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Die Bergtour auf den Hinteren Seelenkogel führt über die Südseite eisfrei in die hochalpine Gletscherwelt auf 3.470 Meter. Der Hintere Seelenkogel ist ein lohnenswerter Berg für jene, die ohne Gletscherausrüstung unterwegs sein wollen.

Ein Überblick zur Bergtour in Südtirol: Hinterer Seelenkogel (3.470 Meter)
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Ein Überblick zur Bergtour in Südtirol: Hinterer Seelenkogel (3.470 Meter)

Hohe Berge wie der Hintere Seelenkogel (3.470 Meter) faszinieren aus vielerlei Gründen: Wegen des meist anspruchsvollen Aufstiegs und der geforderten Ausdauer, der tollen Sicht vom Gipfel oder dem gemeinsamen Bergabenteuer mit Kameraden. Manche imponieren aufgrund ihres klangvollen und prestigeträchtigen Namens, andere sind eher unbekannt und können dennoch ein packendes Erlebnis bieten. Der Hintere Seelenkogel in Südtirol ist zwar kein einfacher, aber dafür umso schönerer Gipfel, auf den sich ein Abstecher lohnt.

Anreise nach Pfelders zum Ausgangspunkt der Bergtour

Wir besteigen den Seelenkogel von der Südtiroler Seite, und nicht von der in Österreich liegenden Langtalereckhütte. Ausgangspunkt ist Pfelders in Südtirol, das in einem Seitental des Passeiertals liegt. Kurz vor Beginn der Südrampe des Timmelsjochs biegt man in der Ortschaft Moos in Passeier ab und folgt dem kleinen, naturbelassenen Tal bis zum Ende. Bei der Einfahrt in den Ort Pfelders ist ein großer Parkplatz zu sehen, der zum Skigebiet gehört und im Sommer kostenfrei benutzt werden kann. Von Pfelders aus geht es dann in insgesamt etwa 10 Stunden bis zum Hinteren Seelenkogel.



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Aufstieg auf den Hinteren Seelenkogel

Am Parkplatz schnüren wir unsere Bergstiefel – und los gehts. Noch vor dem eigentlichen Ort biegen wir nach rechts ab, den Wegweisern in Richtung Zwickauer Hütte folgend. Nachdem es anfangs gemütlich über sanfte Wiesen ansteigt, wird der Weg nach und nach etwas steiler. Die gut 1.300 Höhenmeter von Pfelders (1.628 Meter) bis zur Zwickauer Hütte (2.979 Meter) legt man je nach Geschwindigkeit in drei bis vier Stunden zurück. Spätestens an der Hütte ist es Zeit für eine erste ordentliche Pause, denn uns steht noch einiges bevor.

Von der Zwickauer Hütte auf den Gipfel

Bis zur Zwickauer Hütte ist die Bergtour auf den Hinteren Seelenkogel recht einfach - aber nicht weniger schön. | Foto: Basti Fiedler
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Bis zur Zwickauer Hütte ist die Bergtour auf den Hinteren Seelenkogel recht einfach – aber nicht weniger schön. | Foto: Basti Fiedler

Während die Tour bis zur Zwickauer Hütte eher als einfach einzuschätzen ist, beginnt nach der Hütte der anspruchsvolle Teil. So weisen Schilder links an der Hütte vorbei in Richtung Seelenkogel. Danach führt der Weg direkt auf die Flanke des Berges zu, der sich vor einem aufbaut. Anfangs auf einem schmalen Weg muss man sich zunehmend an Markierungen orientieren.

Es ist Mitte September, über Nacht gab es rund fünfzehn Zentimeter Neuschnee, sodass vom Weg gar nichts zu erkennen ist, was uns die Orientierung erschwert. Den mal mehr, mal weniger guten Markierungen folgend, steigen wir die knapp 500 Höhenmeter auf. Dabei sind auch einige Stellen in der Schwierigkeitsstufe I (UIAA-Skala) zu meistern und an der einen oder anderen Stelle befinden wir uns in ausgesetzten Lagen.

Da der Weg hier deutlich anspruchsvoller ist, sollte man gute Ausrüstung dabeihaben. Außerdem sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich. Nach rund eineinhalb Stunden gelangt man schließlich zum Gipfelkreuz. Dort wartet ein sensationeller Blick auf die umliegenden Berge – wenn die Wolken die Sicht nicht versperren. Wegen des ungemütlichen Wetters haben wir, eingepackt in dicke Jacken, nur kurz Pause gemacht und uns dann auf den Rückweg begeben.

Insgesamt sind rund 1.900 Höhenmeter und damit gut sechs Stunden Aufstieg in teils schwierigem und bei schlechtem Wetter sehr anspruchsvollem und unübersichtlichem Gelände zurückzulegen. Daher sind Kondition, Trittsicherheit und gute Bergstiefel in jedem Fall Pflicht. Gegebenenfalls lässt sich die Tour durch eine Übernachtung auf der Zwickauer Hütte auf zwei Tage verteilen.

Abstieg von dem Hinteren Seelenkogel

Der Abstieg erfolgt auf dem gleichen Weg. Anfangs ist erneut hohe Konzentration gefragt, um auf dem anspruchsvollen Teilstück bis zur Hütte sicher abzusteigen. Danach lädt uns die Hütte geradezu ein, noch einmal ausgiebig Pause zu machen, bevor wir frisch gestärkt die Bergtour fortsetzen und den von nun an unkomplizierten Abstieg genießen –  die rund 1.350 verbleibenden Höhenmeter erfordern allerdings nach wie vor Konzentration und Kondition.

Variante mit Tourenerweiterung: Stettiner Hütte und Hochwilde

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann über eine Erweiterung der Tour nachdenken:

Die Zwickauer Hütte in Südtirol bietet die Möglichkeit zur Übernachtung und ausgiebigen Pause in alpinem Panorama. | Foto: Basti Fiedler
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Die Zwickauer Hütte in Südtirol bietet die Möglichkeit zur Übernachtung und ausgiebigen Pause in alpinem Panorama. | Foto: Basti Fiedler

Von Pfelders aus besteigt man wie oben beschrieben den Hinteren Seelenkogel und übernachtet anschließend auf der Zwickauer Hütte. Am nächsten Tag führt einen der Pfelderer Höhenweg in rund dreieinhalb Stunden zur Stettiner Hütte und anschließend in nochmals etwa zweieinhalb Stunden auf die Hochwilde (3.480 Meter). Nach einer Übernachtung auf der Stettiner Hütte wandert man am folgenden Tag gemütlich das Pfelderer Tal nach Pfelders zurück. So kann man zwei großartige und anspruchsvolle Gipfel hervorragend miteinander verbinden.

Fazit zu meiner Tour auf den Hinteren Seelenkogel in Südtirol

Bergtour Hinterer Seelenkogel (Südtirol): Impressionen vom Aufstieg. | Foto: Basti Fiedler
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Bergtour Hinterer Seelenkogel (Südtirol): Impressionen vom Aufstieg. | Foto: Basti Fiedler

Wer über Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verfügt, vor leichten Kletterstellen im ersten Grad und rund zehn Stunden Gehzeit nicht zurückschreckt, der kann die Bergtour auf den Hinteren Seelenkogel getrost in Angriff nehmen. Dafür wird man mit einer abwechslungsreichen Strecke und einem grandiosen Rundumblick vom Gipfel belohnt und kann sich auf der Zwickauer Hütte für die Aufstiegsmühen mit einem leckeren Essen und einem guten Bier entschädigen.

Hinterer Seelenkogel: Alle Tourdaten im Überblick

  • Ausgangspunkt: Pfelders im Pfelderer Tal (Südtirol), ab der Ortschaft Moos in Passeier gut mit dem Auto zu erreichen
  • Anforderungen/Charakter der Tour: Bis zur Zwickauer Hütte leichte Wanderung, dann anspruchsvoll; teilweise ausgesetzt und Klettereien bis Grad I (UIAA); Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung für Gipfelanstieg vorausgesetzt
  • Zeitangaben & Höhenmeter: Gesamtgehzeit etwa 10 Stunden (Angabe aus: Südtirol West, Rother Wanderbuch) – je nach Kondition und Bedingungen auch schneller möglich
    Pfelders – Zwickauer Hütte: etwa vier Stunden
    Zwickauer Hütte – Gipfel: rund 90 Minuten
    Gipfel –  Pfelders: etwa vier Stunden
  • Übernachtung / Einkehr: Zwickauer Hütte
  • Ausrüstung: Ausrüstung Bergtouren
  • Karte: WK699 – Kartenset Südtirol (Kompass Karten)

Die geeigente Ausrüstung für die Tour gibt’s bei Bergzeit:

GPS-Daten zur Tour zum Download

GPS-Track herunterladen (Rechtsklick und Ziel/Link speichern unter)

Mehr Tourentipps in Südtirol im Bergzeit Magazin:

Basti Fiedler

Neben meinem Job als Assistenzarzt bin ich im Sommer so oft es geht in der Natur unterwegs - egal ob beim Klettern, Bergsteigen, Mountainbiken oder Laufen. Im Winter trifft man mich am ehesten auf der Suche nach einem unverspurten Hang bei einer Skitour. Pfeil Alle Artikel von Basti Fiedler