Wildes Campen duftet für viele nach Abenteuer. Doch in der "zivilisierten" Wildnis Europas ist es nicht immer erlaubt, das zelt aufzustellen. In welchen europäischen Ländern das Zelten sogar verboten ist, zeigt unser Überblick.

Wildcampen in Europa liegt im Trend: Mehr als 1,7 Millionen Menschen reisen laut ADAC-Reisemonitor allein in Deutschland lieber mit dem Zelt oder Wohnwagen, als dass sie ihren Urlaub im Hotel oder in einer Ferienwohnung verbringen. Viele von ihnen suchen sich dabei gezielt Campingplätze aus, die zum Teil inzwischen fast teurer als Übernachtungen im Hotel sind und die durchaus auch ebenso viel Luxus bieten können. Man findet hier nicht mehr nur sanitäre Anlagen, sondern gleich noch Freizeitattraktionen, Swimmingpools, Supermärkte, Minigolfplätze und allerlei mehr. Auch der Fernseh- und Internetempfang darf natürlich nicht fehlen.

Die Gesetze bezüglich Wildcampen in Europa unterscheiden sich von Land zu Land. Die Höhe der Strafe bei Zuwiderhandlung auch. | Foto: Heiko Gärtner
Die Gesetze bezüglich Wildcampen in Europa unterscheiden sich von Land zu Land. Die Höhe der Strafe bei Zuwiderhandlung auch. | Foto: Heiko Gärtner

Doch so sehr wie es die einen Camper nach immer mehr Luxus dürstet, sehnen sich die anderen zu den wilden Ursprüngen zurück. Sie suchen Plätze abseits des Trubels und wollen zurück in die Natur, ohne dafür viel Geld ausgeben zu müssen und ohne sich mit anderen Campern zu umgeben. Es geht um das Campen in der Wildnis oder zumindest in der Natur, die wir uns in Europa noch als Überbleibsel der einstigen Wildnis erhalten haben.

Doch wie sieht es mit dieser Form des Reisens in Europa eigentlich rechtlich aus? Wann bewegt man sich mit seinen Camping-Aktionen auf rechtlich dünnem Eis und wann ist es absolut legal? In welchen Ländern in Europa ist Wildcampen oder wildes Zelten erlaubt?

Die rechtliche Lage beim Wildcampen in Europa

In den meisten europäischen Ländern ist das Wildcampen prinzipiell verboten, was jedoch nicht heißt, dass es hier keine Möglichkeiten für einen Abenteuerurlaub in der freien Natur gibt. Doch beginnen wir erst einmal mit den Ländern, in denen es legal ist, „wild“ unter dem Sternenhimmel am Platz seiner Wahl zu schlafen. Darunter fallen die skandinavischen Länder Schweden, Norwegen und Finnland. Hier ist es sogar erlaubt, sein Zelt für mehrere Tage an ein und demselben Ort stehen zu lassen. Die generelle Camperlaubnis bezieht sich dabei natürlich nur auf Grundstücke, die Staatseigentum sind.

Was ist ein Biwak? Was ist Wildcampen?

Unter einem Not-Biwak versteht man die einmalige Übernachtung mit Schlafsack, Isomatte und Biwaksack aber ohne Zelt. Zum Schutz dient meist ein Biwaksack. Geplante Biwaks, bei denen die Bergsteiger oder Reisende bewusst auf das Zelt verzichten, sind in der Regel ebenfalls geduldet, es sei denn, die Übernachtung findet in einem Gebiet statt, in dem es aus (Natur-)Schutzgründen explizit untersagt ist. In vielen Ländern ist zwar das Wildcampen verboten, aber das Biwakieren in Notsituationen erlaubt.

Wildcampen hingegen ist das Übernachten in Zelten, Autos oder Wohnmobilen abseits von Zeltplätzen oder ähnlichem.

Wildcampen in Skandinavien

Selbst wenn in einem Land das Wildcampen legal ist - Privatgrundstücke sind davon ausgenommen. Hier sollte man vorher immer den Besitzer fragen. | Foto: Heiko Gärtner
Selbst wenn in einem Land das Wildcampen legal ist – Privatgrundstücke sind davon ausgenommen. Hier sollte man vorher immer den Besitzer fragen. | Foto: Heiko Gärtner

Fast nirgendwo kann man so entspannt und unbesorgt in der Natur campen wie in Schweden, Finnland und Norwegen. Hier ist das Camping zumindest für eine einzige Nacht überall erlaubt, sogar auf Privatgrundstücken, und das sogar ohne den Besitzer um Erlaubnis gefragt zu haben. Dies geht auf das sogenannte Jedermannsrecht zurück, ein uraltes schwedisches Gesetz, nachdem Land zwar von einer Person besessen und betreut werden kann, jedoch immer allen Menschen zur Verfügung stehen muss.

Dennoch gibt es auch beim Wildcampen in Skandinavien ein paar Regeln, die es einzuhalten gilt: So darf man es sich auf den Privatgrundstücken ohne Erlaubnis des Besitzers nicht in Sichtweite seines Privathauses gemütlich machen. Auch darf man auf dem Privatgrundstück kein offenes Feuer errichten und natürlich keinen Müll hinterlassen.

Das Recht gilt übrigens nur für Wanderer, Radfahrer und Menschen, die mit Kanus oder Pferden unterwegs sind. Wer mit dem Auto fährt, hat Pech gehabt. Doch wer mit seinem Caravan unterwegs ist, darf ihn zumindest auf öffentlichen Parkplätzen, am Ende von Straßen und direkt am Strand abstellen.

Wildcampen in Dänemark

In Dänemark sieht das etwas anders aus. Wer hier mit seinem Campingmobil oder seinem Wohnwagen außerhalb von bezahlten Campingplätzen übernachtet, muss mit Strafen rechnen. Zelten ist immerhin in 40 dafür ausgewiesenen Wäldern gestattet. An Touristenstränden muss man jedoch vorsichtig sein, denn hier können Strafen von bis zu 75 Euro anfallen, wenn man sich mit seinem Zelt beim Wildcampen erwischen lässt.

In den 40 speziell ausgewiesenen Waldflächen ist dies natürlich nicht der Fall. Dort ist Wildcampen für höchstens eine Nacht erlaubt, solange keine freien Feuerstellen errichtet werden und das Zelt nicht in Sichtweite von Straßen und Wohnhäusern aufgestellt wird. Gegen eine geringe Gebühr von etwa 1,50 Euro kann außerdem auch auf sogenannten Naturlagerplätzen übernachtet werden.

  • Tipp: Die ausgewählten Waldflächen und offizielle Campingplätze in Dänemark sind hier gekennzeichnet.

Wildcampen in Frankreich

Vor allem im Norden (Skandinavien, Baltikum) ist Wildcampen erlaubt. In den meisten anderen Ländern Europas muss man auf freundliche Privatgrundbesitzer bzw. nachsichtige Beamte setzen. | Foto: Heiko Gärtner
Vor allem im Norden (Skandinavien, Baltikum) ist Wildcampen erlaubt. In den meisten anderen Ländern Europas muss man auf freundliche Privatgrundbesitzer bzw. nachsichtige Beamte setzen. | Foto: Heiko Gärtner

In Frankreich ist campen offiziell nur auf Privatgrundstücken mit Einverständnis des Besitzers erlaubt. Da die Menschen hier jedoch im Allgemeinen sehr freundlich und sehr offen gegenüber Wanderern und vor allem Radfahrern sind, ist das in der Regel kein Problem. An der Küste gibt es hingegen eine Sonderregel: Diese gehört nach einem alten französischen Recht allen Bürgern Frankreichs, so dass niemand die Erlaubnis zum Zelten geben kann. Damit ist Wildcampen hier generell verboten. Das gleiche gilt für Plätze in unmittelbarer Nähe von Sehenswürdigkeiten.

Man sollte also besser nicht auf die Idee kommen, das Zelt direkt unter dem Eiffelturm aufzubauen. Genauso wie in den französischen Natur- und Wasserschutzgebieten kann dies eine Strafe von bist zu 1.500 Euro kosten, wenn man sich dabei erwischen lässt. Ausnahmen bilden nur spezielle Campingbus- bzw. Caravanplätze als Punkte von Caravanrouten, auf denen man mit seinem Bus eine Woche stehen darf, ohne es allerdings nach Camping aussehen zu lassen. Tourismusbüros helfen einem gerne weiter, wo sich diese befinden.

Biwakieren hingegen ist in Frankreich nicht grundsätzlich verboten, jedoch können einzelne Orte die Erlaubnis auf ausgewiesene Flächen beschränken. Oberhalb der Baumgrenze und selbst in Nationalparks ist das Übernachten im Biwak in der Regel gestattet. Beim Biwakieren im Nationalpark ist allerdings noch zu beachten, dass eine gewisse Entfernung (etwa 60 Minuten Fußweg) zum Ausgang des Nationalparks eingehalten werden muss.

Wildcampen in Polen

Polen ist hingegen nicht ganz so streng. Hier ist Wildcampen – zumindest im nördlichen Bereich – zwar ebenfalls verboten, doch in den vergangenen 20 Jahren gab es kein einziges Mal eine verhängte Strafe dafür. Es wird also stillschweigend geduldet. Dennoch sollte man hier vorsichtshalber besonders gut darauf achten, unbemerkt zu bleiben. Wer das Risiko vermeiden will, der erste bestrafte Wildcamper Polens seit 20 Jahren zu sein, fragt lieber bei Bauern nach einem Zeltplatz auf deren Weiden. Hier hat man außerdem meist noch Glück, zu einem Mittagessen oder einer Tasse Tee eingeladen zu werden!

Wildcampen in den Niederlanden

In den Niederlanden, sowie in Belgien, ist das Wildcampen generell verboten. Kontrolliert wird das Verbot vor allem in Küstennähe und an Touristenorten. Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann allerdings nach sogenannten „Pfahlcamping“-Plätzen Ausschau halten. Dabei ist der Name Programm: Schilder auf einfachen Holzpfählen erlauben das Aufstellen von Zelten in einem Umkreis von etwa 10 Metern.

Diese legale, kostenlose und wilde Alternative zu ausgewiesenen Campingplätzen ist allerdings nicht mit dem Auto zu erreichen oder einfach zu finden. Am besten funktioniert die Suche nach den ausgewiesenen Pfählen, welche über das ganze Land und in Teilen Belgiens verteilt sind, über GPS.

  • Tipp: Wo das Camping in den Niederlanden erlaubt ist, ist auf dieser Karte gekennzeichnet

Wildcampen in Südosteuropa

Im Balkan ist Wildcampen prinzipiell ein entspanntes Thema, solange man sich den richtigen Zeltplatz sucht. | Foto: Heiko Gärtner
Im Balkan ist Wildcampen prinzipiell ein entspanntes Thema, solange man sich den richtigen Zeltplatz sucht. | Foto: Heiko Gärtner

Die gesamte Balkanregion geht zumindest von rechtlicher Seite her mit dem Thema Wildcampen sehr entspannt um. Das gilt für alle Länder des ehemaligen Jugoslawiens, also für Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien, Montenegro, den Kosovo und Mazedonien sowie für Albanien. All diese Länder sind dünn besiedelt und bieten viele Möglichkeiten, um irgendwo sein Zelt aufzustellen.

Offiziell ist das Wildcampen in Serbien und Kroatien zwar verboten, doch die Polizei nimmt dieses Verbot nicht besonders ernst. Die Einheimischen haben in der Regel nichts gegen Wildcamper, vor allem, wenn diese nur ein oder zwei Nächte an einem Ort bleiben. Auch die Polizei duldet es ohne Weiteres und gibt einem teilweise sogar Tipps für gute Zeltplätze. Wichtig ist auch hier vor allem, dass man sich angemessen verhält und freundlich mit eventuell auftauchenden Beamten umgeht.

Vorsicht bei der Zeltplatzwahl

Das einzige, was man vermeiden sollte, ist das Zelten direkt neben Staatsgebäuden. Hier kann es einem passieren, dass man von Polizeibeamten weggeschickt wird und sein Zelt an anderer Stelle aufbauen muss. Dass man Strafen zahlen muss, haben wir hingegen noch nie erlebt. Dennoch ist es ratsam, sich beim Zelten möglichst in Gegenden oder auf Plätze zurückzuziehen, an denen man nicht gesehen wird. Die Einheimischen sind Fremde nicht unbedingt gewöhnt und daher zum Teil sehr neugierig.

In einigen Regionen wie dem Kosovo sind sie dabei sehr respektvoll und höflich und helfen einem manchmal auch mit Nahrung oder Wasser aus. In anderen Regionen kann es aber auch unangenehm werden, vor allem an Wochenenden, wenn viele betrunkene Jugendliche unterwegs sind. Generell solltest du dich als Wildcamper von größeren Städten fernhalten, da hier die Gewaltbereitschaft nicht unerheblich ist. Auf dem Land ist das weitaus weniger ein Problem. Zu beachten ist in dieser Region jedoch, dass es immer mal wieder zu politischen Unruhen kommt. Hiervon sind aber vor allem die Städte und weniger die Landregionen betroffen.

Wildcampen in Griechenland, Bulgarien und Rumänien

Von größeren Städten sollte man sich beim wilden Zelten in Südosteuropa fernhalten. Landregionen sind von Pöbeleien und Unruhen dagegen weniger betroffen. | Foto: Heiko Gärtner
Von größeren Städten sollte man sich beim wilden Zelten in Südosteuropa fernhalten. Landregionen sind von Pöbeleien und Unruhen dagegen weniger betroffen. | Foto: Heiko Gärtner

Auch in Griechenland und in Bulgarien ist das Wildcampen offiziell verboten, sogar auf Privatgrundstücken. Dennoch gibt es hier in der Regel keine Probleme. Selbst wenn man in den Kontakt mit Polizisten kommt, haben sie meist nichts dagegen, solange man nicht dauerhaft an einem Ort bleibt und solange man seinen Zeltplatz wieder sauber verlässt…

In Rumänien ist das Zelten außerhalb von Nationalparks ebenfalls kein Problem. Innerhalb der Parks ist es zwar verboten, wird jedoch in der Regel nicht kontrolliert.

Wildcampen in Estland, Lettland und Litauen

Wer nicht gerade vorhat, in Nationalparks oder Naturschutzgebieten zu übernachten, kann in den baltischen Staaten das Zelt auch in der freien Natur aufschlagen. Generell gilt der einfache Grundsatz: Es ist erlaubt, in der Wildnis zu campen, solange es nicht explizit verboten ist und keine Spuren hinterlassen werden.

Wildcampen in Schottland

In Schottland ist Wildcampen grundsätzlich erlaubt. Allerdings gibt es gewisse Regeln und Richtlinien zu beachten, die im Scottish Outdoor Access Code geregelt sind. Die meisten Vorschriften verstehen sich von selbst: Abfall immer mitnehmen, keine Bäume fällen und keine Feuerstellen hinterlassen. Es schadet trotzdem nicht, sich mit den Regeln vertraut zu machen. Deshalb liegt der Verhaltenskodex in Form von Broschüren an vielen Orten in Schottland sogar aus.

Wildcampen in Spanien

In Spanien ist das Wildcampen offiziell verboten und wird zum Teil sogar hoch bestraft. Wir selbst hatten hierbei nie Probleme, doch das spanische Fremdenverkehrsamt spricht von Bußgeldern, die im Extremfall bis zu 5.000 Euro betragen können. Es gibt sogar Fälle, in denen das Land mit Helikoptern überflogen wurde, um nach illegal aufgestellten Zelten zu suchen. Die Ausnahme bilden hierbei jedoch die Pilgerwege nach Santiago de Compostela. Hier ist das Campieren auf den letzten hundert Kilometern vor der Pilgerstadt links und rechts des Weges erlaubt.

Da in Spanien aber ohnehin fast jedes Stück Land in Privatbesitz ist, kommt es hier meist vor allem darauf an, ob man einen Eigentümer ausmachen kann oder nicht. Wenn man jemanden findet und freundlich fragt, hat er in den meisten Fällen nichts dagegen. Vor allem im Inland kommt jedoch erschwerend hinzu, dass die Böden fast ausschließlich aus Geröll und spitzen Steinen bestehen, auf denen man kaum ein Zelt abstellen kann, wenn man kein Fakir ist. Und wenn man dann wirklich mal eine Stelle ohne Steine entdeckt hat, dann ist sie meist voller Dornen. Mit dem Wohnwagen sieht das schon wieder anders aus. Hiermit darf man in Spanien in ausgewiesenen Übernachtungszonen campieren.

Wildcampen in Italien

In Italien ist das Wildcampen nicht nur im Wald, sondern auch auf freien Flächen, also auch am Strand, verboten. Wer beim Übernachten im Zelt erwischt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen. Anders sieht das aus, wenn der Landbesitzer zuvor um Erlaubnis gebeten wird. Dann ist ein Campieren auf dem Privatgrund des Grundstückinhabers gestattet.

Wildcampen in Österreich

Spannend ist sicher auch die Frage, wie es mit dem Camping in der freien Natur in Österreich aussieht. Grundsätzlich dürfen Waldflächen, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, betreten werden. Das Übernachten im Zelt ist hingegen nicht erlaubt. Wer sich erwischen lässt, muss also mit einer hohen Geldstrafe bis zu 14.500 Euro rechnen.

Auch im sogenannten „alpinen Ödland“ oberhalb der Baumgrenze gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen. Sehr restriktiv sehen es beispielsweise das Burgenland Salzburg und Vorarlberg, strenge Regelungen gibt es in Tirol, Kärntnen und Niederösterreich. Am besten informiert man sich vor der Tour auf der Homepage des Österreichischen Alpenvereins.

Beim Biwakieren hingegen verhält es sich anders. Eine notgedrungene, ungeplante Übernachtung ist in ganz Österreich geduldet.

Wildcampen in der Schweiz und im restlichen Europa

In Deutschland darf man nur "privat" zelten, auf öffentlichem Boden wird das Biwakieren ohne Zelt für eine Nacht geduldet. | Foto: Tobias Krüger
In Deutschland darf man nur „privat“ zelten, auf öffentlichem Boden wird das Biwakieren ohne Zelt für eine Nacht geduldet. | Foto: Tobias Krüger

Noch vorsichtiger sollte man mit dem Wildcampen in der Schweiz sein. Hier gibt es sehr unterschiedliche Regelungen, die davon abhängen, in was für einem Gebiet man gerade unterwegs bist. Denn wenn man sich beim wilden Zelten oder sogar beim Feuermachen in einem Naturschutzgebiet, Wildschutzgebiet oder einem Nationalpark erwischen lässt, kann das Strafen von 10.000 Euro oder sogar mehr kosten.

Oberhalb der Baumgrenze hingegen ist das Campieren grundsätzlich erlaubt. Wichtig ist es in der Schweiz vor allem, sich nach Verbotsschildern umzusehen und diese Gebiete generell zu meiden. Außerhalb der verbotenen Zonen ist es unproblematisch, aber wer auf Nummer sicher gehen will, sollte entweder auf Privatgrundstücke ausweichen, nachdem er sich zuvor die Erlaubnis des Besitzers eingeholt hat.

In der Nähe von Berghütten sollte außerdem zuvor mit dem Hüttenwart gesprochen werden. Vielleicht lässt es sich dann ebenso eine Vereinbarung zur Toilettenbenutzung treffen. Der SAC gibt außerdem ein Merkblatt heraus, auf dem alle Regelungen, Verbote und Strafen beschrieben werden: Zum Merkblatt.

Besonders streng sind die Regelungen zum Wildcampen auch in Ungarn, Portugal, Russland, Tschechien und der Slowakei. Hier darf man nicht einmal auf Privatgrundstücken sein Zelt aufschlagen. Auch das Rasten mit dem Wohnwagen oder mit dem Caravan auf Parkplätzen oder Raststätten ist hier verboten.

Wildcampen in Deutschland

Wie aber sieht es jetzt mit dem Wildcampen in Deutschland aus? Genau wie in Österreich und der Schweiz darf man mit dem Wohnwagen auf den Raststätten der Bundesstraßen maximal eine Nacht bleiben. Ansonsten ist das Übernachten in Campingmobilen, wenn nicht anders gekennzeichnet, auf staatlichen Parkplätzen ebenfalls für eine Nacht erlaubt.

Mit dem Zelten ist es etwas anders. Ohne Zelt darf man außerhalb von Privatgrundstücken in Deutschland nahezu überall für eine Nacht schlafen. Ausgenommen sind besonders markierte Bereiche und Naturschutzgebiete. Ob eine Plane oder ein Tarp dabei als Zelt gilt, liegt im Ermessen des zuständigen Beamten, der einen beim Campen entdeckt. Mit einem Zelt sollte man lieber auf Privatgrundstücke ausweichen, für die man zuvor die Erlaubnis eingeholt hat. Gerade im ländlichen Raum ist das meist nur eine Formsache – zumindest wenn man früh genug am Abend klopft.

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Michael

Soweit wie ich weiß ist das wilde Campen in Rumänien aber erlaubt. Ich war letztes Jahr selbst eine Woche da mit dem Zelt unterwegs und habe es überall aufgestellt. Entweder Glück oder dein Bericht ist in diesem Fall nicht richtig.

Hallo, was erlaubt und nicht erlaubt ist aus rechtlicher Sicht und was erlaubt ist , weil es geduldet ist, sind ja immer zwei paar Stiefel: In Klettergebieten z.B. ist es besser auf den Campingplatz zu gehen, weil dort auch die Bevölkerung sich freut Gäste zu haben udn man dort sicherer seine Sachen liegen lassen kann. Auf der Durchreise mit dem Rad an einem ruhigen Plätzchen ist es schon ok mal eine Nacht im Busch zu verbringen. Es ist, wie der Autor ja auch schreibt, immer eine Sache von Verhalten. Rein rechtlich ist es in den östlichen Ländern Europas eher kritisch.… Read more »
Reto Camenisch

Campieren in der Schweiz.

Lieber Heiko Gärtner,
recherchieren scheint nicht ihre Sache und in Ihrem Bericht brilliert die journalistische Sorgfalt mit grossartiger Abwesenheit. Ich bin Bergsteiger seit vielen Jahren, campiere im Freien praktisch überall und ohne Einschränkungen. Ausgenommen sind CH-Nationalparks, auf diese bezogen können Sie ihre Räubergeschichten kolportieren. Alles andere entspricht in keinster Weise der Realität.

David

Zu Spanien schreibt Focus Online hier:

Mit dem Heli auf Wildcamper-Suche –
In Spanien herrscht Wildcamping-Verbot, das streng überwacht wird.
Die Höhe der Bußgelder variiert zwischen 30 und 800 Euro. Das spanische Fremdenverkehrsamt berichtet sogar von Bußgeldern in Höhe von 5000 Euro.

Gregor

Schweiz: Eigentlich ist das nicht so, wie Sie es beschrieben haben. Oberhalb der Baumgrenze ist es gemäß SAC „grundsätzlich unproblematisch“. Und sonst orientiert man sich an den offiziellen Verboten (und dann wird es so, wie Sie es beschreiben). Zu all dem gibt das SAC ein Merkblatt heraus:

Zum Merkblatt

Hallo Gregor,
vielen Dank für diese ergänzende Information.
Franziska vom Bergzeit Team

Florian

Also in Rumänien ist das Wildcampen ausdrücklich erlaubt, außer in Nationalparks, wo das Verbot aber nicht kontrolliert wird. In Rumänien wird man auch nur eine Hand voll (etwa 20) Campingplätze finden (fast ausschließlich von Ausländern geführt und besucht!).

Florian

Eine gute Zusammenstellung zum „Wildcampen“ in Europa gibt es auf diesem Faltblatt des ADAC (ich weiß es gilt in erster Linie für WoMos, aber die Spalte Campen ist es egal ob mit Zelt oder Auto).
Ein bisschen schade an dem Artikel finde ich, dass er zum Teil einfach von einem Welt.de Artikel aus dem Jahr 2010 abgeschrieben wurde und die darin enthaltenen (falschen) Aussagen ungeprüft übernommen wurden!

Bengt

In der Beschreibung zum dritten Bild steht, Wildcampen in Spanien sei erlaubt, der Abschnitt zu Spanien spricht hingegen von drakonischen Geldstrafen? Solch widersprüchliche Informationen sollten eigentlich das Korrekturlesen nicht überleben…

Hallo Bengt,

Danke für den Hinweis! Der Artikel wurde überarbeitet, dabei ist uns das wohl durchgerutscht. Ich habe die Bildunterschrift entsprechend abgeändert.

Viel Spaß beim Campen! :-)

Viele Grüße,
Arnold

Kathrin

Hallo zusammen,
könnt ihr mir einen Ort nennen (in Südbayern)
an dem ich Campen darf?
Danke & LG

LMD

Erfahrungsgemäß kann ich es nicht empfehlen während der Hauptsaison in Kroatien wildzucampen. Gerade Einheimische sehen es nicht besonders gerne, wenn sich „Touristen“ auf ihren Länderreien herumtreiben. Verständlich insofern, dass Kroatien auf Tourismus und die damit verbundenen Einnahmen zählt. Dennoch empfand ich es als nicht besonders chillig.
(Meine Erfahrungen beschränken sich hauptsächlich auf Nordkroatien)
Auf den Inseln Kroatiens hingegen kommt man leicher ungesehen mit einem Zelt durch. Gerade dort locken wunderschöne Strände, die es jedoch erst einmal zu erreichen gilt.
Viel Spaß ;)

Tobi

Danke für die gute Zusammenfassung.
Ein Hinweis zu Spanien:
In den Pyrenäen ist das wildcampen für eine Nacht erlaubt wenn Mensch sich über 2000Meter befindet.
Das heißt das zum Beispiel auf dem Fernwanderweg GR11 campen oft erlaubt ist. Teilweise gibt es sogar Schilder die darauf hinweisen das man nun die Zone in der Camping erlaubt ist verlässt.
lg

Michael

Liebe Leute,
bei dem Bericht handelt es sich um die rechtliche Lage in Europa! Vielen Dank dafür!
Begriffe wie „unproblematisch“, „eigentlich“, oder „nach meiner Erfahrung“ nützen nichts, wenn man wissen will, wo man wirklich legal, also entspannt zelten kann.

Val

In Russland (ich kann aber nur für Uralgebirge sprechen) darf man campen wo man will. Die Einheimischen machen das. Es liegt vielleicht auch daran, dass die unbewohnbaren Flächen sehr groß und schwer zu kontrollieren sind. Mit 10-15 Einwohner/km2 ist die Chance erwischt zu werden nicht groß.

veronika

ich bin nicht fürs wildzelten.ich war länger in Neuseeland und dieses Desaster mit den wildzeltnern hat mir gereicht.sogar die Neuseeländern hatten die nase voll.an jedem schönen platz, hinter jedem Strauch an schönen stränden hatte es dreck,Toilettenpapier oder gebrauchte Tampons etc.überall standen die vw busse der verfilzten pseudoabenteurer,also solche zustände in der kleinen schweiz, das geht gar nicht.

Hi Veronika,

es gibt sicher einige schwarze Schafe. Speziell in Gegenden, wo viel wild gezeltet wird, kann das zu einem echten Problem werden, da hast Du recht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es in stark touristisierten Gebieten schneller Probleme gibt als in Gegenden, wo nur eingefleischte Outdoor-Menschen hinkommen, die auch wissen, wie sie mit ihren Hinterlassenschaften umzugehen haben. Ich halte es da mit dem Satz: „Jeder sollte seinen Zeltplatz so hinterlassen, wie er ihn auch vorgefunden hat“.

Viele Grüße,
Arnold vom Bergzeit Magazin Redaktionsteam

Tobias Claren
In den Niederlanden sollte man nicht um 4 Uhr nachts im Auto sitzen, da wird dann gerne unterstell man habe geschlafen. Evtl. ist dann auch noch im Winter die Scheibe innen beschlagen. In einem Fall sollen angeblich 5 Personen in einem normalen Auto geschlafen haben. Jeder 90 Euro Strafe. Am Besten in solchen Fällen immer eine Dashcam laufen haben, die dann belegen kann, dass man nicht geschlafen hat. Da wären Rechtsmittel nach NL-Recht und nach EU-Recht zu prüfen, ob solche harten Gesetze überhaupt zulässig sind. Und das mit dem Verbot auf Privatgrundstücken sowieso. Kann ja wohl nicht sein, dass der… Read more »
Mike

Hallo Heiko,
Vielen Dank für deine ausführliche Aufstellung der rechtlichen Lage in Europa. Diese hilft mir sehr bei der Planung meiner Tour die hoch zum Nordkapp und dann runter nach Tarifa gehen soll.
Bemerkenswert ist, dass der sehr unprofessionelle Betrag von Reto die meisten Likes bekommen hat. Daran ist zu sehen wie krank unsere Gesellschaft ist. Einigen (allen) würde es einmal gut tun dieser Zivilisation den Rücken zu kehren und sich einmal zu überlegen welche Werte wirklich etwas wert sind. Das ist auf der überfüllten Autobahn in einem riesigen Blechkasten einfach nicht möglich.

Grüß und Dank aus Lindelburg
Mike

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