• Seit 1999 online
  • Powered by 350 Bergsportler
  • Am Puls der Berge
Praktischer Kletterpartner

Deuter Gravity Motion Kletterrucksack im Test

4 Minuten Lesezeit
Mit dem Gravity Motion hat Deuter einen Kletterrucksack im Programm, der eine praktische Bedienung mit sinnvollen Details vereint. Kletter-Experte und Bergzeit-Mitarbeiter Leonhard Schweiger hat den leuchtend blauen Rucksack einem umfassenden Test unterzogen.

Deuter Gravity Motion – erster Eindruck

Das durchdachte Tragesystem des Deuter Gravity Motion: Über den Reißverschluss am Rücken geht es direkt ins Hauptfach. | Foto: Leonhard Schweiger
Das durchdachte Tragesystem des Deuter Gravity Motion: Über den Reißverschluss am Rücken geht es direkt ins Hauptfach. | Foto: Leonhard Schweiger

Das sehr komfortable Tragesystem lässt den Träger alles zum Sportklettern Nötige bequem zum Einstieg transportieren. Wenn man darauf achtet, dass der Schlitten des Reißverschlusses nicht mittig am Rückenteil liegt, hat der Rucksack den gleichen Tragekomfort wie ein konventioneller Toploader. Auch wenn der Haupteinsatzzweck das Klettern in kurzen Touren ist, macht der Gravity Motion auch auf Mehrseillängentouren eine gute Figur, wie wir zum Beispiel beim alljährlichen Frühjahres-Einklettern im Ostriss an der Martinswand bei Innsbruck testen konnten.

Dadurch, dass der Zugang ins Hauptfach sozusagen von hinten erfolgt, bleibt selbiges immer sauber. Der Staub, der sich gern an Einstiegen unter überhängenden Wänden wie zum Beispiel unter der Atlantiswand befindet, gelangt gar nicht erst ans Rückenteil oder das Kletterequipment.

Robustes Obermaterial

Das Obermaterial aus Polyamid in 420 und 210 Denier Stärke ist robust und sehr stabil. Dadurch hält es auch leichte Schauer ab. Bei Dauerregen wäre allerdings eine Regenhülle notwendig. Regenwetter ist aber sowieso nicht wirklich optimal zum Klettern – daher hat die Wasserdichtheit bei einem Kletterrucksack in meinen Augen keine so hohe Priorität.

So ist der Rucksack nach einigen Monaten testen zwar schon ordentlich mit Magnesia eingestaubt, das Außenmaterial zeigt aber noch keine Abnutzungserscheinungen und sieht noch aus wie neu.

Gewicht, Volumen und Details des Kletterrucksacks

Mit einem Gewicht von 700 Gramm ist der Rucksack trotz seiner Stabilität immer noch leicht. Das Volumen von 35 Litern ist optimal zum Sportklettern und auch für längere Klettertouren geeignet. Nicht zuletzt macht der Gravity Motion auch abseits der Wand eine gute Figur und hat das Potential, neben einem top Rucksack zum Sportklettern auch zum Lieblings-Brotzeitrucksack zu avancieren.

So stellt sich Deuter den Innenraum des Gravity Motion vor: Er bietet ausreichend Platz für alles, was man auf einer Klettertour braucht. | Foro: Deuter
So stellt sich Deuter den Innenraum des Gravity Motion vor: Er bietet ausreichend Platz für alles, was man auf einer Klettertour braucht. | Foro: Deuter
  • Griffschlaufen auf allen Seiten machen es sehr leicht, den Rucksack vom Einstieg einer Route mit nur einer Hand wie einen Koffer ein paar Meter weiter zu befördern, ohne dass man ihn auf den Rücken nehmen muss. Deuter beschreibt ihn als Symbiose zwischen einem Duffle und einem Kletterrucksack. Diese Einschätzung trifft den Gravity Motion in meinen Augen sehr genau!
  • Ein stufenlos verstellbarer Brustgurt sorgt für die exakte Fixierung auf den Schultern.
  • Die koppelbaren Kompressionsriemen können an der Rucksackfront miteinander verbunden werden, um auch größere Gegenstände daran zu befestigen.
  • Ein anwenderfreundliches Ordnungskonzept lässt den Nutzer Kleinteile wie Geldbeutel oder Smartphone leicht zugänglich in den drei Außentaschen verstauen. Diese sind elastisch und mit einem Reißverschluss versehen.
  • Für den Auto- oder Hausschlüssel gibt es einen speziellen Clip, damit diese nicht verloren gehen – auch wenn man mal vergisst, das Fach zu schließen.

Geräumige Außentaschen

Der bewegungsfreundliche Schnitt macht sich auch bei leichteren Kraxeleien wie hier im Karwendel positiv bemerkbar. | Foto: Leo Schweiger
Der bewegungsfreundliche Schnitt macht sich auch bei leichteren Kraxeleien wie hier im Karwendel positiv bemerkbar. | Foto: Leo Schweiger

Für den Zustieg können eine oder zwei Flaschen (oder der obligatorische Kaffee in der Thermoskanne) in den Außentaschen verstaut werden. Sie sind auf diese Weise – auch wenn der Rucksack am Rücken getragen wird – stets zugänglich. Das Seil kann, wenn man es nicht innen transportieren will, auch außen über den Rucksack gelegt und mit Riemen befestigt werden.

Expressen, Cams und die weitere Hartware werden an zwei Schlaufen im Hauptfach ordentlich verstaut. Der Zugang zum Hauptfach des Rucksacks ist zwischen dem Tragesystem untergebracht. Zudem gibt es bei der Ausstattung noch folgende Punkte hervorzuheben:

  • Den Reißverschluss spürt man – trotz anfänglicher Skepsis  – beim Tragen nicht.
  • Die ergonomisch geformten Rückenpolster des Aircontact-Systems umfassen den Rücken und verteilen die Last gleichmäßig.
  • Der nah am Rücken liegende Schwerpunkt erleichtert das Tragen zusätzlich.
  • Die Lüftungskanäle zwischen den Polstern und das atmungsaktive 3D AirMesh sorgen für eine angenehme Belüftung.

HINWEIS: Am besten kombiniert man den Gravity Motion mit dem Deuter Gravity Rope Sheet, damit auch das Seil sauber bleibt.

Mein Test-Fazit zum Deuter Gravity Motion

Der Deuter Gravity Motion hat sowohl beim Sportklettern in Kochel, in der Höttinger Au und an der Chinesischen Mauer im Leutasch sowie beim Mehrseillängenklettern an der Martinswand voll überzeugt. Hauptvorteil des Rucksacks ist in meinen Augen der großzügige Zugang zum Hauptfach. Man kann sofort auf alles zugreifen, was man braucht und wird nicht durch die Sucherei lange vom Klettern abgehalten. Mit dem Deuter Gravity Motion können Kletterer sofort loslegen!

Das Redaktionsteam empfiehlt …

Abonnieren
Benachrichtige mich zu:
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Unsere Top Outdoor Kategorien


Bergzeit Magazin - Dein Blog für Bergsport & Outdoor

Willkommen im Bergzeit Magazin! Hier findest Du Produkttests, Tourentipps, Pflegeanleitungen und Tipps aus der Outdoor-Szene. Von A wie Alpspitze bis Z wie Zwischensicherung. Das Redaktionsteam des Bergzeit Magazins liefert zusammen mit vielen externen Autoren und Bergsport-Experten kompetente Beiträge zu allen wichtigen Berg- und Outdoorthemen sowie aktuelles Branchen- und Hintergrundwissen.