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Neues vom Zustiegsschuh-Experten

Im Test: Scarpa Gecko & Scarpa Rapid Zustiegsschuhe im Vergleich

5 Minuten Lesezeit
Mit dem Gecko und dem Rapid erweitert Scarpa die Palette der Zustiegsschuhe. Doch worin liegt der Unterschied? Verleiht Dir der Gecko den Grip, den der Name verspricht? Bringt Dich der Rapid schneller an den Fels? Fragen über Fragen. Bergzeit Autorin Lena Starkl beantwortet sie gemeinsam mit ihrem Freund Dominik.

Schaust Du Dich am Fels um, wirst Du feststellen, dass Scarpa unter den Zustiegsschuhen weitverbreitet ist. Durch markante Modelle wie den Mojito und den Mescalito kommt es mir manchmal so vor, als gäbe es unter den Kletterern kaum eine Alternative. Das spricht natürlich für die Zustiegsschuhe von Scarpa. Zumindest gibt jetzt von der Marke selbst zwei Alternativen zu ihren gängigsten Modellen.

Gecko vs. Rapid

Dominik und ich durften den Gecko und den Rapid testen. Beide Modelle werden als Zustiegsschuhe ausgeschrieben. Bei der Namensgebung verrät Scarpa schon etwas über die Eigenschaften des Schuhs:

  • Scarpa Gecko Damen: Dieser Zustiegsschuh verspricht mir „Gecko-Artigen“ Grip. Die griffige Gummilaufsohle mit Kletterzone soll aus abriebfestem „Supergum“ sein. Mein Gecko in Größe 41 bringt 706 Gramm auf die Waage und reiht sich damit gewichtstechnisch bei den Klassikern von Scarpas Zustiegschuhen ein.
  • Scarpa Rapid Herren: Dieses Modell trägt „schnell“ nicht nur im Namen, sondern auch die Optik deutet darauf hin. Leicht wie ein Laufschuh soll er aber auch in technischem Gelände nicht abschmieren. Dominiks Rapid in Größe 41,5 wiegt 620 Gramm. Zum Vergleich: Der Scarpa Mescalito in Größe 42 wiegt 780 Gramm. Hier ist der Unterschied schon deutlich!

Der Scarpa Gecko Damen im Test

Ich kann gleich zu Beginn sagen: Der Schuh begleitet mich seit circa vier Monaten fast täglich. Für mich ist er nicht nur ein Zustiegsschuh, sondern mein Alltagsschuh. Er ist super bequem und durch seine dezenten Farben trägt er sich auch gut zur Jeans. Klar gibt es optisch schickere City-Sneaker, denn der Zehenschutz fällt natürlich schon auf – trotzdem trage ich ihn gerne im Alltag.

Nun zum eigentlichen Einsatz. Ich hatte den Gecko in den letzten Monaten bei Zustiegen zu Sportkletterfelsen, zu Mehrseillängen und zu leichten Wanderungen an. Hier war wettertechnisch alles dabei: Schneereste, Matsch, die ersten Tage, die sich nach Sommer anfühlten.

Der Grip hat mich wirklich überzeugt. Kleinere Klettereien macht der Schuh problemlos mit. Anfangs wollte ich mich schon über den Halt beschweren. Dann habe ich gemerkt, dass ich mit meiner „City-Schnürung“ auch am Fels unterwegs war. Für felsiges Gelände musste ich ihn schon besser schnüren. Aber das ist ja auch problemlos möglich, da die Schnürung bis weit nach vorne geht. Dann sitzt der Schuh perfekt. Ich habe einen besseren Halt darin als im Scarpa Mescalito, da der Gecko auch schmaler ist.

Das Außenmaterial ist aus wasserabweisendem Leder und auch super pflegeleicht. Das Futter war sowohl bei kälteren als auch bei wärmeren Bedingungen angenehm – wie es im Sommer ist, muss ich erst noch rausfinden. Das geringe Gewicht des Schuhs mit 706 Gramm macht ihn auch zu einem guten Begleiter bei Mehrseillängen. Natürlich merkt man die Schuhe am Gurt immer, aber der Gecko fällt nicht unangenehm schwer auf.

Fazit zum Scarpa Gecko Damen

Der Gecko ist ein stabiler Zustiegsschuh, der auch gut im Alltag getragen werden kann. Nach über vier Monaten Dauerbenutzung (davon zwei Wochen Kletterurlaub) ist die Sohle kaum abgenutzt. Dafür sieht man den Schnürsenkeln die intensive Nutzung langsam an. Dazu hat Dominik gleich auch noch einen Punkt. Ich empfehle den Gecko allen, die einen bequemen, stabilen Zustiegsschuh suchen. Bist Du auf der Suche nach einem Schuh für alpineres Gelände, würde ich einen anderen Schuh empfehlen.

Die Sohle ist auch nach viermonatiger Dauernutzung inklusive Kletterurlaub fast nicht abgenutzt.

Lena Starkl

Die Sohle ist auch nach viermonatiger Dauernutzung inklusive Kletterurlaub fast nicht abgenutzt.


Der Scarpa Rapid Herren im Test

Erster Eindruck: Hätte Dominik nicht schon vorher gewusst, dass es um einen Zustiegsschuh geht, er hätte ihn vermutlich direkt als neuen Laufschuh benutzt. Optik und Gewicht sprechen auf alle Fälle für einen Laufschuh. Und genau das ist das Interessante: Ein extrem leichter Schuh für Zustiege, der trotzdem stabil genug für technischeres Gelände sein soll.

Deswegen hat Dominik ihn auf unterschiedlichen Geländearten mit Speed ausgiebig getestet: „Überrascht hat mich der Schuh beim Toben mit meinem Leihhund Gipsy. Trotz „Rapid“ konnte ich bei der Geschwindigkeit zwar nicht mithalten, aber auf nasser Wiese hat die Vibram Megagrip Laufsohle gezeigt, was sie kann. Hakenschlagen und schnelle Richtungswechsel sind mit dem Schuh kein Problem. Gerade die Sohle mit Kletterzone gibt mir auch in felsigem Gelände ein sicheres Gefühl.“

Beim Spielen mit dem Hund auf der nassen Wiese schmiert Tester Dominik dank griffiger Vibram-Sohle nicht ab.

Lena Starkl

Beim Spielen mit dem Hund auf der nassen Wiese schmiert Tester Dominik dank griffiger Vibram-Sohle nicht ab.


Die stark profilierte Laufsohle kann auch mit nassen und schlammigen Bedingungen umgehen.

Lena Starkl

Die stark profilierte Laufsohle kann auch mit nassen und schlammigen Bedingungen umgehen.


Das atmungsaktive Mesh-Material kommt Dominik entgegen, da er bei Zustiegen gerne mal Gas gibt und somit nicht so leicht ins Schwitzen kommt. „Einen so leichten Zustiegsschuh hatte ich noch nie an meinem Klettergurt hängen – das ist definitiv ein Pluspunkt.“ Neben dem Gewicht und dem Grip ist Dominik auch von der Verarbeitung überzeugt. „Der Rapid ist gut verarbeitet. Durch die verschweißte TPU-Verstärkung macht dem Material Felskontakt bisher noch nichts aus.“ Weniger überzeugt ist Dominik von dem Material der Schnürsenkel. „Leider sind beim Rapid die gleichen Schnürsenkel drin, die ich bei meinen Laufschuhen in den letzten Jahren immer hatte. Die sind bisher nach wenigen Monaten ausgefranst und abgerissen. Ich fürchte, das wird auch hier bald der Fall sein.“

Ob zum Laufen oder für den Zustieg an den Felsen, der Rapid von Scarpa kann beides.

Lena Starkl

Ob zum Laufen oder für den Zustieg an den Felsen, der Rapid von Scarpa kann beides.


Einziges Manko sind die Schnürsenkel, die Dominiks Erfahrung nach schnell ausfransen.

Lena Starkl

Einziges Manko sind die Schnürsenkel, die Dominiks Erfahrung nach schnell ausfransen.


Fazit zum Scarpa Rapid Herren

Dominiks Fazit: „Der Schuh liegt perfekt am Fuß an und ich finde ihn sehr angenehm zu tragen – auch auf längeren Strecken. Er gibt mir ein sicheres Gefühl, auch wenn das Gelände mal anspruchsvoller wird. Der Rapid ist für mich ein Hybrid aus Zustiegs- und Laufschuh und ich sehe darin einen ganz klaren Vorteil: Endlich muss ich mich nicht mehr zwischen leicht und stabil entscheiden. Ich kann beides haben.“

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