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Ressourcen schonen und Schadstoffe reduzieren - das ist das Ziel des Bluesign-Systems. Wofür steht das Label genau? Und was garantiert es mir als Kunde?

Was ist Bluesign?

Bluesign ist ein unabhängiges System, das darauf abzielt, die Umweltbelastung von Textilprodukten während des gesamten Produktionsprozesses auf ein Minimum zu reduzieren. Hierzu werden beispielsweise alle Rohstoffe, die während eines Fertigungsprozesses involviert sind, schon vor ihrem Einsatz geprüft. Gefährliche Schadstoffe werden gelistet und nach Möglichkeit aus der Produktionskette genommen. Auch die Einhaltung technischer Standards in den produzierenden Unternehmen sowie die fachgerechte Entsorgung von Abfallprodukten wird durch das System überwacht und regelmäßig kontrolliert. Nur Produkte, die nach diesen Kriterien hergestellt wurden, erhalten am Ende die Auszeichnung.

Wie funktioniert Bluesign?

Schutz für Mensch und Umwelt - zum Beispiel durch die Eindämmung von Schadstoffen - ist das Ziel von Bluesign. | Foto: Klättermusen
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Schutz für Mensch und Umwelt – zum Beispiel durch die Eindämmung von Schadstoffen – ist das Ziel von Bluesign. | Foto: Klättermusen

Der Bluesign-Standard stützt sich auf fünf grundlegende Prinzipien:

  1. Ressourcenproduktivität: Hierbei wird versucht möglichst viele Endprodukte mit einem möglichst geringen Einsatz von Ressourcen durch effiziente Herstellungsprozesse zu fertigen. Dies dämmt einerseits die Umweltbelastung durch Abfallprodukte ein, andererseits wird ein höherer Grad an Kosteneffizienz erreicht.
  2. Verbraucherschutz: Hier kommt der ganzheitliche Ansatz des Systems zum Tragen. Durch umfassende Kontrollen, die bereits vor Produktionsbeginn durchgeführt werden, wird sichergestellt, dass umwelt- oder gesundheitsschädliche Substanzen gar nicht erst eingesetzt werden. Die hier angesetzten Standards sind sehr hoch und übersteigen in zahlreichen Punkten die gesetzlichen Vorgaben.
  3. Gewässerschutz: Was ist ein konsumentenfreundliches Produkt schon wert, wenn im Fluss neben der Herstellerfirma die Fische massenweise verenden? Probleme wie dieses sind hinlänglich bekannt und auch die Folgen von unkontrolliert freigesetzter Chemie und Schadstoffen werden immer mehr publik. Denn was einmal in den Wasserkreislauf gerät, verbreitet sich schnell und flächendeckend.
    Auch hier wird das Bluesign System aktiv. Durch die Einhaltung technischer Standards soll es gelingen, dass ein hohes Maß an Gewässerschutz erreicht wird. Die beteiligten Unternehmen verpflichten sich, ein einwandfrei funktionierendes Abwasseraufbereitungssystem zu verwenden. So kann nur Wasser in den Naturkreislauf zurückgelangen, das den Anforderungen des Systems entspricht.
  4. Immissionsschutz: Mit der Luft verhält es sich ähnlich wie mit dem Wasser. Schädliche Substanzen, die unkontrolliert freigesetzt werden, verbreiten sich schnell und wirken sich unmittelbar auf die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen aus. Auch hier setzt der Bluesign-Standard an. Durch eine gezielte Senkung der CO2-Emissionen sowie strenge Auswahlkriterien für immissionsrelevante Stoffe soll die Luftverschmutzung deutlich eingedämmt werden. Auch verpflichten sich alle Betriebe, nur gereinigte Abluft freizusetzen.
  5. Arbeitssicherheit: Hinsichtlich der Arbeitssicherheit setzt Bluesign hohe Maßstäbe. Durch gesicherte Produktionsstandards und Sicherheitsmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen sowie durch regelmäßige Mitarbeiterschulungen verbessern sich die Arbeitsbedingungen deutlich.

Dafür hat Bluesign eine umfangreiche Liste mit verbotenen Substanzen erstellt (weit über 900): die Bluesign system substances list. Im Bluesign-System gibt es dabei zwei Stufen.

  • Bluesign approved fabric: Hier sind mindestens 90 Prozent des Produkts nach den Bluesign-Standards hergestellt.
  • Bluesign product: Hier sind alle Komponenten des Produkts nach dem Bluesign System zertifiziert.

Was hat Bluesign bereits erreicht?

Gutes Gewissen bei Outdoor-Produkten - dafür kann Bluesign sorgen. | Foto: VAUDE/Hari Pulko
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Gutes Gewissen bei Outdoor-Produkten – dafür kann Bluesign sorgen. | Foto: VAUDE/Hari Pulko

Die Textil- und Chemieindustrie hat in Bezug auf Nachhaltigkeit und Arbeitsbedingungen oft einen schlechten Ruf. In der Vergangenheit wurde hier vielerorts Raubbau an Mensch und Natur begangen. Bluesign versucht diesem Trend entschieden entgegenzutreten. So wurden in den vergangenen Jahren bereits eine große Zahl schädlicher Stoffe aus den Lieferketten gestrichen. Dies verbessert wiederum die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter, weil sie erst gar nicht mit den schädlichen Substanzen in Berührung kommen. Generell kann diese Entwicklung bereits jetzt als sehr positiv gesehen werden, ein Idealzustand ist jedoch noch lange nicht erreicht. Darum arbeitet Bluesign auch in der Zukunft daran, Händlern und Marken dabei zu helfen, ihre Lieferkette auf saubere Produkte umzustellen.

Was garantiert Bluesign dem Endkunden?

Textilien und Ausrüstungsgegenstände mit einem Bluesign-Label sind in ihrer Fertigung zahlreichen Kontrollen unterzogen worden. So kann sichergestellt werden, dass alle Endprodukte frei von Schadstoffen sind, die sich in irgendeiner Form negativ auf die Gesundheit des Endverbrauchers auswirken. Außerdem wurde bereits bei der Herstellung auf eine nachhaltige Produktion geachtet, sodass auch die Umwelt möglichst wenig in Mitleidenschaft gezogen wurde. Bluesign setzt diesbezüglich derzeit die weltweit höchsten Standards an.

Alle Produkte mit Bluesign-Auszeichnung bei Bergzeit


Die Geschichte von Bluesign

Im Jahr 2000 wird die Bluesign Technologies AG mit Sitz im schweizerischen St. Gallen gegründet. Die Unternehmensgründung resultierte aus einer Reihe an praktischen Erfahrungen. So war es Mitte der 1990er-Jahre schwierig bis schier unmöglich ein Textilprodukt zu entwickeln, das über die ganze Produktionskette hinweg ressourcenschonend und mit geringstmöglichen Umweltbelastungen hergestellt wurde. Zwar wurden schon zu dieser Zeit Materialien und Endprodukte auf chemische Rückstände und schädliche Substanzen kontrolliert. Andere Faktoren wie Produktionsbedingungen und Umweltschutz während der Herstellung wurden dabei jedoch weitestgehend außer Acht gelassen.

Aus diesem Grund beschloss Bluesign zusammen mit der Textil- und chemischen Industrie Produktionswege zu erarbeiten, die bald schon eine umweltfreundlichere Produktion ermöglichen sollten. Laut Angaben des Unternehmens kam der maßgebliche Antrieb zur Entwicklung des Bluesign-Systems aus der Outdoorbranche. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Firmen wie Vaude und Patagonia bereits von Anfang an in die komplexen Umstrukturierungsprozesse einbezogen wurden.

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Lisa Kopas

... trifft man überall dort, wo es steil rauf und runter geht. Mit Seil und Haken, Ski, Boot und Bike scheut sie nahezu keine Herausforderung. Als freie Texterin und Autorin hat Lisa die Möglichkeit Hobby und Beruf optimal zu verknüpfen. Langweilig wird es jedenfalls nie! Pfeil Alle Artikel von Lisa Kopas