Mit dem brandneuen Spur 17/18 hat Blizzard einen Top Freerideski für echte Powder-Fans auf den Markt gebracht. Bergzeit-Autor Cornelius hat die schwarzen Bretter in allem möglichen Gelände auf Herz und Nieren getestet.

Wow, was für ein abgefreakter Ski! Genau das dachte ich mir beim ersten Kontakt mit dem Blizzard Spur 17/18, dem Freeride-Neuling des österreichischen Herstellers Blizzard. Ein massiv anmutendes Tip mit langem Rocker und ein geschwungenes Swallowtail geben dem Ski eine besondere optische Note. Der asymmetrische Sidecut und das schwarze, glänzende Design übten von Beginn an eine fast schon magische Anziehungkraft auf mich aus.

Zeig her Deine Ski! Der asymmetrische Sidecut und das Design übten von Beginn an eine fast magische Anziehungkraft aus. | Foto: Cornelius Kolb
Zeig her Deine Ski! Der asymmetrische Sidecut und das Design übten von Beginn an eine fast magische Anziehungkraft aus. | Foto: Cornelius Kolb

Aber was hat es mit den asymmetrischen Ski eigentlich auf sich? Das Konzept dahinter ist nicht neu: Auch andere Hersteller konzipierten schon Ski mit unterschiedlichen Radien an der Innen- und Außenkante. Seit einiger Zeit findet man einige dieser etwas sonderbar anmutenden Exoten am Skimarkt, z.B. den K2 Marksman oder das Drew Tabkes Pro Model von Praxis. Der Clou an der Technologie: Die Innenkannte des Bergskis bildet einen kleineren Radius und verleiht auf diese Weise mehr Fahrstabilität.

Material und Technologie des Blizzard Spur

Blizzard hat das Modell Spur 17/18 komplett überarbeitet und dem Powderski viele verschiedene Technologien verpasst:

  • Die Dynamic Release-Technology (D.R.T.) sorgt mit einer bidirektional gelegten Carbonkonstruktionfür für eine Verstärkung im Tip- und Tailbereich. Dies sorgt für eine höhere Stabilität des Skis und absorbiert gleichzeitig Vibrationen. Die Konstruktion ist so angelegt, dass die Schaufel weicher wird und unter der Bindung versteift – das macht den Ski ruhiger zu fahren.
  • Der „Hybrid Rocker“ des Spur wird von Blizzard als „Rocker-Flat-Rocker“ bezeichnet. Hier sorgt ein ausgeprägter Frontrocker für guten Auftrieb. Der Mittelbereich hat quasi keinen Camber und die Vorspannung beschränkt sich auf 0-1 Millimeter (eigene Messung).
  • Dank Tailrocker und Early Taper lässt sich der Blizzard Spur 17/18 bei Bedarf schön kurz schwingen. Die Konstruktion ist eine Sandwich Compound Sidewall mit einem Holzkern, der sich in Leichtbauweise (Lite Core) aus ISO, Pauwlonia, Balsa, Poplar und Buche zusammensetzt. Blizzard hat beim Blizzard Spur 17/18 besonderen Wert auf die Seitenwange gelegt.

Die Pinzgauer erhöhen damit die Torsionssteifigkeit und sorgen für eine konstante Kraftübertragung entlang der Skikante. Das Paar wiegt 4.504 Gramm, was für einen 192 Zentimeter langen Freerideski durchaus in Ordnung ist. In Kombination mit der Bindung – in meinem Fall eine Look Pivot 14 WTR Dual – kommt das Paar auf ca. 7 Kilogramm.

Cornelius Kolb hat den Blizzard Spur 17/18 Freerideski unter anderem in Fieberbrunn getestet. | Foto: Cornelius Kolb
Cornelius Kolb hat den Blizzard Spur 17/18 Freerideski unter anderem in Fieberbrunn getestet. | Foto: Cornelius Kolb

Schneereiche Testfahrt mit dem neuen Freerider von Blizzard

Der frühe Winter kommt 2017 wie gerufen für den Blizzard Spur. Ullr zieht die Register und beschert herrlichste Testbedingungen in den Nordalpen. Ausgiebig testen konnte ich den Ski am Kitzsteinhorn bei geringem Neuschnee – und mehrmals in Fieberbrunn bei frischem Pulverschnee mit Mengen um die 35 Zentimeter.

Der erste Kontakt lässt gemischte Gefühle aufkommen. Die Asymmetrie des Spur empfand ich zuerst als sehr gewöhnungsbedürftig. Der parallele Driftschwung, wie man ihn bei Freerideski mit ähnlichen Mittelbreiten fährt, funktioniert beim Blizzard Spur nur bedingt, da die Kanten durch den Shape unterschiedlich greifen – und das durchaus „bissig“ und aggressiv.

Freie Fahrt! Der Spur 17/18 ist eine echte Powderkanone. | Foto: Cornelius Kolb
Freie Fahrt! Der Spur 17/18 ist eine echte Powderkanone. | Foto: Cornelius Kolb

Nach den ersten progressiven Fahrten bekomme ich etwas mehr Gefühl für den Ski und merke schnell, dass sich der Blizzard Spur 17/18 relativ spurtreu bewegen lässt. Der lange Rocker sorgt für ordentlich Auftrieb, wodurch sich Blizzards Freerideski auch im windgepressten Pulverschnee einfach steuern lässt. Auch die Schwungeinleitung ist wunderbar einfach, was man von einem 192 Zentimeter langen Ski nicht unbedingt erwarten würde.

Der Spur will nur eins: Pow!

Die Saison in den Nordalpen 2017/18 und der Spur passen ganz einfach zusammen! Massive Schneefälle zaubern mir während des Tests wiederholt ein dickes Grinsen ins Gesicht. Das liegt auch daran, dass der Spur im Powder ein absoluter Top-Ski ist. Er schwimmt super auf und es kommt mir so vor, als würde sich der Ski regelrecht durch den Schnee schneiden. Dabei fährt er sich spielerisch und für einen Ski mit seinen Abmessungen erstaunlich unkompliziert. Auch lange Turns lassen sich passabel fahren und unterstreichen die Vielseitigkeit des Spur.

Am Ende eines Powdertags bügelt der Spur auch zerfahrenen Schnee noch mit Leichtigkeit gnadenlos nieder. Die aggressive Kante beißt sich gerne mal in härteren Untergrund, was einen gefühlvollen Fahrstil erfordert.

Mein Fazit zum Blizzard Spur

Die anfängliche Skepsis über die Asymmetrie war schnell vergessen – Blizzard kann mit seinem neuen Spur voll überzeugen. Der Ski ist für den Powder gemacht und schwimmt hervoragend auf. Dabei lässt er sich trotz des großen Radius‘ erstaunlich kurz fahren und macht vor allem im Wald und wo es eng wird Spaß.

Kurzum – Der Spur ist ein feiner Ski, der unter den unterschiedlichsten Bedingungen viel kreativen Spielraum eröffnet. Die variablen Radien laden zum Testen ein – und man kann bei unterschiedlichen Schneebedingungen und verschiedenen effektiven Kantenlängen viel Spaß mit dem Spur haben.

Es mag sein, dass der Freerideski in Sachen Laufruhe keine Bestnoten einsammelt. Die Reaktionsfreudigkeit und der massive Auftrieb rechtfertigen das Konzept des Skis aber auf jeden Fall. Blizzard schafft mit dem Spur in meinen Augen einen Freerideski, der speziell für mittelgute und fortgeschrittene Fahrer viel Freude bringt. Persönlich bin ich noch gespannt, ob und wie man den Ski bei der Freeride Worldtour 17/18 zu sehen bekommt. Rider wie Jackie Paaso oder auch Eva Walkner teasern ja schon interessantes Footage in die Social Media-Welt!

Lust auf den Blizzard Spur bekommen? Hier gibt es ihn!

Alle Daten des Blizzard Spur auf einen Blick

Länge: 192 Zentimeter
Taillierung: 150 – 124 – 140 Millimeter
Radius: 26/30 Meter
Gewicht: 4.504 Gramm/Paar
Flex: Medium
Bindungsmontagepunkt (beim Testski): -2 Zentimeter
Bindung: Look Pivot 14 WTR Dual

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