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Wildcampen bedeutet nicht immer, dass man in der absoluten Wildnis übernachtet. Gerade in Europa ist die Zivilisation nie weit. Sechs Tipps, worauf man beim Zelten in zivilisierter Natur achten sollte und was es zu vermeiden gilt.

Campen und vor allem Wildcampen ist für viele Menschen ein Symbol für Freiheit und Abenteuer. Doch in nur wenigen Ländern darf man einfach so sein Zelt aufstellen, wenn man weder die Natur, noch die Privatsphäre anderer Mitmenschen oder gar die eigene Sicherheit beeinträchtigen oder gegen Gesetze verstoßen will. Hat man sich informiert und vergewissert, was im jeweiligen Land erlaubt ist, gelten noch ein paar grundlegende Verhaltensregeln.

Privatgrundstücke sind beim Wildcampen tabu - außer der Besitzer hat es ausdrücklich erlaubt. | Foto: Tobias Krüger
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Privatgrundstücke sind beim Wildcampen tabu – außer der Besitzer hat es ausdrücklich erlaubt. | Foto: Tobias Krüger

Worauf sollte man achten, wenn man sein Zelt, seinen Wohnwagen oder sein Tarp einfach so in der „zivilisierten Wildnis“ aufstellen möchte? Welche Plätze und Länder sollte man meiden und wie sollte man sich beim wilden Campen in der Natur verhalten? Mit den folgenden sechs Grundregeln vermeidet man Ärger und ein böses Erwachen.

1. Wähle Deinen Zeltplatz mit Bedacht

Damit die Nacht für Dich auch beim Campen angenehm und erholsam wird, solltest Du gut auswählen, wo Du Dein Zelt aufbaust. Plätze in Stadtnähe, an Stränden mit Bars und an Orten, die gerne zum Feiern benutzt werden, solltest Du dringend vermeiden. Denn hier besteht die Gefahr, nachts von Betrunkenen entdeckt zu werden, und das kann unangenehm oder gar gefährlich sein.

Scherben, Müll oder andere weggeworfene Gegenstände sind ein guter Hinweis darauf, was nachts an diesem Platz los sein kann. Achte auch darauf, dass Du Dich nicht zu nah an Gewässer bettest. Hier ist es durch die aufsteigende Feuchtigkeit in der Nacht zum einen kälter und zum anderen ist die Chance hier am größten, dass du Besuch von Mückenschwärmen bekommst, die Deine Nacht zur Hölle machen. Selbst wenn Du ein mückendichtes Zelt hast, kann es Dir zumindest noch den Abend verderben. Camping an (Wild-)Gebirgsbächen unbedingt vermeiden, denn wenn die Schleuse oberhalb aufgeht oder ein Gewitter niedergeht, wird man schnell weggespült.

Wähle zum Wildcampen also einen trockenen, gut geschützten Platz, an dem keine Autobahn und keine Hauptstraßen verlaufen. Achte auch darauf, dass Du Dich dabei nicht auf einem Privatgrundstück befindest, es sei denn, Du hast den Besitzer zuvor gefragt. Achte darauf, ob das Campen an diesem Platz durch Schilder ausdrücklich verboten ist. Dies gilt zumindest in Deutschland beispielsweise grundsätzlich für Nationalparks und Naturschutzgebiete. Auch Schilder, die auf eine aktuelle Jagd hinweisen, sollten ein absolutes Warnsignal für Dich sein und Dich veranlassen, Dir einen anderen Platz zum Zelten zu suchen.

2. Verhalte Dich beim Wildcampen ruhig und friedlich

Unauffällig, freundlich und wenig störend passt sich der Wildcamper seiner Umgebung an. | Foto: Tobias Krüger
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Unauffällig, freundlich und wenig störend passt sich der Wildcamper seiner Umgebung an. | Foto: Tobias Krüger

Mache Dir bewusst, dass Du als Wildcamper ein Teil Deiner Umgebung bist und Dich auch nach ihren Gesetzen verhalten musst. Gehe daher respektvoll und achtsam mit Deinen Mitbewohnern aus dem Tier- und Pflanzenreich um und verhalte Dich ruhig. Auch Menschen haben im Allgemeinen wenig gegen ein paar friedliche Wanderer oder Reisende, die ihr Nachtlager auf einer Wiese oder in einem Wald aufschlagen.

Doch wenn aus den Wanderern eine randalierende Party-Gesellschaft wird, die mit lauter Musik und Alkoholexzessen die Region stört, dann wird das Wohlwollen schon sehr bald verschwunden sein. Bedenke auch, dass Du damit nicht nur Dein eigenes, sondern das Ansehen aller Wildcamper ruinierst und es damit Deinen Nachfolgern unnötig schwer machst!

Speziell in Deutschland ist es mit dem „wild“ Campen im Vergleich zu anderen Ländern in Europa so eine Sache. Je nach Region sollte man sich genauestens informieren, was verboten ist und welche Regelungen hinsichtlich des wild Zeltens gelten.

3. Wild zelten: Umgang mit Feuer

An vielen Orten ist das Übernachten im Wald zwar gestattet, das Feuermachen jedoch nicht. Außerdem weckt ein Feuer zusätzliche Aufmerksamkeit, das heißt, dass Du Deinen Platz zum Campen besonders gut auswählen musst, wenn Du vorhast, ein Feuer zu machen. Achte gut darauf, dass Dein Feuer keine Gefahr darstellt und verzichte unbedingt darauf, wenn es zu trocken ist – besonders dann, wenn es aufgrund von Trockenheit bereits verboten wurde.

Halte das Feuer immer klein, so dass es zum Wärmen und Kochen ausreicht, aber kein riesiges Lagerfeuer wird. Ein indianischer Mentor hat dazu einmal folgenden Satz gesagt, der den Vorteil eines kleinen Feuers gut umschreibt: „Es gibt zwei Wege, sich durch ein Feuer zu wärmen. Entweder man macht es klein und setzt sich in seine Nähe, oder man macht es groß und hält sich damit warm, dass man den ganzen Abend durch den Wald läuft und Holz sucht.“

4. Werde nicht sesshaft

Eine einzige Nacht an einem Ort zu bleiben, ist beim Wildcampen meist kein Problem, und selbst wenn es in dem entsprechenden Land nicht erlaubt ist, hat meist niemand etwas dagegen. Bei mehreren Nächten sieht es hingegen ganz anders aus. Je länger Du an einem Platz bleibst, desto größer ist die Gefahr, dass Du entdeckt wirst, oder dass Du für jemanden ein Dorn im Auge bist – besonders in dicht besiedelten europäischen Ländern wie Deutschland.

5. Sei als Wildcamper freundlich und zuvorkommend

Wildcampen bedeutet, die Natur mit Respekt zu behandeln. Verlasse den Ort des Zeltens daher, wie Du ihn vorgefunden hast. | Foto: Heiko Gärtner
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Wildcampen bedeutet, die Natur mit Respekt zu behandeln. Verlasse den Ort des Zeltens daher, wie Du ihn vorgefunden hast. | Foto: Heiko Gärtner

Selbst wenn Du Dir einen perfekten Platz aussuchst, kann es vorkommen, dass Du beim Wildcampen erwischt wirst. Es können Dir dabei die unterschiedlichsten Personengruppen begegnen: Hundehalter, die Gassi gehen, Polizisten, Jäger, Förster, Grundstücksbesitzer, Polizisten, Grenzschutzbeamte – je nachdem, wo Du Dich gerade wieder herumtreibst -, engagierte Privatpersonen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, für Recht und Ordnung zu sorgen, und so weiter.

Egal wer Dich beim Campen aufspürt, begegne ihm stets freundlich und einladend. Am besten ist es, das Gespräch von Dir aus zu eröffnen und den Ankömmling in der entsprechenden Landessprache freundlich zu grüßen. Verhalte Dich so, als seist Du Dir keiner Schuld bewusst und lade den Gast ruhig auf etwas zu essen oder zu trinken ein. Das kann Wunder wirken.

Wenn Du daraufhin erfährst, dass das Wildcampen hier verboten ist, dann sieh Deinen Fehler ruhig ein und frage nach alternativen Möglichkeiten zum Übernachten. Auch nach dem Weg zu fragen, kann sehr gut dabei helfen, das Gespräch in eine ungefährliche Richtung zu lenken. Wildes Campieren mit Hund als Begleiter ist oft schwieriger, auf jeden Fall gehört er sicher an die Leine und beruhigt, wenn sich Personen nähern.

6. Hinterlasse keine Spuren

Als Wildcamper bist Du Gast an dem Platz, den Du Dir zum Übernachten ausgesucht hast. Ähnlich wie beim Besuch eines guten Freundes oder deiner Großeltern ist es auch im Wald oder an anderen Plätzen wichtig, hinterher kein Chaos zu hinterlassen. Betrachte den Platz, an dem Du wild zeltest, also als einen freundlichen Gastgeber, der Dich willkommen heißt und der es verdient hat, dass Du ihn mit Sorgfalt und Respekt behandelst. Achte darauf, dass Du keinen Müll und auch sonst nichts zurücklässt, dass Du nichts zerstörst und dass der Platz nach Deinem Verlassen wieder genauso aussieht, wie zu dem Zeitpunkt, als Du ihn entdeckt hast. Eigentlich selbstverständlich, aber das kann man einfach nicht oft genug wiederholen.

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Heiko Gärtner

... stammt aus Neumarkt/Oberpfalz und ist gelernter Versicherungsfachwirt. Er merkte jedoch schnell, dass das Büro nichts für ihn ist und tauschte die Krawatte gegen ein Feuerbohrset ein. Bei verschiedenen Medizinleuten aus Kanada, Neuseeland und Thailand lernte er über zwölf Jahre hinweg als Einheimischer in der Natur zu leben und brachte das Wissen der indigenen Diagnose- und Selbstheilungsformen mit nach Deutschland. Er ist u. a. Natur- und Wildnispädagoge, Tierfotograf und Extremjournalist und verfügt über diverse Ausbildungen im Bereich alternative Heilung. Seine Hobbys sind Slacklinen, Feuerjonglage, Klettern und Wandern. Gemeinsam mit Tobias Krüger hat er viele Expeditionen weltweit unternommen. Dabei haben sie u.a. auf Island in den Vogelfelsen gelebt, sind als Obdachlose durch Deutschland gereist und haben als erstes blind die Zugspitze bestiegen. Ab dem 01.01.2014 hängen sie ihr sesshaftes Leben endgültig an den Haken und brechen auf zu einer dreißigjährigen Weltreise, um den Geheimnissen des Lebens auf den Grund zu gehen. Pfeil Alle Artikel von Heiko Gärtner