichen Rohstoffen wie Kork.

Bereits hier kann man sich verkünsteln, doch grundsätzlich ist dieser Schritt ein Kinderspiel und schnell erledigt, wenn man pragmatisch, praktisch, gut an die Sache geht.

Die passende Innenverkleidung

Auch bei der Innenverkleidung, welche für Gemütlichkeit im Van sorgt, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

Vero und Alex Wöckner

Auch bei der Innenverkleidung, welche für Gemütlichkeit im Van sorgt, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.


Der Camper soll im Idealfall gemütlich sein und das ist eine nackte Karosserie in der Regel nicht. Hier kannst Du mit einer Innenverkleidung Abhilfe schaffen, wobei die Auswahl bei poliertem Chromstahl anfängt und bis zur Plüschtapete geht. Der Vanlife-Klassiker ist und bleibt dabei die Holzvertäfelung. Die bedeutet viel Arbeit, aber auch ein schönes Ergebnis! Ist aber nicht unbedingt für jeden geeignet, der am Ende noch eine sinnvolle Nutzlast haben möchte.

Als Alternative kannst Du den Innenraum zum Beispiel filzen oder mit veredelten Tür- und Seitenverkleidungen aufpeppen. Letztendlich spielen hier vor allem der eigene Geschmack und das Budget die entscheidende Rolle.

Der Boden des Campervans

Die nächste Entscheidung steht an: der Bodenbelag!

Vero und Alex Wöckner

Die nächste Entscheidung steht an: der Bodenbelag!


Jeder Campingbus braucht eine Bodenplatte und mindestens eine wasserdichte Versiegelung. Mit etwas Glück hat Dein Basisfahrzeug bereits einen noch brauchbaren Boden drin und Du musst ihm nur noch einen wohnlichen Bodenbelag verpassen. Da gibt es viele Möglichkeiten, von PVC bis hin zu Holzdielen, und genauso viele Argumente gegen das jeweilige Material.

PVC auf der Rolle hat vielleicht nicht so eine ansprechende Haptik wie Holz, aber es ist dafür unempfindlich gegenüber der hohen Luftfeuchtigkeit im Camper. Dielen jeglicher Art hingegen sind sowieso mit Vorsicht zu genießen, denn so ein Camper arbeitet. Alles bewegt und verzieht sich irgendwann in alle Ecken, was sich entsprechend im variablen Fugenmaß äußert.

Strom beim Camper-Umbau

Die Camper-Elektrik ist eine Sache für sich. Der eine mag es, der andere traut sich nicht heran und der Dritte übergibt das Thema lieber in Expertenhand. Dabei müssen Dir bei diesem Thema nicht gleich die Haare zu Berge stehen.

Stromversorgung

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Vero und Alex Wöckner

Bevor Du ratlos mit Strom hantierst, solltest Du Dich gut einlesen – denn auch hier gibt es einiges zu beachten.


Welche von der obigen Option zutrifft, hängt nicht nur von Dir ab, sondern auch davon, ob ein 12-V-System ausreicht oder es doch ein 230-V-Netz im Camper sein soll. Wenn Dir die Begriffen Wechselspannung, Kabelquerschnitt, Crimpen, Fehlerstrom- und Leitungsschutz ein Mysterium sind, sollte Du Dich vor einem Eigenversuch gut in das Thema einlesen – vor allem, wenn es sich um 230 V handelt. Dazu gibt es neben Fachliteratur auf allen Social Media Kanälen viele nützliche und kompetente Beiträge, die man jedoch von gefährlichem Halbwissen und sinnbefreitem Over Engineering unterscheiden können muss.

Generell kannst Du bei 12 V mal beide Batteriepole gleichzeitig anfassen und es zwirbelt nur ein wenig. Bei 230 V hingegen müssen die Leitungen penibel abgesichert sein, denn wenn da was schiefläuft, geht es schnell auf die Substanz. In jedem Fall braucht es ein paar spezielle Werkzeuge, um eine sichere Camper-Elektrik hinzukriegen und etwas hinbasteln, ist keine gesunde Option.

Lichtkonzept im Campingbus

Der Klassiker beim Camper-Ausbau sind sicherlich ein paar Deckenspots, die den Innenraum direkt beleuchten. Eine indirekte Beleuchtung in den Schränken oder mittels Schwanenhalslampen an den Wänden sorgt hingegen für eine gemütliche Atmosphäre. Wenn Du die Lampen an Dein Boardnetz anschließen möchtest, ist es hilfreich die Kabelverlegung vorausschauend zu planen. Ein Kabel im Nachhinein unsichtbar zu verlegen, ist meistens um ein Vielfaches schwieriger oder schlichtweg nicht möglich. Dies ist also ein Punkt, den Du Dir vor dem Anbringen einer Innenverkleidung gut überlegen solltest.

Mein Tipp: Mach Dir Gedanken, was Du in Deinem Camper mit Strom versorgen willst und vor allem auch was die Verbraucherplanung ist.

Vero Wöckner

Tipp: Zeichne einen Stromlaufplan für Deinen Camper!

Dem gegenüber stehen dann die Verbraucher, wie Dein Kühlschrank, die von der Batterie Strom entnehmen. Hier musst Du Dich über den jeweiligen Stromverbrauch informieren und eine grobe Idee haben, wo die Verbraucher im Camper platziert sind.

Ein Stromlaufplan gibt Dir einen Überblick, welche Elemente Strom einspeisen und welche Strom benötigen.

Vero und Alex Wöckner

Ein Stromlaufplan gibt Dir einen Überblick, welche Elemente Strom einspeisen und welche Strom benötigen.


Mit den Gerätespezifikationen kannst Du nun die ideale Batteriegröße bestimmen sowie den notwendigen Kabelquerschnitt für die Leitungen berechnen. Dabei überlegst Du Dir auch am besten, wo und wie Du alles auf Masse legen willst. Jetzt fehlen nur noch die richtigen Sicherungen an der richtigen Stelle in der richtigen Größe und der theoretische Teil ist geschafft!

Hierzu zeichnest Du Dir einen Stromlaufplan in dem alle Strom-gebenden, -leitenden und –verbrauchenden Elemente enthalten sind. Am besten fängst Du hierfür mit den Stromlieferanten an: Außensteckdose, Solar und Lichtmaschine bis Batterie. Zusätzlich müssen die elektrischen Komponenten, wie Ladewandler, Batterieschutz oder Trennrelais entsprechend der Ausstattung Deines Basisfahrzeugs ausgewählt werden.

Die Campingküche in Deinem Van

Video: Bett, Küche & Co. – Tipps für den Möbelbau im Camper

Die Möglichkeit im oder beim Camper zu kochen, ist leicht bis hin zu kompliziert umsetzbar. Die einfachste und nicht mit gesetzlichen Auflagen verbundene Lösung ist der Gaskocher mit Kartuschen unter 250 g. Diese Kocher können im Innenraum benutzt werden – bitte jedoch Fenster oder Tür dabei offenlassen – oder mobil draußen auf dem Campingtisch stehen. Bei regelmäßigem und intensivem Gebrauch der Küche lohnt sich jedoch ein Upgrade zur einer Gasanlage, um eine größere Flüssiggasflasche mit z.B. 2,75 kg zu verbauen. Hierfür muss eine speziell ausgelegte Gasleitung verlegt werden, welche dann auch eine amtliche Gasprüfung bestehen muss. Diese Prüfung muss übrigens in regelmäßigen Intervallen wiederholt werden, sonst gibt es Knöllchen.

Die einfachste Küchenlösung: Gaskocher mit Kartuschen. Die kannst Du bei Bedarf auch drinnen bei geöffneter Tür nutzen.

Vero und Alex Wöckner

Die einfachste Küchenlösung: Gaskocher mit Kartuschen. Die kannst Du bei Bedarf auch drinnen bei geöffneter Tür nutzen.


Ist Dir das ganze Gas komplett suspekt, hast Du die Möglichkeit auf Strom umzusteigen. Der Trend zu Induktionskochplatten steigt sogar. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass die Batterie groß genug ist, um den hohen Stromverbrauch zu versorgen, und die BMU sowie der Wechselrichter der hohen Last bei der Stromentnahme auch gewachsen sind.

Last but not least: Weißt Du noch, wie man Feuer macht?

Wasserversorgung im umgebauten Camper

Ob zum Händewaschen, Nudelnkochen oder Töpfe spülen: Man braucht Wasser! Und wie Du bestimmt schon erwartet hast, gibt es auch bei diesem Aspekt des Camper-Ausbaus eine Vielzahl von Wenn und Aber. Ganz pragmatisch betrachtet, gib es drei Fragen zu klären:

  1. Wo kommt das Wasser her?
  2. Wo soll es rein?
  3. Wie kommt es da wieder raus?

Das Woher und das Wohin sind zwei Merkmale, die direkt voneinander abhängen. Denn möchtest Du einen integrierten Wassertank verwenden, brauchst Du vermutlich einen Außenwasseranschluss, über den Du den Tank mit Frischwasser befüllen kannst. Beim Verwenden von normierten Kanistern hingegen entfällt das Problem, wenn Du diese komplett herausnehmen kannst. Neben der Größe und Form spielt bei Wasser auch die Raumplanung eine Rolle. So ein Wassertank kann nämlich platzsparend unter dem Auto, also unterflur, verbaut werden und muss für die Nutzung im Winter entsprechend isoliert sein.

Wasserpumpen: verschiedene Arten

Um das frische Wasser nun aus seinem Behälter zu einem Wasserhahn zu bekommen, braucht es eine Pumpe. Die einfachste Möglichkeit ist die Verwendung einer Tauchwasserpumpe. Diese hängst Du in den Kanister und betätigst sie über einen Schalter. Auf dem Markt gibt es hierbei bereits Camping-Wasserhähne, die einen integrierten Mikroschalter haben.

Um Wasser zu bekommen benötigt es eine Pumpe...

Vero und Alex Wöckner

Um Wasser zu bekommen benötigt es eine Pumpe…


...und einen Grauwassertank für die Entsorgung des Abwassers.

Vero und Alex Wöckner

…und einen Grauwassertank für die Entsorgung des Abwassers.


Möchtest Du das Wasser nicht nur in der Küchenzeile im Camper haben, sondern zum Beispiel auch zur Nutzung einer Außendusche am Heck, braucht es etwas mehr Technik und Platz. Die Druckwasserpumpe bietet nicht nur einen Wasserdruck wie zu Hause, sondern kann mit allen gängigen und vor allem schönen Armaturen (bevorzugt ohne Mischer) verwendet werden. Beide Systeme haben dabei ihre Vor- und Nachteile. Das Risiko trocken zu laufen, die Geräuschentwicklung und unter anderem der Kostenfaktor musst Du gegeneinander abwiegen.

Wo kommt das Abwasser hin?

Der Lebenszyklus vom Wasser ist noch nicht vorbei, denn das Abwasser muss ja auch noch irgendwo hin und zwar nicht in die Natur. Auch diesen Grauwassertank (also Tank für schmutziges Wasser – keine Fäkalien) kannst Du integrieren oder als herausnehmbaren Kanister planen. Die Größe des Tanks sollte in etwa gleich sein, wie die des Frischwassertanks, um ein nicht gewolltes Überlaufen zu vermeiden. Wenn Du den Grauwassertank aus Platzgründen dann doch kleiner machst, ist eine Wasserstandanzeige Gold wert!

Standheizung

Campen ist nicht nur im Sommer schön. Doch kann es bereits im Frühling oder Herbst nachts schon mal etwas kälter werden. Vor allem, wenn man sich entschieden hat an einem Hochalpenpass zu übernachten, um einen wunderschönen Sonnenuntergang über dem schier endlosen Gipfelmeer der Bergwelt zu genießen. Mit einem warmen Schlafsack und der Wärmflasche kommst Du schon ein Stück weiter, doch spätestens im Winter kannst Du wohl kaum mehr von Cozy Camping sprechen. Abhilfe schafft dann die Standheizung!

Um nicht auf die Abwärme des Fahrzeugmotors angewiesen zu sein, dominieren beim Ausbau von Campern zwei Konzepte. Einerseits die Wasser-Standheizung, die modellabhängig auch mit einer Warmwasserbereitung kombiniert werden kann, jedoch dafür einige Nachteile ins Boot holt. Andererseits die Luft-Standheizung, die mittlerweile vor allem bei Campern in Lieferwagengröße äußerst beliebt ist. Hierbei wird direkt die Innenraumluft angeheizt, was schnell und effizient ein Wohlfühlklima schafft. Beide Konzepte können über den Kraftstoffkreislauf des Fahrzeugs, sprich den Treibstofftank, versorgt werden, was einen zusätzlichen Kraftstofftank entbehrlich macht.

Die Luftstandheizung ist vor allem bei Vans in Lieferwagengrößte beliebt.

Vero und Alex Wöckner

Die Luftstandheizung ist vor allem bei Vans in Lieferwagengrößte beliebt.


Das Montieren der Standheizung übernimmt meist ein Fachbetrieb.

Vero und Alex Wöckner

Das Montieren der Standheizung übernimmt meist ein Fachbetrieb.


Montage einer Standheizung

Die Montage einer Standheizung wird in der Regel durch einen Fachbetrieb übernommen, da das Anzapfen der Treibstofftanks nicht trivial ist und auch die strenge Trennung von Abgas und Kabinenluft gewährleistet sein muss. Dabei gibt es wieder verschiedene Optionen, die von Eurem Innenausbau und Fahrzeugmodell abhängen. Bei Fahrzeugen, die serienmäßig ebenfalls eine Standheizung vorsehen, wie den Transporter-Modellen, ist es möglich elegant über die Originalluftführung zu heizen. Dabei wird die Heizung unterflur verbaut, was im Innenraum schlichtweg Platz spart!

Alternativ kann die Heizung auch innen verbaut werden – beim Offroad-Modell sollte dies auf jeden Fall getan werden. Bedenke aber: Das beeinflusst den Möbelbau und geht mit einer etwas höheren Geräuschbelastung bei Nutzung einher. Am Ende hast Du es jedoch kuschelig warm und vor allem hast Du damit auch in der kalten Jahreszeit das Feuchtigkeitsmanagement im Camper im Griff!

Möbel(bau)

Der Möbelbau - die Seele des Campervans!

Vero und Alex Wöckner

Der Möbelbau – die Seele des Campervans!


Der Möbelbau ist der Part beim Camper-Ausbau, der am Ende die Seele Deines Reisegefährts ausmacht und bildet somit die Kür des gesamten Vorhabens. Je nach persönlichem Geschmack eröffnen sich Dir hier vielfältige Möglichkeiten, Dich handwerklich und auch künstlerisch zu verwirklichen.

Das richtige Material finden

Die Materialauswahl sollte im Idealfall der technischen Umsetzbarkeit durch Dich sowie weniger offensichtlichen Faktoren wie der Fahrzeugnutzlast entsprechen. Denn Holz in größeren Mengen wiegt nicht wenig! Daher hat sich beim Ausbauen von Campingbussen die Verwendung von Sperrholz bzw. Multiplexplatten durchgesetzt. Hier können dekorative Elemente, wie Arbeitsplatten mit Massivholz oder Dreischichtplatten als schöne Eyecatcher realisiert werden. Im Nassbereich kannst Du auch auf Siebdruckplatten zurückgreifen, da diese im Gegensatz zum unbehandelten Sperrholz feuchtigkeitsbeständig sind.

Sperrholz ist vergleichsweise nicht nur günstig, sondern auch leicht. Am leichtesten ist die Pappel. Ein großer Nachteil hier ist jedoch, dass das Holz weich ist und Euch keine Schraube anständig drin halten wird. Birke hingegen ist zwar schwerer, bietet dabei aber auch eine angemessene Festigkeit und Formbeständigkeit. So kannst Du sie ohne weitere Beschichtung beim Camper-Ausbau verwenden.

Ein weiterer Faktor, der das Gewicht der Camper-Möbel maßgeblich beeinflusst, ist die gewählte Plattendicke. Diese solltest Du beim Camper-Ausbau auf jeden Fall beachten. Je dicker, desto stabiler – aber natürlich auch desto schwerer. Daher rangieren die üblichen Plattendicken zwischen 12 mm und 18 mm. Während beim Verwenden der leichten 12 mm Platte die Auswahl der richtigen Verbindungstechnik und Möbelbeschläge zur Verzweiflung führen kann, geht die 18 mm nicht nur ins Gewicht, sondern auch ins Portemonnaie. Willst Du Dir darüber nicht den Kopf zerbrechen, bist Du mit der goldenen Mitte gut bedient.

Die Verbindungstechnik sollte allerdings aus etwas Stabilerem bestehen.

Vero und Alex Wöckner

Die Verbindungstechnik sollte allerdings aus etwas Stabilerem bestehen.


Behalte hier aber auch das Gewicht und den eigenen Geldbeutel im Blick.

Vero und Alex Wöckner

Behalte hier aber auch das Gewicht und den eigenen Geldbeutel im Blick.


Alternativen zum Holzausbau

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Vero und Alex Wöckner

Die Feinplanung der Möbel kann anspruchsvoll werden, macht aber auch Spaß!


Neben dem klassischen Holzausbau gibt es auch Hybridlösungen, wie eine Alusteckkonstruktion mit Holzverkleidung. Auch die Möglichkeit, ausschließlich mit Verbundmaterial zu arbeiten, steht Dir offen. Dies hat den Vorteil, dass das Material beim Camperleben nicht großartig weiterarbeitet oder sich durch äußere Einflüsse verändert und dabei unschlagbar leicht ist. Daher wird vor allem im Offroad-Bereich oft auf dieses Material zurückgegriffen. Mit der Optik hingegen muss man sich anfreunden können. Denn in Punkto Gemütlichkeit und Raumgefühl stoßen diese Lösungen schnell an ihre Grenzen.

Mein Tipp: Deine Innenraumplanung wird den Möbelbau im Groben vorgeben. In der Feinplanung wird es dann planerisch nochmal anspruchsvoll. Zeichne Dir hierzu jedes einzelne Möbelstück auf, plausibilisiere die Maße und überlege Dir auf jeden Fall schon mal, wie Du Deinen Plan umsetzen willst und kannst! Vergiss auch nicht, dass Türen und Klappen Anschläge brauchen. Und auch Schubladen im Bau ganz schön aufwendig sind und die Plattendicken beim Ziel-Maß entsprechend ihrer Rolle wiegen.

Upgrades für Deinen Campingbus

Ist der Van dann nach vielen Stunden Schweiß- und wahlweise Tränen vergießen dann endlich ein Traum auf Rädern, geht es beim Camper-Ausbau mit diversen Fahrzeugupgrades weiter. Eine Anhängerkupplung oder Dachträger ermöglichen es Dir zum Beispiel nicht nur bequem Fahrräder zu transportieren, sondern auch den begrenzten Raum im Camper nach außen hin beispielsweise mit Dachboxen zu erweitern.

Da sich Vanlife zu einem großen Anteil schlichtweg vor dem Camper abspielt, bist Du den Elementen ausgeliefert. Das kann an der Stelle auch mal die Sonne sein, die Dich in die Knie zwingt. Neben einem Vorzelt, das auch bei Regen tolle Dienste leistet, und einer Markise, die fest am Fahrzeug montiert werden muss, ist dabei ein schickes Sonnensegel die Lösung zum Problem!

Für die Biker lohnt sich auf jeden Fall ein Fahrradträger, um auch den Platz nach außen zu erweitern.

Vero und Alex Wöckner

Für die Biker lohnt sich auf jeden Fall ein Fahrradträger, um auch den Platz nach außen zu erweitern.


Ein am Camper befestigtes Sonnensegel spendet Schatten und sieht dazu noch wohnlicher aus.

Vero und Alex Wöckner

Ein am Camper befestigtes Sonnensegel spendet Schatten und sieht dazu noch wohnlicher aus.


Die rasant steigende Nachfrage auf dem Campermarkt hat leider auch ihre negativen Folgen, denn die mit Herzblut ausgebauten Camper werden gerne mal auf Dauer gegen den Willen des Besitzer „entliehen“. An besonders beliebten Campingspots kommt es mittlerweile auch auf regelmäßiger Basis zu Einbrüchen. Und da man seinen Hausrat buchstäblich mit sich rumfährt, sind diese Erlebnisse entsprechend schmerzlich. Nebst einer gut gewählten Versicherung besteht jedoch auch die Möglichkeit, präventiv gegen das Unglück vorzugehen, indem man zum Beispiel eine Alarmanlage mit Innenraumüberwachung nachrüstet.

Bedenke beim Camper-Ausbau vor allem eins: Du wirst mit dem Projekt wachsen und es gibt kaum etwas, was Du nicht lernen kannst. Hier hast Du Chance, Dich komplett selbst zu verwirklichen! Behalte dabei nur die nächsten Ferien im Auge, um Dein Eigenheim auf vier Rädern rechtzeitig parat zu haben. Wir wünschen: Happy Camping!

Tyler Lillico | Unsplash

Hast Du auch schon Erfahrungen mit dem Ausbau eines Campers gemacht? Wir freuen uns auf Deine ganz persönlichen Tipps in den Kommentaren.

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